Halle, Germany

Stolperstein Für Margarethe Salomon

Der Stolperstein für Margarethe Salomon in Halle (Saale), Deutschland, ist eine ergreifende Ehrung für ein Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung.

Einleitung

Der Stolperstein für Margarethe Salomon in Halle (Saale), Deutschland, ist eine ergreifende Ehrung für ein Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Dieser Leitfaden beleuchtet den historischen Hintergrund von Margarethe Salomon und dem Projekt "Stolpersteine", bietet praktische Besuchertipps (einschließlich Standort, Barrierefreiheit und Öffnungszeiten) und vertieft das Verständnis für die Holocaust-Gedenkkultur in Halle.


Historischer Hintergrund: Margarethe Salomon und das Projekt "Stolpersteine"

Das Projekt "Stolpersteine": Ursprünge und Zweck

Das Projekt "Stolpersteine", initiiert vom Künstler Gunter Demnig in den frühen 1990er Jahren, ist das größte dezentrale Holocaust-Mahnmal Europas. Über 100.000 kleine Messingtafeln sind in Gehbahnsteige in mehr als 1.800 Städten eingelassen, die jeweils an ein Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung erinnern. Jeder Stolperstein wird vor dem letzten frei gewählten Wohnort oder Arbeitsplatz des Opfers platziert und trägt seinen Namen, Geburtsdatum, Schicksal (wie Deportation oder Flucht) und, falls bekannt, das Sterbedatum. Dieses basisdemokratische Projekt lädt lokale Gemeinschaften, Organisationen und Einzelpersonen ein, Steine zu sponsern, Biografien zu recherchieren und an Verlegungszeremonien teilzunehmen, wodurch die Erinnerung zu einer lebendigen, partizipativen Handlung wird.

Margarethe Salomon: Ihr Leben und ihr tragisches Schicksal

Margarethe Salomon wurde 1882 in eine jüdische Familie geboren, die tief in das bürgerliche und intellektuelle Leben von Halle eingebunden war. Sie lebte mit ihren Schwestern Elise und Franziska zusammen, während ihre Brüder Oskar und Paul zu den ersten jüdischen Studenten des renommierten Stadtgymnasiums gehörten. Der Aufstieg des NS-Regimes führte zu eskalierender Verfolgung: Die Salomon-Schwestern sahen sich gezwungen, in ein "Judenhaus" und dann in ein sogenanntes "Altersheim" umzuziehen, beides übliche Taktiken der Nazis, um jüdische Familien zu isolieren. Im September 1942, angesichts der drohenden Deportation in das Ghetto Theresienstadt, wählte Margarethe den Freitod. Ihre Geschichte zeugt sowohl von der Widerstandsfähigkeit als auch von der Verzweiflung, die unzählige Opfer erlebten.


Der Stolperstein für Margarethe Salomon: Standort und Bedeutung

Der Stolperstein für Margarethe Salomon befindet sich in der Adolf-von-Harnack-Straße 9 in Halle (Saale) und markiert ihren letzten frei gewählten Wohnort vor ihrer Vertreibung durch die NS-Verfolgung. Die Inschrift lautet:

Hier wohnte
Margarethe Salomon
Jg. 1882
Flucht in den Tod 16.9.1942

Dieser Stolperstein verwandelt, wie andere in ganz Europa, einen einfachen Gehweg in eine Gedenkstätte und einen Ort der Reflexion – sowohl für Bewohner als auch für Besucher. Er steht nicht nur als Denkmal für Margarethe, sondern als Aufruf, an die größere Tragödie zu erinnern, die Millionen unter dem NS-Regime erlebt haben.


Besuchsinformationen

Standort und Barrierefreiheit

  • Adresse: Adolf-von-Harnack-Straße 9, 06108 Halle (Saale), Deutschland
  • Der Stolperstein ist in den Bürgersteig am Eingang des Gebäudes eingelassen.
  • Das Gebiet ist rollstuhlgerecht und für alle Besucher geeignet.

Öffnungszeiten und Eintritt

  • Öffnungszeiten: Rund um die Uhr zugänglich, da er sich im Freien auf öffentlichem Bürgersteig befindet.
  • Eintritt: Kostenlos; es sind keine Tickets oder Genehmigungen erforderlich.

Wie man einen respektvollen Besuch gestaltet

  • Halten Sie inne, um die Inschrift zu lesen und über Margarethe Salomons Geschichte nachzudenken.
  • Ziehen Sie in Erwägung, sich beim Lesen der Gedenktafel zu verbeugen oder niederzuknien, als Zeichen des Respekts.
  • Vermeiden Sie es, direkt auf dem Stolperstein zu stehen.
  • Manche Besucher wählen es, den Stein zu reinigen oder eine Blume als Gedenkgeste zur hinterlassen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe und verwandte Gedenkstätten

  • Halle beherbergt fast 300 Stolpersteine an über 130 verschiedenen Orten, die alle Zeugnis von individuellen Geschichten ablegen.
  • Weitere interessante Orte sind die Marktkirche Unser Lieben Frauen, das Kunstmuseum Moritzburg und die Große Steinstraße.
  • Geführte Rundgänge mit Fokus auf Holocaust-Gedenken werden von Organisationen wie Zeit-Geschichte(n) e.V. angeboten.

Besondere Veranstaltungen und bürgerschaftliches Engagement

  • Einweihungszeremonien beinhalten oft Reden, Musik und die Teilnahme lokaler Schulen und Gemeindemitglieder.
  • Am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Jahrestag der Pogromnacht (9. November) reinigen und schmücken Freiwillige Stolpersteine mit Kerzen oder Blumen.

Reisetipps und Führungen

  • Beste Besuchszeit: Die Tageslichtstunden sind für Sichtbarkeit und Fotografie ideal. Früh morgens oder an Wochentagen ergeben sich ruhigere Momente der Besinnung.
  • Bequeme Schuhe: Empfehlenswert, da Stolpersteine über die ganze Stadt verteilt sind.
  • Geführte Touren: Erkundigen Sie sich beim Tourismusbüro von Halle oder bei Zeit-Geschichte(n) e.V. nach Fahrplänen für Gruppen- oder selbstgeführte Touren.
  • App-Ressourcen: Die Stolpersteine Guide App und die Audiala App bieten interaktive Karten, Biografien und Besuchertipps.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Gibt es Eintrittsgebühren oder ein Ticket, das benötigt wird? A: Nein, der Stolperstein befindet sich auf einem öffentlichen Bürgersteig und kann jederzeit kostenlos besucht werden.

F: Wo genau befindet sich der Stolperstein? A: Adolf-von-Harnack-Straße 9, 06108 Halle (Saale), Deutschland.

F: Ist der Ort für Besucher mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich? A: Ja, der Bürgersteig ist rollstuhlgerecht.

F: Gibt es geführte Touren? A: Ja, geführte und selbstgeführte Touren werden von lokalen Organisationen und über die Stolpersteine Guide App angeboten.

F: Wie kann ich das Stolperstein-Projekt unterstützen oder daran teilnehmen? A: Patenschaften und Freiwilligenarbeit werden von Gruppen wie Zeit-Geschichte(n) e.V. koordiniert.


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