Einführung
An einem Sommer-Sonntag im Jahr 1900 standen vierzigtausend Berliner an den Ufern der Müggelspree für eine Fähre an, die jeweils zweihundertfünfundsechzig Menschen beförderte. Der Spreetunnel Friedrichshagen, 1927 in Berlin, Deutschland eröffnet, ist die Beton-Antwort auf diese Schlange — Deutschlands erster Unterwassertunnel, gebaut mit unter Druckluft abgesenkten Senkkästen, und noch immer die ruhigste Abkürzung zwischen dem Müggelsee und den Wäldern dahinter.
Gehen Sie die Rampe auf der Nordseite hinunter, und der Stadtlärm fällt plötzlich ab. Grüne glasierte Fliesen säumen den 120-Meter-Gang. Schritte rollen mit einem seltsamen, fast badehausartigen Echo zu Ihnen zurück, das bis heute niemand wirklich erklärt hat.
Der Tunnel liegt vier Meter unter der Wasserlinie und ist so schmal, dass sich zwei entgegenkommende Radfahrer fast mit den Ellbogen streifen. Er verbindet Friedrichshagen — einst Berlins beliebtestes Wochenendziel — mit den Zugängen zu den Müggelbergen. Einheimische nutzen ihn täglich. Die meisten Besucher stoßen eher zufällig auf ihn, wenn sie dem Uferweg vom östlichen S-Bahn-Endpunkt von Berlin folgen, und gehen wieder mit dem Gefühl, etwas entdeckt zu haben, das die Reiseführer vergessen haben.
Kommen Sie wegen der Ingenieurskunst. Bleiben Sie wegen der Akustik, der Geschichte von 1945, die sich am Südeingang verbirgt, und wegen des eigentümlichen Vergnügens, unter einem Fluss hindurchzugehen, der kaum bemerkt, dass Sie da sind.
Sehenswertes
Der grün geflieste Abstieg
Sie steigen 8,4 Meter unter die Müggelspree hinab, und mit Ihnen fällt die Temperatur um ein paar Grad. Wände mit geometrischen grünen Fliesen — bei der Sanierung 2015–2016 erneuert — werfen Ihre Schritte in langem metallischem Echo zurück, genau die Akustik, die Straßenmusiker an Sommersonntagen mit Saxofon und Münzkasten ausnutzen. Der Tunnel ist nur etwa 120 Meter lang, deshalb leuchtet der Ausgang auf der anderen Seite schon beim Eintreten, wie eine helle Münze am Ende eines gefliesten Rohrs. Schauen Sie beim Hinabgehen auf die Stufen. Diese schmalen Betonstreifen an den Kanten sind kein Schmuck. Karl Sievers und Heinrich La Baume legten sie 1926 ausdrücklich für nasse Badegäste fest, die vom Müggelsee wieder hinaufstiegen, und fast ein Jahrhundert später geben sie nackten Fußsohlen noch immer Halt.
Die Portale und die Terrasse am Müggelpark
Oberirdisch wirken die beiden Eingangsgebäude wie reine Neue Sachlichkeit — funktionale Kuben aus verputztem Beton, ohne Ornament, ohne Geste, die Architektursprache des Berliner Jahres 1927 in ihrer nüchternsten Form. Gebaut von Grün & Bilfinger für rund eine Million Reichsmark, dazu 100.000 von der benachbarten Bürgerbräu-Brauerei, damit ihre Wochenendgäste den Biergarten überhaupt erreichen konnten. Stellen Sie sich zur goldenen Stunde auf die Terrasse des Müggelparks am Südufer. Dann bekommen Sie Portal, Müggelspree und im Sommer die Badenden an den Badestellen Läufer und Teppich in ein Bild, und genau auf dieses Motiv lohnt es sich zu warten. Das Müggelschlösschen-Restaurant von 1873 lebt noch immer von derselben durstigen Ausflüglerlogik, die einst den Tunnel finanzierte — an Spitzentagen um 1900 strömten bis zu 40.000 Tagesgäste durch Friedrichshagen.
