Stolperstein Für Else Blättner

MainzGermany 49° N · 8° E Aktualisiert Aug 2025

Der Besuch des Stolpersteins, der Else Blättner in Mainz, Deutschland, gewidmet ist, bietet eine tiefgreifend persönliche Begegnung mit der Erinnerung an…

Karte anzeigen

Einleitung: Das Stolperstein-Projekt und seine Bedeutung in Mainz

Der Besuch des Stolpersteins, der Else Blättner in Mainz, Deutschland, gewidmet ist, bietet eine tiefgreifend persönliche Begegnung mit der Erinnerung an Holocaust-Opfer und der breiteren Erzählung nationalsozialistischer Verfolgung. Stolpersteine sind kleine, handgravierte Messingplatten, die in Bürgersteige eingelassen sind, um die letzten frei gewählten Wohnorte der von den Nazis verfolgten oder ermordeten Menschen zu markieren. Dieses dezentrale Mahnmal, das Anfang der 1990er Jahre vom Künstler Gunter Demnig initiiert wurde, ist heute das weltweit größte Holocaust-Erinnerungsprojekt mit über 100.000 Steinen, die in 27 europäischen Ländern verlegt wurden (Fabrizio Musacchio, 2024; Times of Israel).

Mainz mit seiner bedeutenden jüdischen Geschichte und aktiven Erinnerungskultur hat das Stolperstein-Projekt angenommen. Hier erinnern diese Gedenktafeln nicht nur an Einzelpersonen wie Else Blättner und ihre Familie, die während des Holocaust deportiert und ermordet wurden, sondern dienen auch als zugängliche, lebendige Erinnerungen, die in die städtische Landschaft eingebettet sind (Stolpersteine Mainz; Haus des Erinnerns Mainz).

Im Gegensatz zu traditionellen Museen oder Denkmälern begegnet man Stolpersteinen im alltäglichen Leben. Besucher können sie jederzeit frei erkunden, ohne Eintrittspreise oder eingeschränkte Öffnungszeiten, und dabei Ressourcen wie interaktive Karten und mobile Führer wie Audiala nutzen (Haus des Erinnerns Mainz; mainz.de).

Dieser Leitfaden fasst den historischen Hintergrund der Stolpersteine zusammen, gibt praktische Informationen für den Besuch dieser Gedenkstätten in Mainz und bietet Anleitungen für eine respektvolle und bedeutungsvolle Auseinandersetzung mit diesen Orten.


Historischer Hintergrund des Stolperstein-Projekts

Das Stolperstein-Projekt begann Anfang der 1990er Jahre als Graswurzelinitiative zur Erinnerung an Menschen, die von den Nazis ins Visier genommen wurden. Der Künstler Gunter Demnig verlegte 1996 den ersten Stolperstein, und das Konzept erweiterte sich schnell von anonymen Verordnungen zu persönlichen Ehrungen, die mit dem Namen, Geburtsdatum, Schicksal und, wo bekannt, dem Sterbedatum und -ort jedes Opfers graviert wurden (Fabrizio Musacchio, 2024; Leo Baeck Institute).

Die Philosophie des Projekts beruht auf der Idee, dass "ein Mensch erst vergessen ist, wenn sein Name vergessen ist". Indem diese Steine öffentlich sichtbar platziert werden, wird sichergestellt, dass Vorübergehende buchstäblich über die Geschichte "stolpern" und so Reflexion und Erinnerung in alltäglichen Räumen fördern (Leo Baeck Institute).

Im Jahr 2025 erinnern Stolpersteine an Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Dissidenten, LGBTQ+-Personen und andere von den Nazis Verfolgte. Über 100.000 Steine in 27 Ländern zeugen von der Skala und dem Einfluss dieses dezentralen Mahnmals (Times of Israel; Stolpersteine Official).


Stolpersteine in Mainz: Lokaler Kontext und bürgerschaftliches Engagement

Die Stolpersteine in Mainz sind das Ergebnis der Zusammenarbeit lokaler Historiker, Schulen und Erinnerungsorganisationen, darunter das Haus des Erinnerns – Für Demokratie und Akzeptanz und der Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. (Stolpersteine Mainz). Bis 2017 waren mindestens 168 Stolpersteine verlegt worden, bis 2025 wuchs diese Zahl auf über 350 (Bistum Mainz PDF; mainz.de).

Gemeindemitglieder beteiligen sich aktiv an der Recherche, an Verlegungszeremonien und an der laufenden Pflege der Steine. Bildungsprogramme beziehen Schüler in die Aufdeckung von Biografien ein und fördern den intergenerationellen Dialog über den Holocaust (Stolpersteine Official).


Das Denkmal für Else Blättner: Biografie und Gedenken

Die Geschichte der Familie Blättner

Else Blättner, ihr Ehemann Ludwig und ihre Tochter Channa waren jüdische Bewohner von Mainz, die in der Eisgrubweg 19 lebten, wo sie auch ein Wein-Großhandelsgeschäft führten. Im März 1942 gehörte die Familie zu den 470 Juden, die aus Mainz zusammengetrieben und in das Ghetto Piaski im von den Nazis besetzten Polen deportiert wurden. Alle drei wurden ermordet; ihre Schicksale werden durch Stolpersteine an ihrem letzten frei gewählten Wohnort erinnert (Bistum Mainz PDF; Stolpersteine Mainz).

Verlegungsort

Die Stolpersteine für Else, Ludwig und Channa Blättner wurden am 5. September 2016 in der Eisgrubweg 19 verlegt und dienen als dauerhafte Erinnerung an ihre Leben und die ihnen zugefügte Tragödie (Stolpersteine Mainz).


Besuch der Stolpersteine in Mainz: Praktische Informationen

Standort und Erreichbarkeit

Stolpersteine befinden sich in ganz Mainz, mit einer Konzentration in der Innenstadt und Stadtteilen wie der Altstadt. Die Steine der Familie Blättner sind in der Eisgrubweg 19 zu finden. Die Stadt ist gut mit dem Zug, dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, und das Gehen ist der beste Weg, um die Stolpersteine zu entdecken (mainz.de; Mapcarta).

Zur Routenplanung nutze Online-Verzeichnisse und herunterladbare Karten, die vom Haus des Erinnerns und dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. bereitgestellt werden.

Öffnungszeiten und Tickets

Stolpersteine sind Teil öffentlicher Gehwege und können jederzeit besucht werden, ohne Eintrittspreise oder Tickets. Besuche bei Tageslicht werden für gute Lesbarkeit und Sicherheit empfohlen.

Führungen und Bildungsprogramme

Geführte Touren mit Fokus auf Stolpersteine und die jüdische Geschichte von Mainz sind gelegentlich über lokale Organisationen und das Tourismusamt erhältlich. Für selbst geführte Touren lade Karten herunter oder nutze mobile Apps wie Audiala, die interaktive Anleitungen und historischen Kontext bieten (Haus des Erinnerns Mainz).

Ethische Leitlinien und respektvolles Verhalten

  • Betritt die Steine nicht absichtlich; halte inne, um zu lesen und nachzudenken.
  • Fotografieren ist erlaubt, sollte aber respektvoll geschehen. Vermeide das Fotografieren von Anwohnern oder Privatgrundstücken ohne Erlaubnis.
  • Wahre eine besinnliche Atmosphäre; vermeide lautes oder störendes Verhalten.
  • Beteilige dich an der Erinnerung, indem du die Steine reinigst oder einen kleinen Stein oder eine Blume hinterlässt, besonders an Gedenktagen (Folklife Magazine).

Barrierefreiheit und Sicherheit

  • Die meisten Stolpersteine sind auf Straßenniveau zugänglich, obwohl einige alte Gehwege uneben sein können.
  • Informationen und Karten sind online und teilweise über QR-Codes vor Ort verfügbar (stolpersteine-mainz.de).
  • Trage bequeme Schuhe und achte auf den Verkehr, wenn du an den Steinen innehältst.

Nahegelegene historische Stätten

Erweitere deinen Besuch durch Erkundungen des:

  • Mainzer Judenmuseums
  • St. Stephanskirche (mit Chagall-Fenstern)
  • Synagoge Gonsenheim

Diese Orte bieten weitere Einblicke in das jüdische und kulturelle Erbe von Mainz.

Reise- und Besuchertipps

  • Nutze Karten oder mobile Apps für eine effiziente Routenplanung.
  • Führungen erfordern möglicherweise eine Vorabreservierung – erkundige dich bei lokalen Organisationen.
  • An Gedenktagen wie dem 27. Januar (Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust) und dem 9. November (Jahrestag der Reichspogromnacht) finden besondere Veranstaltungen und Gedenkfeiern statt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind Stolpersteine? Kleine, handgravierte Messingplatten, die in Gehwege eingelassen sind und an Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an ihrem letzten frei gewählten Wohnort erinnern.

Wo finde ich Stolpersteine in Mainz? In der ganzen Stadt, besonders in der Innenstadt und Wohngegenden. Nutze das Verzeichnis Stolpersteine Mainz oder Stadtpläne.

Brauche ich ein Ticket, um sie zu besuchen? Nein. Stolpersteine sind öffentliche Gedenkstätten, die rund um die Uhr kostenlos zugänglich sind.

Gibt es Führungen? Ja; informiere dich beim Haus des Erinnerns oder dem Tourismusamt über aktuelle Angebote.

Wie kann ich an Gedenkfeiern teilnehmen? Schließe dich Reinigungs- oder Gedenkveranstaltungen an, spende einen Stein oder recherchiere Opferbiografien über lokale Organisationen.



Mehr Entdecken

Die Stolperstein-Gedenkstätten in Mainz, einschließlich der ergreifenden Ehrung für Else Blättner und ihre Familie, sind ein starkes Zeugnis für die einzelnen Leben, die unter nationalsozialistischer Verfolgung verloren gingen. Diese kleinen, aber bedeutenden Markierungen verwandeln Stadtstraßen in Orte der Erinnerung, Reflexion und Bildung. Indem du sie besuchst, innehältst, um zu lesen, und dich an der Erinnerung beteiligst, trägst du dazu bei, dass diese Geschichten nicht vergessen werden.

Zur Planung deines Besuchs nutzt du digitale Ressourcen, schließ dich einer Führung an oder lade die Audiala-App für die selbstständige Erkundung herunter. Unterstütze lokale Erinnerungsinitiativen und teile deine Erfahrungen, um Bildung und Verständnis zu fördern.

Für weitere Informationen und zur Planung deines Besuchs besuchst du die offiziellen Websites des Haus des Erinnerns Mainz und Stolpersteine Mainz.


Nächster Halt