Stolperstein Für Dora Weiss

KarlsruheGermany 49° N · 8° E Geprüft Oct 2026

Der Stolperstein für Dora Weiss in Karlsruhe, Deutschland, bietet Besuchern eine einzigartige Gelegenheit, sich persönlich mit der Erinnerung an…

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Was der Stolperstein für Dora Weiss ist

Stolpersteine sind kleine Messingtafeln, die in Gehwege vor den letzten frei gewählten Wohnsitzen von Menschen eingelassen werden, die vom NS-Regime verfolgt wurden. Der Stolperstein für Dora Weiss in Karlsruhe erinnert an eine jüdische Bewohnerin der Stadt und macht ihre Geschichte im öffentlichen Raum sichtbar. Er befindet sich vor ihrer letzten frei gewählten Wohnstätte und ist Teil des internationalen Stolperstein-Netzwerks (Denkmalprojekt Karlsruhe Stolpersteine).

Die Steine sind jederzeit kostenlos zugänglich. Ergänzende Informationen und Biografien bieten lokale Karten, Führungen und digitale Ressourcen, etwa der Stolperstein-Guide und das Stadtwiki Karlsruhe.

Geschichte des Stolperstein-Projekts

Der deutsche Künstler Gunter Demnig initiierte das Projekt 1992, um an Sinti und Roma zu erinnern, die aus Köln deportiert worden waren. Die ersten Steine trugen keine individuellen Namen, sondern bezogen sich auf Deportationsverfügungen. Daraus entwickelte sich ein Projekt, das einzelne Verfolgte mit Messingtafeln vor ihren letzten frei gewählten Wohnsitzen ehrt (LBI News).

Die Stolpersteine sind jeweils kleine Betonwürfel von etwa 9 × 9 × 9 cm. Auf der Messingplatte stehen der Name, das Geburtsdatum und wesentliche Angaben zur Verfolgung des Opfers (Stolpersteine Berlin FAQ). Das Projekt erinnert an verschiedene von den Nationalsozialisten verfolgte Gruppen: jüdische Familien, Sinti und Roma, politische Gegner, religiöse Abweichler, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Opfer der „Euthanasie“-Programme und andere. Die Steine erinnern an Einzelpersonen ebenso wie an ganze Familien und Gemeinschaften (Stolpersteine Berlin FAQ).

Nach Angaben aus dem Jahr 2023 waren über 75.000 Stolpersteine in Deutschland und 24 europäischen Ländern verlegt. Das Projekt gilt als weltweit größtes dezentrales Mahnmal. In 1.265 deutschen Gemeinden bringen die Steine die Erinnerung in alltägliche Räume und machen die Geschichte des Holocaust vor Ort sichtbar (Stadt Karlsruhe; Offizielle Website des Stolperstein-Projekts).

Karlsruhe beherbergt über 300 Stolpersteine; das Stadtwiki Karlsruhe nennt über 296. Sie wurden in Zusammenarbeit mit lokalen Freiwilligen und Organisationen verlegt und erinnern unter anderem an die Familien Baer und Weiss. Der Stein für Dora Weiss gehört zu diesem Netzwerk (Stadt Karlsruhe).

Das Projekt wird auch kontrovers diskutiert: Kritisiert wird, dass die Tafeln in Gehwegen liegen und Menschen auf sie treten können. In einigen Städten, darunter München, führte diese Kritik zu Verboten. Zugleich wächst die Zahl der Stolpersteine weiter, getragen von Basisinitiativen und Nachfahren der Verfolgten (LBI News).

Dora Weiss und ihre Erinnerung

Dora Weiss war eine jüdische Bewohnerin Karlsruhes. Sie war wahrscheinlich mit Majer und Salomon Weiss verwandt, deren Stolpersteine sich in der Nähe befinden. Die Familie Weiss gehörte zur langjährigen jüdischen Gemeinde Karlsruhes, die unter der NS-Herrschaft systematischer Verfolgung ausgesetzt war.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurden jüdische Bürger zunehmend eingeschränkt, verloren Rechte und Eigentum durch „Arisierung“ und waren schließlich von Deportation und Ermordung bedroht. Die Familie Weiss litt wie viele andere unter den Folgen dieser Politik.

Der Stolperstein für Dora Weiss ist ein persönliches Gedenkzeichen und zugleich Teil der Erinnerung an die Verfolgung in Karlsruhe. Das Stolperstein-Projekt verbindet individuelle Lebensgeschichten mit der breiteren Geschichte und regt zu Reflexion und Dialog an.

Praktische Besuchsinformationen

Standort und Anfahrt

Der Stein befindet sich im Gehweg vor Dora Weiss’ letzter frei gewählter Wohnstätte; eine genaue Adresse ist hier nicht angegeben. Zur Orientierung dienen die offizielle Liste des Stadtwiki Karlsruhe und die Tourismusinformation Karlsruhe, Kaiserstraße 72-74.

Stolpersteine sind über die Stadt verteilt, besonders in Bereichen von historischer Bedeutung. Zur Navigation stehen die Stolperstein-Guide App und Karten der Tourismusinformation Karlsruhe zur Verfügung. Eine umfassende Datenbank der Stolpersteine in Europa wurde entwickelt und sollte im Frühjahr 2025 vollständig zugänglich sein (Stolperstein-Datenbank). Die Guide-App bietet kostenlosen Zugang zu Biografien und Spazierwegen in Karlsruhe.

