Nordfriedhof

Einleitung

Der Düsseldorfer Nordfriedhof (Nordfriedhof) ist der größte und bedeutendste Begräbnisplatz der Stadt und vereint auf nahtlose Weise feierliche Gedenkkultur mit der Schönheit eines Landschaftsparks. Der 1884 vom renommierten Landschaftsarchitekten Eduard Hoppe entworfene Nordfriedhof ist nicht nur eine letzte Ruhestätte für über 200.000 Menschen, sondern auch eine lebendige Chronik der kulturellen, sozialen und architektonischen Entwicklung Düsseldorfs. Seine Anlagen zeugen von der Geschichte der Stadt, von industrieller Expansion und sozialem Wandel bis hin zu den Tragödien der Weltkriege und dem fortwährenden Bemühen, vielfältige Gemeinschaften zu ehren und zu erinnern. Dieser Leitfaden bietet einen umfassenden Überblick über die Ursprünge, architektonischen Höhepunkte, Kriegsdenkmäler, die Zugänglichkeit des Nordfriedhofs und praktische Besuchererfahrungen, damit Sie Ihren Besuch optimal gestalten können.


Ursprünge und Gründung

Der Nordfriedhof wurde 1884 gegründet, als Düsseldorfs Bevölkerung aufgrund der Industrialisierung stark anwuchs. Die Stadt veranstaltete 1882 einen Gestaltungswettbewerb, den Eduard Hoppe aus Berlin gewann. Er stellte sich einen „Gartenfriedhof“ vor, der die Bewegung des 19. Jahrhunderts widerspiegelte, ruhige, parkähnliche Begräbnisstätten zu schaffen. Ursprünglich als „Friedhof hinter dem Tannenwäldchen“ bekannt, wuchs seine Bedeutung nach der Schließung des Golzheimer Friedhofs, und 1904 wurde er in Nordfriedhof umbenannt. Eine bedeutende Umgestaltung im Jahr 1908 verlieh dem Friedhof seine heutige geometrische Anlage (de.wikipedia.org).


Wachstum und städtischer Kontext

Der Nordfriedhof liegt im Stadtteil Derendorf und ist von der Ulmenstraße, Hugo-Viehoff-Straße, Danziger Straße und dem Thewissenweg begrenzt, was ihn von wichtigen Vierteln wie Golzheim und Unterrath aus zugänglich macht. Heute umfasst er fast 70 Hektar mit rund 50.000 Grabstätten und über 220.000 Bestattungen, was Düsseldorfs Entwicklung zu einem wichtigen kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum widerspiegelt (wikidata.org).


Architektonisches und künstlerisches Erbe

Der Nordfriedhof ist bekannt für seine vielfältigen architektonischen Stile und künstlerischen Grabsteine, insbesondere im „alten Friedhof“ nahe dem Eingang an der Danziger Straße/Johannstraße – ein geschütztes Denkmal seit 1987. Das Herzstück ist der „Millionenhügel“, ein Hang, der mit aufwendigen Mausoleen und Grabsteinen geschmückt ist, die von den führenden Bildhauern und Architekten der Stadt geschaffen wurden. Diese Gräber spiegeln den Reichtum und Einfluss von Düsseldorfs Industriellen, Künstlern und Politikern wider und unterstreichen das reiche künstlerische Erbe der Stadt (de.wikipedia.org).


Denkmäler und Kriegsgräber

Gräber des Ersten und Zweiten Weltkriegs

Ein prägendes Merkmal des Nordfriedhofs sind seine umfangreichen Kriegsgräber. Die Felder 111, 112 und 118 sind die Gräberfelder für Tausende von Opfern und Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, darunter über 3.800 Kriegsgräber des Zweiten Weltkriegs, von denen viele ausländische Staatsangehörige (russisch, polnisch, niederländisch und andere) sowie Deutsche betreffen (tracesofwar.com). Gedenkstätten in diesen Feldern, entworfen von bekannten Künstlern wie Hermann Goerke und Jupp Rübsam, dienen als eindringliche Mahnungen an die Kosten des Krieges.

Gedenkstätten

Im gesamten Friedhof erinnern Denkmäler an Gefallene und Kriegsopfer, darunter:

  • Denkmäler für die im Deutsch-Französischen Krieg (1870–1871) Gefallenen
  • Steine für unbekannte Soldaten und Zivilisten
  • Erinnerungssteine für Opfer von Luftangriffen und nationalsozialistischer Verfolgung

Jährliche Zeremonien, wie der Volkstrauertag, ziehen Bürger und internationale Vertreter an, um der Toten zu gedenken und die Versöhnung zu fördern (Trek Zone).


