Einleitung
Der Stolperstein für Richard Feist in Freiburg im Breisgau bietet eine tiefe und intime Auseinandersetzung mit der Geschichte und eine greifbare Verbindung zu den individuellen Geschichten der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Das vom deutschen Künstler Gunter Demnig in den frühen 1990er Jahren initiierte Stolpersteine-Projekt stellt das weltgrößte dezentrale Holocaust-Mahnmal dar. Indem kleine Messingtafeln in Bürgersteige vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer eingelassen werden, verwandelt das Projekt alltägliche städtische Räume in Orte persönlicher Erinnerung und Reflexion (stolpersteine.eu).
Freiburg im Breisgau, im Südwesten Deutschlands gelegen, beteiligt sich aktiv an dieser Gedenkinitiative, und über 300 Stolpersteine erinnern an jüdische Menschen, Sinti und Roma, politische Dissidenten und andere vom NS-Regime Verfolgte. Der Stolperstein für Richard Feist ist einer von vielen in Freiburg und markiert den letzten Wohnort eines jüdischen Rechtsanwalts, dessen Leben durch die nationalsozialistische Unterdrückung tragisch verändert wurde. Dieses Denkmal lädt Besucher ein, sich respektvoll und nachdenklich mit der komplexen jüdischen Geschichte der Stadt und dem breiteren Narrativ des Holocaust auseinanderzusetzen (Stolpersteine in Freiburg).
Dieser umfassende Leitfaden enthält wichtige Besucherinformationen wie Öffnungszeiten und Zugänglichkeit, den historischen Kontext des Stolpersteine-Projekts in Freiburg, praktische Reisetipps und Empfehlungen für nahegelegene Attraktionen, um Ihren Besuch zu bereichern. Ob Sie einen selbst geführten Spaziergang planen oder an organisierten Touren teilnehmen, dieser Leitfaden soll Ihr Verständnis vertiefen und sinnvolle Wege aufzeigen, die Erinnerung an Richard Feist und unzählige andere zu ehren. Für tiefere Einblicke und detaillierte Karten bieten Ressourcen wie das Freiburger Touristeninformationsbüro und digitale Plattformen, einschließlich der Audiala-App, wertvolle Unterstützung (Freiburg Tourist Information).
Fotogalerie
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Das Stolpersteine-Projekt: Ursprünge und Erweiterung
Das von dem deutschen Künstler Gunter Demnig in den frühen 1990er Jahren initiierte Projekt „Stolpersteine“ ist eine dezentrale Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus. Jeder Stolperstein ist ein 10 x 10 cm großer, messingbeschichteter Kopfsteinpflasterstein, in den der Name und das Schicksal eines Opfers eingraviert sind und der vor dessen letztem selbst gewählten Wohnort oder Arbeitsplatz verlegt wird. Bis 2024 wurden über 107.000 Stolpersteine in fast 1.900 Städten in 30 europäischen Ländern verlegt, die Juden, Roma und Sinti, politische Dissidenten und andere vom NS-Regime Verfolgte repräsentieren (stolpersteine.eu; pragueviews.com). Das Projekt zielt darauf ab, die Erinnerung in den Alltag zu integrieren und Passanten zu ermutigen, über die Geschichte zu „stolpern“ und über individuelle Lebensgeschichten nachzudenken.
Stolpersteine in Freiburg im Breisgau
Freiburg im Südwesten Deutschlands war die erste Stadt in Süddeutschland, die sich am Stolpersteine-Projekt beteiligte, wo 2002 der erste Stein verlegt wurde. Heute erinnern über 500 Stolpersteine an lokale jüdische und Sinti-/Roma-Opfer, politische Häftlinge und andere Verfolgte. Das Projekt wird von der Stadt, lokalen Geschichtsvereinen, Schulen und der jüdischen Gemeinde unterstützt, die gemeinsam die Biografien der Opfer recherchieren und öffentliche Verlegezeremonien organisieren (Stolpersteine in Freiburg; Freiburg Tourist Information; commons.wikimedia.org).
Stolpersteine sind über ganz Freiburg verteilt, auch in der Nähe von Wohnhäusern, Geschäften und Schulen, wodurch die Erinnerung an den Holocaust Teil des alltäglichen Stadtbildes wird.
Richard Feist: Biografie und Gedenken
Richard Feist war ein jüdischer Rechtsanwalt, dessen Leben durch den Aufstieg des Nationalsozialismus unwiderruflich verändert wurde. Geboren 1874 in Frankfurt am Main, war er ein angesehenes Mitglied der Freiburger Juristengemeinschaft, bevor er unter der Verfolgung der Nazis seiner Profession und seiner Rechte beraubt wurde. Im Oktober 1940 wurden Richard und seine Frau Mathilde in das Internierungslager Gurs in Frankreich deportiert, wo Richard 1945 starb. Mathilde überlebte den Krieg (Stolpersteine in Freiburg; Freiburg-Schwarzwald Stolpersteine Liste).
