Stolperstein Für Herbert Mannheimer

MainzGermany 50° N · 8° E Aktualisiert Oct 2026

Der Besuch des Stolpersteins für Herbert Mannheimer in Mainz, Deutschland, bietet eine tiefgreifende Gelegenheit, sich mit der Geschichte des Holocaust und…

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Was der Stolperstein für Herbert Mannheimer ist

Stolpersteine sind kleine Messingplatten, die in Gehwege eingelassen werden und an Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an ihren letzten frei gewählten Wohnorten oder Arbeitsstätten erinnern. Der Stolperstein für Herbert Mannheimer liegt in der Mainzer Oberstadt, vor seinem ehemaligen Wohnhaus in der Lotharstraße 9.

Das 1992 vom Künstler Gunter Demnig initiierte Projekt ist heute das weltweit größte dezentrale Denkmal. In Mainz gibt es mehr als 350 Stolpersteine; weltweit sind es über 100.000 in mehr als 21 Ländern (Wikipedia: Stolperstein; Stolpersteine Mainz).

Geschichte

Herbert Mannheimer wurde 1901 geboren und gehörte zu den Mainzer Juden, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. Sein Stolperstein erinnert an sein Leben und steht zugleich für die Bedeutung von Erinnerung und Toleranz.

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Mainz reicht bis in die Römerzeit zurück. Vor 1933 lebten rund 2.600 Juden in der Stadt. Während des Holocaust wurde die Gemeinde nahezu vollständig zerstört; die meisten ihrer Mitglieder wurden bis 1945 deportiert oder ermordet (Jewish Virtual Library; Mainz Tourismus; Mainz.de).

Gunter Demnig rief das Stolperstein-Projekt 1992 ins Leben. Es erinnert an Juden, Sinti und Roma, politische Gefangene, LGBTQ+-Personen, Menschen mit Behinderungen und weitere Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. Der erste Stolperstein wurde 1996 in Köln verlegt. Im Juni 2023 waren weltweit mehr als 100.000 Steine in über 21 Ländern installiert (Wikipedia: Stolperstein; Stolpersteine.eu; Germany.info).

Jeder Stolperstein ist eine handgefertigte Messingplatte von 10 × 10 cm. Eingraviert werden der Name, das Geburtsjahr und das Schicksal des Opfers sowie, falls bekannt, Todesdatum und Todesort. Der Name des Projekts meint sowohl den Stolperstein auf der Straße als auch die gedankliche Auseinandersetzung mit schwierigen Geschichten. Die Steine holen Erinnerung in den Alltag und verwandeln Straßen in Orte des Gedenkens.

Die Verlegungen sind ein partizipativer Prozess: An öffentlichen Zeremonien beteiligen sich Angehörige, Anwohner, Schüler und lokale Amtsträger (Stolpersteine.eu). Da die Steine auf Bodenhöhe liegen, senken Betrachter den Kopf, um die Inschrift zu lesen und der Opfer zu gedenken. Dieser Ansatz erinnert an die Entweihung jüdischer Friedhöfe während der NS-Zeit und lädt zur Auseinandersetzung mit der Geschichte ein (Mainz.de).

In Mainz wird das Projekt vom Verein für Sozialgeschichte Mainz und dem Haus des Erinnerns koordiniert. Lokale Organisationen, Geschichtsvereine und private Sponsoren recherchieren die Biografien der Opfer und organisieren Verlegungszeremonien (Stolpersteine Mainz; Mainz.de). Der Stein für Herbert Mannheimer gehört zu einem stadtweiten Netzwerk von mehr als 350 Steinen und zu Zehntausenden in Europa. Solche Denkmäler machen persönliche und kollektive Geschichten sichtbar (SWR Aktuell).

Was es zu sehen gibt

Der Stolperstein ist in den Gehweg vor dem ehemaligen Wohnhaus Mannheimers eingelassen und damit Teil der alltäglichen Umgebung in der Oberstadt (SWR Aktuell). Die Inschrift nennt die biografischen Angaben des Opfers. Lokale Organisationen pflegen die Steine; Besucher können die Messingplatte als Gedenkgeste vorsichtig aufpolieren (SWR Aktuell).

