Historischer Hintergrund: Nationalsozialismus und lokale Verfolgung in Freiburg
Während der NS-Zeit war Freiburg ein Ort systematischer Verfolgung. Die lokalen jüdischen Einwohner, Sinti und Roma, politische Gegner, Menschen mit Behinderungen und Homosexuelle waren Diskriminierung, Zwangsarbeit und Deportation ausgesetzt. Die Nähe zu den Außenlagern von Natzweiler-Struthof verbindet die Stadt weiter mit dem breiteren Netzwerk nationalsozialistischer Gräueltaten. Freiburgs Rolle bei diesen Ereignissen wird heute durch regionale Gedenkstätten und Bildungsprogramme dokumentiert und erinnert. (VVN-BDA Freiburg)
In den unmittelbaren Nachkriegsjahren war die Erinnerung begrenzt. Erst in den 1970er Jahren entwickelte sich eine aktivere Erinnerungskultur, angetrieben von Überlebenden und antifaschistischen Gruppen, die in der Schaffung des Mahnmals für die Opfer des Naziregimes im Jahr 1975 gipfelte.
Schaffung und künstlerische Gestaltung des Mahnmals
Das Mahnmal wurde am 8. Mai 1975, dem Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, nach Bürgerinitiativen eingeweiht. Der Bildhauer Walter Schelenz entwarf das knapp vier Meter hohe Bronzedenkmal am Rotteckring, Ecke Rathausgasse. Die Inschrift lautet:
„Den Opfern der Gewalt – Den Kämpfern im Widerstand 1933–1945“
Seine abstrakte Form soll sowohl das erlittene Leid als auch den geleisteten Widerstand gegen das NS-Regime darstellen. Bronze wurde wegen seiner Dauerhaftigkeit gewählt und die prominente Platzierung stellt hohe Sichtbarkeit im Stadtzentrum sicher. (Freiburg.de, Komoot)
Ein verwandtes Mahnmal, das Mahnmal Vergessener Mantel, zeigt einen bronzenen Mantel, der über das Geländer der Wiwilí-Brücke drapiert ist, mit einem dezenten Judenstern, der auf die Deportation der jüdischen Bevölkerung Freiburgs verweist. Diese ergreifende Skulptur basiert auf Zeugenaussagen von Überlebenden über das Chaos und den Verlust während der erzwungenen Abreisen.
Praktische Besucherinformationen
Lage und Barrierefreiheit
- Adresse Rotteckring, Ecke Rathausgasse, 79098 Freiburg im Breisgau
- Zusätzlicher Ort Wiwilí-Brücke / Konrad-Adenauer-Platz für das Mahnmal Vergessener Mantel
Beide Mahnmale befinden sich zentral und sind bequem zu Fuß vom Hauptbahnhof und wichtigen Tram-/Bushaltestellen (z.B. Rathaus, Rotteckring) erreichbar. Die Umgebung ist gepflastert und stufenlos, geeignet für Rollstuhlfahrer und Besucher mit Mobilitätseinschränkungen.
Öffnungszeiten und Eintritt
- Öffnungszeiten Ganzjährig rund um die Uhr geöffnet
- Eintritt Kostenfrei; keine Tickets oder Reservierungen erforderlich
Anreise
- Mit öffentlichen Verkehrsmitteln Mehrere Straßenbahn- und Buslinien halten in der Nähe des Rathauses, Rotteckrings und Hauptbahnhofs.
- Zu Fuß/mit dem Fahrrad Alle Mahnmale sind vom historischen Zentrum Freiburgs zu Fuß oder per Rad erreichbar.
- Mit dem Auto Parkplätze sind in der Nähe vorhanden, aber begrenzt; öffentliche Verkehrsmittel werden empfohlen.
Nahegelegene Sehenswürdigkeiten
- Freiburger Münster (Kathedrale) Eine renommierte gotische Kathedrale, nur einen kurzen Spaziergang entfernt.
- Historisches Kaufhaus Ein historisches Rathaus mit Ausstellungen.
- Augustiner Museum Lokale Kunst- und Geschichtssammlungen.
- Altstadt Malerische Gassen, Cafés und Geschäfte.
Veranstaltungen und Führungen
- Gedenkveranstaltungen Jährlich am 27. Januar (Internationaler Tag des Gedenkens an den Holocaust), 8. Mai (Tag der Befreiung) und während des jährlichen Ostermarsches.
- Führungen Erhältlich bei lokalen Organisationen wie der VVN-BdA Freiburg, oft in mehreren Sprachen. Schulklassen und Bildungsprogramme beziehen die Mahnmale häufig in ihre Lehrpläne ein.
Symbolik und gesellschaftliche Relevanz
Das Mahnmal ist ein Brennpunkt der Freiburger Erinnerungskultur, der Bildung, des bürgerschaftlichen Engagements und der Reflexion über Demokratie und Toleranz fördert. Sein abstraktes Design vermeidet Triumphialismus und betont nüchterne Erinnerung. Die Einbeziehung von Bronze und Bezügen zu Symbolen wie dem Judenstern verbindet Besucher mit den physischen und emotionalen Realitäten nationalsozialistischer Verfolgung. Durch seine Präsenz und die dort stattfindenden Aktivitäten bleibt das Mahnmal für die Opfer des Naziregimes ein lebendiger Ort des bürgerschaftlichen Dialogs und ein Bollwerk gegen Antisemitismus und historische Amnesie. (VVN-BDA Freiburg)
Der Ort ist auch in europäische Gedenknetzwerke integriert und nimmt an kontinentalweiten Gedenkveranstaltungen und Bildungsinitiativen teil. Er ist ein Zentrum für öffentliche Diskussionen, Kunstinstallationen und temporäre Ausstellungen zu den Themen Erinnerung, Gerechtigkeit und Versöhnung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Was sind die Öffnungszeiten? A: Das Mahnmal ist das ganze Jahr über rund um die Uhr geöffnet.
F: Gibt es eine Eintrittsgebühr? A: Nein, der Eintritt ist kostenlos; es werden keine Tickets benötigt.
F: Ist das Mahnmal für Rollstuhlfahrer und Personen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich? A: Ja, an beiden Mahnmalen ist barrierefreier Zugang vorhanden.
F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, besonders an Gedenktagen und nach Vereinbarung mit lokalen Organisationen.
F: Darf ich Fotos machen? A: Fotografieren ist erlaubt. Bitte verhalte dich respektvoll, besonders während Zeremonien.
F: Werden am Mahnmal besondere Veranstaltungen abgehalten? A: Ja, darunter jährliche Gedenkveranstaltungen und öffentliche Events wie der Ostermarsch.