Stolperstein Für Hedwig Strauss Geb. Rödelheimer

Wiesbaden, Germany

Stolperstein Für Hedwig Strauss Geb. Rödelheimer

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Einleitung

Der Stolperstein für Hedwig Strauss (geb. Rödelheimer) in Wiesbaden bietet eine tiefgründige und persönliche Verbindung zum jüdischen Erbe der Stadt und zur tragischen Geschichte des Holocaust. Als Teil des Stolpersteine-Projekts des Künstlers Gunter Demnig lädt diese kleine Messingplakette im Bürgersteig der Bahnhofstraße 46 zur Reflexion, Erinnerung und zum Dialog ein und verwandelt alltägliche öffentliche Räume in lebendige Gedenkstätten. Dieser umfassende Leitfaden beschreibt die Geschichte, den Standort, Informationen für Besucher, die kulturelle Bedeutung und die umliegenden Sehenswürdigkeiten im Zusammenhang mit dem Stolperstein für Hedwig Strauss.


Das Stolperstein-Projekt: Ursprünge, Ausweitung und Konzept

Das 1992 von Gunter Demnig initiierte Stolpersteine-Projekt ist das größte dezentrale Holocaust-Mahnmal der Welt. Jeder Stolperstein ist ein 10 x 10 cm großer, messingbeschichteter Betonwürfel, der mit dem Namen und Schicksal eines Opfers des Nationalsozialismus graviert ist und an dessen letztem frei gewählten Wohn- oder Arbeitsort installiert wird. Bis 2024 wurden über 116.000 Steine in 31 europäischen Ländern verlegt, wodurch die Erinnerung in das städtische Umfeld und das tägliche Leben integriert wird (Stolpersteine Project; Stolpersteine Facts and Figures).

Die Talmud-Inspiration des Projekts – „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ – betont die Wiederherstellung der individuellen Identität und Würde jedes Opfers (Stolpersteine Art Memorial). Die kollaborative und dezentrale Natur des Projekts ermutigt lokale Gemeinschaften, Schulen und Familien zur Teilnahme an Forschungs-, Sponsoring- und Einweihungszeremonien und fördert so den intergenerationellen Dialog und die fortlaufende Erinnerung.


Stolpersteine in Wiesbaden: Lokale Geschichte und Gemeinschaftswirkung

Wiesbadener Stolperstein-Netzwerk

Wiesbaden nimmt seit 2005 aktiv am Stolperstein-Projekt teil, wobei im Oktober 2024 über 780 Steine an 427 Standorten verlegt wurden. Das Aktive Museum Spiegelgasse und lokale Organisationen koordinieren Forschung, Verlegung und Instandhaltung, mit starker Unterstützung von Schulen und der Stadtverwaltung (Spiegelgasse Stolpersteine; Stolpersteinliste Wiesbaden, Oktober 2024).

Stolpersteine in Wiesbaden verwandeln die Stadtlandschaft in ein Mosaik der Erinnerung. Lokale Bildungseinrichtungen, wie Schulprojekte und eine spezielle Stolpersteine-App, helfen dabei, diese Denkmäler für Bewohner und Besucher zu personalisieren und zu kontextualisieren (wiesbaden-lebt.de).

Der Stolperstein für Hedwig Strauss

Hedwig Strauss, geboren 1879 in Wüstensachsen, zog Anfang der 1880er Jahre mit ihrer Familie nach Wiesbaden. Sie heiratete 1900 Sebald Strauss, und die Familie siedelte sich nach einer Zeit in Geisenheim in der Bahnhofstraße 46 in Wiesbaden an. Der Aufstieg des Nazi-Regimes brachte Verfolgung und Tragödie: Ihr Haus wurde 1940 zu einem "Judenhaus" und die Familie schließlich nach Theresienstadt deportiert, wo Hedwig 1942 ermordet wurde (moebus-flick.de).

Ihr Stolperstein vor der Bahnhofstraße 46 stellt ihren Namen und ihre Geschichte wieder ins öffentliche Bewusstsein und symbolisiert das breitere Schicksal der Wiesbadener jüdischen Gemeinde.


Besuch des Stolpersteins: Standort, Öffnungszeiten und praktische Informationen

Standort und Erreichbarkeit

  • Adresse: Bahnhofstraße 46, 65185 Wiesbaden, Deutschland
  • Koordinaten: 50.075244, 8.242852 (TracesOfWar.com)
  • Anfahrt: 10 Gehminuten vom Wiesbadener Hauptbahnhof entfernt; gut angebunden durch lokale Busse (ESWE Verkehr). Öffentliche Parkhäuser sind in der Nähe verfügbar.

Der Stolperstein ist auf Straßenniveau direkt vor dem Gebäude eingelassen und somit für Fußgänger und Besucher mit Hilfsmitteln uneingeschränkt zugänglich.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

  • Stolperstein: Jederzeit zugänglich. Kein Eintrittspreis oder Ticket erforderlich.
  • Nahegelegene Museen:
    • Aktives Museum Spiegelgasse: Dienstag–Sonntag, 10:00–17:00 Uhr (freier Eintritt)
    • Stadtmuseum am Markt (sam): Dienstag–Sonntag, 10:00–18:00 Uhr (Eintrittspreis fällt an)

Empfohlene Besuchszeiten

Tageslichtstunden bieten die beste Sichtbarkeit zum Lesen und Fotografieren. Früh morgens und am späten Nachmittag ist es in der Regel ruhiger für persönliche Besinnung.