Die Sabotage, von der keine Plakette erzählt
Im April 1945, unter den Befehlen verbrannter Erde mit dem Decknamen Aktion Panzerbär, verkabelten NS-Einheiten den Tunnel zur Sprengung, während sowjetische Truppen auf Berlin vorrückten. Ein Kommunist namens Zoelisch schlich hinein und kappte die Zündkabel. Dieser eine Akt ist der Grund, warum Sie heute durch diesen Tunnel gehen können — und der Grund, warum das südliche Portal noch immer eine aufgesetzte Nachkriegsreparatur trägt, dort, wo eine nahe Bombe es streifte. Kein Schild weist auf die Stelle hin. Stellen Sie sich an die Fuge, an der sich unter dem Fluss die beiden 52,9 Meter langen Senkkästen treffen, denken Sie an einen Mann mit einem Seitenschneider in der Dunkelheit, und die Fliesen wirken plötzlich weniger wie Dekor als wie Beweisstücke. Verbinden Sie den Besuch mit dem Grunewald Tower oder mit einem Abstecher zurück nach Berlin, wenn Sie Friedrichshagen entlang des E11 weiter erkunden möchten.
Fotogalerie
Entdecke Spreetunnel Friedrichshagen in Bildern
Achten Sie am Südausgang auf das leicht unpassende Mauerwerk an der Eingangskonstruktion — ein Rest der Nachkriegsreparatur, nachdem ein Bombentreffer in der Nähe im April 1945 das ursprüngliche Portal beschädigt hatte. Der geflickte Abschnitt wurde nie vollständig in das steinerne Umfeld der Neuen Sachlichkeit integriert.
Besucherlogistik
Anreise
Nehmen Sie die S3 bis S-Bahnhof Friedrichshagen und gehen Sie dann etwa 15 Minuten südwärts über Bölschestraße und Müggelseedamm zum Nordeingang. Mit der Tram 60 oder 61 bis Müggelseedamm/Bölschestraße kommen Sie näher heran. Radfahrer auf dem europäischen Fernweg E11 fahren direkt hindurch — Parkplätze an der Straße auf dem Müggelseedamm sind kostenlos, an Sommerwochenenden aber schnell voll.
Öffnungszeiten
Stand 2026 ist der Tunnel 24/7 geöffnet. Kein Personal, kein Tor, keine saisonalen Schließungen. Es ist eine funktionierende Fußgängerunterführung, kein Museum — gelegentliche Wartungssperrungen kündigt das Bezirksamt Treptow-Köpenick an.
Benötigte Zeit
Eine schnelle Querung dauert 5 Minuten. Planen Sie 15–20 Minuten ein, um die gekachelte Kammer und beide Eingänge zu fotografieren, oder 45–60 Minuten, wenn Sie den Besuch mit dem Ufer am Müggelpark verbinden. Mit dem Rundweg um den Müggelsee wird daraus ein halber Tag (3–4 Stunden).
Barrierefreiheit
Nicht zugänglich. Auf beiden Seiten führen etwa 50 steile Stufen 8.5m hinab — der Senat erklärte einen Aufzug 2021 offiziell für statisch nicht machbar, und die geplante barrierefreie Fähre verlor im September 2024 ihre Finanzierung. Rollstuhlfahrer müssen zur Salvador-Allende-Brücke ausweichen, auf der Straße etwa 6km entfernt.
Kosten
Kostenlos. Öffentliche Infrastruktur — keine Tickets, keine Buchung, kein Audioguide. Die billigste Flussquerung in Berlin.
Tipps für Besucher
Die Kacheln fotografieren
Keine Einschränkungen, und der gekachelte Gang erzeugt seltsame Akustik plus saubere Fluchtpunkt-Aufnahmen. Kommen Sie direkt nach einem Graffiti-Reinigungszyklus (alle 4 Wochen), wenn Sie makellose Wände möchten — sonst nehmen Sie die Tags einfach mit.
