Stolperstein Für Paula Lubasch

Einleitung

Der Stolperstein zum Gedenken an Paula Lubasch in Wiesbaden ist eine bewegende Gedenkstätte für ein Opfer des Holocaust. Eingelassen in das Pflaster ihrer letzte frei gewählten Adresse, ist diese kleine Messingplakette Teil des Stolperstein-Projekts – einer der weltweit größten dezentralen Holocaust-Gedenkinitiativen. Konzipiert vom deutschen Künstler Gunter Demnig in den frühen 1990er Jahren, dienen Stolpersteine als eindringliche Erinnerung an einzelne Leben, die durch die nationalsozialistische Verfolgung verloren gingen, und integrieren persönliche Erinnerung in den Stoff des täglichen Lebens.

Wiesbaden, die Hauptstadt Hessens, beteiligt sich aktiv an diesem Projekt seit 2006, mit über 784 Stolpersteinen, die bis Ende 2024 in der Stadt installiert wurden. Der Stolperstein Paula Lubasch, der im Dichterviertel gelegen ist, verkörpert das Engagement der Stadt für das Gedenken an ihre ehemaligen jüdischen Einwohner. Dieser Leitfaden beschreibt den historischen Kontext des Stolperstein-Projekts, die Geschichte von Paula Lubasch, Besucherinformationen, kulturelle Bedeutung und praktische Tipps für ein sinnvolles Engagement.

Für weitere Informationen zum Stolperstein-Projekt und der Gedenkstätte Paula Lubasch siehe das Aktives Museum Spiegelgasse, die Stolpersteine-App "Stolperstein Guide" und Stolpersteine.eu.


Ursprünge und Entwicklung des Stolperstein-Projekts

Das Stolperstein-Projekt begann 1992, als Gunter Demnig den ersten Stein in Köln verlegte, zum Gedenken an den 50. Jahrestag des Auschwitz-Erlasses. Jeder Stolperstein ist eine 10 x 10 cm große Messingplatte, die an der letzten frei gewählten Wohnstätte eines Opfers der nationalsozialistischen Verfolgung installiert wird. Die Platten sind individuell mit Namen, Geburtsjahr, Schicksal und, falls bekannt, Todes- oder Deportationsdatum und -ort beschriftet (fabriziomusacchio.com; germany.info).

Das Ziel des Projekts ist es, Mahnmale in den Alltag zu integrieren, damit Passanten auf Geschichte stoßen und über die Schicksale von Personen nachdenken, die einst in ihren Gemeinden lebten. Bis 2025 wurden über 100.000 Stolpersteine in 27 Ländern installiert, was es zum größten dezentralen Holocaust-Mahnmal der Welt macht (stolpersteine.eu).


Stolpersteine in Wiesbaden: Lokaler Kontext

Wiesbaden schloss sich der Stolperstein-Initiative im Jahr 2006 an, koordiniert durch den Aktiven Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e.V. (AMS) in Partnerschaft mit Gunter Demnig und der Stadtverwaltung (am-spiegelgasse.de). Bis Dezember 2024 wurden 784 Stolpersteine vor 427 Wohnhäusern in der Stadt und den Vororten verlegt (wikipedia). Das AMS hat umfangreiche Forschungen veröffentlicht, die die Schicksale der Wiesbadener Holocaust-Opfer dokumentieren und in der Stadtbibliothek sowie online verfügbar sind.

Die Gedenkstätte am Michelsberg listet über 1.500 ermordete jüdische Einwohner Wiesbadens auf, was das Ausmaß des Verlusts und die Bedeutung der Erinnerung unterstreicht (am-spiegelgasse.de).


Der Stolperstein zum Gedenken an Paula Lubasch

Paula Lubasch wurde 1925 geboren und wohnte in der Karlstraße 39 im Dichterviertel von Wiesbaden. Nach dem Aufstieg des Nazi-Regimes wurde ihre Familie zunehmender Verfolgung ausgesetzt. 1939 floh sie nach Belgien in der Hoffnung auf Flucht. Tragischerweise wurden Paula und ihre Familie 1942 vom Durchgangslager Mechelen nach Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurden.

Ihr Stolperstein ist, wie die für andere Familienmitglieder in der Karlstraße 39, eine dauerhafte Erinnerung an die Geschichte der Familie. Die Plakette lautet:

Hier wohnte
Paula Lubasch
Jg. 1925
Flucht 1939 Belgien
Deportiert 1942 aus Mechelen
Ermordet in Auschwitz

Dieser Stolperstein stellt Paula Lubaschs Identität im öffentlichen Gedächtnis wieder her und wirkt der Anonymität entgegen, die durch die Nazi-Politik auferlegt wurde (am-spiegelgasse.de; mapcarta.com).


Symbolik und kulturelle Bedeutung

Stolpersteine personalisieren das Gedenken an den Holocaust, indem sie Gedenkstätten an den exakten Orten platzieren, an denen die Opfer lebten oder arbeiteten. Der Akt des „Stolperns“ über diese Steine ist sowohl wörtlich als auch metaphorisch gemeint und ruft zu unerwarteter Reflexion und Anerkennung individueller Geschichten inmitten des Alltags auf (germany.info).

