Alexanderplatz

Berlin, Deutschland

Alexanderplatz

Am 4. Nov 1989 versammelten sich hier bis zu eine Million Berliner — der größte Protest in der Geschichte der DDR und die erste legale private Demonstration. Fünf Tage später fiel die Mauer.

1–3 Stunden
Platz kostenlos; Fernsehturm €27.50 Erwachsene
Vollständig eben, rollstuhlgerecht
Frühling (April–Mai) oder Weihnachtsmarkt-Saison (Ende Nov–Dez)

Einführung

Warum trägt ein Platz im Herzen Berlins den Namen eines russischen Zaren? Alexanderplatz — Deutschlands meistbesuchte städtische Bühne, eine 80,000 Quadratmeter große Fläche mitten in der deutschen Hauptstadt — erhielt 1805 seinen Namen, um Zar Alexander I. während eines anti-napoleonischen Bündnisses zu schmeicheln, das innerhalb von zwei Jahren zerfiel. Der Name blieb trotzdem. Kommen Sie wegen des 368-Meter-Fernsehturms, der in den Himmel sticht, und bleiben Sie, weil um jeden Quadratmeter unter Ihren Füßen gekämpft, gebombt, neu gebaut, umbenannt und protestiert wurde.

Heute wirkt der Platz wie vier Jahrhunderte, schlecht übereinandergestapelt. Straßenbahnen rumpeln an der Weltzeituhr vorbei, wo Teenager auf Verabredungen warten. Der Fernsehturm wirft eine kreuzförmige Sonnenreflexion auf die Karl-Liebknecht-Straße — derselbe optische Zufall, den Reagan 1987 politisch nutzte. Touristen fotografieren die Uhr; Einheimische machen daraus ein Verb ("an der Uhr treffen"). Tauben, Skateboarder, Brezelstände, im Frühling eine gehäkelte Ostereier-Installation — alles drängt sich auf einem Platz, den die DDR für 100.000 Demonstranten bei Maiparaden entwarf.

Die meisten eilen auf dem Weg zu den hübscheren Postkartenmotiven von Berlin hindurch. Das ist ein Fehler. Alex ist der eine Platz der Stadt, an dem sich das 20. Jahrhundert in Architektur lesen lässt: die Knochen eines mittelalterlichen Viehmarkts, preußische Paradeplatz-Geometrie, die Geister verschwundener Warenhäuser, sozialistisch-moderne Türme und der Beton, auf dem am 4. November 1989 eine Million Menschen eine Diktatur aus dem Leben redeten.

Bleiben Sie zehn Minuten stehen. Den Rest erledigt der Platz für Sie.

Sehenswürdigkeiten

Die Weltzeituhr — Berlins Treffpunkt, angetrieben von einem Trabant

Sagen Sie zu einem Berliner „am Alex“, dann meint er genau diesen Ort — den 10 Meter hohen, 16 Tonnen schweren Aluminiumzylinder, den Erich John am 30. September 1969 enthüllte, zwei Tage vor dem 20. Geburtstag der DDR. 148 Städte sind in eine 24-seitige Trommel eingraviert, die Stundenziffern in goldenem Email, oben dreht sich ein kleines Sonnensystem. Unter der Erde sitzt der Motor, der das Ganze antreibt: ein umgebautes Trabant-Getriebe. Sozialistisches Recycling. Läuft immer noch.

Die Politik steht hier im Metall. Als Restauratoren die Uhr 1997 überarbeiteten, fügten sie still Jerusalem, St. Petersburg und Kapstadt hinzu — Städte, die die DDR aus ideologischen Gründen gestrichen hatte. Wer weiß, wo er hinsehen muss, kann den Kalten Krieg in den Gravuren lesen.

Und fast niemand schaut nach unten. Direkt unter der Uhr ist eine Kompassrosen-Mosaikarbeit ins Pflaster eingelassen — alle recken den Hals zum Sonnensystem hoch und übersehen sie. Kommen Sie früh, gegen 7 Uhr, wenn der Platz fast leer ist und die langen Schatten das Aluminium wie Zinn leuchten lassen. Berlin stellte sie im Juli 2015 unter Denkmalschutz. Kostenlos, rund um die Uhr zugänglich, das demokratischste Wahrzeichen der Stadt.

Der Fernsehturm und sein versehentliches Kruzifix

368 Meter Betonschaft und Edelstahlkugel, gebaut 1965–1969 von DDR-Arbeitern, die den Westen überragen wollten. Das höchste Bauwerk Deutschlands. Der Aufzug braucht 40 Sekunden bis zur Aussichtsplattform auf 203m — ein Höhenwechsel, bei dem die Ohren spürbar aufgehen. Die Plattform dreht sich einmal pro Stunde, so unauffällig, dass die meisten Besucher es gar nicht merken. Suchen Sie sich einen Orientierungspunkt am Horizont und beobachten Sie, wie er langsam weiterwandert.

An sonnigen Vormittagen trifft das Licht die gekachelte Kuppel und wirft ein leuchtendes griechisches Kreuz über die Kugel. Das atheistische Regime versuchte es mit Chemikalien, Farbe, Scheinwerfern — nichts bekam es weg. Ostberliner nannten den Effekt Rache des Papstes. Reagan erwähnte ihn 1987 in seiner Rede „Tear Down This Wall“. Die perfekte sozialistische Ironie: ein Monument des Atheismus bauen und dabei versehentlich ein riesiges Kruzifix schaffen, das in der ganzen Stadt zu sehen ist.

