Mahnmal Für Die Opfer Des Naziregimes

Einleitung

Das Mahnmal für die Opfer des Naziregimes in Freiburg im Breisgau ist eine eindringliche Gedenkstätte, die dem Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung dient. Dieses Denkmal ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch ein Katalysator für die Reflexion über Demokratie, Menschenrechte und die Verantwortung der heutigen Gesellschaft. Zentral gelegen am Rotteckring nahe der Rathausgasse und der Wiwilí-Brücke, ehrt diese Gedenkstätte verschiedene Opfergruppen – darunter jüdische Menschen, Sinti und Roma, politische Dissidenten, Menschen mit Behinderungen und andere, die vom NS-Terror betroffen waren. Diese Geschichten sind tief in der lokalen Geschichte Freiburgs und seiner Verbindung zu nahegelegenen Konzentrationslager-Außenkommandos wie Natzweiler-Struthof verwoben. Das 1975 auf Initiative antifaschistischer Gruppen und Überlebender errichtete Mahnmal präsentiert eine kraftvolle Bronzeskulptur von Walter Schelenz, die sowohl Leid als auch Widerstand verkörpert und als dauerhaftes Symbol im Stadtbild Freiburgs konzipiert ist.

Besucher des Mahnmals profitieren von seiner offenen Zugänglichkeit, mit kostenfreiem Eintritt rund um die Uhr, barrierefreien Wegen, die für Rollstuhlfahrer geeignet sind, und der einfachen Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß. Die Lage des Mahnmals inmitten anderer historischer Wahrzeichen wie dem Freiburger Münster und dem Historischen Kaufhaus bereichert das kulturelle Erlebnis. Gedenkveranstaltungen, insbesondere am Internationalen Tag des Gedenkens an den Holocaust (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai), sowie Bildungsprogramme und Führungen, die von Organisationen wie der VVN-BdA Freiburg angeboten werden, vertiefen das öffentliche Engagement und Verständnis.

Das Mahnmal ist mehr als ein statisches Denkmal; es fungiert als lebendiger Ort des bürgerschaftlichen Dialogs, der Erinnerungskultur und europäischer Gedenknetzwerke. Es widmet sich fortlaufenden Herausforderungen wie dem wachsenden Antisemitismus und der Verdrängung der Geschichte. Für diejenigen, die einen Besuch planen oder Freiburgs historische Stätten erkunden möchten, bietet dieser Leitfaden umfassende Einblicke in die Geschichte des Mahnmals, seine Symbolik, Besucherinformationen, die Zugänglichkeit und nahegelegene Sehenswürdigkeiten, um einen bedeutungsvollen und respektvollen Besuch zu gewährleisten. (VVN-BDA Freiburg, Freiburg.de, Komoot)


Historischer Hintergrund: Nationalsozialismus und lokale Verfolgung in Freiburg

Während der NS-Zeit war Freiburg ein Ort systematischer Verfolgung. Die lokalen jüdischen Einwohner, Sinti und Roma, politische Gegner, Menschen mit Behinderungen und Homosexuelle waren Diskriminierung, Zwangsarbeit und Deportation ausgesetzt. Die Nähe zu den Außenlagern von Natzweiler-Struthof verbindet die Stadt weiter mit dem breiteren Netzwerk nationalsozialistischer Gräueltaten. Freiburgs Rolle bei diesen Ereignissen wird heute durch regionale Gedenkstätten und Bildungsprogramme dokumentiert und erinnert. (VVN-BDA Freiburg)

In den unmittelbaren Nachkriegsjahren war die Erinnerung begrenzt. Erst in den 1970er Jahren entwickelte sich eine aktivere Erinnerungskultur, angetrieben von Überlebenden und antifaschistischen Gruppen, die in der Schaffung des Mahnmals für die Opfer des Naziregimes im Jahr 1975 gipfelte.


Schaffung und künstlerische Gestaltung des Mahnmals

Das Mahnmal wurde am 8. Mai 1975, dem Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, nach Bürgerinitiativen eingeweiht. Der Bildhauer Walter Schelenz entwarf das knapp vier Meter hohe Bronzedenkmal am Rotteckring, Ecke Rathausgasse. Die Inschrift lautet:

„Den Opfern der Gewalt – Den Kämpfern im Widerstand 1933–1945“

Seine abstrakte Form soll sowohl das erlittene Leid als auch den geleisteten Widerstand gegen das NS-Regime darstellen. Bronze wurde wegen seiner Dauerhaftigkeit gewählt und die prominente Platzierung stellt hohe Sichtbarkeit im Stadtzentrum sicher. (Freiburg.de, Komoot)

Ein verwandtes Mahnmal, das Mahnmal Vergessener Mantel, zeigt einen bronzenen Mantel, der über das Geländer der Wiwilí-Brücke drapiert ist, mit einem dezenten Judenstern, der auf die Deportation der jüdischen Bevölkerung Freiburgs verweist. Diese ergreifende Skulptur basiert auf Zeugenaussagen von Überlebenden über das Chaos und den Verlust während der erzwungenen Abreisen.


