Stolperstein Für Channa Blättner

Einleitung

Mainz, Deutschland, ist eine Stadt mit einem tiefen historischen Erbe und einer lebendigen Kulturszene. Zu den bedeutsamsten Gedenkstätten gehören die Stolpersteine – kleine Messingtafeln, die in Gehwege eingelassen sind, um Opfer nationalsozialistischer Verfolgung zu ehren. Einer dieser Steine ehrt Channa Blättner, ein junges jüdisches Mädchen, dessen Leben im Holocaust ein jähes Ende fand. Dieser Leitfaden bietet einen umfassenden Überblick über den Stolperstein für Channa Blättner, einschließlich seines historischen Kontexts, praktischer Besucherinformationen und Tipps, um Ihren Besuch in Mainz und seine vielen historischen Stätten optimal zu gestalten.


Das Stolpersteine-Projekt: Ursprünge und Ausweitung

Das 1992 vom deutschen Künstler Gunter Demnig konzipierte Stolpersteine-Projekt ist die weltweit größte dezentrale Erinnerungsstätte für Opfer des Holocaust und nationalsozialistischer Verfolgung. Jeder Stolperstein ist ein 10x10 cm großer Betonwürfel, der mit einer Messingplatte versehen ist, auf der der Name des Opfers, sein Geburtsjahr, sein Schicksal und, sofern bekannt, das Datum der Deportation und des Todes eingraviert sind. Die Steine werden vor der letzten frei gewählten Wohn- oder Arbeitsstätte des Opfers installiert, um Passanten einzuladen, im Alltag auf Erinnerung zu "stoßen" (Website des Stolpersteine-Projekts; Wikipedia).

Seit seiner Einführung wurden über 107.000 Stolpersteine in 21 Ländern verlegt, was das Projekt zu einem Eckpfeiler der Basisarbeit zur Erinnerung an den Holocaust macht (Website des Stolpersteine-Projekts). In Mainz wurden die ersten Steine im Jahr 2007 verlegt, und über 350 Stolpersteine markieren heute die Landschaft der Stadt (Stolpersteine Mainz).


Channa Blättner und ihre Familie: Geschichte und Tragödie

Channa Blättner wurde 1939 als Tochter von Else und Ludwig Blättner geboren und lebte in der Eisgrubweg 19 in Mainz. Die Familie, einschließlich Channas Großeltern mütterlicherseits Elisabeth und Otto Mayer, waren Opfer der systematischen Deportation von Juden aus Mainz durch das NS-Regime. Am 25. März 1942 waren sie unter Hunderten von Juden, die von Mainz in das Ghetto Piaski im besetzten Polen deportiert wurden. Channa, noch keine drei Jahre alt, wurde etwas mehr als einen Monat später für tot erklärt. Das Schicksal ihrer Eltern und Großeltern bleibt unbekannt (Stolpersteine Mainz).

Der Stolperstein für Channa Blättner, der in der Eisgrubweg 19 verlegt wurde, markiert ihr letztes frei gewähltes Zuhause und steht als persönliche Erinnerung innerhalb des breiteren Narrativs der Mainzer jüdischen Gemeinde.


Besuch der Stolpersteine in Mainz

Standort und Erreichbarkeit

Der Stolperstein für Channa Blättner befindet sich in der Eisgrubweg 19, in der historischen Altstadt von Mainz. Das Stadtzentrum ist fußgängerfreundlich und vom Mainzer Hauptbahnhof aus gut erreichbar. Der Stein ist in den öffentlichen Gehweg eingelassen und für die meisten Besucher jederzeit und ohne Barrieren zugänglich.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

  • Öffnungszeiten: Rund um die Uhr geöffnet; keine eingeschränkten Öffnungszeiten.
  • Eintritt: Kostenlos. Stolpersteine sind öffentliche Gedenkstätten und können ohne Tickets oder Reservierungen besucht werden.

Geführte Touren und Bildungsressourcen

  • Geführte Spaziergänge: Lokale Organisationen und die Touristeninformation Mainz bieten Touren an, die Stolpersteine und wichtige jüdische Gedenkstätten umfassen. Diese Touren bieten Kontext und persönliche Geschichten (Website der Tourismus Mainz).
  • App für selbstständige Erkundungen: Die Stolpersteine Guide App (verfügbar für iOS und Android) bietet Biografien, Karten und kuratierte Routen für die eigenständige Erkundung.
  • Bildungsprogramme: Schulen und Gemeindegruppen organisieren häufig Reinigungs- und Gedenkaktivitäten, insbesondere um den Holocaust-Gedenktag (27. Januar).

