Einleitung
Der Stolperstein für Berthold Selig in Mainz-Hechtsheim ist eine eindringliche Gedenkstätte, die Besucher mit dem jüdischen Erbe der Stadt und der tragischen Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung verbindet. Stolpersteine sind kleine Messingplatten, die in Gehwege in ganz Europa eingelassen sind und das größte dezentrale Holocaust-Gedenkprojekt der Welt darstellen, das vom Künstler Gunter Demnig initiiert wurde. In der Grauelstraße 19 erinnert der Stein an Berthold Selig – einen angesehenen jüdischen Viehhändler und Gemeindemitglied, dessen Familienwurzeln in Mainz-Hechtsheim bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückreichen (Beer-Mainz, Stolpersteine.eu).
Dieser Leitfaden bietet essentielle Informationen für Besucher – historischen Kontext, Zugänglichkeit, Besuchszeiten, nahegelegene Orte und Möglichkeiten, sich mit der Gedenkkultur in Mainz auseinanderzusetzen. Ob Sie ein Einheimischer, ein Geschichtsinteressierter oder ein Reisender sind, dieser Artikel hilft Ihnen, das Beste aus Ihrem Besuch zu machen.
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Jüdisches Leben in Hechtsheim und die Familie Selig
Die Familie Selig war, wie viele jüdische Familien in Rheinhessen, über Generationen hinweg ein fester Bestandteil des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in Hechtsheim. Ihre Präsenz reicht mindestens bis ins Jahr 1813 zurück, als Simon Selig I. einer der ersten dokumentierten jüdischen Einwohner des Dorfes wurde (Beer-Mainz). Die Seligs arbeiteten hauptsächlich als Obst-, Getreide- und Viehhändler.
Berthold Selig, geboren 1878, erbte die Grauelstraße 19 von seinem Vater. Er heiratete Margarethe Hirsch und gemeinsam zogen sie zwei Kinder groß. Berthold war in der jüdischen Gemeinde aktiv, saß in den 1920er Jahren im Vorstand und lebte einen orthodox-traditionellen Lebensstil, während er gleichzeitig Bildungschancen für seine Kinder in Mainz förderte (Alemannia Judaica).
Der Aufstieg der nationalsozialistischen Verfolgung
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 veränderte sich das tägliche Leben für jüdische Familien in Hechtsheim dramatisch. Antisemitische Akte – wie Steinwürfe auf das Selig-Haus und falsche Anschuldigungen bezüglich ihres Geschäfts – markierten den Beginn zunehmender Isolation (PDF, S. 5). Systematische Ausgrenzung folgte bald, als jüdische Viehhändler von den Märkten ausgeschlossen und schließlich daran gehindert wurden, ihre Arbeit auszuüben. Die Familie wurde gezwungen, ihr Eigentum unter Druck zu verkaufen und litt während des Novemberpogroms („Kristallnacht“), als jüdische Häuser und Geschäfte angegriffen wurden.
Besuch des Stolpersteins für Berthold Selig: Öffnungszeiten, Zugänglichkeit und Tickets
Standort: Grauelstraße 19, Mainz-Hechtsheim
- Öffnungszeiten: Der Stolperstein ist jederzeit zugänglich, ohne Besuchszeitbeschränkungen.
- Tickets: Es sind keine Tickets oder Reservierungen erforderlich; der Besuch ist kostenlos.
- Zugänglichkeit: Die Gedenkstätte befindet sich auf einem öffentlichen Gehweg und ist rollstuhlgerecht. Das Gebiet ist sicher und für Besucher mit eingeschränkter Mobilität geeignet.
Anfahrt:
- Mit der Straßenbahn: Linie 50 zur Haltestelle Hechtsheim (kurzer Fußweg zur Grauelstraße).
- Mit dem Bus: Linien 62 und 63 bedienen nahegelegene Haltestellen.
- Mit dem Auto: Begrenzte Parkmöglichkeiten auf der Straße sind vorhanden.
Für diejenigen, die mehrere Stolpersteine besuchen oder mehr Kontext suchen, werden regelmäßig Führungen von lokalen Organisationen angeboten (Haus des Erinnerns). Diese Führungen bieten detaillierte historische Erzählungen und werden sehr empfohlen.
Nahegelegene historische Stätten und Sehenswürdigkeiten
Erweitern Sie Ihren Besuch durch die Erkundung dieser wichtigen Sehenswürdigkeiten:
- Standort der ehemaligen Hechtsheimer Synagoge: Obwohl das ursprüngliche Gebäude nicht mehr existiert, ist der Standort markiert und bietet Einblicke in die jüdische Gemeinde der Region (Alemannia Judaica).
