Einleitung
Der Stolperstein für Carl Theodor Frank in Mainz, Deutschland, ist ein eindringlicher Ort des Gedenkens für alle, die sich mit der jüdischen Geschichte der Stadt und dem breiteren Erbe des Holocaust auseinandersetzen möchten. Stolpersteine – kleine Messingplatten, die in Gehwege eingelassen sind – erinnern an die letzten frei gewählten Wohn- oder Arbeitsorte von Personen, die vom NS-Regime verfolgt wurden. Das 1992 vom deutschen Künstler Gunter Demnig initiierte Projekt ist zum größten dezentralen Holocaust-Gedenken der Welt angewachsen und umfasst bis 2024 über 116.000 Steine in 31 Ländern (stolpersteine.eu).
Dieser Leitfaden behandelt den historischen Kontext des Stolpersteins für Carl Theodor Frank, seine kulturelle Bedeutung, praktische Besucherinformationen und seine Rolle im städtischen und gesellschaftlichen Gefüge von Mainz. Ob Sie einen Besuch planen oder Ihr Verständnis des Holocaust-Gedenkens vertiefen möchten, dieser Artikel bietet detaillierte Einblicke und Ressourcen für eine sinnvolle Auseinandersetzung mit dieser einzigartigen Gedenkstätte (haus-des-erinnerns-mainz.de; pragueviews.com).
- Ursprünge und Zweck des Stolperstein-Projekts
- Der Stolperstein für Carl Theodor Frank: Geschichte wird persönlich
- Historischer Kontext von Stolpersteinen in Mainz
- Besuch des Stolpersteins: Standort, Öffnungszeiten und Zugänglichkeit
- Geführte Touren, Veranstaltungen und Reisetipps
- Kulturelle Resonanz, gemeinschaftliches Engagement und Kontroversen
- Pädagogischer Wert und digitale Ressourcen
- Besucheretikette und Fotografie
- Häufig gestellte Fragen
- Schlussfolgerung und Handlungsaufforderung
- Referenzen und weiterführende Lektüre
Fotogalerie
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Ursprünge und Zweck des Stolperstein-Projekts
Gunter Demnigs Stolperstein-Projekt begann 1992 als dezentrale Graswurzelinitiative zur Ehrung einzelner Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. Im Gegensatz zu traditionellen, monumentalen Gedenkstätten sind Stolpersteine kleine, messingbeschichtete Kopfsteinpflastersteine (10 x 10 cm), die vor den letzten selbstgewählten Wohn- oder Arbeitsstätten der Opfer in den Bürgersteig eingelassen werden. Jeder Stein ist mit den Worten „Hier wohnte…“ gefolgt von Name, Geburtsdatum, Schicksal und, soweit bekannt, Details zur Deportation oder zum Tod des Opfers eingraviert (pragueviews.com; pebblegalaxy.blog).
Die Philosophie des Projekts wurzelt in der talmudischen Lehre: „Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Indem Erinnerung direkt in öffentliche Räume integriert wird, schaffen die Stolpersteine tägliche Gelegenheiten zur Reflexion und Auseinandersetzung.
Im Laufe der Zeit wurde das Projekt ausgeweitet, um nicht nur jüdische Opfer zu ehren, sondern auch Roma und Sinti, Menschen mit Behinderungen, LGBTQ+-Personen, politische Dissidenten und andere vom NS-Regime Verfolgte (folklife.si.edu).
Der Stolperstein für Carl Theodor Frank: Geschichte wird persönlich
Carl Theodor Frank war ein Holz kaufmann in Mainz, dessen Leben durch die nationalsozialistische Verfolgung tiefgreifend beeinträchtigt wurde. Sein Stolperstein, der sich in der Kaiserstraße 94 befindet, markiert die letzte Adresse, an der er frei leben konnte, bevor er der Deportation oder anderen Formen der Verfolgung ausgesetzt war (SWR2 Stolperstein, S. 2). Der Stein trägt seinen Namen, sein Geburtsdatum und sein Schicksal – und verwandelt so einen gewöhnlichen Bürgersteig in einen persönlichen Erinnerungsort.
