Einleitung
Der Stolperstein für Alice Salomon (geb. Lazard) in Mainz, Deutschland, bietet eine tiefgreifende Möglichkeit, sich mit der Geschichte der Stadt auseinanderzusetzen und die während der NS-Ära Verfolgten zu ehren. Das von dem Künstler Gunter Demnig in den 1990er Jahren konzipierte Sukerstein Projekt ist heute das weltweit größte dezentrale Holocaust-Mahnmal mit über 60.000 Steinen in fast 30 Ländern (Stand 2024). In Mainz – einer Stadt mit tiefen jüdischen Wurzeln – erinnern Hunderte dieser Messingtafeln, darunter der für Alice Salomon und ihre Familie, täglich an Widerstandskraft, Tragödie und das anhaltende Bedürfnis nach Erinnerung (folklife.si.edu; stolpersteine-mainz.de).
Dieser Leitfaden bietet alle wesentlichen Informationen für die Planung eines bedeutsamen Besuchs des Stolpersteins für Alice Salomon: historischen Kontext, Standort, Barrierefreiheit, Besuchszeiten, Etikette, praktische Tipps und Verbindungen zur breiteren kulturellen Landschaft von Mainz. Ob Sie ein Geschichtsinteressierter, ein Student oder ein Reisender sind, der sich respektvoll mit der deutschen Vergangenheit auseinandersetzen möchte, diese umfassende Ressource hilft Ihnen, das Beste aus Ihrer Erfahrung zu machen (mainz.de; danares.wordpress.com).
Fotogalerie
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Historischer Hintergrund: Alice Salomon und das Stolperstein Projekt
Die Stolperstein-Initiative, die 1992 von Gunter Demnig ins Leben gerufen wurde, erinnert an Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. Jeder Stolperstein ist eine 10x10 cm große Messingplatte, die in den Bürgersteig vor der letzten frei gewählten Wohnstätte eines Opfers eingelassen ist und mit Namen, Geburtsdatum, Schicksal und, wenn bekannt, Sterbedatum und -ort beschriftet ist (folklife.si.edu).
Alice Salomon (geb. Lazard) war mit Eugen Salomon, einem Mitbegründer des Fußballvereins 1. FSV Mainz 05, verheiratet und lebte mit ihrer Familie in der Boppstraße im Mainzer Stadtteil Neustadt – einem Viertel mit einer historisch lebendigen jüdischen Gemeinde. 1942 wurde Eugen Salomon deportiert und in Auschwitz ermordet, während Alice und ihre Söhne Alfred und Erwin durch Flucht nach Frankreich überlebten (danares.wordpress.com). Die Stolpersteine für die Familie Salomon, einschließlich Alice, wurden vor ihrer ehemaligen Wohnstätte verlegt, um sowohl ihres Leidens als auch ihrer Widerstandsfähigkeit zu gedenken.
Mainz hat das Stolperstein-Projekt seit 2007 angenommen. Bis Mai 2025 wurden in der Stadt 351 Stolpersteine und eine Stolperschwelle (ein Gedenkstein im Eingangsbereich) verlegt, die an das reiche jüdische Erbe und die tragischen Verluste während des Holocaust erinnern (mainz.de).
Kulturelle und Gedenkliche Bedeutung
Stolpersteine wandeln das kollektive Gedächtnis in tief persönliche Geschichten um. Die absichtliche Stolperhandlung im Alltag soll sowohl wörtlich als auch metaphorisch die Vorbeigehenden innehalten lassen und sich an die Individuen erinnern, deren Leben durch die nationalsozialistische Verfolgung unwiderruflich verändert wurden. Das Projekt gilt weithin als demokratisierte Form des Gedenkens – dezentral, zugänglich und eng in das Stadtleben verwoben.
In Mainz fördern die Steine die fortlaufende Reflexion und den Dialog über die jüdische Vergangenheit der Stadt, den Holocaust und die entscheidende Bedeutung der Verteidigung von Toleranz und Vielfalt. Die Platzierung jedes Steins lädt zu stiller Kontemplation und einem Gefühl der Demut ein, da Besucher oft in die Hocke gehen müssen, um die Gedenktafeln zu lesen (folklife.si.edu).
Standort und Barrierefreiheit
Stolperstein für Alice Salomon
- Adresse: Boppstraße, Stadtteil Oberstadt, Mainz
- So finden Sie ihn: Der genaue Standort ist im Verzeichnis der Stolpersteine Mainz dokumentiert (Stolpersteine Mainz Verzeichnis).
- Anreise: Die Boppstraße ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, mit Straßenbahn- und Bushaltestellen vom Mainzer Hauptbahnhof und dem Stadtzentrum. Die Gegend ist fußgängerfreundlich und eignet sich gut zum Spazierengehen oder Radfahren.
