Marburg, Germany

Völkerkundliche Sammlung Der Philipps-Universität

Die Ethnologische Sammlung der Philipps-Universität Marburg ist eine der ältesten und bedeutendsten universitären völkerkundlichen Sammlungen Deutschlands.

Einleitung

Die Ethnologische Sammlung der Philipps-Universität Marburg ist eine der ältesten und bedeutendsten universitären völkerkundlichen Sammlungen Deutschlands. Sie spiegelt jahrhundertelange wissenschaftliche Hingabe an die Erforschung und Bewahrung von Weltkulturen wider. In historischen Räumlichkeiten wie dem Landgrafenschloss und Universitätsgebäuden beherbergt die Sammlung ein einzigartiges Fenster zum materiellen Erbe Afrikas, Asiens, Ozeaniens und Amerikas. Mit Beständen, die von zeremoniellen Masken und Textilien bis hin zu archäologischen Funden und Ritualobjekten reichen, dient die Sammlung sowohl als wichtige akademische Ressource als auch als ansprechende Destination für die Öffentlichkeit.

Dieser umfassende Leitfaden bietet einen klaren Überblick über die Geschichte der Sammlung, ihre Kernmerkmale, Besucherinformationen, Barrierefreiheit und Möglichkeiten zur tieferen Auseinandersetzung. Egal, ob Sie Forscher, Student oder Reisender sind, der Marburg erkundet, hier finden Sie wesentliche Details, um Ihren Besuch optimal zu gestalten (Edufever; Springer Link; visitBerlin; Philipps University).


Frühe Grundlagen und institutioneller Kontext

Philipps-Universität Marburg, gegründet 1527, hat eine lange Tradition akademischen Sammelns und Forschens. Die Ethnologische Sammlung entstand neben anderen wissenschaftlichen Sammlungen im 18. und 19. Jahrhundert, einer Zeit, die von der systematischen Erwerbung von Objekten für Lehre und wissenschaftliche Forschung geprägt war. Diese Sammlungen wurden zur Unterstützung von Forschung und öffentlicher Bildung entwickelt und spiegelten die intellektuelle Neugier der Epoche wider (Edufever).


Wachstum und Entwicklung im 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert brachte eine bedeutende Erweiterung der Marburger akademischen Sammlungen. Die Ethnologische Sammlung wuchs durch akademische Expeditionen, Schenkungen und Tauschgeschäfte. Fakultätsmitglieder und Studenten trugen aktiv bei und brachten Objekte von Forschungsreisen ins Ausland zurück. Diese Artefakte bildeten die Grundlage für vergleichende Studien in Anthropologie, Archäologie und verwandten Disziplinen (Springer Link).


Bedeutung für Lehre und Forschung

Von Beginn an spielte die Ethnologische Sammlung eine zentrale Rolle in Lehre und Forschung der Universität. Sie wird umfassend in Kursen der Anthropologie, Archäologie und Kunstgeschichte verwendet und bietet Studenten direkten Zugang zu Kulturgütern. Forscher nutzten die Sammlung für Abschlussarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Publikationen und trugen so zu Debatten über Klassifizierung, Interpretation und Museumsethik bei.


Bewahrung über turbulente Zeiten hinweg

Trotz der Umwälzungen des 20. Jahrhunderts, einschließlich zweier Weltkriege, blieben die Marburger Sammlungen dank sorgfältiger Betreuung und der relativen Sicherheit der Stadt weitgehend intakt. Nach dem Krieg expandierte die Sammlung weiter und spiegelte neue akademische Interessen und Methodologien wider (Springer Link).


Sammlungshöhepunkte

Die Sammlung umfasst über 30.000 Objekte aus Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika mit besonderen Schwerpunkten in:

  • Westafrikanische Artefakte: Masken, Skulpturen, Textilien und Ritualobjekte, die vielfältige Traditionen widerspiegeln.
  • Ozeanische Objekte: Zeremonielle und alltägliche Objekte aus Polynesien, Melanesien und Mikronesien.
  • Asiatische Textilien und Keramiken: Stoffe und Porzellan aus China, Japan und Südostasien.
  • Amerika: Indigene Werkzeuge, Kleidung und zeremonielle Stücke.

Ein bedeutendes Fotoarchiv ergänzt die Objekte und dokumentiert Feldforschung und Expeditionen vom Anfang des 20. Jahrhunderts (Philipps University).


Kooperationen und Ausstellungen

Die Sammlung arbeitet aktiv mit nationalen und regionalen Museen zusammen, darunter das Humboldt Forum in Berlin. Aktuelle Ausstellungen wie „Jenseits der Norm? Ein queerer Blick auf Gender und Sexualität in der Ethnologischen Sammlung“ thematisieren aktuelle Fragen von Identität und Repräsentation (visitBerlin). Temporäre Ausstellungen, oft von Studenten kuratiert, bieten neue Perspektiven und fördern die öffentliche Beteiligung.


Forschung, Digitalisierung und Zugänglichkeit

Laufende Digitalisierungsprojekte und Provenienzforschung erhöhen die Zugänglichkeit und Transparenz und machen Objekte einem globalen Publikum zugänglich. Digitalisierte Aufzeichnungen, virtuelle Touren und Online-Ausstellungen unterstützen Forschung und öffentliche Bildung (Springer Link). Führungen sind auf Anfrage erhältlich, und die Sammlung bleibt ein integraler Bestandteil der universitären Lehre und Forschung.


Ethische Verantwortung und Zukunftsperspektiven

Die Sammlung engagiert sich in kritischen Diskussionen über Provenienz, Restitution und ethische Verantwortung. Bemühungen konzentrieren sich auf Transparenz, Zusammenarbeit mit Herkunftsgemeinschaften und die Dekolonisierung von Museumspraktiken, was ein Engagement für eine verantwortungsbewusste und inklusive Verwaltung zeigt.


Praktische Besucherinformationen

Standorte

  • Hauptschau raum und Ausstellungen: Fachbereich Gesellschafts- und Kulturwissenschaften, Deutschhausstraße 3, Marburg.
  • Landgrafenschloss (Universitätsmuseum): Wilhelmsbau, historisches Schloss oberhalb von Marburg (Marburg City Portal).

Öffnungszeiten

  • Fachbereich Schau raum: Dienstag bis Freitag, 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr.
  • Museum Landgrafenschloss: Öffnungszeiten können aufgrund von Renovierungen variieren; prüfen Sie die offizielle Website auf Aktualisierungen.

Eintritt und Tickets

  • Der Eintritt zur Ethnologischen Sammlung ist frei.
  • Für das Museum am Landgrafenschloss kann ein Ticket erforderlich sein; Ermäßigungen für Studenten, Senioren und Gruppen.

Führungen

  • Auf Anfrage erhältlich; im Voraus über den Fachbereich Gesellschafts- und Kulturwissenschaften zu buchen.

Barrierefreiheit

  • Die meisten Ausstellungen sind rollstuhlgerecht; Rampen und Unterstützung sind verfügbar. Einige Schlossbereiche sind nur eingeschränkt zugänglich – kontaktieren Sie das Museum für detaillierte Informationen.

Anreise

  • Marburg ist per Bahn und Bus erreichbar; beide Standorte sind zu Fuß von zentralen Verkehrsknotenpunkten erreichbar.
  • Parkplätze sind in der Nähe vorhanden, einschließlich gekennzeichneter Stellplätze für Besucher mit Behinderungen.

Zusätzliche Besuchertipps

  • Kombinieren Sie Ihren Besuch mit nahegelegenen Attraktionen wie dem Religionskundlichen Museum und der Marburger Altstadt.
  • Informieren Sie sich auf der Universitätswebsite über aktuelle Veranstaltungen, Sonderausstellungen und familienfreundliche Aktivitäten.

Visuelle und Medienressourcen

Hochwertige Bilder von Schlüsselartefakten, virtuelle Touren und Videos sind auf der offiziellen Website der Sammlung verfügbar. Optimierte Alt-Texte und Multimedia-Inhalte verbessern die Zugänglichkeit für Online-Zielgruppen.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Öffnungszeiten der Ethnologischen Sammlung? A: Dienstag bis Freitag, 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr für den Fachbereich showroom. Die Öffnungszeiten des Landgrafenschlosses können variieren – prüfen Sie die Online-Informationen auf Aktualisierungen.

F: Ist der Eintritt frei? A: Der Eintritt zur Ethnologischen Sammlung ist frei; im Schloss können Eintrittsgebühren für das Museum anfallen.

F: Wie buche ich eine Führung? A: Kontaktieren Sie im Voraus den Fachbereich Gesellschafts- und Kulturwissenschaften per E-Mail oder Telefon.

F: Ist die Sammlung für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Ja, die meisten Bereiche sind zugänglich, einige Schlossbereiche können Einschränkungen haben. Bitte erkundigen Sie sich im Voraus nach Unterstützung.

F: Darf ich in den Ausstellungen fotografieren? A: Fotografieren für den persönlichen Gebrauch ist generell erlaubt; prüfen Sie auf Beschränkungen für bestimmte Exponate.


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