Einleitung
Der Stolperstein zum Gedenken an Jettchen Mayer in Mainz, Deutschland, ist eine ergreifende Gedenkstätte, die Besucher direkt mit den individuellen Geschichten von Holocaust-Opfern verbindet. Als Teil von Gunter Demnigs Projekt "Stolpersteine", dem größten dezentralen Holocaust-Mahnmal der Welt, sind diese kleinen Messingtafeln in Gehwegen vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer eingelassen. Jeder Stolperstein, auch der von Jettchen Mayer, trägt den Namen des Opfers, Geburts- und Deportationsdaten sowie dessen Schicksal. Dies verwandelt die urbane Landschaft von Mainz in einen lebendigen Ort der Erinnerung und Reflexion (Stolpersteine.eu; Wikipedia).
Seit 2007 hat Mainz über 350 Stolpersteine verlegt, die an jüdische Einwohner, Roma und Sinti, politische Häftlinge und andere von den Nazis verfolgte Gruppen erinnern. Der Stolperstein für Jettchen Mayer, der sich in der Klarastraße 29 in der Mainzer Altstadt befindet, markiert die letzte Heimat einer jüdischen Frau und ihrer Familie, die der Deportation nach Treblinka ausgesetzt waren (Haus des Erinnerns; Tobias Herz).
Dieser Leitfaden beschreibt den Besuch des Stolpersteins für Jettchen Mayer, einschließlich praktischer Informationen zu Öffnungszeiten, Tickets und Barrierefreiheit, sowie zu nahegelegenen historischen Stätten. Er beleuchtet auch die breitere Bedeutung der Stolperstein-Initiative und gibt Tipps für eine respektvolle Auseinandersetzung und ein tieferes Verständnis.
Fotogalerie
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Ursprünge und Zweck des Stolperstein-Projekts
Das Stolperstein-Projekt wurde 1992 vom deutschen Künstler Gunter Demnig mit dem Ziel ins Leben gerufen, Opfer des NS-Regimes an ihrem letzten frei gewählten Wohnort zu erinnern. Jede 10x10 cm große Messingtafel ("Stolperstein") wird in das Bürgersteigpflaster eingelassen und trägt den Namen, das Geburtsdatum, das Deportationsdatum und das Schicksal eines einzelnen Opfers (Stolpersteine.eu; Wikipedia). Der Name "Stolperstein" bezieht sich sowohl auf einen physischen Stolperstein als auch auf den metaphorischen Akt des "Stolperns" über die Geschichte im Alltag. Das Projekt erstreckt sich inzwischen über 21 Länder mit über 100.000 verlegten Steinen im Jahr 2023.
Stolpersteine in Mainz: Lokale Geschichte
Mainz, die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz, begann 2007 mit der Verlegung von Stolpersteinen. Über 350 Steine erinnern an die jüdischen Bürger der Stadt sowie an Roma und Sinti, politische Häftlinge und andere verfolgte Gruppen (Stolpersteine Mainz). Das Projekt wird von städtischen Behörden und Organisationen wie dem Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz und dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. unterstützt, die Datenbanken und Biografien für jeden Stein pflegen (Haus des Erinnerns).
Die Geschichte von Jettchen Mayer und ihrer Familie
Jettchen Mayer, geborene Rosskamm, war eine jüdische Einwohnerin, die zusammen mit ihrer Familie unter dem Nazi-Regime verfolgt wurde. Nachdem sie gezwungen war, ihr Lebensmittelgeschäft in Essenheim zu schließen, zog sie nach Mainz. Nach dem Tod ihres Mannes Markus im Jahr 1935 sahen sich Jettchen und ihre Töchter zunehmenden Bedrohungen ausgesetzt. Ihre ältere Tochter Helina floh zunächst in die Niederlande und später nach New York, doch Jettchen und ihre jüngere Tochter Ruth wurden 1942 nach Treblinka deportiert und dort ermordet (Mossel.de).
Der Stolperstein für Jettchen Mayer wurde in der Klarastraße 29, ihrer letzten frei gewählten Wohnadresse, in einer Zeremonie im Jahr 2014 verlegt, an der auch ihre Nachfahren teilnahmen (Tobias Herz).
Wie man besucht: Standort, Öffnungszeiten und Barrierefreiheit
- Standort: Klarastraße 29, Mainz Altstadt. Die Messingtafel ist im öffentlichen Bürgersteig vor dem Gebäude eingelassen.
- Öffnungszeiten: Der Stolperstein ist jederzeit, das ganze Jahr über, kostenfrei zugänglich. Es ist kein Eintritt oder Ticket erforderlich.
- Barrierefreiheit: Das Gebiet ist generell rollstuhlgerecht, obwohl einige Kopfsteinpflasterflächen in der Altstadt uneben sein können. Besucher mit eingeschränkter Mobilität sollten die zugänglichsten Routen überprüfen (Mainz-tourismus.com).
