Einleitung

Das Kabarett Mon Marthe in Hamburgs Stadtteil Eppendorf ist ein bedeutender Meilenstein in der deutschen Kabarett- und politischen Satiregeschichte. Gegründet in den 1970er Jahren unter der Leitung von Marthe Friedrichs, entwickelte sich der Veranstaltungsort von einer Musikkneipe zu einer wichtigen Plattform für aufstrebende und etablierte Künstler und förderte sowohl scharfe politische Kommentare als auch künstlerische Experimente. Obwohl das Mon Marthe 2001 seine Pforten schloss, lebt das Erbe von Marthe Friedrichs durch die Generationen von Künstlern, die sie unterstützte, und die dynamische Kabarettszene, die sie in Hamburg mitgestaltete, weiter fort. Dieser Leitfaden bietet einen umfassenden Überblick über die reiche Geschichte des Ortes, Besucherinformationen, alternative zeitgenössische Kabaretterlebnisse und praktische Reisetipps – alles angereichert durch zuverlässige Archiv- und Wissenschaftsquellen. (Wikipedia; taz; kabarett-mon-marthe.over-blog.de)



Geschichte und Ursprünge

Von der Musikkneipe zum Kabarett

Das Gebäude in der Tarpenbekstraße 65 wurde 1902 erbaut und diente ursprünglich als lokaler Treffpunkt mit Saal und Kegelbahn. In den frühen 1970er Jahren war es als Vereinshaus Nord bekannt. Marthe Friedrichs, ohne vorherige Erfahrung im Theatermanagement, übernahm 1974 die Räumlichkeiten, belebte den stillgelegten Saal neu und eröffnete den Spielort als Musikkneipe „Truck Stop“. Die Bühne wurde schnell zum Zentrum für eine vielfältige Auswahl an Musikern, darunter die namensgebende Band Truck Stop, Hannes Wader, Franz Josef Degenhardt, Tony Sheridan und Torfrock. (Wikipedia)

Transformation zur politischen Satire

Als die Kleinkunstszene Hamburgs florierte und die Lärmbeschwerden zunahmen, verlagerte Friedrichs den Fokus des Veranstaltungsortes. 1984 wurde er in „Kabarett Mon Marthe“ umbenannt, eine Hommage an das Pariser Kabarett Le Chat Noir. Der intime Saal mit 100-120 Plätzen wurde zur Bühne für politische Satire und Theater mit Stammgästen und aufstrebenden Stars wie Matthias Beltz, Martin Buchholz, Hanns-Dieter Hüsch, Lilo Wanders, Dietrich Kittner, Reiner Kröhnert, Lutz von Rosenberg Lipinsky und Mario Barth. (taz; de-academic.com)

Hausensemble und künstlerische Wirkung

Eine entscheidende Ära begann 1988 mit Alma Hoppe (Jan-Peter Petersen und Nils Loenicker) als Hausensemble, die bis 1994 das Programm prägten und die Karrieren von Künstlern wie Georg Schramm, Andreas Giebel, Urban Priol und den Missfits förderten. Nach dem Weggang von Alma Hoppe, die ihr eigenes Theater gründeten, übernahm Marthe Friedrichs wieder selbst die Programmgestaltung und bewahrte den Ruf des Mon Marthe als Anziehungspunkt für gefeierte Kabarettkünstler. (Komoot)


Besucherinformationen

Aktueller Status und Besuchszeiten

Das Kabarett Mon Marthe ist seit 2001 geschlossen und kann nicht mehr als Spielort besucht werden. Interessierte können jedoch den ehemaligen Standort in der Tarpenbekstraße 65 aus historischem Interesse erkunden. Online-Archive und Retrospektiven stehen für diejenigen zur Verfügung, die tiefer in die Geschichte eintauchen möchten. (kabarett-mon-marthe.over-blog.de)

Tickets und Buchung

Da der Veranstaltungsort dauerhaft geschlossen ist, sind keine Tickets mehr erhältlich. Für Live-Kabarett-Erlebnisse empfehlen wir den Besuch des Alma Hoppes Lustspielhaus, des Schmidt Theaters oder der Komödie Winterhuder Fährhaus. Informieren Sie sich auf deren offiziellen Websites über aktuelle Spielpläne und Ticketinformationen.

Standort und Barrierefreiheit

  • Adresse: Tarpenbekstraße 65, Hamburg-Eppendorf
  • Öffentliche Verkehrsmittel: U-Bahn-Station „Kellinghusenstraße“ (U1, U3), nahegelegene Bushaltestellen und begrenzte Parkmöglichkeiten.
  • Barrierefreiheit: Der ursprüngliche Veranstaltungsort verfügte nicht über moderne Barrierefreiheitsmerkmale; prüfen Sie für aktuelle Standards direkt bei den alternativen Veranstaltungsorten.

