Historischer Hintergrund: Elise Godlewsky und das Stolperstein-Projekt
Elise „Else“ Godlewsky, geb. Lemberger, wurde am 9. April 1895 in Rexingen, Deutschland, geboren. Nach ihrem Umzug nach Karlsruhe suchten sie und ihr Ehemann Arthur im Jahr 1938 angesichts der zunehmenden NS-Verfolgung Sicherheit in Konstanz, wurden aber im Oktober 1940 während der Wagner-Bürckel-Aktion deportiert. Ihre Erinnerung wird, zusammen mit unzähligen anderen, durch die Stolpersteine in der Pfinztalstraße 84 in Karlsruhe bewahrt (ka.stadtwiki.net, tracesofwar.com).
Das Stolperstein-Projekt von Gunter Demnig hat zum Ziel, die Erinnerung an den Holocaust zu humanisieren, indem Gedenktafeln an den letzten bekannten Wohnorten der Opfer angebracht werden. Bis 2024 erweiterte sich die Initiative auf mehr als 1.860 Gemeinden in 31 Ländern (stolpersteine.eu).
Der Stolperstein in Karlsruhe: Standort, Öffnungszeiten und Zugänglichkeit
Standort: Der Stolperstein für Elise Godlewsky befindet sich in der Pfinztalstraße 84 im historischen Stadtteil Durlach in Karlsruhe. Die genauen Koordinaten lauten 48,999412, 8,467959 (tracesofwar.com). Der Stein ist im Bürgersteig vor dem Gebäude eingelassen und markiert die letzte frei gewählte Residenz von Elise und Arthur Godlewsky.
Zugänglichkeit:
- Das Denkmal ist in einen öffentlichen Gehweg integriert und somit für Rollstuhlfahrer und Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
- Der Stadtteil Durlach ist vom Karlsruher Stadtzentrum aus leicht mit der Straßenbahn, dem Bus oder zu Fuß erreichbar.
- Für einen Besuch sind keine besonderen Vorkehrungen oder Eintrittskarten erforderlich.
Besuchszeiten und Eintrittskarten:
- Der Stolperstein ist täglich 24 Stunden am Tag zugänglich.
- Es gibt keine Eintrittsgebühr oder erforderliche Eintrittskarte.
Geführte Touren:
- Lokale Geschichtsvereine und das Karlsruher Tourismusamt bieten geführte Stolperstein-Spaziergänge an, die tieferen Kontext und biografische Details liefern (ka.stadtwiki.net).
- Die Stolpersteine-Guide-App bietet Karten, Biografien und geführte Touren.
Besuchs-Etikette und Best Practices
- Innehalten und Nachdenken Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, den Kopf zu neigen, die Inschrift zu lesen und sich an das Leben zu erinnern, das hier geehrt wird. Die Geste des Bückens ist ein symbolischer Ausdruck des Respekts (pragueviews.com).
- Fotografie Diskret ist das Fotografieren erlaubt. Wenn Sie Fotos online teilen, fügen Sie nach Möglichkeit einen informativen Kontext hinzu.
- Reinigung Am Holocaust-Gedenktag und zu anderen Anlässen reinigen lokale Freiwillige Stolpersteine, um ihre Inschriften lesbar zu halten (bnn.de). Besucher können den Stein als Zeichen des Respekts vorsichtig mit einem weichen Tuch reinigen.
- Respekt Bewahren Sie eine ruhige, respektvolle Haltung, besonders während Zeremonien oder wenn andere Personen anwesend sind. Vermeiden Sie es, Gegenstände oder Kerzen direkt auf den Stein zu legen; Blumen können in der Nähe abgelegt werden.
- Keine Spuren hinterlassen Achten Sie darauf, den Fußgängerverkehr nicht zu behindern oder die Anwohner zu stören.
Community-Engagement und Gedenken
Das Stolperstein-Projekt in Karlsruhe wird durch gemeinschaftliches Engagement getragen. Steine werden oft von Angehörigen, Anwohnern oder lokalen Organisationen gesponsert, die sich auch an Reinigungs- und Gedenkveranstaltungen beteiligen. Diese Veranstaltungen und die fortlaufende Pflege fördern die kollektive Verantwortung und stärken den intergenerationellen Dialog (folklife.si.edu, bnn.de).
