Einleitung
Der Besuch des Stolpersteins für Judith Friedmann in Wiesbaden, Deutschland, bietet eine tiefgreifende Gelegenheit, sich mit der lebendigen Erinnerung der Stadt an den Holocaust auseinanderzusetzen. Das Stolpersteine-Projekt, konzipiert vom Künstler Gunter Demnig, ist die weltweit größte dezentrale Gedenkinitiative. Es erinnert an Menschen, die vom NS-Regime verfolgt wurden, indem kleine Messing-Kopfsteinpflastersteine in die städtische Landschaft eingelassen werden (stolpersteine.eu). In Wiesbaden erinnern über 780 solcher Steine, darunter einer für Judith Friedmann, an eine einst blühende jüdische Gemeinde und die verheerenden Auswirkungen des Holocaust (am-spiegelgasse.de). Dieser Leitfaden bietet detaillierten historischen Kontext, Besuchsinformationen, Reisetipps und Ressourcen, um sicherzustellen, dass Ihr Erlebnis respektvoll, informativ und bedeutungsvoll ist.
- Ursprünge und Bedeutung des Stolpersteine-Projekts
- Stolpersteine in Wiesbaden: Geschichte und bürgerschaftliches Engagement
- Der Stolperstein für Judith Friedmann: Geschichte und Gedenken
- Praktische Besucherinformationen
- Auseinandersetzung mit der Erinnerung: Machen Sie Ihren Besuch bedeutungsvoll
- Zusätzliche Ressourcen und interaktive Elemente
- FAQ: Planung Ihres Besuchs
- Schlussfolgerung und Empfehlungen
- Referenzen und weiterführende Lektüre
Fotogalerie
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Ursprünge und Bedeutung des Stolpersteine-Projekts
Das Stolpersteine-Projekt wurde 1992 von Gunter Demnig ins Leben gerufen und integriert Erinnerung in das tägliche Leben, indem es Bürgersteige vor den letzten frei gewählten Wohnorten von Opfern mit 10 x 10 cm großen Messing-Plastiksteinen kennzeichnet, auf denen ihre Namen, Geburtsdaten, ihr Schicksal und, wenn bekannt, Todesdetails eingraviert sind (stolpersteine.eu). Diese Initiative begann mit der Ehrung von Sinti- und Roma-Opfern in Köln und wurde auf die Ehrung von Juden, politischen Gefangenen, LGBTQ+-Personen, Menschen mit Behinderungen und anderen vom NS-Regime Verfolgten ausgeweitet. Die Philosophie des Projekts beruht auf der talmudischen Lehre: „Ein Mensch wird nur vergessen, wenn sein Name vergessen wird.“ Dies stellt sicher, dass die Erinnerung in das städtische Gefüge eingewoben ist (BBC Travel).
Bis 2024 wurden über 116.000 Stolpersteine in mehr als 1.860 Kommunen in 31 europäischen Ländern installiert (stolpersteine.eu).
Stolpersteine in Wiesbaden: Geschichte und bürgerschaftliches Engagement
Wiesbadens Teilnahme am Stolpersteine-Projekt begann 2005, koordiniert vom Aktiven Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte e. V., mit Unterstützung lokaler Schulen, Gemeindegruppen und der Stadtverwaltung (am-spiegelgasse.de). Im Dezember 2024 wurden 784 Stolpersteine an 427 Adressen installiert, die jüdische Einwohner und andere verfolgte Gruppen ehren (de.wikipedia.org). Installierungsfeiern bringen oft lokale Bewohner, Nachkommen, Studenten und Stadtvertreter zusammen und fördern den Dialog und das kollektive Gedenken. Laufende Wartungs- und Forschungsarbeiten sind gemeindebetrieben, wobei Freiwillige regelmäßig Steine reinigen und Schulen an biografischen Projekten teilnehmen (wiesbaden-lebt.de).
Der Stolperstein für Judith Friedmann: Geschichte und Gedenken
Judith Friedmann wurde 1940 geboren und lebte mit ihrer Familie in der Herderstraße 11 in Wiesbaden. 1942 wurden Judith zusammen mit ihren Eltern (Abraham Adolf und Hilde Friedmann) und ihren Schwestern (Beatrix und Edith) in das Vernichtungslager Sobibor deportiert, wo sie ermordet wurden (TracesOfWar.nl). Der Stolperstein in der Herderstraße 11 markiert ihren letzten freiwilligen Wohnsitz und bringt ihre persönliche Geschichte zurück auf die Straßen von Wiesbaden (am-spiegelgasse.de).
Der Stein ist Teil der Bemühungen der Stadt, die mehr als 1.500 in Wiesbaden getöteten Juden während des Holocaust zu ehren und die Tragödie greifbar und individuell zu machen.