Öffnungszeiten, Eintritt und Zugänglichkeit

Der Stolperstein liegt im öffentlichen Gehweg und ist rund um die Uhr, das ganze Jahr über, kostenlos zugänglich. Die meisten Stolpersteine befinden sich auf ebenen, zugänglichen Wegen; einige ältere Gehwege können jedoch uneben sein.

Für die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln werden die S-Bahn-Linien 1, 2, S1/S11, S8, S2, S4 und S52 bis zur Haltestelle Marktplatz genannt. Als Parkmöglichkeit ist das Parkhaus Schlossplatz angegeben; folgen Sie den Schildern „Karlsruhe-Nord/Zentrum Nord“.

Führungen und Veranstaltungen

Geführte und selbstgeführte Spaziergänge stellen Stolpersteine und die Geschichten dahinter vor. Touren können über lokale Organisationen, die Tourismusinformation Karlsruhe oder die Guide-App gefunden werden. Gedruckte und digitale Materialien sind in mehreren Sprachen verfügbar; englischsprachige Führer sind ebenfalls verfügbar.

An Gedenktagen, insbesondere am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar und zum Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November, finden öffentliche Gedenk- und Reinigungsveranstaltungen statt. Sie beinhalten häufig Lesungen und Möglichkeiten zur Beteiligung der Gemeinschaft. Ankündigungen erscheinen auf lokalen Websites und bei der Tourismusinformation Karlsruhe (BNN Karlsruhe).

Tipps für den Besuch

Später Frühling und früher Herbst gelten als geeignete Besuchszeiten: Dann sind die Temperaturen moderat und es regnet weniger. Am frühen Morgen und am späten Nachmittag ist es ruhiger; diese Zeiten werden auch für die Beleuchtung beim Fotografieren genannt.

Verweilen Sie, um die Inschrift zu lesen und über sie nachzudenken (Stolpersteine FAQ). Es wird empfohlen, möglichst nicht direkt auf die Steine zu treten (Folklife Magazine). Fotografieren Sie diskret und wahren Sie eine stille, respektvolle Atmosphäre.

Wer sich an Reinigungstraditionen beteiligen möchte, kann ein weiches Tuch mitbringen (Stolpersteine FAQ). Besucher können Blumen, Steine oder Notizen als Zeichen des Gedenkens hinterlassen und das Projekt durch Spenden oder Patenschaften unterstützen (Stolpersteine FAQ). Planen Sie die Route mit Karten oder digitalen Werkzeugen, kleiden Sie sich dem Wetter entsprechend und bringen Sie gegebenenfalls einen Regenschirm mit.

Öffentliche Toiletten und mehrsprachige Hilfe gibt es in der Nähe des Marktplatzes und der Tourismusinformation. Besucher werden ermutigt, den Stolpersteinen mit Demut und Respekt zu begegnen.

Orte in der Nähe

Zu den historischen und mit dem jüdischen Erbe verbundenen Orten in Karlsruhe zählen:

  • Karlsruher Schloss Sitz des Landesmuseums mit Einblicken in die regionale Geschichte.
  • Jüdisches Museum Karlsruhe Schwerpunkt jüdisches Kulturerbe.
  • Holocaust-Gedenkstätte Karlsruhe Ort der Reflexion und des Gedenkens.
  • Synagoge Karlsruhe Restaurierte Synagoge, die die Geschichte der jüdischen Gemeinde widerspiegelt.

In der Nähe des Stolpersteins liegen außerdem weitere Stolpersteine, das Mahnmal der Synagoge und das Stadtmuseum.

Holocaust-Gedenkstätte Karlsruhe

Die Holocaust-Gedenkstätte erinnert an die jüdische Gemeinde und weitere Menschen, die während der NS-Herrschaft verfolgt wurden. Sie liegt im Herzen von Karlsruhe und bietet einen Ort der Reflexion über die Auswirkungen des Holocaust in der Stadt und den größeren historischen Zusammenhang.

  • Öffnungszeiten Montag bis Sonntag, 9:00–18:00 Uhr; an Feiertagen geöffnet.
  • Eintritt Kostenlos.
  • Zugänglichkeit Rollstuhlgerecht; Unterstützung ist auf Anfrage erhältlich.
  • Adresse Am Rondellplatz 1, 76133 Karlsruhe, Deutschland.
  • Öffentliche Verkehrsmittel Straßenbahnlinien 2, 3 und 5 bis zur Haltestelle Rondellplatz.
  • Parken Begrenzte Parkmöglichkeiten an der Straße; öffentliche Parkhäuser befinden sich in der Nähe.
  • Führungen und Veranstaltungen Wöchentliche Führungen samstags um 11:00 Uhr; Vorab-Buchung empfohlen. Jährliche Gedenkveranstaltungen finden zur Reichspogromnacht am 9. November statt.
  • Weitere Informationen Stadtmuseum Karlsruhe und Website der Holocaust-Gedenkstätte.

Für den Besuch werden bequeme Schuhe empfohlen. Audioguides sind über die Audiala-App verfügbar; Fotografieren für den persönlichen Gebrauch ist gestattet.

FAQs

  • Wo befindet sich der Stolperstein? Er liegt vor Dora Weiss’ letzter frei gewählter Wohnstätte. Online-Karten, das Stadtwiki Karlsruhe oder die Tourismusinformation helfen bei der Wegbeschreibung.
  • Gibt es Eintritt? Nein, der Besuch ist kostenlos.
  • Gibt es Führungen? Ja. Führungen werden von lokalen Organisationen angeboten.
  • Ist der Ort zugänglich? Im Allgemeinen ja; einige Gehwege können uneben sein.