Nahegelegene Sehenswürdigkeiten

  • Eppendorfer Park und Isebekkanal für malerische Spaziergänge
  • Museum für Völkerkunde Hamburg
  • Universität Hamburg
  • Alma Hoppes Lustspielhaus (wenige Gehminuten entfernt)
  • Komödie Winterhuder Fährhaus

Kulturelle Bedeutung und Erbe

Das Kabarett Mon Marthe war weit mehr als nur eine Bühne – es war ein Katalysator für Hamburgs moderne Kabarettszene. Unter Friedrichs Anleitung entwickelte sich das Theater zu einem Nährboden für neue Talente und einem Forum für politische und soziale Debatten. Der „abgewetzte Charme“ und die lebendige Atmosphäre des Ortes zogen sowohl Künstler als auch Publikum an und unterstützten experimentelle Formate und interdisziplinäre Kooperationen. (taz)

Obwohl es ohne staatliche Subventionen betrieben wurde, konnte sich das Mon Marthe finanziell unabhängig halten und stützte sich auf sein Bistro und den Ticketverkauf. Dieser Geist der lokalen Widerstandsfähigkeit inspirierte die Gründung des „Vereins zur Förderung der Kultur kleiner Bühnen in Hamburg“, der unabhängige Kulturräume befürwortete. Auch nach der Schließung – bedingt durch unreparierbare Gebäudeschäden und mangelnde Unterstützung des Vermieters – lebt das Erbe des Mon Marthe in Hamburgs florierenden Kabaretteinrichtungen und dem Erfolg der geförderten Künstler fort. (kabarett-mon-marthe.over-blog.de)


Praktische Tipps für Besucher

  • Für Kabarettvorstellungen: Besuchen Sie das Alma Hoppes Lustspielhaus oder die Komödie Winterhuder Fährhaus für zeitgenössische Aufführungen.
  • Anreise: Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, da Parkplätze in Eppendorf begrenzt sind.
  • Buchung: Reservieren Sie Tickets für beliebte Veranstaltungen an aktiven Orten frühzeitig.
  • Barrierefreiheit: Bestätigen Sie Barrierefreiheitsmerkmale im Voraus bei den Veranstaltungsorten.
  • Gastronomie: Eppendorf bietet eine Auswahl an Cafés und Restaurants für Mahlzeiten vor oder nach der Vorstellung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Kann ich das Kabarett Mon Marthe heute besuchen? A: Der Veranstaltungsort schloss 2001 und ist nicht öffentlich zugänglich, aber der ehemalige Standort kann besichtigt und seine Geschichte online erforscht werden.

F: Wo kann ich jetzt Kabarett in Hamburg sehen? A: Das Alma Hoppes Lustspielhaus und das Schmidt Theater werden als Alternativen empfohlen.

F: Wie erreiche ich den ehemaligen Standort? A: Die U-Bahn-Station „Kellinghusenstraße“ (U1, U3) ist in der Nähe, mit zusätzlichen Busoptionen.

F: Gibt es Veranstaltungen zur Ehrung des Kabarett Mon Marthe? A: Hamburger Kabarettfestivals und gelegentliche Ausstellungen feiern sein Erbe.


Bilder und Medien

  • Historische Fotos der Fassade und Aufführungen des Kabarett Mon Marthe sind über Online-Archive und Kultur-Websites verfügbar.
  • Virtuelle Touren und hochwertige Bilder können auf kabarett-mon-marthe.over-blog.de und verwandten Plattformen aufgerufen werden.


Mehr Entdecken

Das Kabarett Mon Marthe bleibt ein Symbol für Hamburgs unabhängige Kabarettszene und verkörpert das Potenzial kleiner Veranstaltungsorte, kulturelle und politische Veränderungen zu bewirken. Obwohl seine Türen geschlossen wurden, lebt das Erbe des Mon Marthe in der lebendigen Darstellenden-Kunst-Landschaft der Stadt und der fortlaufenden Arbeit der von ihm geförderten Künstler weiter. Erkunden Sie die Geschichte und den Geist des Hamburger Kabaretts, indem Sie zeitgenössische Veranstaltungsorte besuchen, digitale Archive nutzen und lokale Kulturinitiativen unterstützen.

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Quellen

  • verified
    Kabarett Mon Marthe, 2025, Wikipedia [https://de.wikipedia.org/wiki/Kabarett_Mon_Marthe]
  • verified
    Kein Szenemäuschen, 2010, taz [https://taz.de/!1144952/]
  • verified
    Kabarett Mon Marthe – Kultur und Geschichte, 2024, kabarett-mon-marthe.over-blog.de [https://kabarett-mon-marthe.over-blog.de/]
  • verified
    Alma Hoppes Lustspielhaus – Offizielle Website, 2025 [https://www.alma-hoppe.de]
  • verified
    Schmidt Theater Hamburg, 2025 [https://www.schmidt.de]
  • verified
    Hamburg Tourismus – Kultur & Theater, 2025 [https://www.hamburg.com/kultur/]
  • verified

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