Dieser dezentrale Ansatz verwandelt gesichtslose Statistiken in greifbare Biografien. Die Anwesenheit mehrerer Steine in einer Straße führt oft zu Fragen nach der Komplizenschaft oder dem Schweigen der Nachbarn und fordert Gemeinschaften heraus, sich ihrer eigenen Geschichte zu stellen (fabriziomusacchio.com).

Stolpersteine dienen auch als Bildungswerkzeuge. Lokale Schulen und Organisationen entwickeln digitale Apps und Ressourcen, um Besuchern zu helfen, Steine zu finden und die Personen zu würdigen, denen sie Ehre erweisen, und machen so Geschichte für alle Altersgruppen zugänglich und bedeutsam (wiesbaden-lebt.de; App "Stolperstein Guide").


Besucherinformationen: Öffnungszeiten, Tickets und Barrierefreiheit

Standort: Der Stolperstein für Paula Lubasch befindet sich in der Karlstraße 39 in Wiesbaden, im Stadtteil Dichterviertel. Nutzen Sie die App "Stolperstein Guide", um exakte Koordinaten und zusätzlichen Kontext zu finden.

Öffnungszeiten: Stolpersteine sind in öffentlichen Bürgersteigen installiert und können jederzeit, 24/7, besucht werden. Es fallen keine Eintrittsgebühren oder Ticketanforderungen an.

Barrierefreiheit: Der Standort ist für Rollstuhlfahrer zugänglich, da der Stolperstein in den Bürgersteig eingelassen ist. Besucher sollten aufgrund des nahe gelegenen Fußgänger- und Fahrzeugverkehrs vorsichtig sein.

Verhaltensregeln für Besucher:

  • Verweilen Sie, lesen Sie die Inschrift und reflektieren Sie respektvoll.
  • Vermeiden Sie es, wenn möglich, direkt auf den Stein zu treten.
  • Es ist üblich, kleine Steine, Blumen oder Kerzen als Zeichen des Respekts zu hinterlassen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe: Kombinieren Sie Ihren Besuch mit Stopps an der Gedenkstätte am Michelsberg, dem Jüdischen Museum oder anderen historischen Stätten im Zentrum von Wiesbaden.

Reisetipps:

  • Tragen Sie bequeme Schuhe.
  • Nutzen Sie digitale Karten oder die Stolperstein-App zur Navigation.
  • Besuche am frühen Morgen oder späten Nachmittag bieten eine ruhigere Erfahrung.

Gemeinschaftliche Beteiligung und Installationsprozess

Jede Stolperstein-Installation ist eine gemeinschaftliche Anstrengung. Lokale Historiker, Organisationen und manchmal auch Verwandte führen die notwendige Forschung durch, während Personen oder Gruppen die Steine über eine „Patenschaft“ sponsern, die in Wiesbaden 120 Euro kostet (am-spiegelgasse.de). Der Künstler Gunter Demnig graviert jede Tafel persönlich, was den Fokus des Projekts auf individuelle Erinnerung unterstreicht (fabriziomusacchio.com).

Zeremonien zur Markierung neuer Installationen werden von Anwohnern, Studenten und manchmal Nachkommen besucht, was den gemeinschaftlichen Aspekt der Erinnerung verstärkt.

Ehrenamtliche pflegen die Stolpersteine – insbesondere rund um den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar) und die Kristallnacht (9. November) – durch Reinigung und Politur der Messingtafeln (Prague Views).


Kontroversen und laufende Debatten

Obwohl das Stolperstein-Projekt weit verbreitet ist, ist es nicht ohne Kritik. Einige jüdische Gruppen und Einzelpersonen argumentieren, dass das Platzieren von Gedenkstätten unter den Füßen respektlos gegenüber den Opfern sei (Folklife Magazine). Städte wie München haben aus diesem Grund Stolpersteine auf Privatgrundstücke beschränkt. Die Befürworter des Projekts, darunter Gunter Demnig, argumentieren jedoch, dass die Absicht sei, die Opfer zu ehren, indem die Erinnerung in den Alltag integriert wird.

In Wiesbaden werden die Stolpersteine als wirksame Instrumente der Bildung und Erinnerung geschätzt und unterstreichen das Engagement der Stadt, sich ihrer Vergangenheit zu stellen.


Häufig gestellte Fragen (FAQs)

F: Wo genau befindet sich der Stolperstein für Paula Lubasch? A: Er befindet sich in der Karlstraße 39, Wiesbaden. Details sind über die App "Stolperstein Guide" erhältlich.

F: Gibt es Tickets oder Eintrittspreise? A: Nein, der Stolperstein befindet sich im öffentlichen Raum und ist jederzeit frei zugänglich.

F: Ist der Standort für Rollstuhlfahrer zugänglich? A: Ja, der Stein ist in den Bürgersteig eingelassen und für Rollstuhlfahrer zugänglich.

F: Gibt es geführte Touren? A: Der Aktive Museum Spiegelgasse bietet gelegentlich geführte Stolperstein-Touren an. Überprüfen Sie deren Website für Details.

F: Darf ich Fotos machen? A: Ja, Fotografieren ist gestattet. Bitte verhalten Sie sich respektvoll und erwägen Sie, Informationen über Paula Lubasch und das Stolperstein-Projekt zu teilen, wenn Sie posten.


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