Besuch planen

  • Adresse Lotharstraße 9, Mainzer Oberstadt.
  • Zugänglichkeit und Besuchszeiten Der Stolperstein liegt auf einem öffentlichen Gehweg und ist ohne Reservierung jederzeit zugänglich. Für den Standort werden außerdem täglich 9:00–19:00 Uhr sowie 24/7, das ganze Jahr über, als Besuchszeiten angegeben.
  • Eintritt Frei; Tickets sind nicht erforderlich.
  • Anfahrt Der Standort ist mit Straßenbahn und Bus sowie zu Fuß erreichbar. Das Viertel ist fußgängerfreundlich; Karten und eine durchsuchbare Datenbank gibt es auf der Website von Stolpersteine Mainz.
  • Barrierefreiheit Der Stolperstein ist auf Bürgersteighöhe und für Rollstuhlfahrer zugänglich.
  • Führungen Geführte Spaziergänge werden von lokalen Organisationen angeboten. Informationen gibt es beim Haus des Erinnerns, beim Mainzer Touristenbüro, bei lokalen Geschichtsvereinen oder über das Stadtmuseum Mainz (Mainz.de).
  • Informationen vor Ort Das Informationszentrum vor Ort bietet Fotografien, Dokumente und Multimedia-Ausstellungen.

Tipps

Bequeme Schuhe und ein Besuch bei Tageslicht erleichtern den Rundgang und das Lesen der Inschrift. Frühling und Herbst bieten mildes Wetter; morgens oder am späten Nachmittag ist das Licht besonders geeignet. In Wohngebieten sollte man sich respektvoll verhalten. Zum Gedenken kann man innehalten, die Inschrift lesen und kleine Steine oder Blumen niederlegen.

Fotografieren im Freien ist generell erlaubt. Persönliche Fotos sind gestattet; für eine professionelle Nutzung ist eine Genehmigung erforderlich. Für Museumsbesuche sollte die jeweilige Fotoregelung geprüft werden. Die meisten jüdischen Stätten sind rollstuhlgerecht. Die Nachbarschaft wird als sicher beschrieben; Cafés und Geschäfte befinden sich in der Nähe.

Stolperstein-Verlegungen und Gedenkveranstaltungen zum Holocaust finden das ganze Jahr über statt, unter anderem am 27. Januar, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (SWR Aktuell). Am 9. November gibt es jährlich eine Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht mit Vorträgen und Workshops.

Informationen zu Veranstaltungen und Audioguides gibt es über die Audiala-App sowie über die sozialen Medien Mainzer Kulturinstitutionen.

In der Nähe

  • Haus des Erinnerns – Für Demokratie und Akzeptanz
  • Jüdisches Museum Mainz Das Museum zeigt Artefakte und Ausstellungen zur regionalen jüdischen Geschichte. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10:00–17:00 Uhr. Eintritt: Erwachsene 6 €, ermäßigt 4 €, Kinder unter 12 Jahren frei.
  • Mittelalterlicher jüdischer Friedhof, Mombacher Straße Einer der ältesten erhaltenen jüdischen Friedhöfe Europas. Täglich von der Dämmerung bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet; Eintritt frei.
  • Synagogen-Gedenkstätten Gedenktafeln erinnern an ehemaligen Synagogenstandorten.
  • Mainzer Dom
  • Gutenberg-Museum

Spaziergänge und jährliche jüdische Kulturfeste können über das Tourismusbüro Mainz gebucht werden (Mainz Tourismus). Ein Besuch lässt sich mit weiteren Sehenswürdigkeiten wie dem Mainzer Dom oder dem Gutenberg-Museum verbinden.

Weitere Informationen und Karten finden sich auf Stolpersteine Mainz. Virtuelle Touren und interaktive Karten sind ebenfalls dort und auf offiziellen Tourismus-Websites zu suchen.

FAQ

  • Wann kann ich den Stolperstein besuchen?
    Er ist als öffentliches Denkmal jederzeit zugänglich; für den Standort werden außerdem täglich 9:00–19:00 Uhr und 24/7 als Besuchszeiten genannt.

  • Benötige ich ein Ticket?
    Nein, der Besuch ist kostenlos.

  • Wie erreiche ich den Stolperstein?
    Zu Fuß sowie mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Karten sind online verfügbar.

  • Werden Führungen angeboten?
    Ja. Informationen gibt es bei lokalen Geschichtsvereinen, dem Haus des Erinnerns, dem Touristenbüro und dem Stadtmuseum Mainz.

  • Ist die Stätte für Rollstühle zugänglich?
    Ja, der Stein liegt auf Bürgersteighöhe.

  • Ist das Denkmal für Kinder geeignet?
    Ja, der Besuch ist für alle Altersklassen lehrreich.

  • Darf ich fotografieren?
    Persönliche Fotos sind erlaubt; für eine professionelle Nutzung ist eine Genehmigung erforderlich.

  • Wie kann ich das Denkmal unterstützen?
    Spenden und ehrenamtliche Möglichkeiten gibt es über das Stadtmuseum Mainz.