Einleitung
Beim Spaziergang durch Wiesbaden, Deutschland, begegnen Besucher einer einzigartigen und bewegenden Form des Gedenkens: den Stolpersteinen. Diese von dem deutschen Künstler Gunter Demnig 1992 konzipierten Messingtafeln von 10x10 cm sind in den Gehweg eingelassen, um an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an ihrem letzten frei gewählten Wohn- oder Arbeitsort zu erinnern. Das Stolperstein-Projekt ist heute die weltweit größte dezentrale Holocaust-Gedenkstätte mit über 116.000 Steinen in 31 Ländern. In Wiesbaden ist der dem Wilhelm Simon gewidmete Stolperstein ein starkes Zeugnis eines einzelnen Lebens, unterbrochen durch den Nazi-Terror, und lädt Besucher ein, über die breitere Geschichte des Holocaust nachzudenken (Stolpersteine.eu; Wikipedia: Stolperstein).
Dieser Leitfaden beschreibt die historische Bedeutung des Stolpersteins für Wilhelm Simon, bietet praktische Informationen für Besucher – einschließlich Standort, Erreichbarkeit und nahegelegener Attraktionen – und gibt Einblicke in die kulturelle Wirkung dieser lebendigen Gedenkstätte in Wiesbaden.
Fotogalerie
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Historischer Kontext: Das Stolperstein-Projekt in Wiesbaden
Die Stolperstein-Initiative begann in Köln und verbreitete sich schnell in ganz Europa. Sie ehrt nicht nur jüdische Opfer, sondern auch Sinti und Roma, politische Häftlinge, LGBTQ+-Personen, Zeugen Jehovas und andere, die vom NS-Regime ins Visier genommen wurden. In Wiesbaden ist das Projekt seit 2005 aktiv und wird vom Aktiven Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte (AMS) koordiniert, das Forschung, Installation und Bildungsarbeit verwaltet (am-spiegelgasse.de). Bis Dezember 2024 sind in Wiesbaden 784 Stolpersteine vor 427 Häusern installiert, wobei die städtische Unterstützung die Nachhaltigkeit und Integration des Projekts in die Stadtlandschaft gewährleistet (wiesbaden-lebt.de; de.wikipedia.org).
Der Stolperstein für Wilhelm Simon
Standort und Beschreibung
Wilhelm Simons Stolperstein befindet sich in der Mauergasse 19, Wiesbaden (Koordinaten: 50.081171, 8.240489), eingelassen in den Gehweg vor seinem letzten frei gewählten Wohnort (tracesofwar.com). Dieser Stein ist Teil einer Gruppe, die auch Mathilde Simon und Rebecka Wolff gedenkt und das tragische Schicksal der Familie während der Nazi-Ära widerspiegelt.
Jeder Stein ist eine Messingtafel mit dem Namen, dem Geburtsjahr und dem Schicksal des Einzelnen, die Passanten einlädt, über diese Erinnerungen zu "stolpern" und Momente des Nachdenkens zu fördern (germany.info).
Historischer Hintergrund
Wilhelm Simon war ein jüdischer Einwohner Wiesbadens. Der Stolperstein markiert seine letzte freiwillige Adresse vor Verfolgung durch die Nazis, die 1941 zu seinem Tod führte. Die Gruppierung seines Steins mit denen von Mathilde Simon und Rebecka Wolff zeigt, wie ganze Familien entwurzelt und in vielen Fällen ermordet wurden. Über 1.500 jüdische Wiesbadener Bürger wurden zwischen 1933 und 1945 getötet (am-spiegelgasse.de; tracesofwar.com).
Bedeutung und kultureller Einfluss
Gedenken und öffentliches Engagement
Stolpersteine dienen sowohl als Gedenkstätten als auch als Bildungswerkzeuge und integrieren Erinnerung in das alltägliche Stadtleben. In Wiesbaden pflegen Freiwillige und lokale Organisationen die Steine und reinigen sie regelmäßig, um ihre Sichtbarkeit und Bedeutung zu erhalten (wiesbaden-lebt.de). Das Netz von Stolpersteinen in der Stadt personalisiert das Ausmaß des Verlusts und macht die Geschichte für Einwohner und Besucher gleichermaßen greifbar (en.wikipedia.org).
Bildungsinitiativen
Das Aktive Museum Spiegelgasse veröffentlicht Forschungsergebnisse und Biografien der Gedenkenden, erhältlich in gedruckter Form und online (am-spiegelgasse.de). Schulen beteiligen sich an Forschung, Reinigung und Patenschaften für Stolpersteine, was den generationsübergreifenden Dialog fördert. Die "Stolpersteine in Wiesbaden"-App, entwickelt von Schülern, bietet Karten und detaillierte Hintergründe zu jedem Stein und ermöglicht so die selbstständige Erkundung (wiesbaden-lebt.de).
Besuch der Stolpersteine in Wiesbaden: Praktische Informationen
Besuchszeiten und Tickets
- Zeiten: Stolpersteine sind öffentliche Gedenkstätten auf offenen Gehwegen und können jederzeit, das ganze Jahr über besucht werden.
- Tickets: Kein Eintrittspreis oder Tickets erforderlich.
Barrierefreiheit
- Stolpersteine sind im Allgemeinen zugänglich, da sie in öffentliche Gehwege eingelassen sind. Einige Bereiche können unebene Gehwege aufweisen, daher sollten Besucher mit eingeschränkter Mobilität dies entsprechend planen.
Anfahrt
- Adresse für Wilhelm Simons Stolperstein: Mauergasse 19, 65183 Wiesbaden
- Koordinaten: 50.081171, 8.240489 (tracesofwar.com)
- Öffentliche Verkehrsmittel: Der Standort ist vom Wiesbadener Hauptbahnhof aus zu Fuß erreichbar und mit Stadtbussen und Straßenbahnen erreichbar.
- Parken: Öffentliche Parkhäuser und Parkplätze sind in der Nähe verfügbar, können aber zu Stoßzeiten voll sein.
Besuchertipps
- Beste Besuchszeit: Früh morgens oder am späten Nachmittag ist es ruhiger für kontemplative Besuche.
- Wie man sie findet: Stolpersteine sind klein und bündig mit dem Gehweg, in der Nähe von Gebäudeeingängen platziert – achten Sie genau auf die charakteristischen Messingtafeln.
- Etikette: Halten Sie inne, lesen Sie die Inschrift und ziehen Sie in Erwägung, einen kleinen Stein oder eine Blume als Tribut zu hinterlassen.
- Fotografie: Erlaubt, aber bitte achten Sie auf den feierlichen Zweck der Gedenkstätte.
Führungen und Sonderveranstaltungen
- Führungen: Werden periodisch vom Aktiven Museum Spiegelgasse und anderen lokalen Organisationen angeboten. Prüfen Sie deren Website oder das Wiesbadener Tourismusportal, um Zeitpläne zu erfahren.
- Veranstaltungen: Jährliche Gedenkveranstaltungen, wie der Holocaust-Gedenktag, beinhalten oft Stolperstein-Spaziergänge und Reinigungaktionen (wiesbaden-lebt.de).
Verbessern Sie Ihren Besuch
- Digitale Werkzeuge: Laden Sie die App "Stolpersteine in Wiesbaden" für Navigation, Biografien und selbstgeführte Touren herunter (wiesbaden-lebt.de).
- Nahegelegene Attraktionen: Erweitern Sie Ihren Besuch, indem Sie das Wiesbadener Museum, das Kurhaus und die Gedenkstätte am Michelsberg besuchen, um die Geschichte der Stadt weiter zu erkunden.
Gemeinschaftsprojekte
Bürger und Freiwillige halten das Stolperstein-Projekt am Leben durch regelmäßige Reinigung, Bildungsprogramme und die Patenschaft für neue Steine. Die Patenschaft für einen neuen Stolperstein kostet derzeit 120 € (am-spiegelgasse.de). Gemeinschaftsveranstaltungen, insbesondere an Gedenktagen, fördern eine lebendige Erinnerungskultur in Wiesbaden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind Stolpersteine? Kleine Messingtafeln, die in Gehwege eingelassen sind und an Personen erinnern, die von den Nazis an ihrem letzten frei gewählten Wohnort verfolgt wurden (Stolpersteine.eu).
Wo befindet sich der Stolperstein für Wilhelm Simon? In der Mauergasse 19, Wiesbaden; Koordinaten 50.081171, 8.240489 (tracesofwar.com).
Gibt es Besuchszeiten oder Tickets? Nein. Stolpersteine sind öffentlich zugänglich und jederzeit kostenlos besuchbar.
Gibt es Führungen? Ja. Kontaktieren Sie das Aktive Museum Spiegelgasse oder das Wiesbadener Tourismusbüro für Informationen zu Zeitplänen.
Ist die Anlage für Menschen mit Behinderungen zugänglich? Im Allgemeinen ja, da die Tafeln bündig in Gehwege eingelassen sind, obwohl die Gehwegbedingungen variieren können.
Wie kann ich beitragen? Sie können Patenschaften für neue Stolpersteine übernehmen oder an Reinigungs- und Gedenkveranstaltungen teilnehmen (am-spiegelgasse.de).
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