Wer war Betty Rosenfeld?
Betty Rosenfeld (1907–1942) wurde in Stuttgart in eine jüdische bürgerliche Familie geboren. Sie war als Krankenschwester ausgebildet und dem sozialen Gerechtigkeitsgedanken verpflichtet. Sie leistete Freiwilligendienst bei den Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg – ein seltener und mutiger Schritt, insbesondere für eine Frau aus Stuttgart. Nach ihrer Rückkehr setzte sie ihren Widerstand gegen den Nationalsozialismus fort, bis zu ihrer Deportation und Ermordung in Auschwitz im Jahr 1942. Ihre Geschichte spiegelt die Widerstandsfähigkeit und den moralischen Mut von Einzelpersonen wider, die sich dem Faschismus entgegenstellten, und ihr Stolperstein bringt diese Geschichte in die alltägliche Landschaft Stuttgarts (Betty Rosenfeld Memorial).
Das Stolpersteine-Projekt: Bedeutung und Umfang
Das 1992 von Gunter Demnig geschaffene Stolpersteine-Projekt ist heute das weltweit größte dezentrale Holocaust-Mahnmal. Jeder Stolperstein ist eine 10 x 10 cm große Messingplatte, die in den Bürgersteig eingelassen ist und mit dem Namen des Opfers, seinem Geburtsjahr, dem Deportationsdatum und seinem Schicksal graviert ist. Diese Gedenkstätten verwandeln öffentliche Räume in Orte persönlicher Erinnerung und regen Passanten dazu an, über die Menschen nachzudenken, die einst dort lebten (stolpersteine.eu; pragueviews.com).
Mit über 116.000 Steinen, die in 31 europäischen Ländern installiert sind (Stand 2025), darunter mehr als 1.000 in Stuttgart, erinnert das Projekt an Juden, Roma und Sinti, politische Dissidenten, LGBTQ+-Personen, Menschen mit Behinderungen und andere, die von den Nazis verfolgt wurden (Smithsonian Folklife Magazine; pebblegalaxy.blog). Jeder Stein ist handgefertigt und gewährleistet eine persönliche Verbindung zu jedem Opfer.
Standort und Zugang
Genaue Lage
Der Stolperstein für Betty Rosenfeld befindet sich vor ihrem ehemaligen Elternhaus:
Adresse: Breitscheidstraße 35, 70176 Stuttgart, Deutschland (Früher bekannt als Militärstraße 35) (Stolpersteine Stuttgart – Biografien)
Der Standort liegt in der Nähe des Bismarckplatzes, einem zentralen Platz in Stuttgart-West, und nahe dem Orthopädie Dieringer Geschäft – einem lokalen Wahrzeichen.
Besuchszeiten und Eintritt
- Rund um die Uhr geöffnet Der Stolperstein ist in einen öffentlichen Bürgersteig eingelassen und jederzeit zugänglich.
- Eintritt Kostenlos; es sind keine Tickets erforderlich.
Anfahrt
- Öffentliche Verkehrsmittel
- Straßenbahnlinien 3 und 4 halten an der Breitscheidstraße.
- Die Haltestelle Bismarckplatz ist nur einen kurzen Spaziergang entfernt.
- Zu Fuß
- Die Gegend ist fußgängerfreundlich und ideal für Spaziergänge.
- Mit dem Auto
- In der Nähe sind nur begrenzte Parkplätze auf der Straße verfügbar, aber öffentliche Verkehrsmittel werden empfohlen.
Barrierefreiheit
- Der Stolperstein befindet sich auf Straßenniveau und ist somit grundsätzlich für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich.
- Einige Bürgersteigabschnitte können uneben sein; Besucher, die Unterstützung benötigen, sollten dies entsprechend einplanen.
Kultureller und gemeinschaftlicher Kontext
Gedenkstätten-Gruppen
Der Stolperstein für Betty Rosenfeld ist Teil einer Gruppe von Steinen, die auch ihre Mutter Theresia und ihre Schwester Charlotte ehren, die ebenfalls Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung waren. Das Denkmal ist sowohl eine persönliche als auch eine gemeinschaftliche Gedenkstätte (Stolpersteine Stuttgart – Biografien).
Gemeinschaftliche Beteiligung
Das Stolpersteine-Projekt lebt vom lokalen Engagement. Gemeindemitglieder, Familien, Historiker und zivile Gruppen recherchieren oft Biografien, sponsern Steine und organisieren Einsetzungszeremonien. In Stuttgart bieten Initiativen wie „Gegen das Vergessen: Stolpersteine für Stuttgart“ Führungen, Bildungsprogramme und digitale Ressourcen an (stolpersteine-stuttgart.de; stolperkunst.de).
Erhaltung und Herausforderungen
Obwohl Stolpersteine weitgehend begrüßt werden, sind sie manchmal Vandalismus ausgesetzt. Gemeinschaftliche Reaktionen umfassen regelmäßige Reinigungsaktionen und öffentliche Aufklärungsarbeit, die den lebendigen Charakter dieser Gedenkstätten unterstreichen (stolpersteine-stuttgart.de).
Besuchsetikette und praktische Tipps
- Innehalten und Nachdenken Nimm dir einen Moment Zeit, um die Inschrift zu lesen und über das Leben des Einzelnen nachzudenken.
- Zeichen des Respekts Das Niederlegen eines kleinen Steins oder einer Blume ist eine traditionelle Geste des Gedenkens.
- Fotografie Diskret ist Fotografieren erlaubt; bitte respektiere die Wohngegend.
- Veranstaltungen Jährliche Gedenkveranstaltungen, wie der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar), können geführte Touren und Zeremonien beinhalten (Stolpersteine Stuttgart – Veranstaltungen).
- Komfort Trage bequeme Schuhe, da das Gebiet Kopfsteinpflaster und unebene Gehwege aufweist.
FAQ
F: Was ist ein Stolperstein? A: Ein Stolperstein ist eine kleine Messingplatte, die in Bürgersteige eingelassen ist und an ein Opfer der NS-Verfolgung an dessen letzter frei gewählter Adresse erinnert.
F: Wo ist Betty Rosenfelds Stolperstein? A: Breitscheidstraße 35, Stuttgart-West, in der Nähe des Bismarckplatzes.
F: Gibt es geführte Touren? A: Ja. Lokale Gruppen und Initiativen bieten regelmäßig geführte Rundgänge an; prüfe Stolpersteine Stuttgart und Hotel Silber für Fahrpläne.
F: Ist der Standort rollstuhlgerecht? A: Der Stein befindet sich auf Straßenniveau, ist im Allgemeinen zugänglich, aber prüfe auf mögliche unebene Gehwege.
F: Gibt es in der Nähe andere Gedenkstätten? A: Ja. Stuttgart-West verfügt über zahlreiche Stolpersteine und andere Stätten jüdischen Erbes und Widerstands.