Anreise:
- Zu Fuß: 10–15 Minuten zu Fuß vom Mainzer Dom oder Gutenberg Museum.
- Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Leicht erreichbar vom Mainzer Hauptbahnhof mit lokalen Bussen oder Bahnen.
- Mit dem Auto: Parkplätze sind in nahegelegenen öffentlichen Garagen vorhanden, aber die Altstadt lässt sich am besten zu Fuß erkunden.
Alt-Text: Stolperstein für Jettchen Mayer in Mainz im Pflaster der Klarastraße 29 eingelassen, eine Gedenktafel aus Messing zum Gedenken an ein Holocaust-Opfer.
Touren, Tickets und Besuchererlebnis
- Tickets: Zum Besuch der Stolpersteine sind keine Tickets erforderlich.
- Geführte Touren: Mehrere lokale Organisationen bieten Rundgänge an, die sich auf jüdisches Erbe und das Stolperstein-Projekt konzentrieren. Diese vermitteln historischen Kontext und persönliche Geschichten und bereichern das Erlebnis. Eine Voranmeldung wird empfohlen (Mainz-tourismus.com).
- Gedenkveranstaltungen: Jährliche Zeremonien, insbesondere am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar) und am 9. November (Jahrestag der Reichspogromnacht), beinhalten oft die Reinigung von Stolpersteinen und Bildungsprogramme.
Nahegelegene historische und jüdische Gedenkstätten
Besuchen Sie bei Ihrem Besuch des Stolpersteins für Jettchen Mayer auch:
- Mainzer Dom
- Gutenberg-Museum
- Jüdisches Museum Mainz
- Historische Synagogen und jüdische Viertel
- Römisch-Germanisches Zentralmuseum
- Malerische Gassen der Mainzer Altstadt
Diese Orte bieten tieferen Kontext zur reichen jüdischen Geschichte und zur breiteren historischen Landschaft von Mainz (Tourist Places Guide).
Kulturelle und Gedenkbedeutung
Das Stolperstein-Projekt bringt die Erinnerung an den Holocaust in das tägliche Leben europäischer Städte und platziert Gedenkstätten dort, wo die Opfer einst lebten. Das Innehalten, um einen Stolperstein zu lesen, ist ein Akt des Respekts und des Gedenkens. Das Projektmotto, inspiriert vom Talmud – "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist" – unterstreicht die Bedeutung der Wiederherstellung der individuellen Würde jedes Opfers (Leo Baeck Institute; Folklife Magazine).
In Mainz werden die Stolpersteine von Freiwilligen gepflegt, die die Tafeln regelmäßig reinigen und Gedenkveranstaltungen organisieren, um sicherzustellen, dass diese Erinnerungen im kollektiven Bewusstsein der Stadt präsent bleiben (Haus des Erinnerns).
Besuchertipps und ethische Richtlinien
- Innehalten und Reflektieren: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, die Inschrift zu lesen und des Gedächtnisses an Jettchen Mayer und andere zu gedenken.
- Respektvolles Verhalten: Vermeiden Sie es, direkt auf der Gedenktafel zu stehen, und wahren Sie die Ruhe. Das Niederlegen eines kleinen Steins oder einer Blume ist eine traditionelle Geste des Gedenkens.
- Fotografie: Diskret ist Fotografieren erlaubt; respektieren Sie die Privatsphäre der Anwohner und blockieren Sie nicht den Gehweg.
- Reinigung: Wenn Sie möchten, können Sie den Stolperstein sanft mit einem weichen Tuch polieren – ein symbolischer Akt des Gedenkens.
- Barrierefreiheit: Nutzen Sie digitale Karten oder kontaktieren Sie Tourismusbüros für barrierefreie Routen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Gibt es eine Eintrittsgebühr oder ein Ticket, um den Stolperstein zu besuchen? A: Nein, der Stolperstein befindet sich im öffentlichen Raum und ist jederzeit frei zugänglich.
F: Wo genau befindet sich der Stolperstein für Jettchen Mayer? A: Im Bürgersteig vor der Klarastraße 29, Mainz Altstadt (Stolperstein Datenbank).
F: Sind geführte Touren verfügbar? A: Ja, mehrere Organisationen bieten geführte Gedenk- und jüdische Erbe-Touren an; eine Vorab-Buchung wird empfohlen.
F: Ist der Ort rollstuhlgerecht? A: Im Allgemeinen ja, obwohl einige Bereiche unebenes Pflaster haben können.
F: Wie kann ich das Gedenken an den Holocaust in Mainz unterstützen? A: Nehmen Sie an Reinigungsaktionen teil, besuchen Sie Bildungsprogramme oder unterstützen Sie Organisationen wie die Stolpersteine Foundation.
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