Der Stolperstein für Richard Feist, der in den Bürgersteig der Schöneckstraße 6 eingelassen ist, markiert seinen letzten selbst gewählten Wohnort. Die Inschrift des Steins personalisiert seine Geschichte und verwandelt den Ort in eine Gedenkstätte für Reflexion und Erinnerung.
Öffnungszeiten, Ticketinformationen und Barrierefreiheit
- Besuchszeiten: Der Stolperstein befindet sich auf einem öffentlichen Bürgersteig und ist jederzeit, Tag und Nacht, zugänglich.
- Tickets: Für den Besuch des Stolpersteins oder anderer Stolpersteine in Freiburg sind keine Tickets oder Gebühren erforderlich.
- Barrierefreiheit: Der Bürgersteig der Schöneckstraße 6 ist generell eben und somit für Rollstuhlfahrer geeignet, obwohl einige ältere Straßen in Freiburg Kieselsteinbeläge aufweisen können. Am Standort gibt es keine Stufen oder Hindernisse (Freiburg Travel Guide).
- Standort: Schöneckstraße 6, 79104 Freiburg im Breisgau, Deutschland. Die nächste Straßenbahnhaltestelle ist „Siegesdenkmal“; von dort aus ist es ein kurzer Spaziergang zum Standort. Das nahegelegene Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik dient als nützliche Orientierungshilfe (Traces of War: Stolpersteine Schöneckstraße 6).
Führungen und digitale Ressourcen
- Führungen: Das Freiburger Tourismusbüro und lokale Organisationen bieten geführte Stolperstein-Rundgänge an, die auch das Denkmal für Richard Feist einschließen. Führungen vermitteln historischen Kontext und persönliche Geschichten; eine Vorabreservierung wird empfohlen (Freiburg Guided Tours).
- Selbstgeführte Touren: Karten und Datenbanken sind über das Freiburger Touristeninformationsbüro und Online-Ressourcen erhältlich. Die Audiala-App bietet interaktive Karten und Audioguides für die Erkundung auf eigene Faust.
- Beste Besuchszeit: Die Monate Mai bis September sind dank des milden Wetters ideal für Rundgänge (Eupedia: Freiburg Travel Guide).
Etikette und sinnvoll gestaltetes Gedenken
- Innehalten und Lesen: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die Inschrift zu lesen. Das Bücken zum Lesen symbolisiert Bescheidenheit und Respekt (Germany.info).
- Putztradition: Es ist üblich, Stolpersteine sanft mit einem weichen Tuch zu polieren, besonders an Gedenktagen (Folklife Magazine).
- Ein Zeichen hinterlassen: Kleine Steine oder Blumen dürfen gemäß jüdischer Tradition neben dem Stolperstein abgelegt werden.
- Fotografie: Erlaubt, aber bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Anwohner und vermeiden Sie es, den Bürgersteig zu blockieren.
- Respekt vor Anwohnern: Die Schöneckstraße 6 ist eine private Wohnadresse; halten Sie Lärm gering und behindern Sie keine Eingänge.
Historische Stätten in der Nähe von Freiburg
- Weitere Stolpersteine: Freiburg beherbergt über 300 Stolpersteine, viele davon fußläufig erreichbar (Wikipedia: Stolpersteine in Freiburg).
- Jüdischer Friedhof: Elsässerstraße 21, eine wichtige Gedenkstätte.
- Platz der Alten Synagoge: Ort der zerstörten Synagoge, gekennzeichnet durch einen Gedenkbrunnen und ein Modell (Badische Zeitung, 2020).
- Gedenkstein Stühlinger Kirchplatz: Gedenkt der Deportation badischer Juden.
- Vordtriede-Haus: Gedenkt der Familie Vordtriede und der jüdischen Journalisten Freiburgs (Wikipedia: Geschichte der Juden in Freiburg).
- Freiburger Altstadt: Bietet mittelalterliche Architektur und Einblicke in die jüdische Geschichte der Stadt (Germany Footsteps).
- Museen: Das Augustinermuseum und das Museum für Stadtgeschichte bieten historischen Kontext zu Freiburg während der NS-Zeit.
FAQs
F: Wo befindet sich der Stolperstein für Richard Feist? A: In der Schöneckstraße 6, 79104 Freiburg im Breisgau (Koordinaten 47.998537, 7.86134).
F: Gibt es Öffnungszeiten oder werden Tickets benötigt? A: Nein, der Stolperstein ist jederzeit 24/7 auf dem öffentlichen Bürgersteig frei zugänglich, ohne dass ein Ticket erforderlich ist.
F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, mehrere Organisationen und das Tourismusbüro bieten geführte Stolperstein-Touren an.
F: Ist der Stolperstein für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Er ist generell zugänglich; der Bürgersteig ist eben und für Rollstühle geeignet.
F: Darf ich am Standort Fotos machen? A: Ja, aber bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Anwohner und blockieren Sie nicht den Eingang.
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