Einleitung
Das Stolperstein-Projekt, initiiert vom deutschen Künstler Gunter Demnig in den frühen 1990er Jahren, ist das weltweit größte dezentrale Mahnmal für Opfer des Nationalsozialismus. Diese "Stolpersteine" – kleine Messingtafeln, die in Gehwege eingelassen sind – werden außerhalb der letzten frei gewählten Wohnorte von Personen verlegt, die während des Holocaust und anderer NS-Gräueltaten verfolgt und ermordet wurden. Bis 2025 wurden über 100.000 Stolpersteine in 27 europäischen Ländern installiert und verwandeln städtische Landschaften in eindringliche Erinnerungen an die Geschichte (stolpersteine.eu; fabriziomusacchio.com).
In Mainz ist die Stolperstein-Initiative ein zentraler Bestandteil der Erinnerungskultur der Stadt. Der Stolperstein für Siegbert Frohwein erinnert an einen jüdischen Einwohner, der unter dem Nazi-Regime verfolgt wurde. In die Gehwege der Stadt eingelassen, lädt dieses Denkmal Besucher ein, innezuhalten, nachzudenken und individuelle Geschichten zu ehren, die sonst vergessen werden könnten.
Dieser Leitfaden bietet umfassende Informationen zur historischen Bedeutung des Stolpersteins für Siegbert Frohwein, praktische Tipps für den Besuch – einschließlich Öffnungszeiten und Zugänglichkeit – Einblicke in Gedenkbräuche und Möglichkeiten, sich mit den breiteren Bemühungen Mainzs zur Erinnerung an den Holocaust auseinanderzusetzen. Ob Sie ein Geschichtsinteressierter, Pädagoge oder Reisender sind, diese Ressource wird Ihnen helfen, die in den Mainzer Straßen eingebettete Erinnerung zu erleben und zu ehren.
Fotogalerie
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Ursprünge und Bedeutung des Stolperstein-Projekts
Die Stolpersteine ("stolpersteine") sind Teil eines Projekts, das Gunter Demnigs Vision entsprang, ein dezentrales, persönliches Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus zu schaffen. Die ersten Steine wurden 1996 in Köln verlegt. Jeder Stolperstein ist eine handgravierte Messingtafel, 10 x 10 cm groß, in Beton gefasst und in den Bürgersteig vor dem letzten frei gewählten Wohnhaus eines Opfers eingelassen (stolpersteine.eu; pragueviews.com).
Leitprinzip des Projekts ist der Talmudspruch „Erinnert ist man sich an einen Menschen erst dann, wenn sein Name vergessen ist“, der sicherstellt, dass die Namen und Geschichten der Verfolgten nicht in Vergessenheit geraten. Neben jüdischen Opfern gedenken Stolpersteine auch Sinti und Roma, Behinderten, politischen Dissidenten, LGBTQ+-Personen und anderen, die vom NS-Regime ins Visier genommen wurden (mainz.de; fabriziomusacchio.com).
Stolpersteine in Mainz: Lokale Geschichte und Umsetzung
Jüdisches Leben und Verfolgung in Mainz
Vor 1933 lebte in Mainz eine blühende jüdische Gemeinde von etwa 2.600 Mitgliedern (mainz.de). Juden waren tief in das kulturelle und wirtschaftliche Leben von Mainz integriert. Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus sah sich diese Gemeinschaft zunehmend Diskriminierung, Deportationen und Vernichtung ausgesetzt. Der letzte Transport von Mainz in Konzentrationslager brach am 10. Februar 1943 auf.
Das Mainzer Stolperstein-Projekt begann Anfang der 2000er Jahre und wird vom Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz und dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. in Zusammenarbeit mit der Stadt und lokalen Historikern koordiniert. Jährlich werden neue Steine hinzugefügt, wenn die Forschung fortschreitet.
Besuch des Stolpersteins für Siegbert Frohwein: Öffnungszeiten, Tickets und Zugänglichkeit
Der Stolperstein für Siegbert Frohwein ist in den Bürgersteig vor seiner letzten bekannten Adresse in Mainz eingelassen. Diese Gedenkstätten sind öffentlich, kostenlos zu besuchen und rund um die Uhr zugänglich – keine Tickets oder Reservierungen erforderlich. Für optimale Sicht und Sicherheit wird ein Besuch tagsüber (in der Regel von 9 bis 18 Uhr) empfohlen.
Die meisten Stolpersteine in Mainz befinden sich auf Straßenhöhe und sind für Besucher mit Hilfsmitteln zur Mobilität zugänglich, obwohl einige ältere Gehwege uneben sein können. Das kompakte Stadtlayout und die öffentlichen Verkehrsmittel machen es einfach, mehrere Gedenkstätten zu erreichen.
Geführte Touren, Veranstaltungen und bürgerschaftliches Engagement
Lokale Organisationen und das Mainzer Touristenamt bieten geführte Spaziergänge an, die sich auf Stolpersteine und die jüdische Geschichte konzentrieren. Diese Touren liefern tiefgehende Geschichten und Kontext zu den gedenkenden Leben. Bildungsprogramme werden vom Haus des Erinnerns und lokalen Schulen angeboten, oft unter Einbeziehung von Schülern in Forschung und Zeremonien.
Jährliche Veranstaltungen, wie der Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und Gedenkfeiern für die Reichspogromnacht (9.-10. November), beinhalten geführte Spaziergänge und Zeremonien an Stolperstein-Standorten (SWR Aktuell). Gemeindemitglieder beteiligen sich regelmäßig an der Reinigung und Pflege der Steine, während Sponsoring und Forschung fortlaufende Aktivitäten sind (stolpersteine.eu).
Bildungschancen und Gedenkpraktiken
Stolpersteine sind in die Bildungslandschaft von Mainz durch Schulcurricula, projektbasiertes Lernen und generationsübergreifende Initiativen integriert. Schüler erforschen die Biografien von Opfern, nehmen an Zeremonien teil und knüpfen Verbindungen zu Überlebenden oder Nachkommen. Digitale Werkzeuge wie interaktive Karten und mobile Apps verbessern die Zugänglichkeit und das Engagement (mainz-tourismus.com; LearningMole).
Gedenkpraktiken umfassen das Innehalten, um Inschriften zu lesen, das sanfte Polieren von Messingtafeln und das Hinterlassen kleiner Steine oder Blumen – eine jüdische Tradition, die Erinnerung symbolisiert.
Praktische Besucherinformationen
Den Stolperstein finden
- Finden Sie die Adresse auf der Website Stolperstein Mainz, die durchsuchbare Karten und Biografien anbietet.
- Der Stein für Siegbert Frohwein befindet sich in einer fußgängerfreundlichen Gegend und ist für die meisten Besucher zugänglich.
Zugänglichkeit und Öffnungszeiten
- Öffentliche Gehwege: 24/7 zugänglich, kein Eintrittspreis.
- Die meisten Steine befinden sich auf Straßenhöhe; einige ältere Gehwege können uneben sein.
Besuch kombinieren
- Erkunden Sie nahegelegene Sehenswürdigkeiten: Mainzer Dom, Gutenberg-Museum, Jüdisches Museum Mainz und die Rheinuferpromenade (GermanSights).
- Die Mainzer Touristeninformation (mainz STORE) bietet Karten und Ressourcen.
Ethik des verantwortungsbewussten Besuchs
- Nähern Sie sich dem Denkmal ruhig und respektvoll.
- Das Reinigen der Tafel mit einem weichen Tuch ist eine bedeutungsvolle Geste.
- Fotografie ist willkommen; vermeiden Sie es, Wege zu blockieren oder Anwohner zu stören.
- Das Platzieren eines kleinen Steins oder einer Blume ehrt die Erinnerung im Einklang mit der jüdischen Tradition.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Benötige ich Tickets, um den Stolperstein zu besuchen? A: Nein, der Stolperstein ist ein öffentliches Denkmal, das jederzeit kostenlos zugänglich ist.
F: Gibt es geführte Touren? A: Ja, über das Mainzer Touristenamt und lokale Organisationen, einige auf Anfrage auch auf Englisch erhältlich.
F: Ist die Stätte für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Die meisten Stolpersteine befinden sich auf Straßenhöhe und sind zugänglich, aber einige Gehwege können uneben sein.
F: Wie kann ich mich engagieren oder das Projekt unterstützen? A: Nehmen Sie an Zeremonien teil, sponsern Sie neue Steine, engagieren Sie sich ehrenamtlich in der Forschung oder bei Veranstaltungen oder spenden Sie über die Stolpersteine Stiftung.
F: Wo finde ich weitere Informationen? A: Siehe die Website Stolperstein Mainz oder die Website Mainz Tourismus.
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