Reisetipps

  • Tragen Sie bequeme Schuhe, um die Mainzer Kopfsteinpflasterstraßen zu erkunden.
  • Besuchen Sie während der Tageslichtstunden für die beste Sichtbarkeit.
  • Erwägen Sie einen Besuch an Gedenktagen (wie dem 27. Januar) für besondere Veranstaltungen und Zeremonien.
  • Nutzen Sie die Stolpersteine Guide App oder Online-Verzeichnisse, um andere Steine in Mainz zu finden und mehr darüber zu erfahren.

Attraktionen in der Nähe in Mainz

Erweitern Sie Ihren Besuch des Stolpersteins für Channa Blättner, indem Sie diese nahegelegenen Orte erkunden:

  • Mainzer Dom: Eine romanische Kathedrale mit mehr als tausendjähriger Geschichte (Germansights.com).
  • Gutenberg-Museum: Zeigt die Verbindung von Mainz zur Druckgeschichte und das Erbe von Johannes Gutenberg (Germansights.com).
  • Alter Jüdischer Friedhof: Einer der ältesten jüdischen Friedhöfe Europas.
  • St. Stephan Kirche: Berühmt für die Glasfenster von Marc Chagall.

Diese Wahrzeichen sind zu Fuß erreichbar und bieten Kontext für das reiche kulturelle und jüdische Erbe von Mainz.


Kulturelle und Gedenksinnige Bedeutung

Stolpersteine sind mehr als nur Gedenkstätten – sie sind tägliche Erinnerungen, die in das Stadtleben integriert sind und zur Reflexion und persönlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte anregen. Passanten werden ermutigt, innezuhalten, sich leicht zu verbeugen und die Inschriften zu lesen, um den Namen und die Würde von Personen wiederherzustellen, die aus dem öffentlichen Gedächtnis gelöscht wurden. Einwohner reinigen und schmücken Stolpersteine oft an wichtigen Daten, was ihre Rolle als lebendige Gedenkstätten stärkt (IamExpat; folklife.si.edu).


Kontroversen und Perspektiven

Die Platzierung von Stolpersteinen auf Bodenniveau hat Debatten ausgelöst. Einige, insbesondere in München, empfinden es als respektlos, wenn Namen von Holocaust-Opfern dort platziert werden, wo Menschen darauf herumtreten, und verweisen auf die Verwendung jüdischer Grabsteine als Pflastersteine durch die Nazis. Infolgedessen hat München Stolpersteine verboten und stattdessen Wandtafeln angebracht (Wikipedia). Andere argumentieren, dass die Geste des Sich-Bückens, um die Steine zu lesen, ein Zeichen des Respekts sei und dass die Verletzlichkeit der Gedenkstätten Teil ihrer emotionalen Kraft sei (LBI News).


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Benötige ich ein Ticket, um den Stolperstein für Channa Blättner zu besuchen? Nein. Stolpersteine sind öffentliche Gedenkstätten und immer kostenlos zu besuchen.

Sind Stolpersteine für Rollstuhlfahrer zugänglich? Ja. Sie sind in öffentliche Gehwege integriert, auch wenn einige Bereiche unebene Oberflächen aufweisen können.

Gibt es geführte Touren? Ja. Touren können über das Touristeninformationszentrum Mainz und lokale Organisationen gebucht werden.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch? Jederzeit. Bei besonderen Gedenkveranstaltungen sollten Sie einen Besuch um den Holocaust-Gedenktag (27. Januar) herum in Erwägung ziehen.

Wo finde ich weitere Informationen? Besuchen Sie die Website des Stolpersteine-Projekts, Stolpersteine Mainz und die Website der Tourismus Mainz.


Mehr Entdecken

Laden Sie die Audiala App herunter für Audioguides, die durch die Stolpersteine und historische Stätten von Mainz führen. Bleiben Sie durch die Verfolgung lokaler Organisationen und unserer Social-Media-Kanäle über Gedenkveranstaltungen informiert. Unterstützen Sie die Erinnerung, indem Sie Ihre Erfahrungen teilen, an Reinigungsevents teilnehmen oder einen Stolperstein sponsern. Für weitere Informationen und verwandte Geschichten besuchen Sie die offiziellen Projekt- und Tourismus-Websites.


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