Einleitung
Das Historische Archiv der Stadt Köln (Historisches Archiv der Stadt Köln) ist eines der ältesten und bedeutendsten kommunalen Archive Europas. Es beherbergt über ein Jahrtausend städtischer, kultureller und politischer Geschichte und bietet eine fesselnde Reise durch die Vergangenheit Kölns, von seinen römischen Ursprüngen bis zu seinem Status als blühende Metropole. Die Geschichte des Archivs ist nicht nur eine der Sammlung, sondern auch der Widerstandsfähigkeit – es hat Kriege und den katastrophalen Einsturz des Gebäudes im Jahr 2009 überstanden und gedeiht nun in einer hochmodernen Einrichtung, die 2021 eröffnet wurde. Für Historiker, Genealogen, Studenten und Kulturtouristen bietet das Archiv unvergleichliche Ressourcen und Besuchererlebnisse.
Dieser Leitfaden beschreibt die Geschichte, Architektur, Sammlungen und Besucherdienstleistungen des Archivs, einschließlich praktischer Informationen zu Öffnungszeiten, Tickets, Barrierefreiheit und nahegelegenen Sehenswürdigkeiten. Für die aktuellsten Informationen prüfen Sie immer die offizielle Website des Historischen Archivs und kulturelle Portale (museenkoeln.de).
Fotogalerie
Entdecke Historisches Archiv Mit Rheinischem Bildarchiv in Bildern
Photograph of the Cologne City Archive building illuminated at night during the Kölner Museumsnacht 2016 event, showing visitors gathered outside.
Night view of Kölner Museumsnacht 2016 event at Stadtarchiv with building illuminated in blue light and visitors walking around
Kölner Museumsnacht 2016 at Stadtarchiv featuring visitors engaging with various exhibits during the city-wide museum night event
Detailed nativity illustration created by Michael Foresius for Dr. med. Hieronymus Baldung in 1459, preserved in Stadtarchiv Köln showing the birth of Christ.
Detailed planting plan of Melaten Cemetery created by landscape architect Maximilian Friedrich Weyhe, showcasing tree and shrub placements.
Detailed city map of Brühl highlighting streets, landmarks, and geographical features for navigation and urban planning
Detailed view of residential houses located on Serverinstraße street, showcasing architectural style and street environment
Medieval Evangelist illustration from the Evangeliar HAStK (Best. 7030), shown in Anton Legner's Ornamenta Ecclesiae focusing on Romanesque art and artists in Cologne, 1985.
Close-up of a manuscript page from the Herforder Vision report dating back to the 10th century, preserved in the Historical Archive of the City of Cologne, currently saved but awaiting restoration.
Medieval manuscript illustration titled 'Perpetua’s Ladder' from Speculum Virginum, around 1140, depicting a ladder ascent meditative theme. Held in the British Library, MS Arundel 44, fol. 93v, also attributed to HAStK archives in Cologne. Featured in Jutta Seyfarth's Speculum Virginum III analysis
Image of the Imperial amnesty decree for former mayor Johan Jakob Bilstein, sourced from the digital historical archive of Cologne. Document reference: HAStK, Gülich (Best. 38), Kasten 7, Nr. 159 fol. 8.
Imperial amnesty decree document issued for former mayor Walram Rodenkirchen, sourced from the digital historical archive of Cologne (HAStK, Gülich Collection).
Ursprünge und historische Entwicklung
Die Wurzeln des Archivs reichen mindestens bis ins Jahr 1322 zurück, als die "cista civitatis Coloniensis" (Stadttruhe) erstmals erwähnt wird. Die ältesten erhaltenen Dokumente stammen jedoch aus dem Jahr 922 n. Chr. und spiegeln eine viel ältere Tradition der Dokumentenverwaltung wider. Bereits früh pflegten die Pfarrverwaltungen "Schreinsbücher", Verzeichnisse von Eigentumsregistern, die in speziellen Truhen aufbewahrt wurden und zu den frühesten systematischen Stadtakten Deutschlands gehören.
Wachstum und Erweiterung
Vom späten Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert führte der wachsende politische und wirtschaftliche Einfluss Kölns zu einem Wachstum der Archivalienbestände. Bemerkenswerte Meilensteine sind die Schaffung des "Weißen Buches" im Jahr 1326 und der Erwerb der Aufzeichnungen der Hanse im Jahr 1594. Die Hinzufügung der Ratsbibliothek im Jahr 1602 steigerte den wissenschaftlichen Wert des Archivs weiter.
Im 19. Jahrhundert wurde das Archiv unter der Leitung von Gelehrten wie Johann Jakob Peter Fuchs und Leonard Ennen zugänglicher und erweiterte seine Bestände durch wichtige Ankäufe, darunter die Wallrafsche Handschriftensammlung. Zwischen 1894 und 1897 wurde ein eigenes neugotisches Gebäude errichtet.
Modernisierung und Widerstandsfähigkeit
Trotz Bombenbeschädigungen im Zweiten Weltkrieg blieben die Bestände des Archivs durch rechtzeitige Evakuierungen weitgehend erhalten. 1971 wurde eine neue Einrichtung mit fortschrittlicher Klimasteuerung gebaut, die Standards für die Archivpflege setzte.
Der Einsturz 2009 und die Bergung
Eine Tragödie ereignete sich 2009, als Konstruktionsfehler bei Bauarbeiten an der U-Bahn zum Einsturz des Archivgebäudes führten. Dies forderte zwei Todesopfer und schloss den Zugang zu 90 % der Bestände. Eine massive Bergungs- und Restaurierungsaktion rettete etwa 95 % des Materials, und die Konservierungsarbeiten sind bis heute im Gange.
Das neue Archivgebäude
Das 2021 am Eifelwall eröffnete neue Gebäude – entworfen von Waechter + Waechter Architekten BDA – kombiniert hochmoderne Konservierungstechnologie mit öffentlicher Zugänglichkeit. Es beherbergt auch das Rheinische Bildarchiv und vereint somit Text- und Bildaufzeichnungen. Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Sicherheit sind zentrale Merkmale mit verstärkter Bauweise, fortschrittlichem Brand- und Hochwasserschutz sowie energieeffizienten Systemen (Licht Kunst Licht).
Sammlungen und Bedeutung
Das Archiv ist das größte kommunale Archiv Deutschlands mit über 30 linearen Kilometern an Material aus über 1.000 Jahren. Seine Sammlungen umfassen:
- Mittelalterliche Urkunden und Schreinsbücher: Frühe Vermögens- und Rechtsdokumente.
- Ratsprotokolle und Hanse-Dokumente: Erhellen Kölns politische und kommerzielle Geschichte.
- Nachlässe und Manuskripte: Darunter Persönlichkeiten wie Albertus Magnus, Konrad Adenauer und Heinrich Böll.
- Fotografische Archive: Das integrierte Rheinische Bildarchiv dokumentiert Kölns Stadtleben.
- Genealogische Aufzeichnungen: Personenstandsregister und Kirchenbücher, einige digital verfügbar.
Besuchsinformationen
Öffnungszeiten und Eintritt
- Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9:00 – 17:00 Uhr. Überprüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten und Feiertagsschließungen auf der offiziellen Website.
- Eintritt: Kostenlos. Für Sonderausstellungen oder Veranstaltungen können Tickets erforderlich oder eine Vorabregistrierung nötig sein.
Führungen und Veranstaltungen
Das Archiv bietet gelegentlich Führungen, Workshops und öffentliche Programme an. Führungen müssen im Voraus über den Besucherdienst des Archivs gebucht werden (museenkoeln.de).
Barrierefreiheit und Tipps
- Das Gebäude ist voll zugänglich: Aufzüge, Rampen, taktile Leitsysteme und barrierefreie Toiletten sind vorhanden.
- Planen Sie Zeit für die Erkundung der Sammlungen ein; das Personal hilft Ihnen bei der Recherche.
- Fotografie ist in öffentlichen Bereichen gestattet (ohne Blitz), jedoch nicht in Lesesälen oder bei Originaldokumenten.
Standort und nahegelegene Sehenswürdigkeiten
- Adresse: Eifelwall 5, 50674 Köln, Deutschland
- Verkehrsanbindung: Gut erreichbar mit Straßenbahn/Bus (Haltestellen: Neumarkt, Heumarkt) und mit Parkmöglichkeiten in der Nähe.
- Nahegelegene Sehenswürdigkeiten: Kölner Dom, Museum Ludwig, Universität zu Köln, Rheinufer.
Archivierung und Digitalisierung
Nach dem Einsturz 2009 wurden Archivierung und Digitalisierung zu obersten Prioritäten. Wichtige Bestände werden auf Mikrofilm gesichert und extern gelagert; die Digitalisierung schreitet voran, und viele Ressourcen sind über den virtuellen Lesesaal zugänglich.
FAQs
F: Was sind die Öffnungszeiten? A: Montag–Freitag, 9:00 – 17:00 Uhr. Prüfen Sie auf Aktualisierungen.
F: Ist der Eintritt frei? A: Ja, außer bei einigen Sonderveranstaltungen oder Ausstellungen.
F: Gibt es Führungen? A: Ja, melden Sie sich im Voraus an.
F: Ist das Archiv barrierefrei? A: Vollständig zugänglich mit moderner Ausstattung.
F: Kann ich Materialien online einsehen? A: Viele sind über den virtuellen Lesesaal verfügbar.
F: Wie komme ich dorthin? A: Mit Straßenbahn/Bus (Haltestellen Neumarkt, Heumarkt) oder Auto (Parkplätze in der Nähe).
F: Sind Reproduktionen erhältlich? A: Ja, gemäß den Archivrichtlinien.
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