Einleitung
Mainz – eine Stadt, die von einer jahrhundertealten jüdischen Geschichte durchzogen ist, bietet durch das Projekt „Stolpersteine“ eine tiefgründige Möglichkeit, sich mit der Erinnerung an die während der Nazi-Ära Verfolgten auseinanderzusetzen. Stolpersteine sind kleine Messingtafeln, die in Bürgersteige in ganz Europa eingelassen sind und an Personen erinnern, die unter der nationalsozialistischen Verfolgung gelitten haben. Das 1992 vom Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufene Projekt ist mittlerweile auf über 100.000 Steine in mehr als 20 Ländern angewachsen und verwandelt alltägliche städtische Räume in kraftvolle Gedenkstätten (IamExpat; Netzwerk Erinnerungskultur).
Unter diesen Gedenkstätten in Mainz befindet sich der Stolperstein für Erna Frohwein – eine jüdische Frau, die 1942 mit ihrer Tochter von Belgien nach Auschwitz deportiert wurde. Der Stein, der vor ihrem letzten frei gewählten Wohnort in Mainz-Altstadt verlegt wurde, personalisiert Geschichte und lädt zur Reflexion über Einzelschicksale im breiteren Narrativ des Holocaust ein (Stolpersteine Mainz; Find a Grave: Erna Frohwein).
Dieser Leitfaden beleuchtet die Ursprünge und die Bedeutung des Stolpersteins für Erna Frohwein, praktische Besucherinformationen und wie diese dezentrale Erinnerungskultur in Mainz das Gedenken prägt.
Fotogalerie
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Ursprünge und Zweck des „Stolpersteine“-Projekts
Das „Stolpersteine“-Projekt wurde 1992 vom deutschen Künstler Gunter Demnig gegründet. Sein Hauptziel ist es, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung – einschließlich Juden, Sinti und Roma, LGBTQ+-Personen, politische Dissidenten, Zeugen Jehovas und andere – zu ehren, indem kleine Messingtafeln vor ihren letzten frei gewählten Wohnorten verlegt werden, an denen sie vom Regime ins Visier genommen wurden (IamExpat). Jeder Stolperstein misst 10x10 cm und ist mit dem Namen, dem Geburtsjahr, dem Schicksal und, soweit bekannt, dem Todesdatum und -ort des Opfers beschriftet.
Das Projekt verwandelt öffentliche Räume in dezentrale Gedenkstätten, die das Gedenken an den Holocaust in die städtische Landschaft und das tägliche Leben integrieren.
Ausweitung und Wirkung in Europa
Der erste Stolperstein wurde 1992 in Köln zum 50. Jahrestag der Ausrottungsverordnung gegen Sinti und Roma verlegt. Das Projekt verbreitete sich schnell und ehrte eine breite Palette von Opfern (IamExpat). Der erste Stolperstein außerhalb Deutschlands wurde 1997 in Österreich installiert, und heute sind bereits über 100.000 Steine in mehr als 20 Ländern zu finden, darunter Belgien, die Niederlande und Frankreich (Netzwerk Erinnerungskultur).
Das „Stolpersteine“-Projekt hat sich zum größten dezentralen Mahnmal der Welt entwickelt, an dem bis 2024 über 1.265 deutsche Gemeinden teilnehmen.
Stolpersteine in Mainz & die Geschichte von Erna Frohwein
Mainz, bekannt für seine lebendige jüdische Geschichte, beteiligt sich aktiv am „Stolpersteine“-Projekt. Zahlreiche Steine in der Altstadt und anderen Stadtteilen ehren lokale Opfer (Stolpersteine Mainz Verzeichnis).
Erna Frohwein (geb. Guggenheim) wurde in Randegg geboren und lebte mit ihrer Familie in Mainz. Sie floh nach Belgien, wurde aber am 10. Oktober 1942 zusammen mit ihrer Tochter Ellen von Mechelen nach Auschwitz deportiert. Beide kamen dort ums Leben (Find a Grave: Erna Frohwein). Ihre Stolpersteine wurden vor ihrem letzten frei gewählten Wohnort verlegt, wodurch ihre Erinnerung zu einem zugänglichen Teil der gelebten Geschichte der Stadt wird.
Design und Inschriftendetails
Jeder Stolperstein ist eine Messingtafel, die in den Gehweg eingelassen ist, typischerweise mit folgendem Schriftzug:
- „Hier wohnte“
- Der Name des Opfers
- Geburtsjahr
- Datum der Deportation oder Verhaftung
- Schicksal (z. B. „ermordet“; „befreit“; „überlebt“)
Mehrere Steine ehren manchmal ganze Familien, wie im Fall der Frohweins (IamExpat).
Kulturelle und soziale Bedeutung
Stolpersteine sind ein Grundpfeiler der deutschen Erinnerungskultur. Ihre Integration in öffentliche Gehwege lädt Passanten ein, über die Geschichte zu „stolpern“ und spontane Reflexionen anzuregen (IamExpat). Während die bodennahe Platzierung von einigen diskutiert wurde, betonen Befürworter, dass das Lesen der Inschrift eine respektvolle Geste erfordert – das Neigen des Kopfes vor dem Opfer.
Das Projekt stellt die Identität der Holocaust-Opfer wieder her und wirkt der Auslöschung von Namen und Identitäten entgegen, die vom NS-Regime verhängt wurde. In Mainz recherchieren lokale Organisationen wie das Haus des Erinnerns aktiv Biografien, organisieren Verlegungszeremonien und stellen Bildungsressourcen zur Verfügung (Haus des Erinnerns – Mainz).
Besuch des Stolpersteins für Erna Frohwein
Standort und Erreichbarkeit
Der Stolperstein für Erna Frohwein befindet sich in Mainz-Altstadt, eingelassen in den Bürgersteig vor ihrem letzten Wohnort. Das Gebiet ist fußgängerfreundlich und vom Stadtzentrum aus leicht zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar (Mapcarta: Stolperstein Erna Frohwein).
Die Gehwege von Mainz sind im Allgemeinen für Besucher mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich, und öffentliche Verkehrsmittel machen den Standort für alle leicht erreichbar.
Besuchszeiten und Tickets
Stolpersteine sind in öffentlichen Bürgersteigen eingelassen und sind jederzeit, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche zugänglich. Es ist kein Ticket oder eine vorherige Vereinbarung erforderlich. Als Open-Air-Gedenkstätten können sie jederzeit kostenlos besucht werden.
Das Touristenbüro Mainz (Markt 17, Domplatz) ist montags bis samstags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet und bietet Karten, Broschüren und Ratschläge für die Planung Ihres Besuchs.
Geführte Touren & Digitale Ressourcen
Mehrere lokale Organisationen und Reiseveranstalter bieten geführte Spaziergänge an, die sich auf Stolpersteine und das jüdische Erbe konzentrieren. Touren bieten tiefere Einblicke und sind in der Regel für Menschen mit Behinderungen zugänglich – klären Sie die Details bei der Buchung.
Für die selbstständige Erkundung:
- Die „Stolpersteine Mainz“-Website bietet ein interaktives Verzeichnis und digitale Biografien.
- Die SchUM-Storytelling-App bietet Audioführer und interaktive Karten.
Nahegelegene Sehenswürdigkeiten
- Mainzer Dom
- Gutenberg-Museum
- Alter jüdischer Friedhof „Judensand“ (UNESCO-Weltkulturerbe)
- Neue Synagoge Mainz
Die Kombination von Besuchen an diesen Stätten kann Ihr Verständnis der vielschichtigen jüdischen Geschichte von Mainz bereichern.
Tipps für einen bedeutungsvollen und respektvollen Besuch
- Innehalten und Nachdenken: Lesen Sie die Inschrift des Stolpersteins aufmerksam und nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um Erna Frohweins Gedenken zu ehren.
- Kultureller Respekt: Es ist üblich, die Messingplatte mit einem Tuch zu reinigen oder in der Nähe, insbesondere an Gedenktagen, einen kleinen Stein oder eine Blume niederzulegen (Stolpersteine Mainz).
- Fotografie: Für den persönlichen Gebrauch erlaubt – bitte respektvoll teilen und die Stätte nicht als Touristenziel behandeln.
- Verhalten: Bewahren Sie eine ruhige, respektvolle Haltung und seien Sie sich der Anwohner in der Umgebung bewusst.
- Geführte Touren: Vertiefen Sie Ihren Besuch mit einem geführten Spaziergang oder nutzen Sie digitale Ressourcen für die selbstständige Erkundung.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
F: Wo finde ich Stolpersteine in Mainz? A: Stolpersteine sind über Mainz verteilt, insbesondere in der Altstadt. Detaillierte Karten und Biografien finden Sie auf der „Stolpersteine Mainz“-Website.
F: Gibt es Besuchszeiten oder Tickets? A: Nein. Stolpersteine sind öffentliche Gedenkstätten, die jederzeit kostenlos zugänglich sind.
F: Sind die Stolpersteine für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Ja. Die meisten befinden sich auf zugänglichen öffentlichen Gehwegen, die üblichen städtischen Bedingungen gelten jedoch.
F: Gibt es geführte Touren? A: Ja. Buchen Sie über Mainz City Marketing oder lokale Organisationen.
F: Kann ich an Stolperstein-Projekten oder Zeremonien teilnehmen? A: Gemeinschaftliches Engagement ist erwünscht – lokale Gruppen laden regelmäßig Freiwillige und Forscher zur Teilnahme an Zeremonien und Bildungsinitiativen ein (Haus des Erinnerns – Mainz).
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