Einleitung

Die Graphische Sammlung der Stadt Nürnberg ist eine Schatzkammer spätmittelalterlicher Buchmalerei und grafischer Kunst, die einen einzigartigen Einblick in die künstlerischen Traditionen Nürnbergs bietet. Als Aufbewahrungsort für rund 1.700 Zeichnungen, 4.000 Kupferstiche und Radierungen sowie 1.000 Holzschnitte und die wertvolle Luthardt-Sammlung mit über 1.000 Zeichnungen und 6.000 Drucken aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, ist sie ein bedeutendes Zentrum für Kunst und Geschichte. Die Sammlung ist teilweise auch in der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg untergebracht und umfasst Werke vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit, wobei ein besonderer Fokus auf Nürnberger Meistern wie Albrecht Dürer liegt. Dieser Leitfaden bietet Besuchern umfassende Informationen zur Geschichte, Bedeutung, zu Öffnungszeiten, Tickets und praktischen Tipps für einen unvergesslichen Besuch in dieser bedeutenden kulturellen Einrichtung.


Historische Entwicklung und Bedeutung

Ursprünge und Erweiterung der Sammlung

Die Graphische Sammlung der Stadt Nürnberg wurde im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert als Teil der wachsenden städtischen Kunsterwerbungen gegründet. Sie basiert auf der reichen Tradition Nürnbergs in Druckgrafik und Buchkunst, die eng mit dem Namen Albrecht Dürers und der Blütezeit der Renaissance verbunden ist. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Sammlung durch bedeutende Ankäufe, Schenkungen und den Erwerb von Nachlässen, wie der umfangreichen Luthardt-Sammlung aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, erheblich erweitert. Heute umfasst sie Zehntausende von Zeichnungen, Druckgrafiken, Kupferstichen und Holzschnitten, die ein breites Spektrum von der Spätgotik bis zur Moderne abdecken. Einige Teile der Sammlung werden auch von der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg verwaltet.

Kulturelle Relevanz und historische Bedeutung

Die Graphische Sammlung spielt eine zentrale Rolle im kulturellen Erbe Nürnbergs. Sie dokumentiert nicht nur die Entwicklung der grafischen Techniken und künstlerischen Stile über die Jahrhunderte, sondern bietet auch Einblicke in die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Kontexte ihrer Entstehung. Als eine der wenigen Sammlungen ihrer Art, die die Wirren des Zweiten Weltkriegs weitgehend unbeschadet überstanden hat, stellt sie ein unersetzliches Zeugnis der Nürnberger Kunsttradition dar. Die Sammlung dient als wichtige Forschungsressource für Kunsthistoriker, Künstler und Studenten und wird durch regelmäßige Ausstellungen, Publikationen und Bildungsprogramme einem breiten Publikum zugänglich gemacht.


Erhaltungs- und Konservierungsstrategien

Schonende Lagerung und Restaurierung

Werterhaltungsmaßnahmen für empfindliche Papierobjekte sind von größter Bedeutung. Die Graphische Sammlung setzt auf fortschrittliche Konservierungsmethoden, darunter klimatisierte Lagerung, die Verwendung säurefreier Materialien für Rahmen und Passepartouts sowie eine angepasste Beleuchtung, um die Kunstwerke vor Licht- und Umwelteinflüssen zu schützen. Fachkundige Restauratoren überwachen kontinuierlich den Zustand der Bestände und führen bei Bedarf Restaurierungsarbeiten durch, um die Langlebigkeit der Sammlung zu gewährleisten. Projekte zur Restaurierung kriegsbedingt beschädigter Werke werden oft in Sonderausstellungen präsentiert, um die Herausforderungen der Konservierung aufzuzeigen.

Digitalisierung und Zugänglichkeit

Um die Zugänglichkeit der Sammlung zu verbessern und die physische Handhabung von empfindlichen Objekten zu minimieren, werden laufend Digitalisierungsprojekte durchgeführt. Hochauflösende Scans vieler bedeutender Werke sind über Online-Portale, wie die der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg (FAU), zugänglich. Diese digitalen Ressourcen erleichtern die wissenschaftliche Forschung sowie die Bildung und ermöglichen einem weltweiten Publikum den Zugang zu den Schätzen der Sammlung.