Die jüdischen Friedhöfe

Angrenzend an den Nordfriedhof befindet sich der neue jüdische Friedhof, der 1923 gegründet wurde, als der Bestattungsbedarf der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs wuchs. Er verfügt über eine eigene Friedhofshalle und ein Denkmal und wird unabhängig verwaltet. Er schließt am Sabbat und an jüdischen Feiertagen (de.wikipedia.org). Der alte jüdische Friedhof, der sich gegenüber der Ulmenstraße befindet, ist erhalten, aber für die Öffentlichkeit geschlossen, was das vielfältige religiöse Erbe der Stadt und die düstere Geschichte des Holocaust widerspiegelt (juedische-friedhoefe.info).


Praktische Besucherinformationen

Öffnungszeiten und Eintritt

Der Nordfriedhof ist im Allgemeinen täglich zu folgenden erweiterten Zeiten geöffnet:

  • Montag, Dienstag, Mittwoch, Sonntag: 09:00–17:00 Uhr
  • Donnerstag, Freitag, Samstag: Rund um die Uhr geöffnet

Der Eintritt ist frei; es sind keine Tickets erforderlich (bestattung-information.de; wo-sie-ruhen.de).

Anfahrt und Barrierefreiheit

  • Adresse: Am Nordfriedhof 1, 40468 Düsseldorf
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinien 715 und 707 (Haltestelle Großmarkt), Buslinien 722, 729, 756, 834 (Haltestelle Nordfriedhof)
  • Parken: Begrenzte Parkmöglichkeiten in der Nähe der Haupteingänge; öffentliche Verkehrsmittel werden empfohlen (bestattung-information.de).
  • Barrierefreiheit: Hauptwege sind gepflastert und rollstuhlgerecht, mit Bänken zum Ausruhen. Für Unterstützung kontaktieren Sie das Friedhofsbüro (duesseldorf.de).

Einrichtungen und Karten

  • Toiletten: In der Nähe des Haupteingangs.
  • Friedhofsbüro: An Werktagen von 8:00–12:00 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Mitarbeiter stellen Karten und bieten Unterstützung bei der Barrierefreiheit.
  • Lagepläne: Online und am Eingang verfügbar zur Orientierung.

Führungen und Sonderveranstaltungen

Geführte Touren mit Fokus auf Kunst, Architektur und bemerkenswerte Bestattungen werden gelegentlich von der Stadt oder lokalen historischen Gesellschaften organisiert – insbesondere an Gedenktagen. Die selbsterklärende Erkundung wird durch verfügbare Karten und Anleitungen des Personals unterstützt (Visit Düsseldorf).

Sehenswürdigkeiten in der Nähe und Fotospots

Kombinieren Sie Ihren Besuch mit nahegelegenen Sehenswürdigkeiten wie dem Nordpark, dem Japanischen Garten, dem Aquazoo Löbbecke Museum, der Rheinuferpromenade, dem Kunstpalast und der Düsseldorfer Altstadt (planetware.com). Der Millionenhügel des Friedhofs, die Mausoleen und die von Bäumen gesäumten Alleen bieten hervorragende Fotomöglichkeiten.


Bemerkenswerte Bestattungen und kulturelle Bedeutung

Der Nordfriedhof ist die letzte Ruhestätte für viele führende Politiker, Künstler, Unternehmer und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Die Vielfalt seiner Gräber – jüdisch, katholisch, protestantisch und weltlich – spiegelt Düsseldorfs Pluralismus und kosmopolitisches Flair wider. Der jüdische Bereich mit Grabsteinen, die von den Tragödien des Holocaust zeugen, ist besonders ergreifend (juedische-friedhoefe.info).


Erhaltung und Herausforderungen

Trotz seines geschützten Status steht der Nordfriedhof vor kontinuierlichen Erhaltungsherausforderungen, darunter Diebstahl von Metallskulpturen und wetterbedingte Verwitterung. Die Stadt und Gemeinschaftsorganisationen pflegen und restaurieren aktiv bedeutende Gräber und Denkmäler, um das Erbe des Friedhofs für zukünftige Generationen zu bewahren (de.wikipedia.org).


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Öffnungszeiten des Nordfriedhofs? A: Montag, Dienstag, Mittwoch, Sonntag: 09:00–17:00 Uhr; Donnerstag, Freitag, Samstag: rund um die Uhr geöffnet.

F: Gibt es einen Eintrittspreis? A: Nein, der Eintritt ist frei.

F: Sind Führungen verfügbar? A: Gelegentlich sind Führungen verfügbar; erkundigen Sie sich beim Friedhofsbüro oder der städtischen Touristeninformation.

F: Ist der Nordfriedhof rollstuhlgerecht? A: Die Hauptwege sind gepflastert und zugänglich; einige ältere Bereiche können uneben sein.

F: Darf ich Fotos machen? A: Fotografieren ist generell erlaubt – bitte seien Sie respektvoll, insbesondere in der Nähe neuer Gräber oder bei Zeremonien.

F: Gibt es Sehenswürdigkeiten in der Nähe? A: Ja, dazu gehören der Nordpark, der Aquazoo, die Rheinuferpromenade und Museen.


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