Praktische Besucherinformationen

Lage und Barrierefreiheit

  • Adresse: Rotteckring, Ecke Rathausgasse, 79098 Freiburg im Breisgau
  • Zusätzlicher Ort: Wiwilí-Brücke / Konrad-Adenauer-Platz für das Mahnmal Vergessener Mantel

Beide Mahnmale befinden sich zentral und sind bequem zu Fuß vom Hauptbahnhof und wichtigen Tram-/Bushaltestellen (z.B. Rathaus, Rotteckring) erreichbar. Die Umgebung ist gepflastert und stufenlos, geeignet für Rollstuhlfahrer und Besucher mit Mobilitätseinschränkungen.

Öffnungszeiten und Eintritt

  • Öffnungszeiten: Ganzjährig rund um die Uhr geöffnet
  • Eintritt: Kostenfrei; keine Tickets oder Reservierungen erforderlich

Anreise

  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mehrere Straßenbahn- und Buslinien halten in der Nähe des Rathauses, Rotteckrings und Hauptbahnhofs.
  • Zu Fuß/mit dem Fahrrad: Alle Mahnmale sind vom historischen Zentrum Freiburgs zu Fuß oder per Rad erreichbar.
  • Mit dem Auto: Parkplätze sind in der Nähe vorhanden, aber begrenzt; öffentliche Verkehrsmittel werden empfohlen.

Nahegelegene Sehenswürdigkeiten

  • Freiburger Münster (Kathedrale): Eine renommierte gotische Kathedrale, nur einen kurzen Spaziergang entfernt.
  • Historisches Kaufhaus: Ein historisches Rathaus mit Ausstellungen.
  • Augustiner Museum: Lokale Kunst- und Geschichtssammlungen.
  • Altstadt: Malerische Gassen, Cafés und Geschäfte.

Veranstaltungen und Führungen

  • Gedenkveranstaltungen: Jährlich am 27. Januar (Internationaler Tag des Gedenkens an den Holocaust), 8. Mai (Tag der Befreiung) und während des jährlichen Ostermarsches.
  • Führungen: Erhältlich bei lokalen Organisationen wie der VVN-BdA Freiburg, oft in mehreren Sprachen. Schulklassen und Bildungsprogramme beziehen die Mahnmale häufig in ihre Lehrpläne ein.

Mahnmal für die Opfer des Naziregimes Freiburg Alt-Text: Bronzeskulptur des Mahnmals für die Opfer des Naziregimes in Freiburg, am Rotteckring.


Symbolik und gesellschaftliche Relevanz

Das Mahnmal ist ein Brennpunkt der Freiburger Erinnerungskultur, der Bildung, des bürgerschaftlichen Engagements und der Reflexion über Demokratie und Toleranz fördert. Sein abstraktes Design vermeidet Triumphialismus und betont nüchterne Erinnerung. Die Einbeziehung von Bronze und Bezügen zu Symbolen wie dem Judenstern verbindet Besucher mit den physischen und emotionalen Realitäten nationalsozialistischer Verfolgung. Durch seine Präsenz und die dort stattfindenden Aktivitäten bleibt das Mahnmal für die Opfer des Naziregimes ein lebendiger Ort des bürgerschaftlichen Dialogs und ein Bollwerk gegen Antisemitismus und historische Amnesie. (VVN-BDA Freiburg)

Der Ort ist auch in europäische Gedenknetzwerke integriert und nimmt an kontinentalweiten Gedenkveranstaltungen und Bildungsinitiativen teil. Er ist ein Zentrum für öffentliche Diskussionen, Kunstinstallationen und temporäre Ausstellungen zu den Themen Erinnerung, Gerechtigkeit und Versöhnung.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Öffnungszeiten? A: Das Mahnmal ist das ganze Jahr über rund um die Uhr geöffnet.

F: Gibt es eine Eintrittsgebühr? A: Nein, der Eintritt ist kostenlos; es werden keine Tickets benötigt.

F: Ist das Mahnmal für Rollstuhlfahrer und Personen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich? A: Ja, an beiden Mahnmalen ist barrierefreier Zugang vorhanden.

F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, besonders an Gedenktagen und nach Vereinbarung mit lokalen Organisationen.

F: Darf ich Fotos machen? A: Fotografieren ist erlaubt. Bitte verhalten Sie sich respektvoll, besonders während Zeremonien.

F: Werden am Mahnmal besondere Veranstaltungen abgehalten? A: Ja, darunter jährliche Gedenkveranstaltungen und öffentliche Events wie der Ostermarsch.


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