Einleitung
Das Projekt „Stolpersteine“ ist das größte dezentrale Mahnmal der Welt und ehrt Holocaust-Opfer, indem es kleine Messingtafeln in die Gehwege vor ihren letzten frei gewählten Wohnorten einfügt. 1990er Jahre von dem Künstler Gunter Demnig initiiert, markiert jeder Stolperstein nicht nur einen physischen Ort, sondern auch eine persönliche Geschichte, die zu täglicher Erinnerung und Reflexion anregt. Bis 2025 sind über 100.000 Stolpersteine in 27 europäischen Ländern installiert worden, darunter Deutschland, Österreich, Polen und weitere, und verwandeln so öffentliche Räume in lebendige Gedenkstätten (fabriziomusacchio.com; pragueviews.com).
Zu diesen gehört der Stolperstein für Regina Förster (geb. Frommer), der sich in der Mauergasse 14 in Wiesbaden befindet. Dieses Denkmal ehrt auch ihre Familienmitglieder – Moritz, David, Melga Mathilde und Heinrich Förster –, die während des Holocaust in Będzin, Polen, ermordet wurden. Der Besuch dieses Stolpersteins ist kostenlos, jederzeit zugänglich und bietet eine direkte, kontemplative Verbindung zur jüdischen Geschichte Wiesbadens (tracesofwar.com; stolpersteine.eu).
Fotogalerie
Entdecke Stolperstein Für Regina Förster Geb. Frommer in Bildern
Ursprünge und Entwicklung des Stolperstein-Projekts
Das Stolperstein-Projekt begann informell im Jahr 1996, als Gunter Demnig die erste Tafel in Köln verlegte. Das Konzept des Projekts ist simpel: Individuelle Opfer nationalsozialistischer Verfolgung – Juden, Sinti und Roma, Behinderte, LGBTQ+-Personen, politische Dissidenten und andere – zu gedenken, indem personalisierte Messingtafeln in den Bürgersteig vor ihren letzten frei gewählten Wohnungen eingelassen werden. Jeder Stolperstein wird von Demnig von Hand graviert, was die Würde und Individualität der Opfer unterstreicht.
Bis 2025 sind Stolpersteine in 27 europäischen Ländern zu finden. Das Projekt wird durch private Spenden und gemeinschaftliche Patenschaften finanziert, was eine breite Beteiligung am Gedenken fördert (fabriziomusacchio.com; stolpersteine.eu).
Der Stolperstein für Regina Förster in Wiesbaden
Die Geschichte der Familie Förster
Regina Förster (geb. Frommer), geboren 1905, lebte in der Mauergasse 14 in Wiesbaden. Neben ihr sind an derselben Adresse vier weitere Familienmitglieder – Moritz (geb. 1898), David (geb. 1925), Melga Mathilde (geb. 1928) und Heinrich (geb. 1930) Förster – dem Gedenken gewidmet. Alle wurden in Będzin, Polen, einem Ort der massenhaften jüdischen Vernichtung während des Holocaust, deportiert und ermordet (tracesofwar.com).
Die Stolpersteine in der Mauergasse 14 tragen ihre Namen, Geburtsdaten und, soweit bekannt, die Daten und Orte ihres Todes. Dies personalisiert die Tragödie und verwandelt abstrakte Geschichte in greifbares, individuelles Gedenken.
Historischer Kontext: Juden in Wiesbaden
Wiesbaden war vor dem Aufstieg des NS-Regimes die Heimat einer lebendigen jüdischen Gemeinde. Systematische Verfolgung, Deportation und Ermordung dezimierten die Gemeinschaft während des Holocaust. Heute dienen Stolpersteine in der gesamten Stadt als eindringliche Erinnerungen an dieses dunkle Kapitel und die leidenden Menschen.
Besuch des Stolperstein-Denkmals in Wiesbaden
Standort und Erreichbarkeit
- Adresse: Mauergasse 14, 65183 Wiesbaden, Deutschland
- Anfahrt: Der Ort ist zentral gelegen und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Straßenbahn), zu Fuß oder mit dem Auto erreichbar. Parkplätze sind in der Nähe vorhanden, öffentliche Verkehrsmittel werden jedoch aufgrund begrenzter Kapazitäten empfohlen.
Besuchszeiten und Tickets
- Öffnungszeiten: Täglich 24 Stunden geöffnet. Stolpersteine sind in öffentliche Gehwege eingelassen und können jederzeit besucht werden.
- Tickets: Es sind keine Tickets oder Gebühren erforderlich.
Barrierefreiheit
Das Denkmal ist ebenerdig in den Gehweg eingelassen und somit für Menschen mit Mobilitätshilfen zugänglich. Da es sich im Freien befindet, sollten Besucher auf die Wetterbedingungen vorbereitet sein.