Pädagogischer Wert und gesellschaftliche Wirkung
Stolpersteine sind wirkungsvolle pädagogische Werkzeuge. Karlsruher Schulen und Jugendgruppen recherchieren oft die Biografien lokaler Opfer und beteiligen sich an Installations- oder Reinigungsaktionen, was das Geschichtsbewusstsein, Empathie und bürgerliche Verantwortung fördert (pebblegalaxy.blog). Die Inklusivität des Projekts ehrt die Vielfalt der NS-Opfer und stellt sicher, dass die Erinnerung fortlaufend und relevant bleibt (gedenkbuch.karlsruhe.de).
Nahegelegene Attraktionen und Reisetipps
- Andere Stolpersteine Erkunden Sie weitere Stolpersteine in ganz Karlsruhe, insbesondere in historischen jüdischen Vierteln.
- Historische Stätten Kombinieren Sie Ihren Besuch mit dem Karlsruher Schloss, dem Badischen Landesmuseum, der Kirche St. Peter und Paul und dem Jüdischen Friedhof für ein tieferes Verständnis der Stadtgeschichte (mapcarta.com).
- Rosgartenmuseum (Konstanz) Wenn Sie die Region besuchen, erkunden Sie die breitere jüdische Geschichte und das Holocaust-Gedenken an verwandten Orten.
- Reisetipps Tragen Sie bequeme Schuhe. Für ruhigere, nachdenklichere Besuche eignen sich frühe Morgenstunden oder späte Nachmittage.
- Geführte Touren Erkundigen Sie sich beim Karlsruher Tourismusamt oder bei lokalen Geschichtsvereinen nach geplanten Stolperstein-Rundgängen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Wo befindet sich der Stolperstein für Elise Godlewsky? A: Pfinztalstraße 84, Karlsruhe, Stadtteil Durlach (tracesofwar.com).
F: Was sind die Besuchszeiten? A: Der Stolperstein ist jederzeit zugänglich, ohne Einschränkungen oder Gebühren.
F: Sind geführte Touren verfügbar? A: Ja, geführte Touren werden von lokalen Geschichtsvereinen und dem Karlsruher Tourismusamt angeboten (ka.stadtwiki.net).
F: Ist die Gedenkstätte für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Ja, die Gedenkstätte ist rollstuhlgerecht.
F: Darf ich Fotos machen? A: Diskret und respektvoll dürfen Fotos gemacht werden.
F: Darf ich Blumen oder andere Gedenksymbole hinterlassen? A: Blumen können in der Nähe abgelegt werden; legen Sie keine Gegenstände direkt auf die Messingplatte.
Mehr Entdecken
Der Stolperstein für Elise Godlewsky ist ein tiefgreifendes Zeugnis für die Kraft persönlicher Erinnerung und kollektiver Verantwortung. Indem das Stolperstein-Projekt die Erinnerung in alltägliche Umgebungen integriert, sorgt es dafür, dass die Opfer des Holocaust als Individuen und nicht nur als Statistiken erinnert werden. Besucher Karlsruhes sind eingeladen, dieses lebendige Denkmal zu erkunden, sich mit der lokalen Geschichte auseinanderzusetzen und am Gedenken teilzunehmen – sei es durch stilles Nachdenken, geführte Touren oder Gemeinschaftsveranstaltungen.
Für ein bereicherndes Erlebnis laden Sie die Audiala-App für geführte Audiotouren zu Karlsruhes Stolpersteinen und anderen historischen Stätten herunter. Folgen Sie lokalen Denkmalpflegeorganisationen und unseren Social-Media-Kanälen für Updates zu Gedenkveranstaltungen, Bildungsressourcen und neuen Gedenkstätten. Machen Sie Ihren Besuch zu einem Bekenntnis zu Empathie, Erinnerung und einer Zukunft frei von Intoleranz.