Diese Personalisierung steht im Zentrum des Stolperstein-Projekts. Besucher sind eingeladen innezuhalten, sich zu verneigen, die Inschrift zu lesen und sich an das Leben zu erinnern, das unterbrochen oder beendet wurde. Dieser Akt des Gedenkens ist sowohl intim als auch öffentlich und schmiedet eine direkte Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Historischer Kontext von Stolpersteinen in Mainz
Mainz, die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz, beherbergt seit 2024 342 Stolpersteine und eine Stolperschwelle (ein größerer Schwellenstein), die Einzelpersonen zusammenfasst, die unter dem NS-Regime gelitten haben (Liste der Stolpersteine in Mainz). Die Stolpersteine der Stadt sind in die städtische Landschaft integriert und ehren Personen unterschiedlichster Herkunft, die unter dem NS-Regime litten.
Das Projekt in Mainz wird von lokalen Organisationen wie dem Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz und dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. unterstützt, die Forschung betreiben, Installationen organisieren und eine öffentliche Datenbank der Steine pflegen (haus-des-erinnerns-mainz.de).
Besuch des Stolpersteins: Standort, Öffnungszeiten und Zugänglichkeit
Standort: Kaiserstraße 94, Mainz, Deutschland
Öffnungszeiten: Der Stolperstein befindet sich in einem öffentlichen Bürgersteig und kann jederzeit, Tag und Nacht, besucht werden.
Eintritt: Es ist keine Gebühr oder kein Ticket erforderlich; die Gedenkstätte ist frei zugänglich.
Zugänglichkeit: Der Stein ist ebenerdig im Bürgersteig eingelassen und für Rollstuhlfahrer sowie Personen mit Mobilitätshilfen zugänglich. Das umliegende Stadtzentrum ist fußgängerfreundlich gestaltet, mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Parkmöglichkeiten in der Nähe.
Für Karten und Reiseführer besuchen Sie den mainz STORE / Tourist Information am Markt 17 / Domplatz, 55116 Mainz. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag von 10:00 bis 18:00 Uhr.
Geführte Touren, Veranstaltungen und Reisetipps
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Geführte Touren: Lokale Geschichtsvereine und die Mainzer Touristeninformation bieten geführte Stolperstein-Rundgänge an. Diese vermitteln historische Kontexte und persönliche Geschichten. Informieren Sie sich über Zeitpläne und buchen Sie im Voraus (haus-des-erinnerns-mainz.de).
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Reisetipps:
- Tragen Sie bequeme Schuhe, da die Stolpersteine über ganz Mainz verteilt sind.
- Erwägen Sie den Besuch weiterer nahegelegener historischer Stätten wie des Mainzer Doms, des Gutenberg-Museums und der Altstadt.
- Planen Sie Ihre Route mit lokalen Karten oder der Stolperstein-Online-Datenbank.
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Besondere Veranstaltungen: Besuchen Sie Gedenkzeremonien am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) oder in der Reichspogromnacht (9. November), wenn die Steine oft gereinigt und mit Blumen oder Kerzen geschmückt werden.
Kulturelle Resonanz, gemeinschaftliches Engagement und Kontroversen
Das Stolperstein-Projekt ist tiefgehend basisdemokratisch. Die Steine werden in der Regel von Familien, Anwohnern oder zivilgesellschaftlichen Organisationen gesponsert (ca. 120 € pro Stein), und bei Installationsfeiern ist oft die Gemeinschaft beteiligt (folklife.si.edu). In Mainz sorgt das lokale Engagement für die laufende Pflege und Bildungsarbeit.
