Einführung
Der Stolperstein für Arthur Hirsch in Stuttgart ist eine eindrucksvolle und intime Erinnerung an die jüdische Geschichte der Stadt und die verheerenden Auswirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung. Stolpersteine sind kleine Messingplatten, die in Gehwege in ganz Europa eingelassen sind und jeweils an ein Opfer des Nationalsozialismus an dessen letztem frei gewählten Wohnort erinnern. Das Projekt des deutschen Künstlers Gunter Demnig, das in den frühen 1990er Jahren ins Leben gerufen wurde, ist zum größten dezentralen Mahnmal der Welt angewachsen, mit über 116.000 Steinen, die bis 2024 in mehr als 1.860 Gemeinden in 31 Ländern installiert wurden (Stolpersteine Fakten und Zahlen).
Der Stolperstein für Arthur Hirsch befindet sich in der Hospitalstraße 21B in Stuttgart und markiert die letzte Wohnstätte eines jüdischen Bewohners, der infolge der Pogrome der Reichspogromnacht ums Leben kam. Ein Besuch dieser Gedenkstätte bietet die Möglichkeit, sich sowohl mit der persönlichen Geschichte von Hirsch als auch mit der breiteren Geschichte der jüdischen Gemeinde Stuttgarts auseinanderzusetzen. Die Stadt engagiert sich aktiv in der Erinnerungskultur des Holocaust durch Bildungsangebote, gemeinschaftlich organisierte Steinpflegeaktionen und Führungen. Dieser Leitfaden bietet historische Hintergründe, praktische Besucherinformationen und Kontext, um Ihren Besuch bestmöglich zu gestalten.
- Ursprünge und Zweck des Stolperstein-Projekts
- Stolpersteine in Stuttgart: Standorte und Besuchertipps
- Die Geschichte von Arthur Hirsch
- Künstlerische und Gedenkwürdigung
- Historischer Kontext: Nationalsozialistische Verfolgung in Stuttgart
- Gemeinschaftliches Engagement und fortlaufende Forschung
- Besucherinformationen: Führungen, Barrierefreiheit und Spaziergänge
- FAQ: Besuch von Stolpersteinen in Stuttgart
- Erhaltung und die Zukunft des Projekts
- Schlussfolgerung: Die bleibende Relevanz von Stolpersteinen
Fotogalerie
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Ursprünge und Zweck des Stolperstein-Projekts
Das Stolperstein-Projekt ist eine dezentrale Gedenkinitiative des Künstlers Gunter Demnig. Jeder Stolperstein ist ein 10 x 10 cm großer, messingbeschichteter Kopfstein, der in den Bürgersteig eingelassen ist und den Namen, das Geburtsjahr und das Schicksal eines Opfers der nationalsozialistischen Verfolgung trägt. Das Projekt ehrt Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Gegner, LGBTQ+-Personen und andere, die vom Regime ins Visier genommen wurden. Das metaphorische "Stolpern" geschieht, wenn Passanten die Steine in ihrem täglichen Leben entdecken und so zum Nachdenken über die Personen angeregt werden, die einst an diesen Adressen lebten (Stolpersteine Fakten und Zahlen).
Durch die Platzierung der Gedenktafeln direkt im städtischen Raum stellt das Stolperstein-Projekt sicher, dass die Erinnerung an die Opfer Teil des täglichen Lebens bleibt und nicht auf zentralisierte Museen oder Denkmäler beschränkt ist.
Stolpersteine in Stuttgart: Standorte und Besuchertipps
Stuttgart ist die Heimat von über 1.000 Stolpersteinen, die seit 2003 in den verschiedenen Stadtteilen installiert wurden. Die Stadt hat eine lebendige Erinnerungskultur, unterstützt von 16 ehrenamtlichen Gruppen, die NS-Opfer recherchieren und ehren (Stuttgarter Zeitung). Die Steine konzentrieren sich besonders auf Stuttgart-Süd, sind aber stadtweit zu finden.
Tipps für den Besuch:
- Stolpersteine sind jederzeit frei zugänglich, da sie Teil von öffentlichen Gehwegen sind.
- Am besten während der Tageslichtstunden besuchen, um eine bessere Sichtbarkeit zu gewährleisten.
- Die meisten Steine sind für Rollstuhlfahrer zugänglich, obwohl einige Gehwege unebene Oberflächen aufweisen können.
- Führungen werden von lokalen Organisationen und dem Tourismusbüro der Stadt angeboten (Stolpersteine Stuttgart).
Sie können interaktive Karten nutzen, um Spaziergänge zu planen: Karte der Stolperstein-Standorte (Stolpersteine Stuttgart).
Die Geschichte von Arthur Hirsch
Arthur Hirsch wurde am 16. März 1886 in Tübingen geboren. Nach seinem Dienst im Ersten Weltkrieg heiratete er 1919 Hermine Singer und ließ sich in Stuttgart nieder, wo seine Söhne Erwin und Gerhard geboren wurden. Die Familie lebte an verschiedenen Adressen, darunter Hospitalstraße 21B.
Mit zunehmender antisemitischer Verfolgung nach 1933 sah sich die Familie Hirsch, wie viele jüdische Familien, sozialer und wirtschaftlicher Diskriminierung ausgesetzt. Nach den Pogromen der Reichspogromnacht im November 1938 wurde Arthur Hirsch verhaftet und starb am 8. Dezember 1938 in Haft (Stolpersteine Stuttgart – Arthur Hirsch).
