Ursprünge und Zweck des Stolperstein-Projekts
Das Projekt der Stolpersteine wurde in den 1990er Jahren von Gunter Demnig ins Leben gerufen, um eine dezentrale, persönliche Form des Gedenkens zu etablieren. Der erste Stein wurde 1996 in Köln verlegt, am Jahrestag von Himmlers Auschwitz-Erlass, was die Basis des Projekts als Basisbewegung und Aktivismus unterstreicht. Jeder 10 x 10 cm große Messingstein ist handgraviert mit den Daten eines Opfers: Name, Geburtsjahr, Schicksal und, falls bekannt, Todesdatum und -ort. Die Steine werden bündig in den Gehweg eingelassen, meist vor der letzten frei gewählten Wohnstätte oder dem Arbeitsplatz, wodurch Erinnerung in das tägliche Stadtleben integriert wird und Passanten buchstäblich über Geschichte stolpern können. Die Philosophie des Projekts zielt darauf ab, die oft abstrakten Statistiken zu durchbrechen und zur Reflexion über individuelle Geschichten anzuregen, was ein Gefühl gemeinschaftlicher Verantwortung schafft, die Opfer zu ehren und sich an sie zu erinnern.
Opfer der Stolpersteine
Während die Mehrheit der Stolpersteine jüdische Opfer ehrt, gedenkt das Projekt auch Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Gegner, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und andere Gruppen, die vom NS-Regime verfolgt wurden. Die Steine werden von Einzelpersonen, Familien, Schulen und Organisationen gesponsert – oft nach umfangreicher Recherche und Beteiligung der Gemeinschaft – und verbinden Vergangenheit und Gegenwart durch Bildungs- und Gedenkaktivitäten.
Stolpersteine in Wiesbaden: Orte & Bedeutung
Wiesbaden beherbergt über 620 Stolpersteine und ist damit eine der führenden Städte Deutschlands in dieser Form der Erinnerungskultur. Jeder Stein markiert einen Ort persönlicher Geschichte und Verlust, wie der Stolperstein in der Webergasse 46 für Max Kassel oder die Steine, die Mitgliedern der Wiesbadener jüdischen Gemeinde und anderen verfolgten Gruppen gewidmet sind.
Klärung: Maximilian Nussbaum
Zum Zeitpunkt Juni 2025 gibt es in Wiesbaden oder anderswo keinen Stolperstein, der einer Person namens Maximilian Nussbaum gewidmet ist. Mögliche Verwirrung könnte durch ähnlich klingende Namen von Opfern oder gegenwärtige Personen entstehen. Die praktischen Hinweise in diesem Leitfaden gelten für alle Stolpersteine in Wiesbaden, unabhängig vom individuellen Namen.
Planung deines Besuchs: Öffnungszeiten, Zugang und Etikette
Besuchszeiten & Eintrittspreise
Stolpersteine sind in öffentliche Gehwege eingelassen und sind das ganze Jahr über, 24 Stunden am Tag, kostenlos zugänglich. Es sind keine Tickets oder Eintrittsgelder erforderlich. Für eine optimale Sicht und um in Ruhe nachdenken zu können, empfiehlt es sich, die Steine bei Tageslicht zu besuchen. Frühe Morgenstunden oder späte Nachmittage sind tendenziell ruhiger, besonders in Wohngegenden.
So findest du Stolpersteine in Wiesbaden
- Apps und Online-Karten Lade die Stolpersteine Wiesbaden App herunter oder nutze den Stolpersteine Guide für interaktive Karten und Biografien.
- Gedruckte Broschüren und Karten Erhalte diese bei Tourist-Informationen oder im Aktives Museum Spiegelgasse.
Anfahrt & Barrierefreiheit
Die meisten Stolpersteine sind in zentralen Stadtteilen konzentriert und leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß erreichbar. Wiesbadener Gehwege sind generell gut zugänglich, wobei ältere Straßen jedoch unebene Oberflächen aufweisen können. Rollstuhlfahrer sollten ihre Routen im Voraus prüfen und können Unterstützung von den lokalen Tourismusdiensten erhalten.
Besucher-Etikette
- Respektvolles Verhalten Verweile, um die Inschriften zu lesen, vermeide es, direkt auf den Steinen zu gehen, und halte dich an ruhige Reflexion.
- Fotografie Ist erlaubt, aber bitte diskret und unter Beachtung der Privatsphäre der Anwohner.
- Reinigungsrituale Die Teilnahme an der Reinigung der Stolpersteine mit einem weichen Tuch, besonders an Gedenktagen, ist eine bedeutsame Tradition.
- Hinterlasse keine Spuren Vermeide es, Objekte abzulegen, die die Steine beschädigen oder verdecken könnten.
Führungen, Gemeinschaftsveranstaltungen und Bildungsressourcen
Führungen
Die Tourismusinformation Wiesbaden und lokale Museen bieten regelmäßig geführte Stolperstein-Touren an, die von sachkundigen Historikern geleitet werden. Diese Touren bieten Kontext und persönliche Geschichten, die das Erlebnis vertiefen. Eine Vorabreservierung wird empfohlen, besonders während Gedenkveranstaltungen oder in der Hochsaison.
Gemeinschaftliches Engagement
Organisationen wie „Wiesbaden Engagiert!“ und das Aktive Museum Spiegelgasse veranstalten Events, Reinigungstage und Zeremonien, zu denen die Öffentlichkeit eingeladen ist. Öffentliche Installationen beinhalten oft Biografie-Lesungen und Schweigeminuten.
Bildungsinitiativen
Schulen und Gemeindegruppen nutzen Stolpersteine als Bildungswerkzeuge, indem sie Forschungsarbeiten durchführen und an Zeremonien teilnehmen. Museen und akademische Einrichtungen bieten Ausstellungen, Vorträge und öffentliche Diskussionen im Zusammenhang mit den Gedenkstätten an.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind Stolpersteine? Kleine Messingplaketten, die in Gehwege eingelassen sind und Personen ehren, die vom NS-Regime verfolgt wurden.
Benötige ich Eintrittskarten? Nein. Stolpersteine sind frei zugänglich in öffentlichen Räumen rund um die Uhr.
Gibt es geführte Touren? Ja. Informiere dich bei der Tourismusinformation Wiesbaden oder lokalen Museen über Zeitpläne und Eintrittspreise.
Wie finde ich spezifische Stolpersteine? Nutze digitale Werkzeuge wie die Stolpersteine Wiesbaden App oder gedruckte Karten von Museen.
Gibt es Stolpersteine für Maximilian Nussbaum? Nein. Derzeit gibt es in Wiesbaden oder anderswo keinen Stolperstein für Maximilian Nussbaum.