- Barrierefreiheit: Der Stolperstein ist bündig mit dem Bürgersteig eingelassen und für Rollstuhlfahrer und Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
Besuchszeiten und Ticketinformationen
Stolpersteine sind öffentliche Gedenkstätten und können jederzeit, Tag und Nacht, das ganze Jahr über besucht werden.
- Eintritt: Kostenlos
- Tickets: Keine erforderlich
- Beste Besuchszeiten: tagsüber wird für Sicherheit und Sichtbarkeit empfohlen.
Geführte Spaziergänge, die sich auf Stolpersteine und die jüdische Geschichte in Mainz konzentrieren, sind über lokale Organisationen verfügbar. Diese Touren erfordern möglicherweise eine Voranmeldung und finden in der Regel tagsüber statt (STR Specialist: Mainz Tours).
Besuchserlebnis und Etikette
Der Besuch eines Stolpersteins ist ein Akt des persönlichen Gedenkens. Die Steine fügen sich in den Bürgersteig ein, bis sie bemerkt werden, und regen zur Reflexion über die verstorbenen Personen an.
- Traditionen: Einige Besucher polieren die Messingtafeln oder legen kleine Steine oder Blumen in der Nähe ab, in Anlehnung an jüdische Trauerbräuche.
- Fotografie: Gestattet – bitte diskret und respektvoll gegenüber den Bewohnern und der feierlichen Natur des Mahnmals.
- Community-Ereignisse: Lokale Gruppen organisieren oft Reinigungs- und Gedenkaktivitäten, insbesondere am Tag des Gedenkens an den Holocaust (27. Januar) und in der Nacht des Novemberpogroms (9. November) (folklife.si.edu).
Praktische Tipps für Besucher
- Dauer: 10–20 Minuten sind für die Reflexion ausreichend.
- Sprache: Inschriften sind auf Deutsch; englische Übersetzungen und Kontextinformationen sind online verfügbar (Stolpersteine Mainz Website).
- Kombinieren Sie Ihren Besuch: Verbinden Sie Ihren Stolperstein-Besuch mit nahegelegenen Stätten wie dem Alten Jüdischen Friedhof (Am Judensand), dem Gutenberg Museum, dem Mainzer Dom und weiteren Stolpersteinen in Neustadt und Altstadt.
- Selbstgeführte Touren: Karten und digitale Apps sind im Mainzer Tourismusbüro und online erhältlich (mainz.de).
- Geführte Touren: Organisationen wie der Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V. bieten geführte Rundgänge mit fachkundigen Kommentaren an.
Community-Beteiligung und Kontroversen
Jeder Stolperstein wird von Einzelpersonen, Familien oder Organisationen gesponsert, die Forschungs- und Installationskosten (ca. 120 € pro Stein) decken. Das Community-Engagement in Mainz ist stark, mit lokalen Bewohnern, die an Reinigungs- und Gedenkveranstaltungen teilnehmen.
Es gibt einige Opposition gegen das Projekt, hauptsächlich hinsichtlich der Platzierung von Gedenktafeln unter den Füßen. Während Städte wie München Stolpersteine auf Privatgrundstücke oder in alternative Denkmäler beschränkt haben, unterstützt und erweitert Mainz seine Stolperstein-Installationen weiterhin (folklife.si.edu).
Bildungsressourcen
Der Stolperstein für Alice Salomon ist ein Zugangstor zum Lernen über den Holocaust, das jüdische Erbe in Mainz und die moderne Bedeutung des Gedenkens.
- Stolpersteine Mainz Verzeichnis: Alice Salomon (geb. Lazard)
- Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V.
- Website der Stadt Mainz – Stolpersteine
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Sind Tickets für den Besuch des Stolpersteins für Alice Salomon erforderlich? A: Nein. Alle Stolpersteine befinden sich im öffentlichen Raum und können jederzeit kostenlos besucht werden.
F: Was sind die besten Besuchszeiten? A: Tagsüber ist am besten für Sichtbarkeit und Sicherheit, aber die Stätte ist rund um die Uhr zugänglich.
F: Ist der Ort rollstuhlgerecht? A: Ja, der Stolperstein befindet sich auf einem für Rollstühle geeigneten Bürgersteig.
F: Darf ich Fotos machen? A: Ja. Bitte seien Sie rücksichtsvoll gegenüber den Anwohnern und der Würde des Mahnmals.
F: Gibt es geführte Touren? A: Ja, lokale Organisationen bieten geführte Stolperstein-Spaziergänge an. Details finden Sie beim Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V..
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Quellen
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Stolpersteine Mainz Directory: Alice Salomon (geb
Lazard), 2025 ()
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