Einleitung
Der Garten der Frauen auf dem weitläufigen und historischen Ohlsdorfer Friedhof – dem größten Parkfriedhof der Welt – ist ein einzigartiges und bewegendes Denkmal, das Frauen gewidmet ist, die Hamburgs kulturelle, soziale und politische Landschaft geprägt haben. 2001 gegründet, überschreitet dieses etwa 1.700 Quadratmeter große Heiligtum den traditionellen Friedhofscharakter, indem es gerettete Grabsteine mit zeitgenössischen Denkmälern, Kunstinstallationen und Bildungsangeboten verbindet. Er fungiert sowohl als Ort der Erinnerung als auch als aktiver Raum für Reflexion, Lernen und bürgerschaftliches Engagement.
Der Garten der Frauen wurde als Reaktion auf den häufigen Verlust von Frauengräbern aufgrund zeitlich begrenzter Pachtverträge und mangelnder Anerkennung ihrer Errungenschaften geschaffen. Heute ehren über 50 historische Grabsteine und Hunderte von Denkmälern mehr als 400 Frauen aus verschiedenen Lebensbereichen, darunter Künstlerinnen, Pädagoginnen, politische Aktivistinnen, Widerstandskämpferinnen und alltägliche Heldinnen. Symbolische Elemente wie eine Erinnerungsspirale, wellenförmige Steine, Rosenbögen und die ikonische Märchenbank laden Besucher dazu ein, über die nachhaltige Wirkung von Frauen nachzudenken.
Der Garten ist ganzjährig geöffnet und verfügt über keine Eintrittsgebühr. Rollstuhlgerechte Wege und informative Tafeln sind angebracht. Der angrenzende historische Wasserturm beherbergt ein Dokumentations- und Ausstellungszentrum, das während der Sommermonate mit Führungen und Sonderveranstaltungen geöffnet ist. Der Garten ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar und somit ein einladendes Ziel für alle.
Ob Sie Geschichtsinteressierter, Student oder Gelegenheitstourist sind, der Garten der Frauen bietet eine inspirierende Reise in das weibliche Erbe Hamburgs, die Gedenken, Kunst und Bildung verbindet.
Für weitere Details siehe die offizielle Website des Gartens (garten-der-frauen.de), Informationen zum Ohlsdorfer Friedhof (friedhof-hamburg.de) und historischen Kontext über Demokratie Geschichte (demokratie-geschichte.de).
Fotogalerie
Entdecke Garten Der Frauen in Bildern
Historischer Hintergrund
Die Rolle der Frauen in der Hamburger Geschichte
Im Laufe der Hamburger Geschichte wurden die Beiträge von Frauen oft übersehen. Ihre Geschichten und Errungenschaften, von sozialen Reformerinnen über Künstlerinnen bis hin zu Widerstandskämpferinnen, gingen häufig verloren, wenn Gräber wegen ablaufender Pachtverträge geräumt wurden. Der Garten der Frauen wurde geschaffen, um dieses Ungleichgewicht zu beheben und einen dedizierten Raum zu bieten, um Frauen zu ehren, die die Stadt prägten (demokratie-geschichte.de).
Der Ohlsdorfer Friedhof: Die Kulisse
Der 1877 gegründete Ohlsdorfer Friedhof erstreckt sich über fast 400 Hektar und ist ein parkähnlicher Raum, der Natur, Architektur und Skulptur harmonisch vereint. Er ist einer der größten Friedhöfe Europas und eine bedeutende Kulturlandschaft. Der Verlust vieler Frauengräber auf diesem riesigen Gelände war ein Schlüsselfaktor für die Schaffung des Garten der Frauen (friedhof-hamburg.de).
Gründung und Mission
Der formell im Jahr 2001 von einem engagierten Verein eröffnete Garten der Frauen befindet sich im Hauptteil P 27, nahe dem historischen Wasserturm an der Cordesallee. Seine Mission ist es, Grabsteine historisch bedeutender Frauen zu retten und zu erhalten, neue Formen der Erinnerung zu schaffen und das Bewusstsein für die Beiträge von Frauen zur Hamburger Geschichte zu fördern (garten-der-frauen.de).
Gerettete Grabsteine und Denkmäler
Der Garten umfasst über 50 erhaltene Grabsteine und zahlreiche Erinnerungssteine für Frauen, deren ursprüngliche Gräber nicht mehr existieren. Dazu gehören Persönlichkeiten wie die Pädagogin Lola Rogge, die Künstlerin Gretchen Wohlwill, die Politikerin Emmy Beckmann, die Parlamentarierin Paula Westendorf und die Widerstandskämpferin Käthe Tennigkeit. Jeder Grabstein ist mit einer biografischen Tafel für eine tiefere Auseinandersetzung versehen (kulturkarte.de).
Lebendiges Denkmal: Aktivitäten und Erweiterung
Der Garten der Frauen ist ein dynamisches, lebendiges Denkmal. Führungen, Bildungsworkshops und temporäre Ausstellungen werden angeboten, besonders im Sommer. Projekte wie die "Spirale der Erinnerung" und Installationen, die die Geschichten verschiedener Frauen mit farbigen Fäden verbinden, heben das Netzwerk weiblichen Einflusses in Hamburgs Vergangenheit hervor. Seit 2018 arbeitet der Verein auch daran, Frauen zu gedenken, die an anderen Orten der Stadt beigesetzt sind (kulturkarte.de).