Sein Stolperstein, der am 6. Oktober 2009 in der Hospitalstraße 21B in Stuttgart verlegt wurde, markiert die letzte frei gewählte Wohnstätte der Familie, bevor ihr Leben durch das NS-Regime zerstört wurde (Traces of War – Arthur Hirsch).
Künstlerische und Gedenkwürdigung
Im Gegensatz zu traditionellen Denkmälern verwandeln Stolpersteine alltägliche urbane Räume in Orte der Erinnerung. Jeder Stein wird von Hand gefertigt, mit in Messing eingeschlagenen Namen und Daten, und dann unter der Aufsicht von Gunter Demnig in den Bürgersteig eingesetzt. Dieser Ansatz der "Kunst im öffentlichen Raum" stellt sicher, dass die Erinnerung in das tägliche Leben eingewoben wird (Stolpersteine Fakten und Zahlen).
Zeremonien zur Verlegung neuer Steine sind öffentliche Veranstaltungen, oft besucht von Angehörigen, lokalen Amtsträgern und Gemeindemitgliedern. Freiwillige polieren die Messingplatten regelmäßig und bestärken so die fortwährende Natur der Erinnerung (Stolpersteine Stuttgart).
Historischer Kontext: Nationalsozialistische Verfolgung in Stuttgart
Vor 1933 hatte Stuttgart eine blühende jüdische Gemeinde. Unter den Nationalsozialisten sahen sich jüdische Bewohner eskalierender Diskriminierung, Zwangsemigration, Deportation und Mord ausgesetzt. Die Stolpersteine in Stuttgart-Süd und anderswo markieren die letzten Wohnorte der Verfolgten, wobei jede Inschrift mit "HIER WOHNTE" beginnt und ihr Schicksal darlegt (Stolpersteine in Stuttgart-Süd).
Der Stolperstein für Arthur Hirsch dient als greifbares Bindeglied zu dieser Geschichte und ermöglicht es den Besuchern, über die menschlichen Kosten der NS-Politik nachzudenken.
Gemeinschaftliches Engagement und fortlaufende Forschung
Die Installation von Stolpersteinen in Stuttgart wird von der Gemeinschaft getragen. Lokale Gruppen erforschen die Biografien von Opfern, sammeln Spenden und koordinieren die Verlegungszeremonien. Dieser kollaborative Ansatz hält die Erinnerung lebendig und stellt sicher, dass neue Geschichten aufgedeckt und gedacht werden (Stolpersteine Stuttgart).
Bildungsprogramme, Podcasts und Oral-History-Projekte ergänzen die Steine und bieten Besuchern einen tieferen Kontext (Gedenkworte Podcast).
Besucherinformationen: Führungen, Barrierefreiheit und Spaziergänge
Standort:
- Adresse: Hospitalstraße 21B, 70174 Stuttgart
- Koordinaten: 48.776944° N, 9.172254° E (Traces of War – Arthur Hirsch)
Anreise:
- Leicht erreichbar mit S-Bahn (Stadtmitte) und U-Bahn (Rotebühlplatz).
- Im Stadtzentrum gelegen, in der Nähe des Hospitalhofs, des Renitenztheaters und des Biblioramas (Mapcarta).
Barrierefreiheit:
- Der Stolperstein befindet sich auf Straßenniveau und ist für Rollstuhlfahrer zugänglich, aber einige städtische Gehwege können uneben sein.
Besuchszeiten & Eintritt:
- Rund um die Uhr geöffnet, keine Tickets oder Gebühren erforderlich.
Führungen:
- Angeboten von kommunalen Initiativen und Museen. Informationen zu Zeitplänen finden Sie unter Stolpersteine Stuttgart.
Nahegelegene Attraktionen:
- Hotel Silber: Ehemaliges Gestapo-Hauptquartier, heute Museum.
- Staatstheater Stuttgart, Renitenztheater, Bibliorama.
FAQ: Besuch von Stolpersteinen in Stuttgart
Benötige ich ein Ticket für den Besuch? Nein, alle Stolpersteine sind frei zugänglich und Teil des öffentlichen Gehwegs.
Gibt es Führungen? Ja, lokale Gruppen und Museen. bieten Führungen an, mit Fokus auf Stolpersteine und Holocaust-Geschichte (Stolpersteine Stuttgart).
Wie finde ich spezifische Steine? Nutzen Sie die Stolpersteine Stuttgart Karte oder kontaktieren Sie lokale Initiativen.
Ist der Ort barrierefrei zugänglich? Ja, aber einige Straßen haben möglicherweise unebene Pflasterung.
Können Besucher bei der Instandhaltung der Steine helfen? Ja, das Polieren von Stolpersteinen ist eine bedeutungsvolle Erinnerungshandlung, die für alle offen ist (Stolpersteine Stuttgart – Pflegetipps).
Erhaltung und die Zukunft des Projekts
Das Stolperstein-Projekt wächst weiter, da immer mehr Opfern identifiziert und gedacht wird. In Stuttgart sorgt die regelmäßige Wartung dafür, dass die Steine lesbar bleiben. Gemeinschaftliche "Putzaktionen" und Bildungsveranstaltungen fördern die öffentliche Beteiligung. Die fortlaufende Digitalisierung von Geschichten und interaktive Kartierungswerkzeuge machen diese Erinnerungsarbeit weltweit zugänglich (Stolpersteine Datenbank).
Zusätzliche Ressourcen
- Offizielle Website Stolpersteine Stuttgart
- Stuttgarter Zeitung – Stolpersteine Serie
- Traces of War – Arthur Hirsch
- Lern- und Gedenkort Hotel Silber
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