Einleitung
Der Stolperstein zum Gedenken an Christian Daniel Nussbaum in Freiburg im Breisgau ist eine eindringliche Mahnung an persönlichen Widerstand und Leiden während des NS-Regimes. Als Teil des weltweit größten dezentralen Denkmals, das 1992 von dem Künstler Gunter Demnig initiiert wurde, sind Stolpersteine Messingtafeln, die in Bürgersteige eingelassen sind und die letzten frei gewählten Wohnsitze von Opfern des Nationalsozialismus markieren. Der Stolperstein für Nussbaum, der sich in Freiburg an der Barbarastraße 1 und der Landsknechtstraße 9 befindet, ehrt seine Erinnerung als sozialdemokratischer Politiker und Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und lädt Besucher ein, sein Leben im Gefüge des alltäglichen Stadtlebens zu reflektieren (stolpersteine.eu; Traces of War; Wikipedia: Stolperstein).
Dieser Leitfaden bietet historischen Kontext, detaillierte Besucherinformationen, Tipps zur Barrierefreiheit und Ressourcen, um Ihren Besuch des Stolpersteins für Christian Daniel Nussbaum in Freiburg im Breisgau optimal zu gestalten (Freiburg Tourismus; Tablet Magazine).
Was ist ein Stolperstein?
Stolpersteine sind kleine Messingtafeln, die in Gehwege in ganz Europa eingelassen sind, um Personen zu gedenken, die vom NS-Regime verfolgt wurden. Das von Gunter Demnig initiierte Projekt dezentralisiert die Gedenkkultur und bringt die Erinnerung an Opfer direkt in den Fluss des täglichen Lebens. Jeder Stolperstein ist mit dem Namen, dem Geburtsdatum, dem Schicksal und, falls bekannt, dem Todesdatum eines Opfers beschriftet und markiert den Ort, an dem diese Person zuletzt frei gelebt oder gearbeitet hat (stolpersteine.eu; Wikipedia: Stolperstein).
Das Stolperstein-Projekt: Ursprünge und Philosophie
Das 1992 gegründete Stolperstein-Projekt entstand als dezentrale Alternative zu großangelegten Holocaust-Gedenkstätten. Der erste Stein wurde in Köln verlegt, und die Idee verbreitete sich schnell. Bis Juni 2023 wurden in über 1.200 Städten in Europa über 100.000 Stolpersteine installiert (pragueviews.com). Die Philosophie des Projekts konzentriert sich darauf, die Identitäten der NS-Opfer wieder in das kollektive Gedächtnis zu integrieren und Passanten dazu anzuregen, über die Geschichte zu "stolpern" und so persönliche Reflexion und historisches Bewusstsein zu fördern (germany.info).
Christian Daniel Nussbaum: Historischer Hintergrund
Christian Daniel Nussbaum (geb. 1888) war ein prominentes Mitglied der Sozialdemokratischen Partei (SPD) und von 1929 bis 1933 Abgeordneter des Badischen Landtags (Traces of War). Er zog 1927 nach Freiburg und war mit Emma Nussbaum (geb. Eberle) verheiratet, die jüdischer Abstammung war. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Nussbaum zum Ziel politischer Verfolgung. Am 17. März 1933, als Polizisten seine Wohnung stürmten, um ihn zu verhaften, erschoss Nussbaum in Notwehr die ihn verfolgenden Beamten, da er um sein Leben fürchtete. Beide Beamten starben, und Nussbaum wurde anschließend in die Psychiatrische Anstalt Wiesloch eingewiesen, wo er bis zu seinem mysteriösen Tod am 25. Juni 1939 blieb, mutmaßlich ein Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms.
Sein Stolperstein erinnert nicht nur an seinen persönlichen Mut und sein Leiden, sondern repräsentiert auch die breitere Geschichte politischer und rassischer Verfolgung während der NS-Ära.
Standort und Besucherinformationen
Barbarastraße 1
- Adresse: Barbarastraße 1, Freiburg im Breisgau, Deutschland
- Koordinaten: 48,004053° N, 7,839863° E
- Bedeutung: Letzter frei gewählter Wohnsitz von Christian Daniel Nussbaum vor seiner Verhaftung
- Zugang: Der Stolperstein ist in den Bürgersteig in der Nähe des Gebäudeeingangs eingelassen und ist rund um die Uhr kostenlos zugänglich (Traces of War).
Landsknechtstraße 9
- Adresse: Landsknechtstraße 9, Freiburg im Breisgau, Deutschland
- Bedeutung: Adresse, an der Nussbaum am längsten in Freiburg lebte. 2004 wurde hier ein zweiter Stolperstein verlegt (Traces of War).
- Zugang: Für die Öffentlichkeit jederzeit zugänglich.
Beide Standorte sind vom Freiburger Stadtzentrum aus zu Fuß erreichbar und rollstuhlgerecht.
