Einleitung
Unter den geschichtsträchtigen Straßen Nürnbergs thront der Historische Kunstbunker, ein Zeugnis des unermüdlichen Engagements der Stadt für den Kulturerhalt. Ursprünglich als mittelalterliche Bierkeller angelegte, wurde dieses weitläufige unterirdische Netzwerk während des Zweiten Weltkriegs in einen hochmodernen Kunstbunker umfunktioniert. Sein Zweck: den Schutz unbezahlbarer Meisterwerke, Manuskripte und Insignien vor der Zerstörung durch alliierte Luftangriffe, die den größten Teil der Nürnberger Altstadt verwüsteten. Heute fungiert der Kunstbunker sowohl als Museum als auch als Symbol der Widerstandsfähigkeit und bietet Besuchern ein seltenes Fenster zum Zusammenspiel von mittelalterlicher Genialität und moderner Konservierung.
Dieser Leitfaden bietet umfassende, aktuelle Informationen für die Planung Ihres Besuchs, einschließlich praktischer Besuchertipps, historischer Hintergründe, Informationen zur Barrierefreiheit und Highlights nahegelegener Attraktionen. Ob Sie Geschichtsinteressierter, Kunstliebhaber oder neugieriger Reisender sind, der Kunstbunker verspricht eine einzigartige und eindringliche Reise in das reiche Erbe Nürnbergs (tourismus.nuernberg.de; Atlas Obscura; GetYourGuide).
Fotogalerie
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Geschichte und Kulturelle Bedeutung
Mittelalterliche Ursprünge und Umgestaltung
Die Tunnel unter der Nürnberger Burg wurden im Mittelalter als Felsenkeller zur Bierlagerung angelegt, um die Vorteile des weichen Sandsteins und der stabilen unterirdischen Temperaturen zu nutzen. Über die Jahrhunderte hinweg erweiterte sich dieses Netzwerk auf rund 25.000 Quadratmeter und bot nicht nur kommerzielle Lagerflächen, sondern auch Zuflucht in Konfliktzeiten (tourismus.nuernberg.de).
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs waren die mittelalterlichen Schätze Nürnbergs – darunter Werke von Albrecht Dürer und die Reichskleinodien (kaiserlichen Insignien) – in großer Gefahr. Im Jahr 1940 begannen die Stadtbeamten, angesichts der Verwundbarkeit der Altstadt, Teile der Keller zu einem modernen Kunstbunker umzubauen und installierten verstärkte Türen, fortschrittliche Klimasteuerungen und Lüftungssysteme, um optimale Erhaltungsbedingungen zu gewährleisten (Atlas Obscura; Mike’s Travel Guide).
Zweiter Weltkrieg: Kunstschutz inmitten der Zerstörung
Während Nürnberg im Krieg unerbittlichen Bombenangriffen ausgesetzt war, wurde der Kunstbunker zu einer Zufluchtsstätte für Tausende von wertvollen Artefakten. Seine sorgfältige Konstruktion und wachsame Bewachung sicherten das Überleben von Werken, die Nürnbergs historischer und künstlerischer Identität definieren – auch wenn 90% der Altstadt in Trümmer fielen (tourismus.nuernberg.de; HistoryNet). Die Geschichte des Bunkers ist Teil einer breiteren europäischen Anstrengung zum Schutz des Kulturerbes während Kriegszeiten.
Im Bunker geschützte Kunstwerke und Schätze
Der Kunstbunker schützte:
- Gemälde und Zeichnungen von Albrecht Dürer
- Das monumentale Seitenaltarwerk von Veit Stoß (vorübergehend untergebracht, bevor es nach Krakau zurückkehrte)
- Die kunstvolle Glockenuhrauto von der Frauenkirche
- Den historischen Globus von Martin Behaim
- Die Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches
- Den Codex Manesse, eine wichtige mittelalterliche Handschrift
- Buntglas, Kirchenschätze, Goldschmiedearbeiten und Handschriften aus Nürnberg und anderen Regionen
- Ausgewählte Kunstwerke, die von den Nazis aus besetzten Ländern geraubt wurden und durch Nachkriegsoperationen gerettet wurden (Atlas Obscura; Mike’s Travel Guide; Unterwelten Nürnberg)
Konservierungsinnovationen
Die Umwandlung vom Bierkeller zum Kunstbunker erforderte wegweisende konservatorische Lösungen:
- Klima- und Feuchtigkeitskontrolle: Fortschrittliche Systeme stellten stabile Bedingungen her, entscheidend für empfindliche Kunstwerke und Handschriften.
- Bombenfeste Türen und Verstärkungen: Massive Eisentüren und befestigte Kammern schützten vor Druckwellen und Feuer.
- Feuchtigkeissichere Lagerung: Maßgeschneiderte Kisten und Feuchtigkeitsbarrieren schützten hochsensible Objekte.
- Belüftung und Drainage: Entwickelt, um Schimmelbildung zu verhindern und die Luftqualität für Personal und gelagerte Objekte zu sichern (Unterwelten Nürnberg).
Besucherinformationen
Standort und Erreichbarkeit
Der Haupteingang des Kunstbunkers befindet sich in der Oberen Schmiedgasse 52, direkt unter der Nürnberger Burg. Er ist vom Stadtzentrum zu Fuß leicht erreichbar und von wichtigen Touristenrouten gut ausgeschildert. In der Nähe befinden sich die Bushaltestelle „Burgstraße“ und die U-Bahn-Station „Lorenzkirche“. Parkmöglichkeiten gibt es im Parkhaus Hauptmarkt oder im Parkhaus Adlerstraße, wobei die Plätze in Stoßzeiten begrenzt sind (Nürnberg Tourismus).
