Einleitung
Die Stolperstein-Gedenkstätte für Jakob Kraus in Stuttgart ist eine bewegende Erinnerung an individuellen Widerstand und das fortwährende kollektive Gedenken an die vom NS-Regime Verfolgten. Als Teil von Gunter Demnigs internationalem Stolpersteine-Projekt ist jede kleine Messingplakette am letzten selbstgewählten Wohnort eines Holocaust-Opfers verlegt, das die Geschichte direkt in die alltägliche Straßenlandschaft der Stadt bringt. Der Stolperstein für Jakob Kraus, der sich in der Klagenfurter Straße 11 in Stuttgart-Feuerbach befindet, ehrt nicht nur Kraus’ persönlichen Widerstand und sein tragisches Schicksal, sondern ist auch ein wichtiger Teil von Stuttgarts umfangreichem Gedenknetzwerk, das über 1.000 Steine in der gesamten Stadt umfasst (Stolpersteine.eu; Stolpersteine Stuttgart; Traces of War).
Dieser Leitfaden befasst sich mit den Ursprüngen des Stolpersteine-Projekts, der Geschichte und Bedeutung von Jakob Kraus sowie praktischen Informationen für Besucher – und beleuchtet, wie diese einzigartigen Gedenkstätten Bildung, Reflexion und bürgerschaftliches Engagement in Stuttgart fördern.
Fotogalerie
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Ursprünge und Philosophie des Stolpersteine-Projekts
Das Stolpersteine-Projekt wurde 1992 vom deutschen Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen, um von den Nazis verfolgte Personen – Juden, Sinti und Roma, politische Häftlinge, Menschen mit Behinderungen und andere – zu ehren, indem ihre letzten frei gewählten Wohnorte oder Arbeitsstätten mit einer kleinen, gravierten Messingplakette markiert werden. Der erste Stolperstein wurde 1996 in Köln verlegt. Seitdem wurden über 100.000 Steine in mehr als 280 Städten in Europa installiert, was es zum weltweit größten dezentralen Holocaust-Mahnmal macht (Stolpersteine.eu; Wikipedia; Prague Views).
Jeder Stolperstein misst 10 x 10 cm und trägt den Namen des Opfers, sein Geburtsjahr, sein Schicksal und, falls bekannt, sein Todesdatum. Die Intention ist, dass Passanten über diese Markierungen "stolpern" – was zu einer Reflexion über das einzelne Leben der Opfer und die Folgen von Intoleranz anregt.
Jakob Kraus: Seine Geschichte und Ehrung
Biografischer Hintergrund
Jakob Kraus, geboren 1904, war ein Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er lebte in der Klagenfurter Straße 11 in Stuttgart und wurde von der Gestapo am 27. Januar 1943 ermordet. Nach seinem Tod wurden seine sterblichen Überreste auf Wunsch seiner Frau in seine Heimatstadt Ingolstadt überführt. Kraus’ Name wird auch auf dem Feuerbacher Friedhof und durch die Benennung einer nahegelegenen Straße geehrt (Stolpersteine Stuttgart).
Verlegung des Stolpersteins
Der Stolperstein für Jakob Kraus wurde am 10. November 2006 an seinem letzten frei gewählten Wohnort verlegt. Die Inschrift des Steins lautet:
Hier wohnte Jakob Kraus Jg. 1904 Ermordet 27.1.1943 durch die Gestapo
Dieses prägnante Denkmal sorgt dafür, dass Kraus’ Name und Geschichte Teil des kollektiven Gedächtnisses Stuttgarts bleiben.
Alt-Text: Nahaufnahme des Stolpersteins für Jakob Kraus, der in einen Bürgersteig in Stuttgart eingelassen ist.
Kulturelle und pädagogische Bedeutung in Stuttgart
Die Stolpersteine Stuttgarts sind integraler Bestandteil der Erinnerungskultur der Stadt geworden. Das Projekt wird von lokalen Initiativen, Historikern und Pädagogen unterstützt, die Installationen organisieren, Biografien recherchieren und die Steine pflegen. Schulen nutzen die Stolpersteine für Forschungsprojekte und Führungen, und lokale Medien berichten regelmäßig über die Geschichten der Geehrten (Stolpersteine Stuttgart Presse; Theatre Research International).
Stolpersteine sind keine großen Monumente, sondern subtile Erinnerungen, denen man im Alltag begegnet. Durch die Integration von Erinnerung in die urbane Landschaft fördern sie einen fortlaufenden Dialog über die Vergangenheit und ermutigen zu bürgerschaftlicher Verantwortung.
