Einleitung
Der Stolperstein für Manfred Sulzberger in Wiesbaden bietet eine bewegende und aufschlussreiche Begegnung mit der Erinnerung an Holocaust-Opfer und dem breiteren Kontext jüdischen Lebens und Leidens unter dem Nationalsozialismus. Stolpersteine sind kleine Messingtafeln, die in Gehwege vor den letzten frei gewählten Wohnstätten von Opfern eingelassen werden und als dezentrale, individualisierte Gedenkstätten dienen. Dieses von dem deutschen Künstler Gunter Demnig in den 1990er Jahren initiierte Projekt ist zum größten Gedenkmahll seiner Art weltweit geworden, mit über 100.000 Steinen in mehr als 1.200 Städten Europas – darunter 784 in Wiesbaden (World Heritage USA; Wikipedia).
Der Stolperstein für Manfred Sulzberger ehrt nicht nur ein einzelnes, im Holocaust verloren gegangenes Leben, sondern symbolisiert auch Wiesbadens Engagement für Erinnerung und Bildung. Sulzbergers Geschichte ist mit der einst florierenden jüdischen Gemeinde Wiesbadens und den verheerenden Folgen der nationalsozialistischen Verfolgung verwoben. Das Mahnmal an der letzten Wohnstätte ist jederzeit ohne Eintrittsgebühren zugänglich und befindet sich in einem Wohnviertel, das gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Besucher, die ihre Erfahrung vertiefen möchten, können von Führungen des Aktiven Museums Spiegelgasse profitieren oder digitale Ressourcen wie die Stolpersteine Wiesbaden App für Karten und Biografien nutzen (am-spiegelgasse.de; Wiesbaden Tourismus).
Dieser Leitfaden wird Sie mit praktischen Details zur Barrierefreiheit, nahegelegenen historischen Stätten, respektvollen Begegnung und dem breiteren historischen Kontext ausstatten. Ob Sie Anwohner, Geschichtsinteressierter oder Tourist sind, Sie sind eingeladen, die Erinnerung an Manfred Sulzberger und unzählige andere, die durch diese beständigen Steine geehrt werden, zu reflektieren, zu lernen und zu ehren.
- Historischer Hintergrund des Stolperstein-Projekts
- Ursprünge und Zweck
- Wachstum und Umfang
- Wiesbadener Stolpersteine: Lokale Umsetzung und bürgerschaftliches Engagement
- Gedenk- und Bildungsbedeutung
- Praktischer Besucherleitfaden
- Standort, Barrierefreiheit und Anfahrt
- Besuchszeiten und Eintritt
- Geführte Touren und digitale Ressourcen
- Etikette vor Ort
- Nahegelegene historische Stätten und Veranstaltungen
- Manfred Sulzberger: Biografie und Kontext
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Zusammenfassung und Besuchertipps
- Quellen
Fotogalerie
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Historischer Hintergrund des Stolperstein-Projekts
Ursprünge und Zweck
Das Stolperstein-Projekt wurde in den 1990er Jahren von dem deutschen Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Ziel ist es, individuelle Opfer des Nationalsozialismus – darunter Juden, Roma, Sinti, politische Häftlinge, Menschen mit Behinderungen, LGBTQ+-Personen und andere – zu ehren, indem kleine, handgravierte Messingplatten in öffentliche Gehwege an ihren letzten frei gewählten Adressen eingelassen werden. Jede Platte trägt den Namen des Opfers, sein Geburtsdatum, sein Schicksal und, soweit bekannt, den Ort und das Datum seines Todes (World Heritage USA).
Das Projekt basiert auf dem talmudischen Sprichwort: „Ein Mensch ist nur vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Indem Namen und Geschichten wieder in den öffentlichen Raum gebracht werden, fordern Stolpersteine die Auslöschung und Entmenschlichung heraus, die mit dem Holocaust einhergingen (Traces of War).
Wachstum und Umfang
Seit seiner Gründung ist das Stolperstein-Projekt zum größten dezentralen Mahnmal der Welt angewachsen, mit über 100.000 verlegten Steinen in mehr als 1.200 Städten in Europa und darüber hinaus. Bis 2025 gibt es in Wiesbaden 784 Stolpersteine an 427 Standorten (Wikipedia). Bürger, Schulen und Organisationen recherchieren die Biografien der Opfer, sponsern Steine (ca. 120 Euro pro Stein) und nehmen an Installationszeremonien teil, die oft von Demnig selbst geleitet werden (World Heritage USA).
Wiesbadener Stolpersteine: Lokale Umsetzung und bürgerschaftliches Engagement
Die Wiesbadener Stolperstein-Initiative begann im Jahr 2008, koordiniert vom Aktiven Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Zusammenarbeit mit Gunter Demnig. Lokale Patenschaften („Stolpersteinpatenschaften“) ermöglichen es Bürgern, die Erinnerung an Opfer, die mit bestimmten Adressen oder Familien verbunden sind, zu unterstützen (Wikipedia). Das Projekt wird von Stadtbehörden unterstützt und fördert ein Gefühl gemeinsamer Verantwortung für die Erinnerung.
Gelegentlich sind Kontroversen aufgetreten, wie z. B. Debatten über die auf den Tafeln verwendete Sprache – ob ursprüngliche Begriffe aus der NS-Zeit beibehalten oder sensiblere Formulierungen verwendet werden sollen. Diese Diskussionen verdeutlichen die fortlaufende Aushandlung zwischen historischer Genauigkeit und respektvoller Gedenkkultur.
