Stolperstein Für Karl Kaufmann

Einleitung

Der Besuch des Stolpersteins für Karl Kaufmann in Stuttgart, Deutschland, bietet eine zutiefst bedeutungsvolle und lehrreiche Verbindung zur Geschichte der Stadt während des Nationalsozialismus. Als Teil des größten dezentralen Gedenkprojekts der Welt, der Stolpersteine – initiiert vom Künstler Gunter Demnig – erinnern diese an einzelne Opfer der NS-Verfolgung. Mit weit über 1.000 Steinen in Stuttgart, einschließlich des Steins für Karl Kaufmann in der Straußweg 41 in Stuttgart-Ost, stellen diese Denkmäler denjenigen, die in historischen Statistiken untergingen, ihre Identität zurück und dienen als Katalysatoren für bürgerliches Engagement und Erinnerung (Stolpersteine Stuttgart; Stolpersteine.eu; Stuttgarter Zeitung).

Dieser Leitfaden bietet einen umfassenden Überblick über den Stolperstein Karl Kaufmann, die Bedeutung des Projekts, praktische Besuchsinformationen und wie Besucher sich sinnvoll mit diesem wichtigen Teil von Stuttgarts kultureller und historischer Landschaft auseinandersetzen können.


Überblick über das Stolperstein-Projekt

Das Stolperstein-Projekt, das 1992 von Gunter Demnig ins Leben gerufen wurde, ist eine dezentrale Gedenkinitiative, die Einzelpersonen ehrt, die zwischen 1933 und 1945 vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden. Jeder Stolperstein ist ein kleiner, messingbeschichteter Kopfsteinpflasterstein, der in den Bürgersteig vor dem letzten frei gewählten Wohnort eines Opfers eingelassen ist. Der Stein ist mit dem Namen, dem Geburtsjahr und dem Schicksal der Person graviert, und – falls bekannt – mit ihrem Todesdatum und -ort (Stolpersteine.eu).

Mit über 116.000 Steinen in 31 Ländern stellt das Prinzip des Projekts – "ein Stein, ein Name, eine Person" – die Würde der zu Zahlen reduzierten Opfer wieder her. In Stuttgart wurden weit über 1.000 Stolpersteine verlegt, die alle eine einzigartige Geschichte des Leidens, des Widerstands oder des Überlebens repräsentieren (Stuttgarter Zeitung).


Karl Kaufmann: Leben, Verfolgung und Gedenken

Karl Kaufmann, geboren 1869 in eine jüdische Familie, lebte in der Straußweg 41 in Stuttgart-Ost. Am 22. August 1942 wurde er nach Theresienstadt und anschließend nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde. Sein Stolperstein ist beschriftet:

HIER WOHNTE
KARL KAUFMANN
JG. 1869
DEPORTIERT
ERMORDET 1942 IN AUSCHWITZ

Dieser Gedenkstein ist das Ergebnis der Forschung lokaler Historiker und der Initiative „Gegen das Vergessen: Stolpersteine für Stuttgart“, die sicherstellt, dass Karl Kaufmanns Geschichte, wie so viele andere, nicht vergessen wird (Stolpersteine Stuttgart).


Historischer Kontext: Stuttgart im Nationalsozialismus

Stuttgart war während der NS-Zeit ein Zentrum der Verfolgung, das jüdische Einwohner, politische Gegner, Sinti und Roma, Angehörige der LGBTQ+-Community und Menschen mit Behinderungen ins Visier nahm. Massendeportationen begannen 1941, und Tausende wurden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert (Stuttgarter Zeitung). Die starke Präsenz der Gestapo vor Ort führte zu unzähligen Verhaftungen und Hinrichtungen, die das soziale Gefüge der Stadt für immer veränderten.


Besuch von Stolpersteinen in Stuttgart

Stolpersteine finden

Besuchszeiten & Tickets

  • Zugänglichkeit: Stolpersteine sind öffentliche Denkmäler, die in Bürgersteige eingelassen sind, und können rund um die Uhr, das ganze Jahr über besichtigt werden.
  • Gebühren: Es wird keine Eintrittsgebühr erhoben; Besuche sind immer kostenlos.

Führungen & Barrierefreiheit

  • Führungen: Mehrere Organisationen, darunter Hotel Silber e.V., bieten geführte Spaziergänge mit historischem Kontext und persönlichen Geschichten an. Eine Vorabreservierung wird empfohlen.
  • Barrierefreiheit: Die meisten Stolpersteine befinden sich auf öffentlichen Bürgersteigen und sind für Personen mit Mobilitätshilfen zugänglich, obwohl einige Straßen unebenes Pflaster haben können. Prüfen Sie die Details der Führungen für spezifische Informationen zur Barrierefreiheit.

Nahegelegene historische Stätten und Veranstaltungen

  • Hotel Silber: Ehemaliges Gestapo-Hauptquartier, jetzt Gedenk- und Bildungsort (Hotel Silber).
  • Denkmal der Stuttgarter Synagoge: Gedenkt der jüdischen Gemeinde der Stadt.
  • Jahresveranstaltungen: Gedenkfeiern am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Jahrestag der Reichspogromnacht (9. November) umfassen Zeremonien und die Reinigung von Stolpersteinen (SWR Aktuell).

Kultureller und pädagogischer Kontext

Stolpersteine sind mehr als nur Denkmäler; sie sind „soziale Skulpturen“, die Erinnerung in das tägliche Leben integrieren. Die Einbeziehung der Gemeinschaft ist zentral: Freiwillige, Schulklassen und Nachkommen recherchieren Biografien, organisieren Gedenkveranstaltungen und pflegen die Steine (Stolpersteine Stuttgart). Initiativen wie „Die Menschen hinter den Namen“ teilen individuelle Geschichten und vertiefen das öffentliche Verständnis und Engagement (StolperKunst Art Initiative).


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wo befindet sich der Stolperstein von Karl Kaufmann?
In der Straußweg 41, Stuttgart-Ost. Nutzen Sie die interaktive Karte für die Wegbeschreibung.

Wann kann ich ihn besuchen?
Jederzeit – Stolpersteine sind rund um die Uhr, das ganze Jahr über zugänglich.

Gibt es Eintrittsgebühren oder Tickets?
Nein, Besuche sind kostenlos.

Sind Führungen verfügbar?
Ja. Erkundigen Sie sich bei lokalen Organisationen oder im Hotel Silber nach Zeitplänen.

Ist der Ort rollstuhlgerecht?
Die meisten Stolpersteine befinden sich auf öffentlichen Bürgersteigen und sind generell zugänglich. Einige Pflasterungen können uneben sein.

Kann ich die Steine reinigen?
Ja, eine sanfte Reinigung mit Wasser und einem weichen Tuch ist eine respektvolle Geste des Gedenkens.

Darf ich Fotos machen?
Ja, aber bitte respektieren Sie die lokalen Anwohner.


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