Trotz weit verbreiteter Unterstützung stieß das Projekt in einigen Städten auf Kontroversen. Kritiker argumentieren, dass die Platzierung von Gedenktafeln unter den Füßen respektlos sei, was Städte wie München dazu veranlasste, Installationen auf öffentlichem Grund einzuschränken. In Mainz werden die Stolpersteine jedoch weithin als wichtiger Bestandteil des Gedenkens der Stadt angenommen (haus-des-erinnerns-mainz.de).
Pädagogischer Wert und digitale Ressourcen
Mainz' Stolpersteine dienen sowohl als Gedenktafeln als auch als Lernwerkzeuge. Das Haus des Erinnerns und andere Organisationen bieten digitale Plattformen mit Biografien, historischen Dokumenten und interaktiven Karten, die Besuchern helfen, die einzelnen Opfer kennenzulernen (haus-des-erinnerns-mainz.de).
Schulen, Gemeinschaften und Touristen werden ermutigt, diese Ressourcen zu erkunden, an geführten Touren teilzunehmen und über die anhaltende Relevanz des Holocaust-Gedenkens nachzudenken.
Besucheretikette und Fotografie
- Halten Sie inne und verhalten Sie sich respektvoll beim Lesen der Inschriften.
- Vermeiden Sie es, aus Respekt direkt auf die Steine zu treten.
- Es ist üblich, das Messing mit einem weichen Tuch zu polieren oder kleine Zeichen des Gedenkens (Steine, Blumen, Kerzen) zu hinterlassen.
- Fotografie ist erlaubt; bitte nehmen Sie Rücksicht auf Anwohner und andere Besucher. Das Teilen von Bildern online kann dazu beitragen, das Bewusstsein für das Stolperstein-Projekt zu schärfen.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Stolpersteine? Kleine Messing-Gedenkplatten, die in Bürgersteige eingelassen sind, um einzelne Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung an ihrem letzten frei gewählten Wohn- oder Arbeitsort zu ehren.
Wo finde ich Stolpersteine in Mainz? Über die ganze Stadt verteilt; nutzen Sie offizielle Listen, Touristenkarten oder digitale Führer für genaue Standorte (Liste der Stolpersteine in Mainz).
Sind geführte Touren verfügbar? Ja, sie werden von lokalen Organisationen und dem Tourismusbüro angeboten. Informieren Sie sich auf den Webseiten für Details.
Gibt es Eintrittsgebühren? Nein, der Besuch von Stolpersteinen ist kostenlos.
Sind die Steine jederzeit zugänglich? Ja, sie befinden sich in öffentlichen Bürgersteigen und Straßen und sind rund um die Uhr zugänglich.
Warum sind Stolpersteine in manchen Städten umstritten? Einige argumentieren, dass Gedenktafeln nicht unter Füßen platziert werden sollten; daher haben bestimmte Städte Einschränkungen.
Kann ich zum Projekt beitragen? Ja, durch Sponsoring oder ehrenamtliche Mitarbeit. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Projektseite.
Mehr Entdecken
Der Stolperstein für Carl Theodor Frank in Mainz lädt Bewohner und Besucher gleichermaßen ein, sich persönlich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und an einem lebendigen Akt des Gedenkens teilzunehmen. Dieser dezentrale Gedenkansatz verwandelt öffentliche Räume der Stadt in Orte der Reflexion und ehrt die Geschichten derjenigen, die der nationalsozialistischen Verfolgung zum Opfer fielen, und bekräftigt das Engagement der Stadt für Toleranz und Erinnerung.
Planen Sie noch heute Ihren Besuch, um diese einzigartige Form des Gedenkens zu erleben. Bereichern Sie Ihre Reise mit geführten Touren, digitalen Ressourcen und verwandten historischen Stätten. Laden Sie die Audiala-App für interaktive Karten und Audioguides herunter und folgen Sie lokalen Kulturerbe-Organisationen für Updates zu neuen Installationen und Veranstaltungen.
Indem wir bei diesen Steinen innehalten, stellen wir sicher, dass die Namen und Geschichten der Holocaust-Opfer im Herzen von Mainz und in unserem kollektiven Bewusstsein lebendig bleiben.
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