Institutionelle Partnerschaften und Gemeinschaftsbeziehungen

Zusammenarbeit mit dem Germanischen Nationalmuseum

Die Graphische Sammlung arbeitet eng mit anderen bedeutenden kulturellen Institutionen Nürnbergs zusammen, insbesondere mit dem Germanischen Nationalmuseum, dem größten Museum für deutsche Kunst- und Kulturgeschichte. Diese Kooperationen ermöglichen gemeinsame Ausstellungen, Forschungsvorhaben und Publikationen, wodurch die Sichtbarkeit und Relevanz der Sammlung gesteigert wird. Auch die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg spielt eine wichtige Rolle bei der Pflege und Präsentation von Teilen der Sammlung.

Engagement der Gemeinschaft

Die Sammlung engagiert sich durch vielfältige Angebote für die lokale Gemeinschaft. Dazu gehören Workshops zur Druckgrafik für Kinder und Erwachsene, Künstlergespräche, Vorträge und öffentliche Führungen, die auf verschiedene Zielgruppen zugeschnitten sind. Diese Aktivitäten fördern das Verständnis und die Wertschätzung der grafischen Künste und stärken die Verbindung der Sammlung zur Stadtgesellschaft.


Besucherinformationen

Standorte und Ausstellungsorte

Die Werke der Graphischen Sammlung der Stadt Nürnberg werden an verschiedenen Orten präsentiert, wobei der Fokus auf folgenden Hauptstandorten liegt:

  • Albrecht-Dürer-Haus: Albrecht-Dürer-Straße 39, 90403 Nürnberg. Hier werden wechselnde Ausstellungen aus den städtischen Kunstsammlungen gezeigt, darunter auch Werke der Graphischen Sammlung. (Infos zum Albrecht-Dürer-Haus)
  • Stadtmuseum im Fembohaus: Burgstraße 15, 90403 Nürnberg. Das Fembohaus zeigt regelmäßig Ausstellungen mit Werken aus den Beständen der Graphischen Sammlung. (Nürnberg Stadtmuseum)
  • Germanisches Nationalmuseum: Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg. Hier befindet sich eine der bedeutendsten grafischen Sammlungen Deutschlands, die thematisch und zeitlich die städtische Sammlung ergänzt. (Germanisches Nationalmuseum)

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten können je nach Spielstätte variieren. Generell gilt:

  • Albrecht-Dürer-Haus: Dienstag bis Sonntag, 10:00 – 17:00 Uhr. Montags geschlossen.
  • Stadtmuseum im Fembohaus: Dienstag bis Sonntag, 10:00 – 17:00 Uhr. Montags geschlossen.
  • Germanisches Nationalmuseum: Dienstag bis Sonntag, 10:00 – 18:00 Uhr, donnerstags bis 20:00 Uhr. Montags geschlossen.

Es wird dringend empfohlen, die aktuellen Öffnungszeiten auf den offiziellen Webseiten der jeweiligen Museen vor dem Besuch zu überprüfen.

Tickets und Ermäßigungen

  • Albrecht-Dürer-Haus: Erwachsene zahlen ca. 6 €, Ermäßigungen für Schüler, Studenten und Senioren sind verfügbar. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. (Nürnberg Ticketinfos)
  • Stadtmuseum im Fembohaus: Eintritt ca. 7,50 €. Ermäßigungen und kostenfreier Eintritt mit der Nürnberg Card. (Nürnberg Card)
  • Germanisches Nationalmuseum: Eintritt ca. 10 €, mit Ermäßigungsoptionen und freiem Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Die Nürnberg Card bietet freien Eintritt zu vielen Museen und kostenfreie Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für 2 Tage und ist eine kostengünstige Option für Kulturinteressierte.

Führungen und Bildungsprogramme

An allen Hauptstandorten werden regelmäßig Führungen in Deutsch und oft auch auf Englisch angeboten. Diese Führungen geben vertiefte Einblicke in die Sammlungshöhepunkte und die restauratorischen Aspekte. Darüber hinaus gibt es Workshops, Vorträge und Familienangebote, die das Verständnis und die Freude an grafischer Kunst fördern. Für Fremdsprachenführungen und Gruppenbesuche ist eine Voranmeldung empfehlenswert. (Nürnberg Stadtmuseum Veranstaltungen)

Barrierefreiheit und Annehmlichkeiten

Die Museen sind bestrebt, ihren Besuchern größtmögliche Barrierefreiheit zu bieten. Die meisten Ausstellungsorte sind rollstuhlgerecht ausgestattet, mit Aufzügen, Rampen und barrierefreien Sanitäranlagen. Informationen sind oft in mehreren Sprachen verfügbar, und das Personal steht für Unterstützung bereit. Annehmlichkeiten wie Garderoben, Schließfächer, Museumsshops und Cafés sind vorhanden, um den Besuch angenehm zu gestalten.

Fotografie und Veranstaltungen

In den meisten Ausstellungsbereichen ist das Fotografieren für private Zwecke ohne Blitz erlaubt. Bei manchen Ausstellungen oder besonders empfindlichen Objekten können jedoch Einschränkungen gelten. Die Museen veranstalten das ganze Jahr über Sonderausstellungen, Themenabende und nehmen an stadtweiten Kulturveranstaltungen wie der "Blauen Nacht" teil.

Tipps für Ihren Besuch

  • Planung: Informieren Sie sich vorab über aktuelle Wechselausstellungen und eventuelle Schließzeiten auf den Museums-Webseiten.
  • Zeit einplanen: Planen Sie genügend Zeit ein, um die Vielfalt der Sammlung und die historischen Gebäude zu erkunden.
  • Kombinieren: Verbinden Sie Ihren Museumsbesuch mit Erkundungen der Nürnberger Altstadt, der Kaiserburg oder anderer nahegelegener kultureller Stätten.
  • Nürnberg Card: Erwägen Sie die Nürnberg Card für eine kostengünstige Erkundung der Stadt.

Höhepunkte der Sammlung

Reimarus - Graphiksammlung

Ein bedeutender Teil der städtischen Graphischen Sammlung umfasst die sogenannte Reimarus-Sammlung, welche eine breite Palette von Meisterwerken der europäischen Grafikgeschichte darstellt.

Meisterwerke der Renaissance, darunter Albrecht Dürer

Besonders hervorzuheben ist der Bestand an Werken aus der Renaissance, allen voran die Druckgrafiken und Zeichnungen von Albrecht Dürer (1471-1528), dem bedeutendsten Sohn der Stadt. Seine Kupferstiche wie "Melencolia I" oder "Ritter, Tod und Teufel" sowie zahlreiche Holzschnitte und Studien sind von unschätzbarem Wert. Auch Werke anderer bedeutender Künstler der Epoche wie Michael Wolgemut oder Hans Sebald Beham sind vertreten. Die Holzschnitte des gefeierten Weltchronik-Werkes von Hartmann Schedel von 1493 sind ebenfalls ein Highlight.

Die Luthardt-Sammlung

Die Luthardt-Sammlung, integriert in die städtischen Bestände, erweitert die Sammlung um rund 1.000 Zeichnungen und über 6.000 Drucke aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert und bietet somit eine Brücke in die jüngere Kunstgeschichte.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Öffnungszeiten der Graphischen Sammlung in Nürnberg? A: Die Öffnungszeiten variieren je nach Standort. Generell sind die Museen von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00/18:00 Uhr geöffnet, meist montags geschlossen. Bitte prüfen Sie die jeweiligen Webseiten.

F: Wie viel kosten die Tickets für die Graphische Sammlung? A: Die Eintrittspreise liegen für die Hauptausstellungsorte bei ca. 6-10 € für Erwachsene, mit Ermäßigungen für Kinder, Studenten und Senioren. Die Nürnberg Card ist eine kostengünstige Option.

F: Gibt es Führungen in anderen Sprachen als Deutsch? A: Ja, an den meisten Standorten werden regelmäßig Führungen in englischer Sprache angeboten. Eine Vorabreservierung wird empfohlen.

F: Ist die Graphische Sammlung für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Ja, die meisten Ausstellungsorte sind rollstuhlgerecht ausgestattet mit Rampen, Aufzügen und barrierefreien Toiletten.

F: Ist das Fotografieren in der Sammlung erlaubt? A: Das Fotografieren für private Zwecke ist in der Regel ohne Blitzlicht gestattet, es sei denn, es gibt spezifische Einschränkungen für einzelne Exponate oder Ausstellungen.

F: Gibt es Angebote für Familien und Kinder? A: Ja, viele Museen bieten spezielle Workshops, Führungen und Familienprogramme an, und Kinder unter einem bestimmten Alter haben oft freien Eintritt.


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