Gedenk- und Bildungsbedeutung
Stolpersteine sind in den Alltag integriert und laden Passanten ein, auf Erinnerungen zu „stolpern“ – sowohl physisch als auch emotional. Jeder Stein ist einem Individuum gewidmet, was die Idee verstärkt, dass jede Geschichte zählt. Schulen und Jugendgruppen beteiligen sich häufig an der Recherche und Installation, was einen Dialog zwischen den Generationen über Geschichte fördert (World Heritage USA). Der Erfolg des Projekts hat ähnliche Initiativen international inspiriert.
Praktischer Besucherleitfaden
Standort, Barrierefreiheit und Anfahrt
Der Stolperstein für Manfred Sulzberger befindet sich in Wiesbaden, vor der letzten frei gewählten Wohnstätte der Familie Sulzberger. Die genaue Adresse finden Sie über die Datenbank des Aktiven Museums Spiegelgasse oder die Stolpersteine Wiesbaden App.
Anfahrt:
- Öffentliche Verkehrsmittel: Das Mahnmal ist gut mit dem Bus oder zu Fuß vom Zentrum Wiesbadens aus erreichbar. Die nächste Haltestelle ist „Dern’sches Gelände“.
- Auto: Parkplätze sind vorhanden, aber begrenzt. Öffentliche Verkehrsmittel werden empfohlen.
- Touristeninformation: Für detaillierte Wegbeschreibungen und zusätzliche Ressourcen besuchen Sie das Wiesbaden Tourist Information Center am Marktplatz 1.
Besuchszeiten und Eintritt
- Öffnungszeiten: Stolpersteine sind im Freien und jederzeit zugänglich.
- Eintritt: Kostenlos, keine Tickets erforderlich.
Geführte Touren und digitale Ressourcen
- Geführte Touren: Das Aktive Museum Spiegelgasse bietet regelmäßige Führungen zur jüdischen Geschichte und zu Stolperstein-Standorten an. Eine Vorabbuchung wird empfohlen (am-spiegelgasse.de).
- Digitale Werkzeuge: Die Stolpersteine Wiesbaden App bietet Karten und Biografien für selbst geführte Spaziergänge.
- Touristeninformation: Das Personal kann lokale Historiker für private oder Gruppenführungen empfehlen.
Etikette vor Ort
- Respektvolles Verhalten: Halten Sie eine ruhige Haltung bei und blockieren Sie keine Hauseingänge.
- Fotografie: Diskretion ist erwünscht. Respektieren Sie die Privatsphäre der Anwohner.
- Gedenkgesten: Das Ablegen kleiner Steine als Zeichen des Gedenkens ist üblich und wird geschätzt, solange es die Tafel nicht blockiert.
Barrierefreiheit
- Physischer Zugang: Stolpersteine sind auf Bodenniveau installiert und in der Regel für Rollstuhlfahrer zugänglich. Einige Gehwege können unebene Oberflächen aufweisen – planen Sie dies entsprechend.
- Zusätzliche Unterstützung: Für Besucher mit besonderen Bedürfnissen bietet das Tourist Information Center barrierefreie Dienstleistungen und Unterstützung.
Nahegelegene historische Stätten und Veranstaltungen
Erweitern Sie Ihren Besuch durch Erkundung von:
- Aktives Museum Spiegelgasse: Bietet Ausstellungen und Ressourcen zur jüdischen Geschichte.
- Gedenkstätte Michelsberg: Ehrt über 1.500 ermordete Wiesbadener Juden.
- Stadtschloss, Kurhaus und Jüdisches Museum Wiesbaden: Bieten weitere Einblicke in lokale Kultur und Geschichte.
- Gedenkveranstaltungen: Wiesbaden veranstaltet öffentliche Zeremonien am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) und während der Stolperstein-Installationen.
Manfred Sulzberger: Biografie und Kontext
Manfred Sulzberger wurde in eine jüdische Familie in Wiesbaden geboren und lebte dort bis zu seiner Deportation. Die Familie Sulzberger war Teil einer lebendigen jüdischen Gemeinde von über 2.700 Mitgliedern in den 1920er Jahren, die tief in die lokale Gesellschaft integriert war. Nach dem Aufstieg der Nationalsozialisten im Jahr 1933 erlebte die Familie zunehmende Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung, die schließlich zu ihrer Deportation und Ermordung während des Holocaust führte.
Der Stolperstein für Manfred Sulzberger, zusammen mit Steinen für andere Familienmitglieder, verankert ihre Geschichte im kollektiven Gedächtnis der Stadt. Die Verlegungszeremonien, oft in Anwesenheit von Verwandten und Gemeindemitgliedern, sind emotional bedeutsame Momente, die persönliche Geschichten wiederbeleben und zur Reflexion anregen. Informationen über die Familie Sulzberger sind über das Aktive Museum Spiegelgasse, lokale Bibliotheken und Museen zugänglich (am-spiegelgasse.de).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wo befindet sich der Stolperstein für Manfred Sulzberger? Der Stein befindet sich am letzten frei gewählten Wohnort der Familie in Wiesbaden. Konsultieren Sie die Datenbank des Aktiven Museums Spiegelgasse für die genaue Adresse.
Sind Stolpersteine frei zu besuchen? Ja, sie sind öffentliche Denkmäler, die jederzeit frei zugänglich sind.
Sind Führungen verfügbar? Ja. Regelmäßige Führungen werden vom Aktiven Museum Spiegelgasse angeboten. Prüfen Sie deren Website für die Fahrpläne.
Ist der Standort rollstuhlgerecht? Im Allgemeinen ja, da Stolpersteine auf Bodenniveau liegen. Einige Gehwege können unebene Stellen aufweisen.
Darf ich Fotos machen? Fotografie ist erlaubt. Seien Sie höflich gegenüber den Anwohnern und blockieren Sie keine Wege.
Wie kann ich das Stolperstein-Projekt unterstützen? Sie können einen Stein sponsern (ca. 120 Euro) oder über die Stolpersteine-Website spenden.
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