- Mainzer Altstadt: Heimat des romanischen Mainzer Doms, des Gutenberg-Museums und charmanter mittelalterlicher Gassen.
- Jüdisches Museum Mainz: Bietet Ausstellungen und Bildungsprogramme zur jüdischen Geschichte der Stadt.
- Weitere Stolpersteine: Mit über 350 Stolpersteinen in Mainz können Besucher thematische Spazierwege erstellen.
Führungen und Gedenkveranstaltungen
Führungen: Lokale Organisationen, wie das Haus des Erinnerns, bieten regelmäßig Spaziergänge an, die sich auf die jüdische Geschichte und Stolpersteine konzentrieren. Diese Führungen bieten ein vertieftes Verständnis und werden manchmal von Nachkommen oder Historikern begleitet.
Gedenkveranstaltungen: Gemeinschaftliche Reinigungs- und Gedenkveranstaltungen finden oft am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar) und am Jahrestag der Kristallnacht (9. November) statt. Die Teilnahme steht Besuchern und Einheimischen gleichermaßen offen.
Für Fahrpläne und Buchungen: Besuchen Sie die Website des Haus des Erinnerns oder die Website von Stolpersteine Mainz.
Verhaltensregeln für Besucher und praktische Tipps
- Innehalten und Nachdenken: Nehmen Sie sich am Stolperstein einen Moment Zeit, um die Inschrift zu lesen und Berthold Seligs Andenken zu ehren.
- Fotografie: Diskrete Fotografie ist gestattet; respektieren Sie die feierliche Natur des Ortes.
- Reinigung: Das Mitbringen eines weichen Tuchs, um die Messingplatte sanft zu reinigen, ist eine traditionelle Geste des Gedenkens, insbesondere an Gedenktagen.
- Blumen oder Kieselsteine: Das Hinterlassen einer kleinen Blume oder eines Kieselsteins ist eine anerkannte Geste des Respekts in der jüdischen Tradition.
- Zugänglichkeit: Gehwege in Mainz sind im Allgemeinen zugänglich, aber einige Bereiche in der Altstadt können unebenes Kopfsteinpflaster aufweisen.
- Sicherheit: Da sich der Stolperstein in einem öffentlichen Bereich befindet, achten Sie auf den Fußgängerverkehr und die Anwohner.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Wo genau befindet sich der Stolperstein für Berthold Selig? A: Vor der Grauelstraße 19, Mainz-Hechtsheim (Beer-Mainz).
F: Fallen Eintrittsgebühren an? A: Nein, der Stolperstein ist kostenlos und 24/7 zugänglich.
F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, lokale Organisationen bieten Führungen an – informieren Sie sich auf der Website des Haus des Erinnerns.
F: Ist der Ort für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Ja, die Gedenkstätte befindet sich auf Straßenniveau und ist zugänglich.
F: Wann ist die beste Besuchszeit? A: Die Tageszeit wird für eine gute Sicht empfohlen. Gedenkveranstaltungen finden am 27. Januar und 9. November statt.
F: Wie kann ich mehr über Berthold Selig und andere Stolpersteine erfahren? A: Besuchen Sie die Website von Stolpersteine Mainz, das Haus des Erinnerns oder Stolpersteine.eu.
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Quellen
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Beer-Mainz, 2025, Stolpersteine Mainz: Berthold Selig [https://beer-mainz.de/Stolpersteine-Mainz/Selig-Berthold-Margarethe]
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Alemannia Judaica, 2025, Hechtsheim Synagogue and Jewish Community [https://www.alemannia-judaica.de/hechtsheim_synagoge.htm]
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Haus des Erinnerns – Für Demokratie und Akzeptanz, 2025, Stolpersteine Project Mainz [https://www.haus-des-erinnerns-mainz.de/index.php/projekte-ausstellungen/projekte/stolpersteine/]
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Stolpersteine.eu, 2025, Facts and Figures on Stolpersteine [https://www.stolpersteine.eu/en/information/facts-and-figures]
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Rheinhessen.de, 2025, UNESCO SchUM City Mainz [https://www.rheinhessen.de/en/unesco-schum-city-mainz]
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Folklife Magazine, 2024, Stumbling Stones: Holocaust Memorials [https://folklife.si.edu/magazine/stumbling-stones-holocaust-memorials]
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Tourist Guide Map, 2025, Mainz Old Town Map [https://touristguidemap.com/tourist-map-of-mainz/]
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