Sommer-Sonntage meiden
Friedrichshagen ist seit den 1900er Jahren Berlins Wochenend-Ventil, als 40,000 Ausflügler die alte Dampffähre überforderten. An warmen Sonntagen wird der Tunnel noch immer zum Nadelöhr — kommen Sie vor 10am oder lieber an einem Werktag.
Fahrrad tragen
Radfahrer können hindurch, müssen auf der Rampe aber über einen schmalen Betonstreifen schieben. Kinderwagen und schwere E-Bikes werden auf den Treppen schnell zur echten Plackerei — reisen Sie leicht oder fahren Sie über die Salvador-Allende-Brücke.
Am Ausgang essen
Das Restaurant Ehrlich (Josef-Nawrocki-Str. 16, mittlere Preislage) hat eine sonnige Terrasse direkt über der Müggelspree. Das Domaines am Müggelsee in Nummer 22 öffnet mittags mit deutsch-französischer Bistroküche, Weinladen und hausgemachten Kuchen.
Frühstück auf der Bölschestraße
Gehen Sie zurück Richtung S-Bahn zum Mauna Kea Café (günstig, täglich 8:00–15:00) — der morgendliche Treffpunkt der Einheimischen für Flammkuchen und Kaffee. Die 1.3km lange Promenade ist gesäumt von Gründerzeitvillen und unabhängigen Bäckereien.
Mit dem Müggelsee verbinden
Der Tunnel liegt an der Müggelsee-Rundroute und am Fernwanderweg E11. Das Strandbad Müggelsee — Berlins kostenloser Sandstrand am See — ist mit dem Rad 15 Minuten nördlich und rundet den Besuch besser ab als jedes Café.
Drohne lieber lassen
Der Müggelsee ist ein Landschaftsschutzgebiet, und für Freizeit-Drohnenflüge darüber braucht man nach den EU-UAS-Geozonenregeln eine Genehmigung. Ohne sie zu fliegen ist rechtlich riskant.
Stimmung bei Nacht
Die Beleuchtung wurde 2016 erneuert, aber das Köpenicker Ende wirkt nach Einbruch der Dunkelheit noch immer düster. Nicht gefährlich — Friedrichshagen hat wenig Kriminalität — nur eng, hallend und für Alleinbesucher auf die falsche Art stimmungsvoll.
Wo essen
Das sollten Sie unbedingt probieren
House of vegan 182
gehobene kuecheBestellen: Die vegane Ente ist eine glatte 10 von 10 — die sollten Sie nicht verpassen. Jedes kleine Gericht ist eigenständig und voller Geschmack, weit über alles hinaus, was man mit „vegan“ verbindet.
Berlins bestgehütetes Geheimnis für pflanzliche Küche. Kreative, fein gearbeitete Gerichte, die es mit jedem fleischlastigen Restaurant der Stadt aufnehmen. Der See ist nur einen kurzen Spaziergang entfernt, ideal vor oder nach dem Essen.
Gasthaus Zur Glocke
liebling der einheimischenBestellen: Das Schnitzel ist hervorragend, und der Kaiserschmarrn gehört zu den besten Versionen in ganz Berlin. Die Karte wechselt wöchentlich, mit verlässlichen Klassikern aus der traditionellen Küche.
Ein echtes deutsches Nachbarschaftslokal, in dem dem Koch wirklich etwas an seinem Laden liegt — er kommt auch mal heraus, hilft beim Übersetzen und erzählt Geschichten. Gemütliche Lage neben einer historischen Kirche, von Gästen immer wieder als Adresse für das beste traditionelle deutsche Essen in Berlin gelobt.
Kid Creole
liebling der einheimischenBestellen: Seafood Jambalaya und Gumbo — die Portionen sind großzügig, und die Aromen versetzen Sie direkt in den amerikanischen Süden. Unbedingt reservieren; hier ist schnell alles voll.
Selten in Berlin: echte kreolische und Cajun-Küche in einem schönen Raum voller Pflanzen, der sich zu einem Garten öffnet. Moderne Versionen von NOLA-Klassikern, dazu sehr guter Service und blitzschnelles Personal.
Mauna Kea • Frühstückscafé • Lunch • Café
cafeBestellen: Die Pancakes sind legendär; probieren Sie auch das italienische Frühstück und Eggs Benedict. Der Kaiserschmarrn hält, was der Ruf verspricht. Kommen Sie früh oder reservieren Sie — hier ist es immer voll.
Mauna Kea ist die Frühstücksinstitution des Viertels mit mehr als 1700 Bewertungen. Am Wochenende stehen Einheimische hier morgens Schlange für klassischen Brunch, gut gemacht, mit Büchern und einer entspannten Atmosphäre, die sich wirklich nach Friedrichshagen anfühlt.
Restaurant-Tipps
- check Montag ist der häufigste Ruhetag — prüfen Sie die Öffnungszeiten, bevor Sie ein Restaurant besuchen
- check Trinkgeld: 5–10 % in einfachen bis mittelpreisigen Lokalen. Geben Sie das Geld direkt dem Service und nennen Sie den Gesamtbetrag, den Sie zahlen möchten, dann sagen Sie „stimmt so“
- check Barzahlung ist hier immer noch oft üblich, besonders in traditionellen Lokalen und Cafés — nehmen Sie 20–50 € mit
- check Die Hauptzeit fürs Abendessen liegt zwischen 19:30 und 21:00 Uhr; wenn Sie ohne Reservierung einen Tisch möchten, kommen Sie nach 21:00 Uhr oder versuchen Sie es vor 19:30 Uhr
- check Am Wochenende ist Brunch sehr beliebt — Frühstückslokale servieren oft bis 14:00 Uhr
- check Friedrichshagen hat nur begrenzte Verkehrsanbindung; planen Sie Ihre Essenszeiten gut und nehmen Sie vorsichtshalber auch eine Karte mit
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Historischer Kontext
Der Tunnel, den die Brauerei bauen ließ
In den 1890er Jahren drohte Friedrichshagen an seinem eigenen Erfolg zu ersticken. Die Dampfkettenschwebefähre über die Müggelspree — ein 1895 in Dienst gestelltes Schiff für 265 Personen — kam gegen die Menschenmassen nicht an, die von den Berliner Zügen in Richtung Restaurant Müggelschlösschen und zu den Badestellen am See dahinter strömten. Quellen belegen an Sommerwochenenden Warteschlangen von mehreren Stunden.
Die wirtschaftliche Logik war eindeutig. Die Bürgerbräu-Brauerei, die das Müggelschlösschen mit 5,000 Plätzen betrieb, soll 100,000 Reichsmark zu einer dauerhaften Querung beigesteuert haben — eine Summe, die in der Lokalgeschichtsschreibung immer wieder auftaucht, in digitalisierten Primärquellen aber bislang nicht belegt ist. Der Berliner Magistrat genehmigte das Projekt am 18. Juni 1925. Acht Monate später begannen die Bauarbeiten.
Karl Sievers, Heinrich La Baume und eine Kommission, die ein Geist vollendete
Karl Sievers war Leiter von Berlins Brückenbauamt und wurde 1923 als außerordentliches Mitglied in die Preußische Akademie des Bauwesens aufgenommen. Der Spreetunnel Friedrichshagen sollte sein Abschiedswerk werden. Auf jeder Tafel und in jeder städtischen Geschichte wird er als Bauleiter genannt.
Er sah nie auch nur einen Spatenstich. Sievers starb am 13. September 1925 — drei Monate nach der Zustimmung des Magistrats, vier Monate bevor Grün & Bilfinger AG aus Mannheim im Februar 1926 mit dem Aushub des ersten Senkkastens begann. Das Projekt fiel an seinen Mitentwerfer, Magistratsbaurat Heinrich La Baume, der den maßgeblichen technischen Bericht in drei Ausgaben von Die Bautechnik im Januar und Februar 1928 veröffentlichte. La Baumes Arbeit war praktisch das Feldhandbuch für den Druckluft-Senkkastenbau in Deutschland. Über seine Laufbahn vor und nach diesen Artikeln ist fast nichts überliefert.
Auch die Methode selbst war ein Wagnis. Zwei 52.9-Meter lange Senkkästen aus Stahlbeton wurden an Land gegossen, in Position geschwommen und unter Druckluft jeweils über vier Wochen abgesenkt — das erste Mal, dass ein deutsches Team einen Unterwassertunnel auf diese Weise baute; gewählt wurde das Verfahren, damit der Schiffsverkehr auf der Spree nicht stillstand. Am 25. Mai 1927, sechzehn Monate und rund eine Million Reichsmark später, übergab La Baume den fertigen Tunnel an den Bezirk Köpenick. Auf der Tafel stand Sievers' Name.
April 1945: Zoelisch kappt die Zündleitungen
In der letzten Kriegswoche verkabelten fanatische Nationalsozialisten den Tunnel zur Sprengung, ganz nach der Logik verbrannter Erde des zusammenbrechenden Regimes. Ein Kommunist, der nur als Zoelisch bekannt ist — kein Vorname ist in irgendeiner zugänglichen Quelle überliefert — stieg in den Tunnel hinab und kappte die Zündkabel. Die Ladungen explodierten nie. Wenige Tage später beschädigte eine separate Fliegerbombe den südlichen Eingang; das 1945 angebrachte provisorische Reparaturdach steht noch immer da, achtzig Jahre später, und die meisten Besucher halten es für Originalarbeit von 1927. Zoelisch wurde nie verhaftet, nie von der DDR ausgezeichnet, nie mit einem Straßenschild geehrt. Für einen dokumentierten Akt des Widerstands im Berlin des April 1945 ist dieses Schweigen unerklärt.
Vom Wochenendausflug zum vergessenen Schleichweg
Der Tunnel wurde für ein Berlin gebaut, das es nicht mehr gibt — eine Stadt, in der an einem einzigen Sonntag vierzigtausend Ausflügler mit Dampfzügen zu Tanzlokalen und Badestellen am See fuhren. Die Bürgerbräu-Brauerei, die seinen Bau mitfinanzierte, wurde 1926 durch ein Feuer zerstört, während der Bauzeit wieder aufgebaut, setzte im Krieg Zwangsarbeit ein, wurde in der DDR als VEB verstaatlicht, 1992 von einer bayerischen Familie gekauft und am 1. März 2010 endgültig geschlossen. Die Gebäude stehen heute leer, denkmalgeschützt und ohne Nutzung. Der Tunnel hat die Wirtschaft überlebt, die ihn hervorbrachte, und dient heute Pendlern, Radfahrern und gelegentlich Akustik-Tüftlern, die das Echo der grünen Kachelwände testen.
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Häufig gefragt
Lohnt sich ein Besuch im Spreetunnel Friedrichshagen? add
Ja, wenn Sie ohnehin zum Müggelsee unterwegs sind oder auf dem E11-Radweg fahren — sonst ist es ein Umweg von 15 Minuten, kein eigenes Ziel. Der Tunnel ist Deutschlands erste Unterwasserpassage aus Stahlbeton (eröffnet am 25. Mai 1927), gebaut mit Druckluft-Senkkästen, damit der Schiffsverkehr auf der Spree nicht blockiert wurde. Grüne Kachelwände, starkes Echo, 120m lang, 8.4m unter der Flussoberfläche.
Wie viel Zeit braucht man für den Spreetunnel Friedrichshagen? add
Fünf Minuten zum Durchqueren, 15–20 Minuten, wenn Sie beide Portale fotografieren und die Gedenktafel von 2021 lesen möchten. Kombinieren Sie den Tunnel mit einem Spaziergang am Müggelpark und auf der Bölschestraße, dann sind Sie bei 45–60 Minuten. Eine halbtägige Runde mit Müggelturm und einem Bad im See dauert 3–4 Stunden.
Wie komme ich vom Zentrum von Berlin zum Spreetunnel Friedrichshagen? add
Nehmen Sie die S-Bahn S3 bis Friedrichshagen und gehen Sie dann etwa 15 min südwärts über Bölschestraße und Müggelseedamm. Mit der Tram 60 oder 61 kommen Sie näher heran — Haltestelle Müggelseedamm/Bölschestraße. Radfahrer können die Müggelsee-Route ab Treptower Park nehmen, von Mitte sind das ungefähr 18km.
Ist der Eintritt in den Spreetunnel Friedrichshagen kostenlos? add
Ja, völlig kostenlos und rund um die Uhr geöffnet. Keine Tickets, kein Personal, kein Tor — es ist ein funktionierender öffentlicher Fußgängerdurchgang, kein Museum. Straßenmusiker spielen manchmal wegen der Akustik darin.
Ist der Spreetunnel Friedrichshagen für Rollstühle zugänglich? add
Nein. Auf beiden Seiten führen jeweils etwa 50 steile Stufen hinunter, ohne Aufzug — im Herbst 2021 wurde ein Aufzug offiziell als statisch nicht machbar verworfen. Einer geplanten barrierefreien Fähre entzog der Berliner Senat im September 2024 die Finanzierung. Die nächste barrierefreie Querung ist die Salvador-Allende-Brücke, auf der Straße etwa 6km entfernt.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch im Spreetunnel Friedrichshagen? add
Früh am Werktagmorgen oder jederzeit außerhalb der Sommerwochenenden. An Sommer-Sonntagen wird es voll mit Ausflüglern auf dem Weg zum Strandbad Müggelsee — genau derselbe Engpass, der 1927 zum Bau des Tunnels führte. Im Winter ist fast niemand hier, und das Echo wirkt stärker.
Was sollte ich im Spreetunnel Friedrichshagen auf keinen Fall verpassen? add
Die originale Beschriftung „Built and sunk 1926“, die trotz Graffiti-Schichten noch sichtbar ist, und der geflickte Südausgang — eine „provisorische“ Nachkriegsreparatur von 1945, die bis heute geblieben ist. Im April 1945 kappte ein Kommunist namens Zoelisch die Zündkabel, die fanatische Nationalsozialisten durch den Tunnel gelegt hatten; der Tunnel steht nur wegen dieser Tat noch, ohne irgendeine Tafel, die daran erinnert.
Wo kann ich in der Nähe des Spreetunnels Friedrichshagen essen? add
Das Restaurant Ehrlich liegt direkt am Friedrichshagener Portal in der Josef-Nawrocki-Straße und hat eine Terrasse über der Müggelspree. Nebenan serviert das Domaines am Müggelsee ab mittags deutsch-französische Bistroküche. Zum Frühstück gehen Sie 10 Minuten die Bölschestraße hinauf zum Mauna Kea Café (täglich 8:00–15:00).
Quellen
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Wikipedia — Spreetunnel Friedrichshagen
Grunddaten: Maße, Bauzeit, Senkkastenverfahren, Ingenieure Sievers und La Baume
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Friedrichshagen.net — Der Spreetunnel
Ortsgeschichte, Spende der Bürgerbräu-Brauerei, Zoelischs Sabotagegeschichte im Zweiten Weltkrieg, Nachkriegsüberdachung für die Reparaturen
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Berlin.de Museum Treptow-Köpenick — Gedenkorte
Offizielle Darstellung des Sprengversuchs im April 1945 und der Gedenktafel von 2021
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vonortzuort.reisen — Spreetunnel Friedrichshagen
Umfassender Besucherführer, Datum der Betriebsgenehmigung, Baudetails
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Koepenick.net — Der Spreetunnel
Details zu den Senkkastenverbindungen und zur Bautechnik
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BerlinSpazierer — Spreetunnel Friedrichshagen
Details zur Stufenkante und aktuelle Besuchsbedingungen
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Digital Cosmonaut — 111 Orte in Berlin: Der Spreetunnel
Reiseführereintrag Nr. 94, Zugang mit dem Fahrrad, historischer Kontext
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TKT Tourismusverein Treptow-Köpenick
Offizieller Tourismuseintrag, rund um die Uhr geöffnet, Kontaktinformationen
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renephoenix.de — Barrierefreiheit des Spreetunnels
Stufenzahl, Verbesserungen durch die Sanierung 2014–2016, taktile Leitstreifen
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Berliner Zeitung — Senat zieht Finanzierung für Fähre zurück
Streichung der Finanzierung für eine barrierefreie Fähre im September 2024
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Berliner Woche — Spreetunnel nicht für Behinderte
Ablehnung der Barrierefreiheit, bauliche Einschätzung des Senats
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Berliner Woche — Graffiti-Reinigung alle vier Wochen
Kosten und Rhythmus der Graffiti-Beseitigung
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Berliner Kurier — Der Treppenwitz von Friedrichshagen
Örtlicher Spitzname mit ironischem Unterton, Kontroverse um die Barrierefreiheit
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Berliner Verkehr Archiv — Senatsantworten 2021
Antwort des Senats zu Barrierefreiheit, Instandhaltung und Vandalismus
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Tagesspiegel — Warum Friedrichshagen vorerst keine Fähre bekommt
Stillstand beim Fährprojekt, Problem mit den Eigentumsverhältnissen des Parkplatzes
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Die Linke Berlin — Barrierefreie Fähre
Politischer Vorstoß für eine barrierefreie Fähralternative
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Moovit — Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
ÖPNV-Verbindungen, Straßenbahn- und Buslinien
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TripAdvisor — Bewertungen zum Spreetunnel Friedrichshagen
Besucherbewertung vom April 2025, aktueller Zustand mit Graffiti
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Berliner Unterwelten — Forschung zu Fußgängertunneln
Forschung zu Berliner Fußgängertunneln
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Restaurant Ehrlich
Restaurant am Tunnelportal in Friedrichshagen
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Domaines am Müggelsee
Bistro und Weinladen am Müggelpark
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Mauna Kea Café
Frühstückscafé an der Bölschestraße
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Berliner Woche — Areal des Müggelschlösschens bleibt bewaldet
Planungsentscheidung gegen den Wiederaufbau des historischen Restaurants
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Berlin.de — Ortsteil Friedrichshagen
Überblick über den Ortsteil, Spitzenwert von 40.000 Ausflüglern
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Berlin.de — Geschichte Friedrichshagen
Ortsgeschichte, Gründung 1753 durch Friedrich II.
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Friedrichshagener Dichterkreis
Geschichte des Dichterkreises, Bölsche und Wille
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Berliner Zeitung — Kleinstadtidylle am Müggelsee
Kultureller Kontext des Friedrichshagener Dichterkreises
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Reisechronistin — Friedrichshagen-Guide von Einheimischen
Stimmung im Viertel, Restaurantempfehlungen
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FromPlaceToPlace — Spreetunnel
Besucherführer für den Tunnel
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FromPlaceToPlace — Verlassene Berliner Bürgerbräu-Brauerei
Geschichte der Brauerei, zeitlicher Ablauf der Schließung
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S-Bahn Berlin — Müggelseetour
Geführte Wanderung mit dem Tunnel als Station
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