Kunst- und Landschaftselemente
Das Design des Gartens umfasst Rosenbögen, einen zentralen Brunnen, Parkbänke und Kunstwerke wie die Stelen mit Schubladen der Bildhauerin Doris Waschk-Balz. Die 2001 eingeweihte Märchenbank bietet einen Ort der Ruhe und Reflexion. Künstlerische und botanische Elemente sind sorgfältig integriert, um eine Atmosphäre der Ruhe und Inspiration zu schaffen (kulturkarte.de).
Bedeutung in der Gedenkkultur
Der Garten der Frauen verkörpert eine geschlechtergerechte Erinnerungskultur, indem er gerettete Grabsteine, neue Denkmäler und Bildungsinitiativen integriert. Er adressiert die historische Vernachlässigung von Frauen im öffentlichen Gedenken und setzt einen Präzedenzfall für ähnliche Projekte in Deutschland (demokratie-geschichte.de).
Lage und Erreichbarkeit
Der Garten der Frauen befindet sich im Hauptteil P 27 des Ohlsdorfer Friedhofs. Er ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar – S-Bahn und U-Bahn zur Station Ohlsdorf, gefolgt von einem kurzen Spaziergang. Das Dokumentationszentrum im Wasserturm ist sonntags von Mai bis September geöffnet (friedhof-hamburg.de).
Besuchsinformationen
Öffnungszeiten
- April bis Oktober: 8:00 – 21:00 Uhr
- November bis März: 8:00 – 18:00 Uhr
Das Dokumentationszentrum im Wasserturm ist sonntags von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (Mai–September).
Eintrittspreise und Tickets
Der Eintritt in den Garten der Frauen und den Ohlsdorfer Friedhof ist frei. Für allgemeine Besuche sind keine Tickets oder Vorabreservierungen erforderlich (garten-der-frauen.de).
Führungen und Veranstaltungen
- Führungen: Werden jeden Sonntag von Mai bis September, 15:00–17:00 Uhr, angeboten, ohne dass eine Vorabregistrierung erforderlich ist (laurustico.de).
- Jubiläumsveranstaltung: Findet am ersten Sonntag im Juli mit besonderen Vorträgen, Aufführungen und Gedenkfeiern statt.
- Sonderausstellungen und Workshops: Wechselnde Ausstellungen und interaktive Veranstaltungen im Dokumentationszentrum.
Barrierefreiheit
Alle Hauptwege sind rollstuhlgerecht. Das Dokumentationszentrum ist teilweise zugänglich; Besucher mit Mobilitätseinschränkungen sollten sich für Details an den Verein wenden.
Anfahrt
- Adresse: Cordesallee 85, 22337 Hamburg
- Öffentliche Verkehrsmittel: U-Bahn Linie U1 oder S-Bahn Linie S1 bis Ohlsdorf; folgen Sie den Schildern zum Friedhofseingang und Hauptteil P 27.
- Parken: Begrenzte Parkmöglichkeiten am Friedhofseingang.
Nahegelegene Attraktionen
- Die weitläufigen Parkanlagen und Skulpturensammlungen des Ohlsdorfer Friedhofs
- Das Museum und Dokumentationszentrum im Wasserturm
- Andere historische Stätten, Museen und Kulturzentren in Hamburg
Interpretive und Interaktive Elemente
- Biografische Tafeln: Wetterfeste Aluminiumtafeln teilen die Geschichten der geehrten Frauen.
- Audioinstallationen: Ausgewählte Gräber verfügen über Audioaufnahmen der oder über die geehrten Frauen (digitales-deutsches-frauenarchiv.de).
- Kunst- und Literaturdisplays: Auszüge und Reproduktionen der Werke der geehrten Künstlerinnen und Schriftstellerinnen.
- Digitale Karte: Online-Ressource, die ehemalige Wohnorte der geehrten Frauen zeigt (garten-der-frauen.de).
- Quiz und Lernangebote: Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Was sind die Öffnungszeiten? A: 8:00–21:00 Uhr (April–Oktober), 8:00–18:00 Uhr (November–März). Das Dokumentationszentrum ist sonntags von 11:00–17:00 Uhr geöffnet (Mai–September).
F: Gibt es Eintrittspreise? A: Nein, der Eintritt ist sowohl für den Garten als auch für den Friedhof kostenlos.
F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, jeden Sonntag von Mai bis September von 15:00–17:00 Uhr.
F: Ist der Garten rollstuhlgängig? A: Ja, die meisten Hauptwege sind zugänglich, aber einige historische Bereiche können uneben sein.
F: Darf ich fotografieren? A: Dezente Fotografie ist erlaubt; bitte wahren Sie eine respektvolle Atmosphäre.
F: Wie erreiche ich den Garten mit öffentlichen Verkehrsmitteln? A: Nehmen Sie die U1 oder S1 zur Station Ohlsdorf und gehen Sie dann zu Hauptteil P 27 in der Nähe des Wasserturms.
Hören Sie die ganze Geschichte in der App
Ihr persönlicher Kurator, in Ihrer Tasche.
Audioguides für 1.100+ Städte in 96 Ländern. Geschichte, Geschichten und lokales Wissen — offline verfügbar.
Audiala App
Verfügbar für iOS und Android
Werde Teil von 50.000+ Kuratoren
Quellen
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
Zuletzt überprüft: