Braunes Haus.

München Deutschland 48° N · 11° E

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Braunes Haus
Braunes Haus · München
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Einleitung

Der ehemalige Standort des Braunen Hauses in München ist ein bedeutender Markstein in der deutschen Geschichte. Einst Hauptquartier der NSDAP, beherbergt er heute das NS-Dokumentationszentrum München, ein Museum und Bildungszentrum, das sich der Erforschung und Erinnerung an den Nationalsozialismus, seine Ursachen, Folgen und sein fortlaufendes Erbe widmet. Dieser detaillierte Leitfaden bietet alles, was Sie für einen nachdenklichen und informierten Besuch wissen müssen – Geschichte, kulturelle Bedeutung, praktische Informationen, Reisetipps, nahegelegene Attraktionen und Zugänglichkeit. Ob Sie ein Geschichtsinteressierter, Student oder Besucher sind, der eine bedeutungsvolle Erfahrung sucht – diese Ressource hilft Ihnen bei der Planung Ihres Besuchs an einem der wichtigsten historischen Orte Münchens.


Historischer Überblick & Architektonische Transformation

Frühe Geschichte und ursprünglicher Bau

Das Gebäude, das als Braunes Haus bekannt wurde, war ursprünglich ein klassizistisches Stadtpalais, das 1828 von Jean Baptiste Métivier entworfen wurde. Es befand sich an der Brienner Straße und war zunächst ein Symbol der bayerischen Aristokratie. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde es als Palais Barlow bekannt. Seine Architektur zeichnete sich durch symmetrische Fassaden, imposante Säulen und eine würdevolle Zurückhaltung aus, die die Ideale der damaligen Zeit von Ordnung und Rationalität widerspiegelte.

Erwerb und Rolle als NSDAP-Hauptquartier

1930 erwarb die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) das Palais, da sie München als die „Hauptstadt der Bewegung“ betrachtete. Der Architekt Paul Ludwig Troost leitete die Umbauten zum Parteizentrum. Während die neoklassizistische Außenfassade weitgehend erhalten blieb, wurden die Innenräume für Verwaltung, Propaganda und hochrangige Besprechungen umgestaltet, mit dunklen Hölzern, schlichten Dekorationen und prominenten Parteisymbolen, die die nationalsozialistische Ideologie widerspiegelten. Das Gebäude wurde nach den braunen Uniformen der Sturmabteilung (SA) in „Braunes Haus“ umbenannt. Der Standort wurde zum Synonym für die NS-Führung, beherbergte die Büros von Adolf Hitler, Rudolf Heß und Heinrich Himmler und diente als Mittelpunkt für Parteistrategie und -operationen (historicalsites.se).

Zerstörung, Nachkriegsmahnmaler und das Neue Dokumentationszentrum

Das Braune Haus wurde bei den Luftangriffen der Alliierten 1945 stark beschädigt, und seine Ruinen wurden 1947 abgeräumt. Im Gegensatz zu anderen NS-Gebäuden in München, die umfunktioniert wurden, blieb dieser Ort leer – ein Symbol für die Auseinandersetzung der Stadt mit ihrer Vergangenheit. 2015 wurde am Standort das NS-Dokumentationszentrum München eingeweiht. Das moderne weiße Kubusgebäude, entworfen vom Architekten Georg Scheel Wetzel, steht im starken Kontrast zu seinem Vorgänger und verkörpert Transparenz, Erinnerung und ein Bekenntnis zu demokratischen Werten. Das Zentrum bietet Dauerausstellungen und wechselnde Ausstellungen, Bildungsprogramme und Multimedia-Präsentationen, um kritisches Nachdenken über die Mechanismen und Folgen des Nationalsozialismus zu fördern.


Öffnungszeiten, Eintritt und Tickets

  • Öffnungszeiten:

    • Dienstag bis Sonntag: 10:00 – 19:00 Uhr
    • Montags geschlossen (außer an gesetzlichen Feiertagen, die auf einen Montag fallen).
  • Eintritt:

    • Kostenlos für alle Besucher.
    • Sonderausstellungen oder Führungen können eine Vorabreservierung erfordern.
  • Standort:

    • Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München (ehemals Brienner Straße 45)
    • Zentral gelegen in der Nähe des Königsplatzes, gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Weitere aktuelle Informationen finden Sie auf der offiziellen Website des NS-Dokumentationszentrums München.


