Einleitung: Das Stolperstein-Projekt und seine Bedeutung in Mainz
Der Besuch des Stolpersteins, der Else Blättner in Mainz, Deutschland, gewidmet ist, bietet eine tiefgreifend persönliche Begegnung mit der Erinnerung an Holocaust-Opfer und der breiteren Erzählung nationalsozialistischer Verfolgung. Stolpersteine sind kleine, handgravierte Messingplatten, die in Bürgersteige eingelassen sind, um die letzten frei gewählten Wohnorte der von den Nazis verfolgten oder ermordeten Menschen zu markieren. Dieses dezentrale Mahnmal, das Anfang der 1990er Jahre vom Künstler Gunter Demnig initiiert wurde, ist heute das weltweit größte Holocaust-Erinnerungsprojekt mit über 100.000 Steinen, die in 27 europäischen Ländern verlegt wurden (Fabrizio Musacchio, 2024; Times of Israel).
Mainz mit seiner bedeutenden jüdischen Geschichte und aktiven Erinnerungskultur hat das Stolperstein-Projekt angenommen. Hier erinnern diese Gedenktafeln nicht nur an Einzelpersonen wie Else Blättner und ihre Familie, die während des Holocaust deportiert und ermordet wurden, sondern dienen auch als zugängliche, lebendige Erinnerungen, die in die städtische Landschaft eingebettet sind (Stolpersteine Mainz; Haus des Erinnerns Mainz).
Im Gegensatz zu traditionellen Museen oder Denkmälern begegnet man Stolpersteinen im alltäglichen Leben. Besucher können sie jederzeit frei erkunden, ohne Eintrittspreise oder eingeschränkte Öffnungszeiten, und dabei Ressourcen wie interaktive Karten und mobile Führer wie Audiala nutzen (Haus des Erinnerns Mainz; mainz.de).
Dieser Leitfaden fasst den historischen Hintergrund der Stolpersteine zusammen, gibt praktische Informationen für den Besuch dieser Gedenkstätten in Mainz und bietet Anleitungen für eine respektvolle und bedeutungsvolle Auseinandersetzung mit diesen Orten.
Fotogalerie
Entdecke Stolperstein Für Else Blättner in Bildern
Historischer Hintergrund des Stolperstein-Projekts
Das Stolperstein-Projekt begann Anfang der 1990er Jahre als Graswurzelinitiative zur Erinnerung an Menschen, die von den Nazis ins Visier genommen wurden. Der Künstler Gunter Demnig verlegte 1996 den ersten Stolperstein, und das Konzept erweiterte sich schnell von anonymen Verordnungen zu persönlichen Ehrungen, die mit dem Namen, Geburtsdatum, Schicksal und, wo bekannt, dem Sterbedatum und -ort jedes Opfers graviert wurden (Fabrizio Musacchio, 2024; Leo Baeck Institute).
Die Philosophie des Projekts beruht auf der Idee, dass "ein Mensch erst vergessen ist, wenn sein Name vergessen ist". Indem diese Steine öffentlich sichtbar platziert werden, wird sichergestellt, dass Vorübergehende buchstäblich über die Geschichte "stolpern" und so Reflexion und Erinnerung in alltäglichen Räumen fördern (Leo Baeck Institute).
Im Jahr 2025 erinnern Stolpersteine an Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Dissidenten, LGBTQ+-Personen und andere von den Nazis Verfolgte. Über 100.000 Steine in 27 Ländern zeugen von der Skala und dem Einfluss dieses dezentralen Mahnmals (Times of Israel; Stolpersteine Official).
Stolpersteine in Mainz: Lokaler Kontext und bürgerschaftliches Engagement
Die Stolpersteine in Mainz sind das Ergebnis der Zusammenarbeit lokaler Historiker, Schulen und Erinnerungsorganisationen, darunter das Haus des Erinnerns – Für Demokratie und Akzeptanz und der Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. (Stolpersteine Mainz). Bis 2017 waren mindestens 168 Stolpersteine verlegt worden, bis 2025 wuchs diese Zahl auf über 350 (Bistum Mainz PDF; mainz.de).
Gemeindemitglieder beteiligen sich aktiv an der Recherche, an Verlegungszeremonien und an der laufenden Pflege der Steine. Bildungsprogramme beziehen Schüler in die Aufdeckung von Biografien ein und fördern den intergenerationellen Dialog über den Holocaust (Stolpersteine Official).
Das Denkmal für Else Blättner: Biografie und Gedenken
Die Geschichte der Familie Blättner
Else Blättner, ihr Ehemann Ludwig und ihre Tochter Channa waren jüdische Bewohner von Mainz, die in der Eisgrubweg 19 lebten, wo sie auch ein Wein-Großhandelsgeschäft führten. Im März 1942 gehörte die Familie zu den 470 Juden, die aus Mainz zusammengetrieben und in das Ghetto Piaski im von den Nazis besetzten Polen deportiert wurden. Alle drei wurden ermordet; ihre Schicksale werden durch Stolpersteine an ihrem letzten frei gewählten Wohnort erinnert (Bistum Mainz PDF; Stolpersteine Mainz).
Verlegungsort
Die Stolpersteine für Else, Ludwig und Channa Blättner wurden am 5. September 2016 in der Eisgrubweg 19 verlegt und dienen als dauerhafte Erinnerung an ihre Leben und die ihnen zugefügte Tragödie (Stolpersteine Mainz).
Besuch der Stolpersteine in Mainz: Praktische Informationen
Standort und Erreichbarkeit
Stolpersteine befinden sich in ganz Mainz, mit einer Konzentration in der Innenstadt und Stadtteilen wie der Altstadt. Die Steine der Familie Blättner sind in der Eisgrubweg 19 zu finden. Die Stadt ist gut mit dem Zug, dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, und das Gehen ist der beste Weg, um die Stolpersteine zu entdecken (mainz.de; Mapcarta).
