Stolperstein Für Alice Deichmann

KarlsruheGermany 48° N · 8° E Geprüft Oct 2026

Der Stolperstein für Alice Deichmann in Karlsruhe ist eine bedeutende, persönliche Gedenkstätte im Rahmen des übergreifenden Stolpersteine-Projekts.

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Der Stolperstein für Alice Deichmann

Der Stolperstein für Alice Deichmann ist eine persönliche Gedenkstätte im öffentlichen Raum von Karlsruhe. Er befindet sich an ihrem letzten bekannten Wohnort und erinnert an sie als jüdische Einwohnerin der Stadt, die von den Nationalsozialisten verfolgt und wahrscheinlich ermordet wurde. Der Stein gehört zu einem stadtweiten Netz von Gedenkstätten, das individuelle Lebensgeschichten bewahrt und an die jüdische Gemeinde Karlsruhes erinnert.

Stolpersteine sind kleine Messingplaketten, die in Bürgersteige eingelassen werden. Sie markieren die letzte frei gewählte Wohn- oder Arbeitsstätte von Menschen, die vom NS-Regime verfolgt wurden. So wird der alltägliche Stadtraum zu einem Ort des Gedenkens.

Geschichte

Der Künstler Gunter Demnig begann das Stolpersteine-Projekt Mitte der 1990er Jahre in Deutschland. Ziel ist es, Opfer nationalsozialistischer Verfolgung einzeln zu ehren und ihre Erinnerung über bloße Statistiken hinaus zu bewahren. Der erste Stein wurde 1996 inoffiziell in Köln gelegt, am Jahrestag von Himmlers Auschwitz-Erlass.

Karlsruhe installierte 2005 seine ersten Stolpersteine. Seitdem wurden über 300 Steine in der Stadt verlegt. Lokale Schulen, Geschichtsvereine und Angehörige beteiligen sich häufig an Installationen und Zeremonien. Schulen und Gruppen erforschen außerdem Biografien, organisieren Gedenkveranstaltungen und pflegen die Steine.

Was vor Ort zu sehen ist

Ein Stolperstein besteht aus einem Betonblock mit einer handgravierten Messingplatte und misst etwa 10 × 10 cm. Die Inschrift nennt in der Regel den Namen des Opfers, das Geburtsdatum, das Schicksal und, sofern bekannt, das Todesdatum. Der Stein für Alice Deichmann trägt ihren Namen, ihr Geburtsdatum und Angaben zu ihrem Schicksal.

Die Stolpersteine verlagern das Gedenken von zentralisierten Holocaust-Gedenkstätten in die Nachbarschaften und den Alltag. In Karlsruhe erinnern sie nicht nur an jüdische Opfer, sondern auch an Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Dissidenten und weitere vom NS-Regime Verfolgte. Lokale Bildungsinitiativen und das Engagement der Gemeinschaft halten die Erinnerung präsent und fördern historisches Bewusstsein.

Die dezentrale Form des Gedenkens ist auch umstritten: Einige Kritiker, darunter Mitglieder jüdischer Gemeinden, haben Bedenken gegen Gedenksteine geäußert, über die Menschen gehen. Befürworter halten die Einbindung der Erinnerung in den Alltag für zentral für die Wirkung des Projekts.

Praktische Besuchsinformationen

Öffnungszeiten und Eintritt

Die Stolpersteine liegen auf öffentlichen Bürgersteigen und sind rund um die Uhr zugänglich. Es gibt keine offiziellen Öffnungszeiten, Eintrittsbeschränkungen, Tickets oder Gebühren. Der Besuch ist kostenlos.

Standort und Orientierung

Den genauen Standort des Stolpersteins für Alice Deichmann können Besucher über die interaktive Gedenktafelkarte der Stadt Karlsruhe ermitteln. Lokale Kartenressourcen und Online-Karten helfen auch dabei, weitere Stolpersteine zu finden.

Apps wie „Stolpersteine NRW“ und andere digitale Karten bieten Informationen zu einzelnen Personen und unterstützen selbstgeführte Touren.

Führungen und Barrierefreiheit

Lokale Geschichtsvereine und Reiseveranstalter bieten gelegentlich Rundgänge an, die Stolpersteine einschließen. Diese Führungen sind möglicherweise in mehreren Sprachen verfügbar und erfordern oft eine Voranmeldung.

Die Steine liegen bündig mit dem Bürgersteig und sind im Allgemeinen auch mit Mobilitätshilfen zugänglich. Auf belebten Gehwegen ist dennoch Vorsicht geboten.

Tipps für den Besuch

  • Nutzen Sie digitale Karten oder Apps, um Ihre Route zu planen.
  • Besuchen Sie die Steine bei Tageslicht, damit die Inschriften besser zu sehen sind.
  • Nähern Sie sich der Gedenkstätte respektvoll und vermeiden Sie es, wenn möglich, auf den Stein zu treten.
  • Halten Sie inne, um die Inschrift zu lesen und über das Leben von Alice Deichmann nachzudenken.
  • Kleine Steine oder Blumen können als Zeichen des Respekts hinterlassen werden.
  • Wenn möglich, können Sie sich an Wartungs- oder Reinigungsaktionen beteiligen.
  • Das Teilen ihrer Geschichte in sozialen Medien kann dazu beitragen, ihr Andenken wachzuhalten.
  • Gedenkinitiativen lassen sich durch Teilnahme oder Sponsoring unterstützen.

Orte in der Nähe

Ein Besuch lässt sich mit dem Karlsruher Schloss oder dem Jüdischen Friedhof Karlsruhe verbinden. Weitere nahegelegene historische Stätten sind die Gedenkstätte Hauptfriedhof, das Stadtmuseum Karlsruhe und lokale Synagogen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind Stolpersteine?
Kleine Messingplatten in öffentlichen Bürgersteigen, die an einzelne Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung erinnern.

Benötige ich Tickets für den Besuch?
Nein. Der Besuch ist kostenlos.

Sind Stolpersteine barrierefrei zugänglich?
Sie sind im Allgemeinen zugänglich, da sie bündig mit dem Bürgersteig liegen. Auf belebten Gehwegen sollten Besucher vorsichtig sein.

Wo finde ich eine Karte?
Die interaktive Gedenktafelkarte der Stadt Karlsruhe, Online-Karten und mobile Apps bieten Informationen zu Standorten und Biografien.

Kann ich einen Stolperstein sponsern?
Ja, Sponsoring ist über das Stolpersteine-Projekt möglich.