Stadtführungen und Sonderveranstaltungen
Wiesbaden bietet geführte Spaziergänge zur jüdischen Geschichte und zum Gedenken an den Holocaust, die oft die Stolpersteine einschließen. Diese Führungen sind besonders häufig zu Gedenkdaten wie dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust anzutreffen. Die aktuellen Zeitpläne und Buchungen finden Sie beim Wiesbaden Tourismusbüro.
Praktische Besuchertipps
- Beste Zeiten: Frühe Morgenstunden oder späte Nachmittage bieten ein sanfteres Licht für Fotografien und weniger Fußgängerverkehr.
- Was mitbringen: Ein weiches Tuch zum sanften Reinigen der Messingplatte oder ein kleiner Stein oder eine Blume als traditionelles Gedenkzeichen.
- Etikette: Vermeiden Sie es, direkt auf die Steine zu treten, lesen Sie die Inschriften respektvoll und nehmen Sie Rücksicht auf die Anwohner.
- Fotografie: Erlaubt, sollte aber diskret und respektvoll erfolgen.
Lokale Gepflogenheiten
Das Reinigen der Steine und das Hinterlassen eines kleinen Zeichens sind übliche Gedenkformen, besonders am Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Diese Handlungen helfen, die Namen und Erinnerungen in der Gemeinschaft am Leben zu erhalten.
Bereicherung Ihres Besuchs: Sehenswürdigkeiten in der Nähe
- Jüdisches Museum Wiesbaden: Bietet Ausstellungen und Ressourcen zur lokalen jüdischen Geschichte.
- Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus Wiesbaden: Ein zentrales Denkmal zur weiteren Reflexion.
- Ehemaliger Standort der Synagoge: Gezeichnet mit Tafeln und historischen Informationen.
- Stadtmuseum Wiesbaden: Bietet einen breiteren historischen Kontext.
Viele Besucher kombinieren ihren Besuch der Stolpersteine mit diesen Orten, um ein umfassenderes Verständnis des jüdischen Erbes Wiesbadens zu erlangen.
Bildung und gemeinschaftliches Engagement
Stolpersteine spielen in der Bildung eine wichtige Rolle, da Schulen und Gemeinschaftsgruppen sie in Programme über den Holocaust und Menschenrechte integrieren. Gemeindemitglieder pflegen oft die Steine, besonders vor Gedenkveranstaltungen, was ein anhaltendes Engagement für Erinnerung und Wachsamkeit gegen Intoleranz symbolisiert (pragueviews.com).
Das Stolperstein-Netzwerk in ganz Europa
Die Stolpersteine Wiesbadens sind Teil eines riesigen europäischen Netzwerks mit über 116.000 verlegten Steinen in mehr als 31 Ländern (Stand 2024). Dieses transnationale Projekt unterstreicht die Bedeutung der individuellen Erinnerung angesichts kollektiver Tragödien (stolpersteine.eu).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Benötige ich Tickets oder Reservierungen? A: Nein. Stolpersteine sind öffentliche Denkmäler, die jederzeit zugänglich und kostenlos besuchbar sind.
F: Sind die Stolpersteine für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Ja, der Stein ist ebenerdig eingelassen und zugänglich, jedoch ist die Beschaffenheit des Gehwegs zu beachten.
F: Kann ich an geführten Touren teilnehmen? A: Ja, Touren werden von lokalen Organisationen und dem Wiesbaden Tourismusbüro angeboten.
F: Wo kann ich mehr über Regina Förster und ihre Familie erfahren? A: Besuchen Sie die offizielle Website der Stolpersteine und lokale Ressourcen wie das Aktive Museum Spiegelgasse.
Empfehlungen für Besucher
- Nutzen Sie die Stolperstein-App für Wiesbaden für die Navigation und Details zu allen lokalen Stolpersteinen.
- Besuchen Sie die Gedenkstätte während Gedenkveranstaltungen für geführte Erlebnisse und gemeinschaftliches Engagement.
- Unterstützen Sie das Stolperstein-Projekt durch Spenden, Patenschaften oder ehrenamtliche Arbeit (stolpersteine.eu).
Ethische und praktische Überlegungen
- Respektieren Sie die Privatsphäre der Anwohner und die feierliche Natur des Denkmals.
- Behandeln Sie den Stolperstein und die Umgebung mit Würde.
- Nutzen Sie Ihren Besuch als Gelegenheit zur Reflexion und Bildung, insbesondere mit Kindern oder Schülern.
Bilder
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Alt-Text: „Stolperstein-Gedenkstein für Regina Förster in der Mauergasse 14, Wiesbaden, Deutschland“
Zusätzliche Ressourcen
- Liste der Stolpersteine in Wiesbaden
- Offizielle Website der Stolpersteine
- Wiesbaden Tourismusbüro
- Aktives Museum Spiegelgasse
- Stolperstein-App für Wiesbaden
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