Zur Routenplanung nutzen Sie Online-Verzeichnisse und herunterladbare Karten, die vom Haus des Erinnerns und dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. bereitgestellt werden.
Öffnungszeiten und Tickets
Stolpersteine sind Teil öffentlicher Gehwege und können jederzeit besucht werden, ohne Eintrittspreise oder Tickets. Besuche bei Tageslicht werden für gute Lesbarkeit und Sicherheit empfohlen.
Führungen und Bildungsprogramme
Geführte Touren mit Fokus auf Stolpersteine und die jüdische Geschichte von Mainz sind gelegentlich über lokale Organisationen und das Tourismusamt erhältlich. Für selbst geführte Touren laden Sie Karten herunter oder nutzen Sie mobile Apps wie Audiala, die interaktive Anleitungen und historischen Kontext bieten (Haus des Erinnerns Mainz).
Ethische Leitlinien und respektvolles Verhalten
- Betreten Sie die Steine nicht absichtlich; halten Sie inne, um zu lesen und nachzudenken.
- Fotografieren ist erlaubt, sollte aber respektvoll geschehen. Vermeiden Sie das Fotografieren von Anwohnern oder Privatgrundstücken ohne Erlaubnis.
- Wahren Sie eine besinnliche Atmosphäre; vermeiden Sie lautes oder störendes Verhalten.
- Beteiligen Sie sich an der Erinnerung, indem Sie die Steine reinigen oder einen kleinen Stein oder eine Blume hinterlassen, besonders an Gedenktagen (Folklife Magazine).
Barrierefreiheit und Sicherheit
- Die meisten Stolpersteine sind auf Straßenniveau zugänglich, obwohl einige alte Gehwege uneben sein können.
- Informationen und Karten sind online und teilweise über QR-Codes vor Ort verfügbar (stolpersteine-mainz.de).
- Tragen Sie bequeme Schuhe und achten Sie auf den Verkehr, wenn Sie an den Steinen innehalten.
Nahegelegene historische Stätten
Erweitern Sie Ihren Besuch durch Erkundungen des:
- Mainzer Judenmuseums
- St. Stephanskirche (mit Chagall-Fenstern)
- Synagoge Gonsenheim
Diese Orte bieten weitere Einblicke in das jüdische und kulturelle Erbe von Mainz.
Reise- und Besuchertipps
- Nutzen Sie Karten oder mobile Apps für eine effiziente Routenplanung.
- Führungen erfordern möglicherweise eine Vorabreservierung – erkundigen Sie sich bei lokalen Organisationen.
- An Gedenktagen wie dem 27. Januar (Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust) und dem 9. November (Jahrestag der Reichspogromnacht) finden besondere Veranstaltungen und Gedenkfeiern statt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind Stolpersteine? Kleine, handgravierte Messingplatten, die in Gehwege eingelassen sind und an Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an ihrem letzten frei gewählten Wohnort erinnern.
Wo finde ich Stolpersteine in Mainz? In der ganzen Stadt, besonders in der Innenstadt und Wohngegenden. Nutzen Sie das Verzeichnis Stolpersteine Mainz oder Stadtpläne.
Brauche ich ein Ticket, um sie zu besuchen? Nein. Stolpersteine sind öffentliche Gedenkstätten, die rund um die Uhr kostenlos zugänglich sind.
Gibt es Führungen? Ja; informieren Sie sich beim Haus des Erinnerns oder dem Tourismusamt über aktuelle Angebote.
Wie kann ich an Gedenkfeiern teilnehmen? Schließen Sie sich Reinigungs- oder Gedenkveranstaltungen an, spenden Sie einen Stein oder recherchieren Sie Opferbiografien über lokale Organisationen.
Visuelle und digitale Ressourcen
- Hochauflösende Bilder von Stolpersteinen in Mainz (mit Alttext für Barrierefreiheit)
- Interaktive Karten und virtuelle Rundgänge (Stolpersteine Mainz Verzeichnis)
- Audioführer über die Audiala-App
Mehr Entdecken
Die Stolperstein-Gedenkstätten in Mainz, einschließlich der ergreifenden Ehrung für Else Blättner und ihre Familie, sind ein starkes Zeugnis für die einzelnen Leben, die unter nationalsozialistischer Verfolgung verloren gingen. Diese kleinen, aber bedeutenden Markierungen verwandeln Stadtstraßen in Orte der Erinnerung, Reflexion und Bildung. Indem Sie sie besuchen, innehalten, um zu lesen, und sich an der Erinnerung beteiligen, tragen Sie dazu bei, dass diese Geschichten nicht vergessen werden.
Zur Planung Ihres Besuchs nutzen Sie digitale Ressourcen, schließen Sie sich einer Führung an oder laden Sie die Audiala-App für die selbstständige Erkundung herunter. Unterstützen Sie lokale Erinnerungsinitiativen und teilen Sie Ihre Erfahrungen, um Bildung und Verständnis zu fördern.
Für weitere Informationen und zur Planung Ihres Besuchs besuchen Sie die offiziellen Websites des Haus des Erinnerns Mainz und Stolpersteine Mainz.
Hören Sie die ganze Geschichte in der App
Ihr persönlicher Kurator, in Ihrer Tasche.
Audioguides für 1.100+ Städte in 96 Ländern. Geschichte, Geschichten und lokales Wissen — offline verfügbar.
Audiala App
Verfügbar für iOS und Android
Werde Teil von 50.000+ Kuratoren
Quellen
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
-
verified
Verein für Sozialgeschichte Mainz e
V. Stolpersteine Information
Zuletzt überprüft: