Einleitung
Der Stolperstein für Paula Straus in Stuttgart ist eine kraftvolle und persönliche Gedenkstätte, die Besucher mit der tragischen Geschichte des Holocaust und den individuellen Schicksalen seiner Opfer verbindet. Stolpersteine sind kleine, messingbeschichtete Gedenktafeln, die in Bürgersteige in ganz Europa eingelassen sind, um an Menschen zu erinnern, die von den Nationalsozialisten an ihrem letzten frei gewählten Wohnort verfolgt wurden. Das von dem Künstler Gunter Demnig initiierte Stolpersteinprojekt ist das weltweit größte dezentrale Denkmal mit über 100.000 Steinen in 28 Ländern im Jahr 2025 (Stolpersteine Stuttgart). Dieser Leitfaden erläutert die Geschichte des Projekts, das Erbe von Paula Straus, praktische Besucherinformationen und Tipps für einen bedeutungsvollen Besuch.
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Ursprünge und Bedeutung des Stolpersteinprojekts
Das Stolpersteinprojekt begann 1992 in Köln, als Gunter Demnig die ersten Steine als Form der Guerilla-Gedenkstätte installierte. Die Idee verbreitete sich schnell und führte zu einem riesigen Netzwerk von Gedenkstätten in ganz Europa. Jeder Stolperstein ist mit dem Namen des Opfers, seinem Geburtsjahr, seinem Schicksal und – wenn bekannt – dem Ort und Datum seines Todes eingraviert (Stuttgarter Nachrichten).
Die Philosophie der Stolpersteine konzentriert sich auf die Erinnerung im alltäglichen Leben. Indem jeder Stein an der letzten selbstgewählten Adresse eines Opfers platziert wird, verwandeln diese Denkmäler gewöhnliche städtische Räume in Gedenkstätten und stellen sicher, dass die individuellen Geschichten im öffentlichen Bewusstsein präsent bleiben. Das Motto „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ fasst das Engagement des Projekts für die individuelle Erinnerung zusammen (Stolpersteine Stuttgart).
Paula Straus: Leben, Werk und Erinnerung an den Holocaust
Paula Straus (1894–1943) war eine wegweisende deutsch-jüdische Gold- und Silberschmiedin und Pädagogin, die für ihre innovativen Designs und ihre einflussreiche Lehrtätigkeit Anerkennung fand. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt und sie hatte eine Lehrtätigkeit an der Staatlichen Schule für Kunsthandwerk in Weimar inne, die eng mit der Bauhaus-Bewegung verbunden war (Wikipedia: Paula Straus).
Mit dem Aufkommen der nationalsozialistischen Herrschaft wurde Straus von ihren Positionen entlassen und gezwungen, ihr Eigentum unter Zwang zu verkaufen. 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert und später in Auschwitz ermordet. Der Stolperstein zu ihrer Ehrung, der in der Gablenberger Hauptstraße 173 in Stuttgart verlegt wurde, markiert ihren letzten frei gewählten Wohnsitz und ist ein Zeugnis für die kulturellen und menschlichen Verluste, die durch den Holocaust verursacht wurden (Stolpersteine Stuttgart – Klara und Paula Straus).
Besuch des Paula Straus Stolpersteins: Praktische Informationen
Standort
- Adresse: Gablenberger Hauptstraße 173, 70186 Stuttgart, Deutschland
- Der Stolperstein ist in den Bürgersteig am ehemaligen Wohnort von Paula Straus und ihrer Mutter Klara Straus eingelassen. Die Nachbarschaft ist eine Wohngegend mit kleinen Geschäften und Cafés in der Nähe (Stolpersteine Stuttgart – Biografien).
Öffnungszeiten und Tickets
- Besuchszeiten: Der Stolperstein befindet sich im Freien und kann jederzeit besichtigt werden – es gibt keine offiziellen Öffnungszeiten oder Beschränkungen.
- Tickets: Es ist kein Ticket und keine Gebühr erforderlich; Besuche sind immer kostenlos.
Barrierefreiheit
- Öffentliche Verkehrsmittel:
- U-Bahn: Die nächste Haltestelle ist Ostendplatz (U4, U9), etwa 10 Gehminuten vom Standort entfernt.
- Bus: Die Buslinien 42 und 45 verkehren nach Gablenberg, ein kurzer Spaziergang entfernt.