Details zur Inschrift
Jeder Stolperstein ist eine 10x10 cm große Messingplatte auf einem Betonsockel. Die Inschrift für Christian Daniel Nussbaum lautet:
Hier wohnte Christian Daniel Nussbaum
Jg. 1888
1929-1933 / SPD
Am 20.3.1933 zwangsweise in die Psychiatrische Anstalt Wiesloch eingewiesen
Ermordet 25.6.1939
Besuchertipps und Barrierefreiheit
- Keine Tickets oder Gebühren: Die Stolpersteine befinden sich im öffentlichen Raum und können jederzeit kostenlos besucht werden.
- Barrierefreiheit: Beide Standorte verfügen über ebene Gehwege und sind für Rollstuhlfahrer geeignet.
- Beste Besuchszeit: Früher Morgen oder später Nachmittag für ein ruhigeres Erlebnis.
- Etikette: Halten Sie inne, um die Inschrift zu lesen. Besucher hinterlassen oft kleine Steine, Blumen oder Kerzen als Andenken.
- Fotografie: Dezente Aufnahmen sind willkommen; bitte respektieren Sie die Anwohner und vermeiden Sie es, Eingänge zu blockieren.
- Pflege: Freiwillige reinigen die Messingtafeln regelmäßig, insbesondere an Gedenktagen. Besucher können die Steine bei Bedarf vorsichtig mit einem weichen Tuch reinigen.
Sonderveranstaltungen und Führungen
- Geführte Touren: Freiburg bietet geführte Stolperstein-Touren an, die tiefere Einblicke und Geschichten hinter den Gedenkstätten bieten. Diese können über lokale Tourismusbüros oder Gemeinschaftsorganisationen gebucht werden (Freiburg Tourismus).
- Gedenkveranstaltungen: Jährliche Zeremonien, insbesondere am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, können die Verlegung neuer Steine oder Reinigungsevents beinhalten.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Besuchen Sie während Ihres Besuchs des Stolpersteins auch die historischen Stätten Freiburgs:
- Freiburger Münster (Kathedrale)
- Augustinermuseum
- Freiburger Altstadt
Alle sind bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß erreichbar.
Kontroversen und Gemeinschaftsperspektiven
Trotz der Anerkennung des Projekts hat die Verlegung von Stolpersteinen Debatten ausgelöst. Einige Kritiker arguing, dass die Gedenkstätten auf Gehwegen, wo die Steine betreten werden können, respektlos seien (Leo Baeck Institute). Bestimmte jüdische Gemeinden und einige Immobilieneigentümer haben sich gegen Installationen ausgesprochen, was zu lokalen Verboten oder alternativen Gedenkstätten, insbesondere in München, geführt hat. Vandalismus und Bedenken hinsichtlich der Pflege sind ebenfalls aufgetreten. Dennoch expandiert das Stolperstein-Projekt weiter, unterstützt von Freiwilligen und Gemeinschaftsfürsprechern (Tablet Magazine).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Benötige ich Tickets, um Stolpersteine zu besuchen? Nein, Stolpersteine sind auf öffentlichen Gehwegen installiert und für alle kostenlos zugänglich.
Sind geführte Touren verfügbar? Ja, Freiburg und andere Städte bieten geführte Stolperstein-Touren an. Überprüfen Sie die aktuellen Zeitpläne auf lokalen Tourismus-Websites.
Darf ich Fotos machen? Ja, Fotografieren ist erwünscht, aber bitte respektieren Sie die Umgebung und die Anwohner.
Ist der Stolperstein rollstuhlgerecht? Ja, sowohl die Barbarastraße 1 als auch die Landsknechtstraße 9 verfügen über ebene Gehwege, die für Rollstuhlfahrer geeignet sind.
Gibt es weitere Stolpersteine in Freiburg? Ja, in Freiburg gibt es mehrere Stolpersteine, die verschiedene Opfer ehren. Ihre Erkundung bietet eine breitere historische Perspektive.
Zusätzliche Ressourcen
- Offizielle Website der Stolpersteine in Freiburg
- Tourismusbüro Freiburg
- Offizielle Website des Stolperstein-Projekts
- Traces of War – Stolperstein Barbarastraße 1
- Wikipedia: Stolperstein
- Tablet Magazine: Vanished Stumbling Stones
Für virtuelle Touren, Audioführer und interaktive Karten erkunden Sie lokale Tourismus-Websites oder laden Sie die Audiala-App für ein selbstgeführtes Erlebnis herunter.
Hören Sie die ganze Geschichte in der App
Ihr persönlicher Kurator, in Ihrer Tasche.
Audioguides für 1.100+ Städte in 96 Ländern. Geschichte, Geschichten und lokales Wissen — offline verfügbar.
Audiala App
Verfügbar für iOS und Android
Werde Teil von 50.000+ Kuratoren
Quellen
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
Zuletzt überprüft: