Einleitung

Der Stolperstein, der Dr. Robert Mainzer in Stuttgart gewidmet ist, ist ein starkes Symbol der Erinnerung, das im öffentlichen Raum der Stadt verankert ist, um einen angesehenen jüdischen Anwalt und seine Frau zu ehren, die beide Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung waren. Dieser umfassende Leitfaden bietet Besuchern detaillierten historischen Kontext, praktische Informationen zur Besichtigung des Denkmals und Einblicke in seine kulturelle und pädagogische Bedeutung. Ob Sie ein lokaler Einwohner, ein Reisender oder ein Geschichtsstudent sind, dieser Artikel hilft Ihnen, sich sinnvoll mit einem der ergreifendsten Holocaust-Mahnmale Stuttgarts auseinanderzusetzen.


Historischer Hintergrund: Dr. Robert Mainzer und Familie

Frühes Leben und familiäre Ursprünge

Die Familie von Dr. Robert Mainzer führt ihre Wurzeln auf die historische Stadt Mainz in Deutschland zurück. Der Nachname „Mainzer“ bezeichnet die Herkunft aus Mainz und spiegelt eine Tradition unter jüdischen Familien wider, toponymische Nachnamen anzunehmen, die auf eine geografische Abstammung hinweisen (MyHeritage). Die Familie Mainzer wanderte, wie viele andere auch, innerhalb Deutschlands und wurde Teil der lebendigen jüdischen Gemeinde Stuttgarts.

Berufsleben und gesellschaftlicher Stand

Dr. Mainzer wurde am 4. November 1864 in Weinsberg geboren. Er etablierte sich als angesehener Rechtsanwalt und Notar und war von 1912 bis 1933 Mitglied und später Vorsitzender der württembergischen Rechtsanwaltskammer. Jüdische Berufstätige wie Dr. Mainzer trugen im frühen 20. Jahrhundert maßgeblich zum bürgerlichen und intellektuellen Leben Stuttgarts bei, bevor das NS-Regime sie ihrer Ämter und Rechte beraubte (Stolpersteine Stuttgart).

Verfolgung unter dem NS-Regime

Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten wurde Dr. Mainzer 1933 aufgrund seiner jüdischen Herkunft aus seinem Notaramt verdrängt und verlor anschließend im November 1938 seine Anwaltszulassung. Er und seine Frau Helene wohnten in der Wannenstraße 16, bis zu ihrer Deportation. Am 22. August 1942 wurden beide in das Konzentrationslager Theresienstadt gebracht, wo Dr. Mainzer am 18. Februar 1943 und Helene am 15. Juli 1943 starb. Ihre Söhne überlebten, indem sie nach England flohen; die Eltern wurden Opfer des Holocaust (Stolpersteine Stuttgart).


Das Stolperstein-Projekt: Ein dezentrales Mahnmal

Das 1992 vom Künstler Gunter Demnig initiierte Stolperstein-Projekt hat sich zum größten dezentralen Holocaust-Mahnmal der Welt entwickelt, mit über 100.000 Steinen in mehr als 1.200 Städten (pebblegalaxy.blog; Stuttgarter Zeitung). Jeder Stolperstein ist eine Messingplatte, auf der der Name des Opfers, sein Geburtsdatum, sein Schicksal und, falls bekannt, sein Sterbedatum und -ort eingraviert sind. Indem sie diese an den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer platziert, bringt sie persönliche Geschichten in das Gefüge des städtischen Alltagslebens ein.

Stuttgart beherbergt über 1.000 Stolpersteine, darunter viele im Stadtbezirk Stuttgart-Süd – einem Gebiet, das von der nationalsozialistischen Verfolgung stark betroffen war und reich an jüdischem Erbe ist (Stolpersteine Stuttgart).


Besuch des Stolpersteins für Dr. Robert Mainzer

Standort und Anfahrt

  • Adresse: Wannenstraße 16, 70199 Stuttgart, Deutschland (Traces of War)
  • Koordinaten: 48.766189, 9.159465

Der Stolperstein ist in den Bürgersteig am Eingang der ehemaligen Wohnstätte von Dr. Mainzer eingelassen. Die Gegend ist ruhig, von Bäumen gesäumt und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Straßenbahn- und Bushaltestellen sind innerhalb von 5–10 Gehminuten erreichbar.

Barrierefreiheit und Besuchszeiten

  • Offener Zugang: 24/7; keine Tickets oder Reservierungen erforderlich
  • Kosten: Kostenlos
  • Barrierefreiheit: Der Bürgersteig ist rollstuhlgerecht; einige nahegelegene Straßen können Kopfsteinpflaster aufweisen.

Praktische Tipps

  • Beste Besuchszeit: Tageslichtstunden für bessere Sichtbarkeit und Sicherheit.
  • Schuhwerk: Bequeme Schuhe werden für die Erkundung mehrerer Stolpersteine empfohlen.
  • Transport: Nutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel des VVS für eine bequeme Anreise; Parkplätze sind begrenzt.

Physische Beschreibung des Stolpersteins

Der Stolperstein für Dr. Robert Mainzer ist eine 10 x 10 cm große Messingplatte, die bündig in den Bürgersteig eingelassen ist. Die Inschrift lautet (übersetzt):

HIER WOHNTE DR. ROBERT MAINZER JG. 1864 DEPORTIERT 1942 THERESIENSTADT ERMORDET 18.2.1943

Ein angrenzender Stolperstein gedenkt seiner Frau Helene Mainzer. Diese gepaarten Plaketten symbolisieren ihr gemeinsames Schicksal und dienen als Brennpunkt der Erinnerung (Stolpersteine Stuttgart).


Pädagogischer Wert und gesellschaftliches Engagement

Menschlichkeit in der Geschichte

Stolpersteine bieten eine direkte, persönliche Verbindung zu den im Holocaust verlorenen Leben. Indem Besucher Dr. Mainzers Namen und seine Geschichte an seinem ehemaligen Wohnort lesen, setzen sie sich auf individueller Ebene mit der Geschichte auseinander und fördern Empathie und Reflexion (pebblegalaxy.blog).

Schulische und öffentliche Bildung

Die Stolpersteine in Stuttgart sind in lokale Schulcurricula und öffentliche Führungen integriert. Bildungsprogramme, Podcasts und geführte Spaziergänge vertiefen das gesellschaftliche Engagement und sorgen für eine kontinuierliche Erinnerung (Stolpersteine Stuttgart).

Pflege durch die Gemeinschaft

Lokale Initiativen und Freiwillige reinigen und pflegen die Steine, insbesondere vor dem Holocaust-Gedenktag und anderen Gedenkveranstaltungen (Stuttgarter Zeitung). Besucher sind herzlich eingeladen, durch vorsichtiges Reinigen der Plaketten mit einem weichen Tuch mitzuhelfen.


Nahegelegene historische Stätten und weitere Erkundungen

  • Weitere Stolpersteine: Zahlreiche Steine befinden sich im gesamten Stadtbezirk Stuttgart-Süd; erwägen Sie eine selbst geführte Besichtigungstour (Wikipedia: Liste der Stolpersteine in Stuttgart-Süd).
  • Gedenkstätte Hotel Silber: Ehemaliger Gestapo-Hauptsitz, heute Museum und Bildungszentrum (Hotel Silber Memorial).
  • Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus: Gedenkmauer am Nordbahnhof, die über 2.600 deportierte und ermordete Personen auflistet (Alpenverein Schwaben).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was ist ein Stolperstein? A: Eine kleine Messingplatte, die in einen Bürgersteig eingelassen ist, um ein Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an seinem letzten frei gewählten Wohnort zu ehren.

F: Gibt es Eintrittsgelder oder Tickets? A: Nein; Stolpersteine sind öffentliche Mahnmale und können jederzeit kostenlos besucht werden.

F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja; lokale Initiativen bieten regelmäßige Führungen an, die sich auf jüdisches Erbe und Stolpersteine konzentrieren. Details finden Sie auf der Website von Stolpersteine Stuttgart.

F: Darf ich den Stolperstein fotografieren? A: Ja. Fotografieren ist zur Erinnerung erwünscht, vorausgesetzt, Sie respektieren die Privatsphäre der Bewohner und den feierlichen Charakter des Ortes.

F: Wie kann ich das Projekt unterstützen? A: Engagieren Sie sich ehrenamtlich bei Reinigungsinitiativen, nehmen Sie an Gedenkveranstaltungen teil oder spenden Sie an lokale Gedenkstättenorganisationen.


Empfehlungen für einen sinnvollen Besuch

  • Innehalten und Nachdenken: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um den Stolperstein von Dr. Mainzer zu lesen und darüber nachzudenken.
  • Nehmen Sie an einer Tour teil: Geführte Touren bieten tieferen Kontext und verbinden mehrere Mahnmale.
  • Beteiligen Sie sich an der Pflege: Engagieren Sie sich ehrenamtlich, um bei der Reinigung von Stolpersteinen in Ihrer Gemeinde zu helfen.
  • Erkunden Sie nahegelegene Stätten: Besuchen Sie andere Holocaust-Mahnmale und Museen in Stuttgart für ein umfassenderes Verständnis.
  • Teilen und Diskutieren: Nutzen Sie Fotos und Geschichten, um den Dialog über Erinnerung und Toleranz zu fördern.

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