Was man erwarten kann und Verhaltenskodex für Besucher

  • Der Stolperstein ist eine kleine, quadratische Messingplakette, die bündig im Bürgersteig verlegt ist. Die Inskription enthält den Namen, das Geburtsjahr und das Schicksal von Hedwig Strauss.
  • Es gibt kein Personal oder Informationstafeln; das Denkmal ist für spontane Entdeckung und stille Kontemplation konzipiert.
  • Besucher verweilen oft, um die Inschrift zu lesen, einen kleinen Stein oder eine Blume abzulegen und zu reflektieren.
  • Obwohl der Künstler sagte, dass das Messing von Passanten poliert werden soll, ist es üblich, aus Respekt nicht direkt auf den Stein zu treten (Stolpersteine.eu).
  • Fotografieren ist erlaubt. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Anwohner und die Privatsphäre des Gebäudes.

Gemeinschaftliches Engagement und Pflege

Lokale Organisationen wie das Aktive Museum Spiegelgasse und das Wiesbadener Internationale Frauen Begegnungs- und Beratungszentrum (wif) veranstalten regelmäßig Reinigungsevents – oft rund um den Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und den Jahrestag der Reichspogromnacht (9. November) –, um die Sichtbarkeit der Steine zu erhalten (wiesbaden-lebt.de). Diese Veranstaltungen sind für Freiwillige offen und dienen als Akte der Erinnerung, die das Gemeinschaftsengagement stärken.


Kulturelle, bildungspolitische und soziale Bedeutung

Der Stolperstein für Hedwig Strauss repräsentiert mehr als nur ein einzelnes Leben; er ist ein Knotenpunkt innerhalb des größten dezentralen Denkmals Europas, der denjenigen ihre Würde zurückgibt, deren Identität ihnen durch den Holocaust geraubt wurde. Er personalisiert die Geschichte, fördert Empathie und bekräftigt das Engagement der Stadt – und des Kontinents – für Erinnerung und Menschenrechte (folklife.si.edu; germany.info).

Schulen, geführte Touren und digitale Ressourcen – einschließlich interaktiver Karten und einer speziellen App – helfen dabei, diese Geschichten zu kontextualisieren und sie für alle Generationen zugänglich und bedeutungsvoll zu machen.


Kontroversen und aktuelle Debatten

Obwohl das Stolperstein-Projekt weitgehend unterstützt wird, hat es Debatten ausgelöst, insbesondere hinsichtlich der Platzierung von Denkmälern in Bürgersteigen. Einige jüdische Gemeinden, insbesondere in München, haben dieses Format abgelehnt und bevorzugen alternative Ansätze. In Wiesbaden haben Debatten über Sprache und Koordination gelegentlich zu Verzögerungen bei neuen Verlegungen geführt, doch die Stadt unterstützt das Projekt weiterhin und baut es aus (LBI News; de.wikipedia.org).


Zusätzliche Besuchertipps und nahegelegene Attraktionen

  • Weitere Stolpersteine: Die zahlreichen Stolpersteine in Wiesbaden können über Spazierrouten oder Stadtführungen erkundet werden, die über die Tourist Information erhältlich sind (Wiesbaden Tourist Information).
  • Museen: Das Aktive Museum Spiegelgasse und das Museum Wiesbaden bieten weitere Kontexte und Ausstellungen zum jüdischen Erbe und zur Regionalgeschichte.
  • Sehenswürdigkeiten: Das Kurhaus Wiesbaden, die Heidenmauer, die Marktkirche und der Schlossplatz befinden sich alle in der Nähe und bereichern Ihren Besuch mit dem breiteren kulturellen Erbe der Stadt (GermanSights.com).
  • Barrierefreiheit: Die Bürgersteige sind im Allgemeinen in gutem Zustand, aber Besucher mit Mobilitätseinschränkungen sollten auf gelegentlich unebene Pflastersteine achten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Besuchszeiten? A: Der Stolperstein ist jederzeit zugänglich; Museen und Touristeninformationen haben ihre jeweiligen Öffnungszeiten.

F: Gibt es Eintrittspreise? A: Nein, für den Besuch des Stolpersteins ist keine Gebühr oder Ticket erforderlich; einige Museen können Eintritt verlangen.

F: Wie komme ich dorthin? A: Die Bahnhofstraße 46 ist nur einen kurzen Spaziergang vom Hauptbahnhof entfernt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

F: Sind geführte Touren verfügbar? A: Ja, über lokale Organisationen und die Tourist Information Wiesbaden.

F: Kann ich an Reinigungs- oder Gedenkveranstaltungen teilnehmen? A: Ja, erkundigen Sie sich bei lokalen Organisationen oder im Veranstaltungskalender der Stadt nach bevorstehenden Gelegenheiten.

F: Ist der Stolperstein für Rollstuhlfahrer zugänglich? A: Ja, er befindet sich auf Straßenniveau.


Wie man mehr erfährt und sich beteiligt

  • Laden Sie die Stolperstein-App herunter, um Karten, Biografien und selbstgeführte Touren zu erhalten (wiesbaden-lebt.de).
  • Erkunden Sie zusätzliche Ressourcen und Opferbiografien über das Aktive Museum Spiegelgasse (Spiegelgasse Stolpersteine).
  • Erwägen Sie, einen Stolperstein zu sponsern oder an lokalen Reinigungsveranstaltungen teilzunehmen.

Bilder und interaktive Medien

  • Hochwertige Bilder und interaktive Karten sind auf der Website des Aktiven Museums Spiegelgasse und in der Stolperstein-App verfügbar.
  • TracesOfWar.com bietet detaillierte Informationen und Fotos des Standorts.

Hören Sie die ganze Geschichte in der App

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