Einleitung
Der Besuch des Stolpersteins für Margarethe Selig in Mainz bietet eine zutiefst persönliche und bewegende Verbindung zur Geschichte der Holocaust-Opfer und der einst blühenden jüdischen Gemeinde der Stadt. Stolpersteine sind kleine, messingbeschichtete Gedenktafeln, die in die Bürgersteige eingelassen sind und an Personen erinnern, die von den Nazis an den Orten ihrer letzten frei gewählten Wohnsitze verfolgt wurden. Dieses einzigartige Gedenkprojekt, initiiert vom Künstler Gunter Demnig in den frühen 1990er Jahren, hat sich zum größten dezentralen Gedenkprojekt der Welt entwickelt, mit über 116.000 Steinen, die bis 2024 in 31 europäischen Ländern verlegt wurden (stolpersteine.eu).
Dieser umfassende Leitfaden bietet alles, was Sie für einen bedeutungsvollen Besuch benötigen: Ursprung und Zweck der Stolpersteine, die Geschichte von Margarethe Selig und ihrer Familie, praktische Besucherinformationen (einschließlich Ort, Barrierefreiheit und Etikette) sowie Vorschläge zur Erkundung verwandter historischer Stätten in Mainz.
Fotogalerie
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Das Stolperstein-Projekt: Ursprung und Zweck
Das Stolperstein-Projekt wurde 1992 vom deutschen Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen, um Opfer nationalsozialistischer Verfolgungen zu ehren. Jeder Stolperstein ist ein 10 x 10 cm großer Betonblock mit Messingbeschichtung, auf dem der Name, das Geburtsjahr, das Schicksal und, soweit bekannt, das Datum und Ort des Todes des Opfers eingraviert sind. Die Steine werden bündig in den Gehweg vor der letzten frei gewählten Adresse des Opfers eingelassen, wodurch die Erinnerung Teil des alltäglichen Stadtlebens wird (stolpersteine.eu).
Im Gegensatz zu traditionellen Denkmälern dezentralisieren Stolpersteine die Erinnerung und laden Passanten ein, sich – physisch und emotional – mit den Geschichten von Menschen auseinanderzusetzen, die einst in ihrer Nachbarschaft lebten. Die Basisbewegung des Projekts bezieht Familien, Gemeinschaften und Organisationen in die Forschung, Patenschaft und Pflege der Steine ein. Bis 2024 sind Stolpersteine in über 1.860 Gemeinden zu finden, und jedes Jahr werden Tausende neue Steine verlegt (stolpersteine.eu).
Stolpersteine in Mainz: Lokaler Kontext
Mainz, eine der ältesten Städte Deutschlands mit einem lebendigen jüdischen Erbe, hat das Stolperstein-Projekt zur Ehrung von Juden und anderen Opfern des Nationalsozialismus angenommen. Lokale Organisationen – wie das Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz und der Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V. – koordinieren die Recherche und Verlegung von Stolpersteinen, pflegen eine umfassende Datenbank und bieten Bildungsressourcen (stolpersteine-mainz.de).
So finden Sie Stolpersteine in Mainz
Stolpersteine sind in ganz Mainz verteilt, insbesondere im Stadtteil Hechtsheim und im Stadtzentrum. Die Webseite Stolpersteine Mainz bietet eine interaktive Karte und Datenbank für die Planung Ihrer Route. Geführte Spaziergänge sind ebenfalls über lokale Kulturorganisationen und das Mainzer Tourismusamt erhältlich.
Die Geschichte von Margarethe Selig und ihrer Familie
Margarethe Selig (geb. Hirsch) gehörte zu einer alteingesessenen jüdischen Familie in Hechtsheim bei Mainz. Die Seligs waren Obst- und Getreidehändler und tief in der Gemeinschaft verwurzelt. Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus wurde die Familie zunehmend verfolgt: Ihr Haus wurde während der Reichspogromnacht 1938 zerstört, und bis Januar 1939 waren Margarethe und ihr Mann Berthold gezwungen, in ein designates "Judenhaus" in der Adam-Karrillon-Straße 54 umzuziehen. Diese Häuser wurden von den Nazis genutzt, um jüdische Bewohner unter Überwachung und unter überfüllten Bedingungen zu konzentrieren (beer-mainz.de; alemannia-judaica.de).
Am 25. März 1942 wurden die Seligs von Mainz aus in das Ghetto Piaski im besetzten Polen deportiert, zusammen mit Hunderten anderer Juden aus der Region. Ihr Schicksal ist ein tragisches Beispiel für die systematische Zerstörung der Mainzer jüdischen Gemeinde.
Besuch des Stolpersteins von Margarethe Selig: Praktische Informationen
Ort
Der Stolperstein für Margarethe Selig befindet sich im Mainzer Stadtteil Hechtsheim, an ihrer letzten frei gewählten Adresse. Der genaue Standort kann zusammen mit einer Karte auf der offiziellen Webseite Stolpersteine Mainz gefunden werden.
Barrierefreiheit
- Öffentliche Verkehrsmittel: Mainz ist eine gut begehbare Stadt mit ausgezeichneten Straßenbahn- und Busverbindungen vom Hauptbahnhof nach Hechtsheim.
- Zu Fuß: Der Stein ist in einen öffentlichen Gehweg eingelassen und 24 Stunden am Tag zugänglich. Die meisten Steine sind für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich, obwohl einige Gehwege uneben sein können.
- Touristenhilfe: Für Hilfe bei Wegbeschreibungen und Barrierefreiheit kontaktieren Sie das Mainzer Tourismusamt.
Besuchszeiten und Tickets
- Öffnungszeiten: Der Stolperstein ist Teil des öffentlichen Straßenbildes und kann jederzeit besucht werden.
- Tickets: Es fallen keine Eintrittsgebühren oder Tickets an.
Was Sie erwartet
- Erscheinungsbild: Das Denkmal ist ein kleiner, messingbeschichteter Stein, bündig in den Gehweg eingelassen, mit der deutschen Inschrift: "Hier wohnte...", gefolgt von den Details von Margarethe Selig.
- Atmosphäre: In einem Wohngebiet gelegen, ist der Ort in das tägliche Stadtleben integriert und bietet einen ruhigen Raum zur Reflexion.
Etikette und kulturelle Sensibilität
- Respekt: Nähern Sie sich dem Stein in Stille, halten Sie inne, um die Inschrift zu lesen, und vermeiden Sie es, direkt auf ihm zu stehen.
- Gedenken: Es ist Brauch, einen kleinen Stein oder eine Blume auf dem Stolperstein als Zeichen des Gedenkens abzulegen.
- Fotografie: Erlaubt, aber bitte diskret und ohne Anwohner zu stören.
Instandhaltung
Lokale Freiwillige und Familienmitglieder reinigen Stolpersteine regelmäßig; Besucher können das Messing als Akt der Pflege und des Gedenkens sanft mit einem weichen Tuch polieren (Haus des Erinnerns).
Bereicherung Ihres Besuchs: Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Verbinden Sie Ihren Stolperstein-Besuch mit anderen bedeutenden Mainzer Sehenswürdigkeiten:
- Mainzer Dom: Eine tausendjährige romanische Kathedrale.
- Gutenberg-Museum: Das Erbe des Erfinders des Buchdrucks.
- Jüdisches Museum Mainz: Chronik des jüdischen Erbes der Stadt.
- St. Stephan-Kirche: Bekannt für die Glasfenster von Marc Chagall.
- Alter Jüdischer Friedhof: Einer der ältesten jüdischen Friedhöfe Europas.
Für viele dieser Orte sind geführte Touren verfügbar. Für Details kontaktieren Sie das Mainzer Tourismusamt.
Tipps für einen bedeutungsvollen Besuch
- Vorbereitung: Informieren Sie sich vorab über das Leben von Margarethe Selig und die jüdische Geschichte von Mainz (Leo Baeck Institute).
- Schuhwerk: Tragen Sie bequeme Schuhe für Spaziergänge auf Kopfsteinpflasterstraßen.
- Wetter: Kleiden Sie sich dem lokalen Klima entsprechend, da das Denkmal im Freien liegt.
- Sprache: Die Inschrift ist auf Deutsch; erwägen Sie die Mitnahme einer Übersetzungs-App.
- Führungen: Planen Sie eine geführte Tour für ein tiefgreifenderes Erlebnis.
- Digitale Ressourcen: Nutzen Sie das digitale Archiv Stolpersteine Mainz für Hintergrundinformationen und Karten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Benötige ich eine Eintrittskarte oder Reservierung, um den Stolperstein von Margarethe Selig zu besuchen? A: Nein, der Stolperstein ist ein öffentliches Denkmal, das jederzeit kostenlos zugänglich ist.
F: Sind Stolpersteine für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich? A: Im Allgemeinen ja – sie sind in öffentlichen Gehwegen eingelassen, obwohl einige Bereiche uneben sein können. Konsultieren Sie das Mainzer Tourismusamt für spezifische Informationen zur Barrierefreiheit.
F: Darf ich Fotos machen? A: Ja, aber bitte seien Sie respektvoll und diskret.
F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, über lokale Organisationen und das Tourismusamt. Eine Vorab-Buchung wird empfohlen, besonders in der Hochsaison.
Weiterführende Unterstützung und Kontaktinformationen
- Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz: Für Bildungsprogramme, Freiwilligenarbeit oder zur Meldung von Schäden an einem Stolperstein. Haus des Erinnerns
- Mainzer Tourismusamt: Allgemeine Besucherbeteiligung, Informationen zu Öffnungszeiten und Karten. Mainzer Tourismusamt
Visuelle und digitale Ressourcen
Alt-Text: Messing-Stolperstein-Gedenkstein für Margarethe Selig, eingelassen im Gehweg in Mainz, Deutschland.
Alt-Text: Karte hebt den Standort des Stolpersteins im Stadtteil Hechtsheim von Mainz hervor.
Für interaktive Karten und digitale Archive besuchen Sie Stolpersteine Mainz.
Mehr Entdecken
Der Stolperstein für Margarethe Selig ist nicht nur ein Zeichen im Bürgersteig – er ist ein eindrucksvolles Zeugnis für die durch Intoleranz verlorenen Leben und die anhaltende Widerstandsfähigkeit der Erinnerung. Indem Sie ihre Geschichte besuchen, reflektieren und teilen, ehren Sie ihr Andenken und tragen zu einer Kultur der Toleranz und des historischen Bewusstseins bei. Erkunden Sie zusätzliche Online-Ressourcen, nehmen Sie an geführten Touren teil und beteiligen Sie sich an lokalen Gedenkveranstaltungen. Laden Sie die Audiala-App für selbst geführte Touren herunter und folgen Sie lokalen Organisationen für Updates und neue Gedenksteine, um sicherzustellen, dass die Vergangenheit niemals vergessen wird.
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