Führungen, Bildungsprogramme und Sonderveranstaltungen

Das Dokumentationszentrum bietet ein umfangreiches Programm an Bildungsaktivitäten:

  • Führungen: Auf Deutsch und Englisch verfügbar, buchbar im Voraus für Einzelpersonen, Gruppen und Schulklassen.
  • Audioguides: Kostenlos, in mehreren Sprachen verfügbar.
  • Workshops & Vorträge: Regelmäßige Veranstaltungen, einschließlich Podiumsdiskussionen und Ausstellungseröffnungen.
  • Sonderausstellungen: Thematische Projekte, die verschiedene Aspekte der NS-Geschichte und ihre heutige Relevanz untersuchen.

Aktuelle Veranstaltungen und Buchungsdetails finden Sie auf der offiziellen Veranstaltungsseite.


Zugänglichkeit & Einrichtungen

Das NS-Dokumentationszentrum München ist vollständig barrierefrei:

  • Barrierefreie Zugänglichkeit: Barrierefreie Eingänge, Aufzüge zu allen Etagen, barrierefreie Toiletten und niedrige Schwellen.
  • Besucherbetreuung: Personal steht zur Unterstützung zur Verfügung; Besucher mit besonderen Bedürfnissen werden gebeten, sich im Voraus mit dem Zentrum in Verbindung zu setzen.
  • Einrichtungen:
    • Buchhandlung mit deutschen und englischen Titeln
    • Café (seit 2025 nach Renovierung hinzugefügt)
    • Kostenloses WLAN
    • Garderobe und Schließfächer (whichmuseum.com)

Reisetipps und nahegelegene Attraktionen

Anreise

  • Öffentliche Verkehrsmittel:

    • U-Bahn: Königsplatz (U2), Stiglmaierplatz (U1)
    • Tram: Linien 27, 28 (Haltestelle Karolinenplatz)
    • Bus: Linien 100 (Museumslinie) und 150
    • S-Bahn: Hauptbahnhof oder Karlsplatz (Stachus), dann 10 Minuten zu Fuß (kunstareal.de)
  • Keine Parkplätze vor Ort: Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel oder nahegelegene kostenpflichtige Parkhäuser.

Nahegelegene Attraktionen

  • Königsplatz: Historischer Platz mit klassischer Architektur und Museen.
  • Karolinenplatz: Bekannt für den Siegestor.
  • Münchner Residenz: Ehemaliger Königlicher Palast der bayerischen Monarchen.
  • Weitere Museen: Glyptothek, Lenbachhaus, Alte Pinakothek (alle im Kunstareal).

Besuchertipps

  • Beste Zeiten: Werktags vormittags ist es am wenigsten überfüllt.
  • Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2–4 Stunden für einen vollständigen Besuch.
  • Fotografieren: Ohne Blitz oder Stativ erlaubt, sofern nicht anders angegeben.
  • Kinder: Die Inhalte sind ernst; elterliche Zurückhaltung wird empfohlen.
  • Vorausplanung: Prüfen Sie vor Ihrem Besuch auf Sonderausstellungen oder Veranstaltungen.
  • Digitale Ressourcen: Laden Sie die App „Orte der Erinnerung“ für eine selbstgeführte Tour zu Orten der NS-Geschichte in München herunter (muenchen.de).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Öffnungszeiten? A: Dienstag bis Sonntag, 10:00–19:00 Uhr. Montags geschlossen, außer an gesetzlichen Feiertagen.

F: Ist der Eintritt frei? A: Ja, der Eintritt zur Dauerausstellung ist frei. Einige Veranstaltungen oder Sonderausstellungen können Tickets erfordern.

F: Gibt es Führungen? A: Ja, auf Deutsch und Englisch. Buchung online oder im Museum.

F: Ist das Zentrum barrierefrei für Besucher mit Behinderungen? A: Ja, mit barrierefreien Zugängen, Aufzügen und Behindertentoiletten.

F: Darf ich drinnen fotografieren? A: Persönliche Fotografie ist generell erlaubt, jedoch ohne Blitz oder Stativ.

F: Ist es für Kinder geeignet? A: Das Thema ist ernst; elterliche Zurückhaltung für jüngere Besucher wird empfohlen.

F: Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin? A: U-Bahn bis Königsplatz (U2) oder Stiglmaierplatz (U1), dazu Tram- und Busanbindungen.


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