Historischer Überblick
Frühe Ursprünge und mittelalterliche Fundamente
Die St. Petrikirche steht nahe der ursprünglichen Hammaburg-Siedlung, dem Geburtsort Hamburgs. Hinweise auf einen christlichen Gottesdienstort reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die erste dokumentierte Erwähnung der Kirche im Jahr 1195 als „Marktkirche“ (ecclesia forensis) unterstreicht ihre zentrale Rolle im Leben des mittelalterlichen Hamburgs (twainsgeography.com).
Gotische Transformation und künstlerisches Erbe
Zwischen 1310 und 1418 wurde die St. Petrikirche im gotischen Stil mit Spitzbögen, Kreuzrippengewölben und einem imposanten Mittelschiff umgebaut. Zu den berühmtesten Kunstwerken der Kirche gehören die bronzenen Löwenkopf-Türgriffe von 1342 – die ältesten erhaltenen Kunstwerke Hamburgs – und eine Wandmalerei von St. Ansgar aus dem Jahr 1460 (twainsgeography.com). Anfang des 16. Jahrhunderts wurde ein zweiter, noch höherer Turm hinzugefügt, der die Bedeutung der Kirche festigte.
Zerstörung, Krieg und Wiederaufbau
Die Kirche erlebte zahlreiche Herausforderungen: Der zweite Turm wurde Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen, und das Gebäude diente während der napoleonischen Besatzung als Pferdestall. Der Große Brand von 1842 zerstörte die St. Petrikirche weitgehend, aber wertvolle Artefakte wie die Löwenkopf-Griffe wurden gerettet (twainsgeography.com). Die Kirche wurde von den Architekten Alexis de Chateauneuf und Hermann Felsenfest im ursprünglichen gotischen Stil wiederaufgebaut und 1849 wiedereröffnet. Der heutige 132 Meter hohe Turm, der 1878 fertiggestellt wurde, ist ein prägendes Merkmal der Hamburger Skyline (hamburg.com).
Während des Zweiten Weltkriegs überstand die Kirche die Bombenangriffe von 1943 mit relativ geringen Schäden, ein Beweis ihrer Widerstandsfähigkeit (hamburg.com).
Moderne Ära und Rolle in der Gemeinschaft
Heute ist die St. Petrikirche eine der fünf Hauptkirchen Hamburgs. Sie ist ein Zentrum für Gottesdienst, Musik, Kunstausstellungen und gemeinnützige Arbeit und spiegelt die kosmopolitische Identität der Stadt wider (hamburg.com).
Architektonische und künstlerische Höhepunkte
Äußeres und Struktur
Die St. Petrikirche ist ein klassisches Beispiel norddeutscher Backsteingotik. Ihre rote Backsteinfassade, Spitzbögen, Strebepfeiler und das kunstvolle Westportal heben sich von der Hamburger Stadtsilhouette ab (SpottingHistory). Über dem Portal befindet sich eine Statue des Erzengels Michael, während der Haupteingang die ikonischen bronzenen Löwenkopf-Türgriffe von 1342 aufweist (Buddy the Traveling Monkey).
Der 132 Meter hohe Turm mit seiner Kupferhaube ist einer der höchsten in Hamburg. Die Aussichtsplattform ist über 544 Stufen erreichbar und die höchste öffentlich zugängliche Kirchturmspitze der Stadt.
Innenaufbau und Kunstwerke
Im Inneren werden die Besucher von einem geräumigen Mittelschiff, Kreuzrippengewölben mit über 500 vergoldeten Sternen und hohen Buntglasfenstern begrüßt, die die Kirche mit Licht fluten (Buddy the Traveling Monkey). Der Chorbereich zeigt eine Skulptur von Bernt Notke des Erzbischofs Ansgar und der Marienkirche. Bemerkenswerte Kunstwerke sind:
- Bronzene Löwenkopf-Türgriffe (1342)
- Gotische Wandmalerei von Ansgar von Bremen (1460)
- Statue von Ansgar (spätes 15. Jahrhundert)
- Gemälde von Gottfried Libalt aus dem 17. Jahrhundert „Jakobs Traum“ und „Christi Geburt“
- Moderne Bronzeskulptur von Dietrich Bonhoeffer
- Neugotische Darstellungen der vier Evangelisten
Die Kirche weist auch ein erhaltenes Portal auf, das im Museum für Hamburgische Geschichte ausgestellt ist, sowie ein ergreifendes Gemälde „Weihnachten 1813 in St. Petri“, das Bürger ehrt, die während der napoleonischen Besatzung darin eingesperrt waren (SpottingHistory).
Besuchsinformationen
Öffnungszeiten
- Montag – Samstag 9:00 – 18:00 Uhr
- Sonntag & Feiertage 12:00 – 18:00 Uhr
Besuche die offizielle Website der St. Petrikirche für mögliche Änderungen während Feiertagen oder Sonderveranstaltungen.
Tickets und Eintritt
- Haupteingang zur Kirche Kostenlos
- Turmzugang 4–5 € für Erwachsene; Ermäßigungen für Studenten, Senioren und Gruppen
- Führungen Zusätzliche Gebühr; online oder vor Ort buchbar
Barrierefreiheit
- Haupteingang und Mittelschiff Rollstuhlgerecht
- Turm Nur über Treppen zugänglich; nicht für Besucher mit eingeschränkter Mobilität geeignet
Führungen und Veranstaltungen
- Führungen Erhältlich in Deutsch und Englisch. Gruppen- und Einzelführungen können über die offizielle Website gebucht werden.
- Konzerte & Ausstellungen Die Kirche veranstaltet regelmäßig Orgelkonzerte, Chorgesang, Kunstausstellungen und Gemeinschaftsveranstaltungen (Kirchenmusik Hamburg).
Turmerlebnis (Petriturm)
Erklimme 544 Stufen zur 123 Meter hohen Aussichtsplattform für einen atemberaubenden Blick auf Hamburgs Stadtzentrum, die Alster und den Hafen. Der Aufstieg ist anstrengend, aber lohnend, besonders an klaren Tagen.
Attraktionen in der Nähe
- Hamburger Rathaus
- Speicherstadt
- Ruinen der Nikolaikirche und Gedenkstätte
- Alsterseen
- Einkaufsstraße Mönckebergstraße
Alle sind zu Fuß erreichbar, was die St. Petrikirche zu einem perfekten Ausgangspunkt für die Erkundung des historischen Kerns Hamburgs macht.
Praktische Reisetipps
- Beste Besuchszeit Wochentags vormittags für weniger Andrang
- Fotografie Erlaubt (kein Blitz während Gottesdiensten oder Veranstaltungen)
- Kleiderordnung Bescheidene Kleidung wird empfohlen
- Spenden Werden zur Unterstützung der Kirchenpflege geschätzt
- Sprache Informationen und Führungen sind in deutscher und englischer Sprache verfügbar
- Kontakt Telefon +49 40 325740-0 oder [email protected]
- Standort Bei der Petrikirche 2, 20095 Hamburg. Nächstgelegene U-Bahn: Rathaus (Linie U3)
Für weitere Reisetipps und Updates lade die Audiala-App herunter und folge den offiziellen Kanälen der Kirche.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Gibt es Eintrittspreise für den Besuch der St. Petrikirche Hamburg? A: Der Eintritt ist frei; der Turmaufstieg erfordert ein Ticket.
F: Was sind die Öffnungszeiten? A: Montag-Samstag 9:00–18:00 Uhr; Sonntag/Feiertage 12:00–18:00 Uhr.
F: Ist die St. Petrikirche rollstuhlgerecht? A: Ja, außer der Turm.
F: Sind Führungen auf Englisch verfügbar? A: Ja, buchbar über die offizielle Website.
F: Darf ich drinnen fotografieren? A: Ja, aber vermeide Blitzlicht und nimm Rücksicht auf laufende Gottesdienste.
F: Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin? A: U-Bahn Rathaus (Linie U3), mehrere Buslinien oder zu Fuß von wichtigen Stadträumen aus.