Öffnungszeiten und Tickets
Standard-Öffnungszeiten (Stand Juli 2025):
- Dienstag bis Sonntag: 10:00 – 18:00 Uhr (April–Oktober)
- Dienstag bis Sonntag: 10:00 – 16:00 Uhr (November–März)
- Montags und an Feiertagen geschlossen
Tourzeiten:
- Montag–Freitag: 11:30, 14:30 (Englischsprachige Führungen in der Regel um 14:30)
- Samstag, Sonntag, Feiertage: 11:30, 13:00, 14:30, 16:00 (Überprüfen Sie die offizielle Website des Kunstbunkers für aktuelle Fahrpläne und Sprachverfügbarkeit.)
Tickets (Preise 2025):
- Erwachsene: 9,00 €
- Ermäßigt (Studenten, Senioren, Behinderte): 7,00 €
- Kinder (unter 6 Jahren): Kostenlos
- Familienticket (2 Erwachsene + bis zu 3 Kinder): 20,00 € (Kunstbunker Tickets)
Tickets sollten am besten im Voraus online gebucht werden, besonders während der Hauptsaison und bei Großveranstaltungen.
Führungen: Erlebnis und Dauer
Der Kunstbunker ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich, die etwa 75 Minuten dauern und rund einen Kilometer durch unterirdische Gänge führen. Sachkundige Führer vermitteln reichen historischen Kontext und erzählen Anekdoten anhand von Archivfotos. Führungen werden auf Deutsch und seltener auf Englisch angeboten; eine Vorabbuchung wird für englischsprachige Führungen empfohlen.
Tipp: Die Tunnel sind das ganze Jahr über kühl (10–12 °C) und feucht – bringen Sie Schichtenkleidung und feste Schuhe mit.
Barrierefreiheit und Gesundheitsrichtlinien
- Mobilität: Aufgrund unebener Böden, enger Gänge und Treppen ist der Kunstbunker nicht rollstuhlgerecht und nicht für Kinderwagen oder Personen mit erheblichen Mobilitätseinschränkungen geeignet. Kontaktieren Sie das Museum für mögliche Vorkehrungen (Barrierefreiheitsinformationen).
- Gesundheit: Die Umgebung kann für Personen mit Klaustrophobie oder Atemwegserkrankungen herausfordernd sein.
- Einrichtungen: Innen keine Toiletten; nutzen Sie die nahegelegenen Einrichtungen in der Kaiserburg oder in der Altstadt.
- Kinder: Aufgrund der Umgebung und der Führungsdauer für Kinder unter 6 Jahren nicht empfohlen.
Wichtige Besuchertipps
- Seien Sie pünktlich: Erscheinen Sie 10–15 Minuten vor Ihrer geplanten Führung.
- Sprache: Bestätigen Sie die Führungssprache bei der Buchung.
- Kleiden Sie sich angemessen: Schichtenkleidung und bequeme Schuhe sind unerlässlich.
- Reisen Sie leicht: Große Taschen sind im Inneren nicht erlaubt; keine Aufbewahrung vor Ort.
- Essen und Trinken: Im Inneren des Bunkers nicht gestattet.
- Fotografie: Erlaubt ohne Blitz oder Stativ (Bestätigung beim Führer zu Beginn der Tour).
- Kombinieren Sie Ihren Besuch: Der Kunstbunker liegt direkt unter der Kaiserburg und nahe dem Albrecht-Dürer-Haus und den mittelalterlichen Stadtmauern, was einen ganztägigen historischen Erkundungstag ermöglicht (Nürnberg Altstadtkarte).
Sonderveranstaltungen und saisonale Überlegungen
Gelegentlich werden Sonderausstellungen zum Thema Kriegskunstschutz und Nürnberger Geschichte veranstaltet. Die Besucherzahlen erreichen im Sommer und während der Weihnachtszeit (insbesondere während des Christkindlesmarkts) ihren Höhepunkt, daher ist eine frühzeitige Buchung ratsam. In diesen Zeiträumen können zusätzliche Führungen angesetzt werden.
Nahegelegene Attraktionen
- Nürnberger Burg: Panoramablick auf die Stadt und mittelalterliche Geschichte über dem Kunstbunker.
- Germanisches Nationalmuseum: Beherbergt viele restaurierte Artefakte, die einst in den Bunkern untergebracht waren.
- Albrecht-Dürer-Haus: Wohnhaus und Museum des Renaissance-Meisters.
- St. Lorenz Kirche: Zeigt das Seitenaltarwerk von Veit Stoß.
- Historische Meile Nürnbergs: Ein selbstgeführter Rundgang zu wichtigen Sehenswürdigkeiten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Was sind die aktuellen Öffnungszeiten? A: Dienstag–Sonntag, 10:00–18:00 Uhr (April–Oktober), 10:00–16:00 Uhr (November–März), montags geschlossen. Die Führungszeiten variieren – Bestätigung über die offizielle Website.
F: Wie kaufe ich Tickets? A: Online-Vorausbuchung über die Website des Museums wird empfohlen.
F: Ist der Kunstbunker rollstuhlgerecht? A: Nein, aufgrund von Treppen und engen Gängen; kontaktieren Sie das Museum für mögliche Vorkehrungen.
F: Gibt es Führungen auf Englisch? A: Ja, aber seltener; buchen Sie im Voraus und bestätigen Sie die Verfügbarkeit.
F: Darf ich drinnen Fotos machen? A: Ja, ohne Blitz oder Stativ. Fragen Sie immer Ihren Führer.
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