Besucherinformationen: Öffnungszeiten, Standort und Führungen
Standort
- Adresse: Klagenfurter Straße 11, 70469 Stuttgart-Feuerbach, Deutschland
- Koordinaten: 48.807895, 9.159926 (Traces of War)
Besuchszeiten und Tickets
- Zugänglichkeit: Der Stolperstein ist in einen öffentlichen Gehweg eingelassen und ist kostenlos rund um die Uhr zugänglich. Es sind keine Tickets oder Vorabreservierungen erforderlich.
Anfahrt
- Öffentliche Verkehrsmittel: Leicht erreichbar mit S-Bahn (S4, S5, S6) und U-Bahn (U6, U13) bis Feuerbach, mit Haltestellen nur einen kurzen Fußweg vom Standort entfernt.
- Mit dem Auto: Begrenzte Parkmöglichkeiten auf der Straße vorhanden.
Führungen und Gedenkveranstaltungen
Lokale Organisationen bieten Führungen an, die sich auf Stolpersteine und das Gedenken an den Holocaust in Stuttgart konzentrieren. Führungen bieten tiefere historische Zusammenhänge und persönliche Geschichten. Besuchen Sie die Stolpersteine Stuttgart Veranstaltungsseite für Details.
Barrierefreiheit
Der Stein befindet sich auf Straßenhöhe und ist in der Regel für Rollstuhlfahrer zugänglich, obwohl die Bedingungen der Gehwege variieren können. Konsultieren Sie die interaktive Karte für detaillierte Informationen zur Barrierefreiheit.
Tipps für einen bedeutungsvollen Besuch
- Nachdenken: Innehalten, die Inschrift lesen und an Jakob Kraus gedenken.
- Teilnehmen: An lokalen Reinigungsinitiativen zur Pflege der Gedenkstätte teilnehmen.
- Mehr erfahren: Digitale Karten und Online-Archive nutzen, um die Geschichten hinter den Steinen zu recherchieren.
- Respektvoll sein: Vermeiden Sie es, direkt auf den Stein zu treten, und bewahren Sie eine besonnene Haltung.
- Umgebung erkunden: Besuchen Sie andere historische Stätten in Feuerbach oder in ganz Stuttgart, um Ihr Verständnis zu erweitern.
Häufig gestellte Fragen
F: Benötige ich ein Ticket, um den Stolperstein für Jakob Kraus zu besuchen? A: Nein, die Gedenkstätte ist frei zugänglich in einem öffentlichen Raum.
F: Gibt es bestimmte Öffnungszeiten? A: Nein, Sie können sie jederzeit besuchen. Tageslicht wird aus Sicherheits- und Sichtbarkeitsgründen empfohlen.
F: Gibt es geführte Touren? A: Ja, lokale Gruppen bieten Führungen an. Informieren Sie sich auf der Stolpersteine Stuttgart Website über die Fahrpläne.
F: Ist der Standort für Rollstuhlfahrer zugänglich? A: Generell ja, aber die Bodenbeschaffenheit der Gehwege kann variieren. Konsultieren Sie die interaktive Karte für Einzelheiten.
F: Wie kann ich mich engagieren? A: Nehmen Sie an Reinigungsaktionen teil, besuchen Sie Gedenkveranstaltungen oder unterstützen Sie lokale Initiativen. Informationen sind auf der Stolpersteine Stuttgart Website verfügbar.
Mehr Entdecken
Der Stolperstein für Jakob Kraus, der still in der Klagenfurter Straße 11 eingelassen ist, bietet eine tief persönliche Verbindung zur Geschichte, zum Widerstand und zum Gedenken in Stuttgart. Durch seinen dezentralen Ansatz stellt das Stolpersteine-Projekt sicher, dass die Geschichten von Opfern wie Kraus nicht vergessen werden. Unterstützt von lebendigen lokalen Initiativen, Bildungsprogrammen und bürgerschaftlichem Engagement prägt die Gedenkstätte weiterhin das öffentliche Gedächtnis und die kulturelle Identität der Stadt.
Besucher werden ermutigt, die Gedenkstätte zu erkunden, an Führungen teilzunehmen, an Gedenkveranstaltungen teilzunehmen und Ressourcen wie die Audiala-App zu nutzen, um ihre Erfahrungen zu bereichern. Durch kollektive Gedenkakte ehren wir das Erbe von Jakob Kraus und bekräftigen die Bedeutung des historischen Gedenkens für zukünftige Generationen.
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