- Auto: In der Nähe sind begrenzte Parkmöglichkeiten mit Parkraumbewirtschaftung vorhanden, aber öffentliche Verkehrsmittel werden empfohlen.
- Zu Fuß/Fahrrad: Die Gegend ist fußgängerfreundlich und mit dem Fahrrad erreichbar.
- Rollstuhlgerechtigkeit: Der Stolperstein ist auf Straßenniveau eingelassen, und der Bürgersteig ist generell eben. Geringfügige Unebenheiten können vorhanden sein, aber der Standort ist für die meisten Besucher mit eingeschränkter Mobilität zugänglich (Stolperstein-Initiative Stuttgart-Ost).
Was Sie erwarten können und Besuchs-Etikette
- Aussehen: Der Stolperstein ist ein 10 x 10 cm großer, messingbeschichteter Kopfsteinpflasterstein, der mit dem Namen von Paula Straus, ihrem Geburtsjahr, ihrer Deportation und ihrem Schicksal beschriftet ist. Der daneben liegende Stein ehrt ihre Mutter Klara.
- Atmosphäre: In einen gewöhnlichen Bürgersteig eingelassen, integriert der Stolperstein die Erinnerung in das tägliche Stadtleben.
- Respektvolles Engagement: Halten Sie inne und reflektieren Sie; viele Besucher polieren den Stein mit einem weichen Tuch, um ihn glänzend zu halten. Das Ablegen eines kleinen Steins oder einer Blume ist eine traditionelle Geste des Respekts (Stolpersteine Stuttgart – Erinnerung aufpolieren).
- Fotografie: Erlaubt, aber bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Anwohner.
Führungen, Bildungsprogramme und zusätzliche Ressourcen
- Führungen: Die Stolperstein-Initiative Stuttgart-Ost bietet geführte Spaziergänge und Bildungsveranstaltungen an. Besuchen Sie deren Website, um die Zeitpläne einzusehen.
- Stadtbroschüren: Broschüren mit Hintergrundinformationen sind erhältlich; fordern Sie diese über die Website der Initiative an.
- Digitale Ressourcen: Die Website von Stolpersteine Stuttgart bietet Biografien und historischen Kontext.
Kulturelle und bildungsbezogene Bedeutung
Der Stolperstein für Paula Straus ist nicht nur ein Denkmal für ihr tragisches Schicksal, sondern auch ein Symbol für den breiteren kulturellen Verlust, der durch den Holocaust verursacht wurde. Durch die Einbettung dieser Steine in alltägliche Umgebungen sorgt die Initiative dafür, dass die Erinnerung ein integraler Bestandteil des städtischen Lebens bleibt und fördert die fortlaufende Reflexion über die Gefahren der Intoleranz und die Bedeutung von Zivilcourage (Stuttgarter Nachrichten).
Nahegelegene Attraktionen und Sehenswürdigkeiten
- Weitere Stolpersteine: Entdecken Sie weitere Stolpersteine in Stuttgart, um einen breiteren Überblick über die Holocaust-Geschichte der Stadt zu erhalten (Stolpersteine Stuttgart – Mehr als eintausend Stuttgarter Stolpersteine).
- Hotel Silber: Ehemalige Gestapo-Zentrale, heute eine Gedenkstätte und ein Lernzentrum (Hotel Silber).
- StadtPalais Stuttgart (Stadtmuseum): Ausstellungen zur Stadtgeschichte, einschließlich des jüdischen Lebens (StadtPalais Stuttgart).
- Cafés und Geschäfte: Die Nachbarschaft bietet lokale Cafés und Bäckereien für eine besinnliche Pause.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Was sind die Besuchszeiten für den Paula Straus Stolperstein? A: Der Stolperstein ist jederzeit zugänglich, das ganze Jahr über.
F: Gibt es Eintrittsgebühren oder Tickets? A: Nein, der Besuch des Stolpersteins ist kostenlos.
F: Ist die Stätte rollstuhlgerecht? A: Ja, der Stein ist auf Straßenniveau eingelassen, mit generell ebenen Bürgersteigen.
F: Kann ich an einer Führung teilnehmen? A: Ja, erkundigen Sie sich bei der Stolperstein-Initiative Stuttgart-Ost nach der Verfügbarkeit.
F: Ist Fotografie erlaubt? A: Ja, aber bitte seien Sie respektvoll gegenüber den Anwohnern und anderen Besuchern.
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