Einleitung
Der Stolperstein für Margrit Mayer in Mainz ist eine eindringliche, persönliche Erinnerung, die in die städtische Landschaft von Mainz eingebettet ist und Besucher mit den Tragödien und der Widerstandsfähigkeit der jüdischen Gemeinde von Mainz während des Holocaust verbindet. Als Teil von Gunter Demnigs Stolpersteine-Projekt – dem größten dezentralen Holocaust-Mahnmal der Welt – ehrt diese Gedenkplakette aus Messing Margrit Mayer und unzählige andere, die vom NS-Regime verfolgt wurden. Dieser Leitfaden bietet historischen Kontext, praktische Besuchsinformationen und Empfehlungen, um Ihren Besuch sinnvoll und respektvoll zu gestalten und gleichzeitig hervorzuheben, wie der Stolperstein in die breitere jüdische Erbe- und Erinnerungskultur von Mainz passt. (Stolpersteine.eu, Mainz.de, Germany.info)
Fotogalerie
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Ursprünge und Ziel des Stolpersteine-Projekts
Das Stolpersteine-Projekt wurde 1992 vom deutschen Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen, um Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung zu ehren. Jeder Stolperstein ist eine 10 x 10 cm große Messingplatte, auf der der Name und das Schicksal eines einzelnen Opfers eingraviert ist und die bündig in das Pflaster vor ihrer letzten frei gewählten Wohnstätte eingelassen wird. Beginnend mit einem Fokus auf Sinti und Roma, erweiterte sich das Projekt bald auf Juden, politische Dissidenten, Menschen mit Behinderungen, LGBTQ+-Personen und andere, die von den Nazis ins Visier genommen wurden. Ziel ist es, die unermessliche Tragödie des Holocaust zu personalisieren, indem den Opfern an den Orten, wo sie lebten, ihre Namen, Geschichten und Würde zurückgegeben werden. (Stolpersteine.eu; LBI.org)
Bis 2025 wurden über 116.000 Stolpersteine in mehr als 1.860 Städten und Gemeinden in 31 europäischen Ländern installiert, was das Projekt zu einem internationalen Symbol der Erinnerung und Reflexion macht. (Stolpersteine.eu)
Stolpersteine in Mainz: Lokale Geschichte und Bedeutung
Mainz, die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz, kann auf ein ein Jahrtausend reichendes jüdisches Erbe zurückblicken. Die Stadt, im Hebräischen als "Magenza" bekannt, war ein renommiertes Zentrum jüdischen Lernens und jüdischer Kultur. Vor dem Holocaust gab es in Mainz eine lebendige jüdische Gemeinde von etwa 2.600 Personen. Die Nazi-Ära brachte Verwüstung – weit mehr als die Hälfte der jüdischen Bevölkerung von Mainz wurde deportiert und ermordet. (Rheinhessen.de; Mainz.de)
Die ersten Stolpersteine in Mainz wurden 2007 verlegt. Heute markieren über 350 Stolpersteine und eine Stolperschwelle die letzten frei gewählten Wohnstätten von Opfern in der gesamten Stadt, auch im Stadtteil Oberstadt, wo Margrit Mayers Familie lebte. Das Projekt in Mainz wird koordiniert vom Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V. und dem Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz in Zusammenarbeit mit der Stadt. (Stolpersteine-Mainz.de; Haus des Erinnerns)
Der Stolperstein für Margrit Mayer: Historischer Hintergrund
Der Stolperstein für Margrit Mayer ist Teil einer Gruppe von Steinen, die an die Familie Mayer erinnern, die im Mainzer Stadtteil Oberstadt lebte. Isidor Mayer, Margrits Vater, war ein Veteran des Ersten Weltkriegs und Fabrikbesitzer. Mit zunehmender Verfolgung durch die Nazis floh die Familie nach Frankreich, wurde aber 1944 gefasst, nach Auschwitz deportiert und ermordet. Nur Margrits Schwester Hilde überlebte. Der Stolperstein für Margrit ist vor ihrem letzten Wohnort in der Friedrich-Schneider-Straße verlegt, damit ihr Name und ihre Geschichte nicht vergessen werden. (SWR Aktuell)
Besuch des Stolpersteins: Standort, Öffnungszeiten und Zugang
Standort: Der Stolperstein für Margrit Mayer ist im Bürgersteig vor dem ehemaligen Wohnhaus ihrer Familie im Mainzer Stadtteil Oberstadt eingelassen. Die genaue Adresse und eine digitale Karte aller Stolpersteine in Mainz finden Sie auf der offiziellen Website Stolpersteine Mainz.
Öffnungszeiten: Stolpersteine sind öffentliche Gedenkstätten und jederzeit zugänglich, rund um die Uhr. Es gelten keine Öffnungszeiten.
Tickets und Zugang: Es sind keine Tickets oder Gebühren erforderlich, um die Stolpersteine zu besuchen. Die Gedenkstätten sind kostenlos und für alle offen.
Anreise: Mainz ist gut mit dem Zug und öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die S-Bahn-Haltestelle Römisches Theater liegt in der Nähe des historischen Zentrums. Die meisten Stolpersteine, einschließlich des von Margrit Mayer, sind von den Nahverkehrsknotenpunkten der Stadt aus zu Fuß erreichbar. (Travel Savvy Gal)
Kulturelle und Gedenkwertigkeit
Das Leitprinzip des Stolpersteine-Projekts stammt aus dem Talmud: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Durch die Prägung von Namen und Schicksalen in alltäglichen öffentlichen Räumen zielt das Projekt darauf ab, den Opfern ihre Individualität und Würde zurückzugeben. Die Steine dienen als dezentrales, lebendiges Mahnmal – sie laden Passanten ein, auf die Vergangenheit zu „stoßen“ und nachdenken. Die Geste des Niederk niens, um die Inschrift zu lesen, ist ein Zeichen des Respekts und der Erinnerung. (LBI.org; Mainz.de)
In Mainz sind die Stolpersteine Teil einer breiteren Erinnerungslandschaft, die den alten jüdischen Friedhof „Judensand“, die Neue Synagoge und die UNESCO-Welterbestätten der SchUM-Städte umfasst und damit die kulturelle und historische Erzählung der Stadt weiter bereichert. (Rheinhessen.de)
Gemeinschaftliche Beteiligung und Gedenken
Die Verlegung von Stolpersteinen ist ein kollaborativer Prozess, an dem Künstler, Historiker, lokale Behörden, Nachkommen und Gemeindemitglieder beteiligt sind. Jeder Stein wird von Hand gefertigt, und bei Verlegungszeremonien gibt es normalerweise Lesungen, Musik und biografische Ehrungen. Laufende Pflege – wie die Reinigung und Instandhaltung der Tafeln – und jährliche Gedenkveranstaltungen fördern ein Gefühl gemeinsamer Verantwortung und intergenerationellen Dialogs. (Stolpersteine-Mainz.de; SWR Aktuell)
Praktische Besuchertipps und Barrierefreiheit
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So finden Sie den Stolperstein: Nutzen Sie die digitale Karte der Stolpersteine, um Ihre Route zu planen.
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Etikette: Halten Sie inne und lesen Sie die Inschrift. Das Niederlegen eines kleinen Steins oder einer Blume ist eine traditionelle Gedenkgeste.\nVerzichten Sie darauf, direkt auf den Stein zu treten. Das Polieren des Messings wird geschätzt und ist Teil der lokalen Gedenkkultur.
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Barrierefreiheit: Stolpersteine sind in öffentlichen Gehwegen verlegt und im Allgemeinen für Rollstuhlfahrer zugänglich, obwohl einige gepflasterte Bereiche uneben sein können. Begleitpersonen können sehbehinderten Besuchern helfen.
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Fotografie: Gestattet, aber bitte seien Sie rücksichtsvoll, besonders in Wohngebieten.
Kombinieren Sie Ihren Besuch mit anderen Mainzer historischen Stätten
Mainz bietet eine Fülle historischer Sehenswürdigkeiten, die vom Stolperstein aus zu Fuß erreichbar sind, darunter:
- Mainzer Dom: Romanisches Wahrzeichen.
- St. Stephan Kirche: Berühmt für die Glasfenster von Marc Chagall (Travel Savvy Gal).
- Jüdisches Museum Mainz: Ausstellungen zur lokalen jüdischen Geschichte (JGuide Europe).
- Römisches Theater: Antike archäologische Stätte.
- Mainzer Synagoge und Standort der Alten Synagoge.
- Kurfürstliches Schloss.
Die mainz STORE / Tourist Information am Markt 17 (Domplatz) ist geöffnet von Montag bis Samstag, 10:00–18:00 Uhr, und bietet Karten, Führungen und Beratung an.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Gibt es festgelegte Besuchszeiten für den Stolperstein für Margrit Mayer? A: Nein, Stolpersteine sind als Teil des öffentlichen Gehwegs rund um die Uhr zugänglich.
F: Benötigt man ein Ticket oder eine Gebühr? A: Nein, der Besuch ist immer kostenlos.
F: Wie finde ich den genauen Standort? A: Nutzen Sie die digitale Karte der Stolpersteine Mainz oder fragen Sie im Touristenbüro.
F: Gibt es geführte Touren? A: Ja, Stadtführungen beinhalten oft Stolpersteine und können über das Touristenbüro arrangiert werden.
F: Ist der Stolperstein für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Im Allgemeinen ja, obwohl einige Kopfsteinpflasterstraßen Herausforderungen darstellen können.
F: Kann ich an Reinigungs- oder Gedenkaktivitäten teilnehmen? A: Ja, lokale Freiwillige freuen sich über Teilnahme, besonders am Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und ähnlichen Anlässen.
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