Praktische Besucherinformationen
Standort, Besuchszeiten und Zugänglichkeit
- Adresse: Herderstraße 11, 65185 Wiesbaden, Deutschland Koordinaten: 50.073537 N, 8.235712 E (TracesOfWar.nl)
- Zugang: Der Stolperstein befindet sich in einem zentralen Stadtviertel, etwa 10–15 Gehminuten vom Wiesbadener Hauptbahnhof entfernt.
- Besuchszeiten: Das Denkmal ist Teil des öffentlichen Bürgersteigs und rund um die Uhr zugänglich. Es gibt keine formalen Öffnungszeiten oder Zugangsbeschränkungen.
- Zugänglichkeit: Der Standort ist rollstuhlgerecht, wobei Vorsicht geboten ist, da die Messingoberfläche bei nassem Wetter rutschig sein kann.
Tickets, Führungen und Etikette
- Eintritt: Kostenlos, keine Tickets erforderlich.
- Führungen: Lokale Organisationen bieten geführte Stolperstein-Touren an, insbesondere zum Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und zur Reichspogromnacht (9. November), die tieferen historischen Kontext bieten (am-spiegelgasse.de).
- Etikette: Nähern Sie sich dem Stein mit Respekt. Viele Besucher halten inne, um die Inschrift zu lesen, Blumen oder kleine Steine (eine jüdische Tradition) niederzulegen und still zu reflektieren. Fotografie ist gestattet, sollte aber diskret und respektvoll gegenüber den Anwohnern erfolgen.
Reisetipps und Sehenswürdigkeiten in der Nähe
- Navigation: Nutzen Sie GPS oder digitale Karten für den genauen Standort; konsultieren Sie digitale Stolperstein-Guides, um kuratierte Routen und biografische Details zu erhalten.
- Sehenswürdigkeiten in der Nähe:
- Jüdisches Museum derHesse
- Gedenkstätte am Michelsberg (Holocaust-Mahnmal)
- Wiesbadener Rathaus
- Nerobergbahn-Seilbahn und Nerobergpark
- Einrichtungen: Cafés und Restaurants in der Nähe bieten Möglichkeiten zur weiteren Besinnung oder Diskussion nach Ihrem Besuch.
Auseinandersetzung mit der Erinnerung: Machen Sie Ihren Besuch bedeutungsvoll
- Innehalten und Reflektieren: Nehmen Sie sich die Zeit, den Namen und die Geschichte von Judith Friedmann zu lesen. Sie war zum Zeitpunkt ihres Mordes nur zwei Jahre alt – eine deutliche Mahnung an die persönlichen Tragödien des Holocaust.
- Erfahren Sie mehr: Das Aktive Museum Spiegelgasse veröffentlicht Biografien und Forschungsergebnisse zu den Holocaust-Opfern Wiesbadens (am-spiegelgasse.de). Das Find a Grave Memorial bietet weitere Informationen.
- Teilnehmen: Besuchen Sie Installationsfeiern oder Instandhaltungsveranstaltungen. Die Beteiligung der Gemeinschaft ist erwünscht und unerlässlich, um die Erinnerung lebendig zu halten.
- Unterstützen: Spenden und Sponsoring helfen bei der Finanzierung neuer Stolpersteine. Einzelpersonen oder Gruppen können einen Stein für 120 € sponsern.
Zusätzliche Ressourcen und interaktive Elemente
- Visuelles:
Alternativtext: Messing-Stolperstein, eingelassen in den Gehweg für Judith Friedmann, Herderstraße 11, Wiesbaden. - Interaktive Karte: Interaktive Karte der Stolpersteine in Wiesbaden
- Offizielle Stadtinformationen: Veranstaltungskalender Wiesbaden.de
FAQ: Planung Ihres Besuchs
F: Benötige ich ein Ticket, um den Stolperstein für Judith Friedmann zu besuchen? A: Nein, das Denkmal ist kostenlos und jederzeit für die Öffentlichkeit zugänglich.
F: Wie finde ich andere Stolpersteine in Wiesbaden? A: Nutzen Sie die offizielle Stolpersteine-Datenbank oder lokale Guides für detaillierte Standorte.
F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, lokale Organisationen und Museen bieten geführte Spaziergänge an, die sich auf Wiesbadener Stolpersteine und die jüdische Geschichte konzentrieren.
F: Ist die Stätte mit Rollstühlen zugänglich? A: Ja, der Stolperstein ist ebenerdig im Bürgersteig eingelassen.
F: Können Besucher an Gedenkaktivitäten teilnehmen? A: Absolut. Wartungstage und Installationsfeiern sind für alle interessierten Besucher offen.
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