Drinnen ist das überarbeitete Sphere Tim Raue auf 207m das genaue Gegenteil des Platzes darunter. Tiefblauer Teppich, eigens zur Schalldämpfung entwickelt. Maßgefertigte, 3D-gedruckte Lichtblenden, die in der Dämmerung Spiegelungen im Glas verhindern. Der Schritt von der Plattform hinein ist ein harter akustischer Abbruch — das tiefe Dröhnen von 300.000 täglichen Besuchern verschwindet in einem Atemzug. Der klügere Zug: Überspringen Sie das Ticket für 27,50 € und gehen Sie stattdessen für 6 € auf die Dachterrasse des Park Inn nebenan. Von dort schauen Sie auf den Turm und die Weltzeituhr zu seinen Füßen hinab — eine Perspektive, die der Fernsehturm selbst nicht bieten kann.

Der Brunnen, den die Einheimischen Nuttenbrosche nannten

Walter Womackas Kollektiv baute den Brunnen der Völkerfreundschaft 1969–1970: 23 Meter Durchmesser, 6,20m hoch, 17 getriebene Kupferschalen, die sich nach oben schrauben, dazu ein äußerer Ring mit einem Emailfries aus Pflanzen und Tieren. Zwischen den Kupferplatten glitzern rote und grüne Glaskristalle. Wenn Sie an einem Nachmittag mit tief stehender Sonne aus Nordwesten kommen, flimmert das Ganze zwischen grüner Patina und Silber — nach Regen leuchtet es besonders. Die Restaurierung von 2022 brachte Kupfer und Wassersysteme wieder zum Glänzen.

Die Berliner der DDR hatten allerdings einen anderen Namen dafür. Nuttenbrosche — halb Spott über den grellen Schmuck, halb Anspielung auf den nächtlichen Ruf des Platzes. Der Spitzname hat das Land überlebt, das ihn hervorgebracht hat. Von Ende November bis zum 26. Dezember legt sich der Weihnachtsmarkt mit einer Eisbahn um den Sockel, sodass Schlittschuhläufer durch den Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln um den Brunnen kreisen.

Erst nach oben schauen, dann zur Seite: die verborgenen Schichten des Platzes

Die meisten Besucher verbringen 20 Minuten an Uhr und Turm und gehen dann wieder. Geben Sie dem Platz eine Stunde, und er zahlt es Ihnen zurück. Beginnen Sie am Haus des Lehrers an der Südwestecke — Walter Womackas Mosaik von 1962–1964 zieht sich 125m lang und 7m hoch um die Fassade, eines der größten Kunstwerke Europas. 800.000 von Hand gesetzte Glas-, Keramik- und Bleiplatten zeigen Wissenschaft, Arbeit, Frieden und den Alltag in der DDR. Aus 50 Metern wirken die Farben flach und klar; aus der Nähe liest man sechzig Jahre Wetter auf der Oberfläche.

Dann suchen Sie das Alexanderhaus und Berolinahaus — Peter Behrens entwarf beide Ende der 1920er Jahre im Stil der Neuen Sachlichkeit. Ihre gerundeten Ecken überstanden den Beschuss der Roten Armee 1945 und den Wiederaufbau der DDR ringsum. Eine visuelle Dissonanz, die man spürt, bevor man sie versteht: weiche Kurven der 1920er, eingekastet von sozialistischen Betonplatten.

Was Sie nicht finden werden: eine Markierung für den 4. November 1989. An diesem Samstag füllten zwischen 500.000 und einer Million Menschen diesen Platz — die erste privat angemeldete und legal genehmigte Demonstration in der Geschichte der DDR. Stefan Heym, Ulrich Mühe, sogar der frühere Stasi-Chef Markus Wolf sprachen ins Mikrofon. Fünf Tage später fiel die Mauer. Der Platz, der der DDR das Ende bereitete, trägt keine Tafel dazu. Stellen Sie sich in die Mitte, schauen Sie auf den Beton, der für 100.000 Teilnehmer von Maidemonstrationen gedacht war, und rechnen Sie selbst. Für mehr Berlin-Kontext davor oder danach zeigt die Berlin-Stadtseite, wie der Alex in die größere Stadt passt, und der Blick nach Westen vom Grunewaldturm macht endlich lesbar, gegen welche Maßstäbe Ost-Berlin hier anbaute.

Achten Sie darauf

Schauen Sie an einem sonnigen Tag zur gefliesten Stahlkugel des Fernsehturms hinauf: Das Sonnenlicht auf ihrer Oberfläche formt ein griechisches Kreuz — die "Rache des Papstes", die die atheistische DDR-Regierung mit Chemikalien, Farbe und Scheinwerfern verzweifelt zu tilgen versuchte. Es ist geblieben. Reagan erwähnte es 1987 in seiner Berliner Rede.

Besucherlogistik

directions_bus

Anreise

Öffentliche Verkehrsmittel gewinnen hier klar. U2, U5, U8, die S-Bahn-Linien S5/S7/S75, die Straßenbahnen M4/M5/M6/M8 und die Busse 100/200 laufen alle am S+U Alexanderplatz zusammen — einem der dichtesten Verkehrsknoten Berlins, rund um die Uhr geöffnet. Von der Museumsinsel sind es 10 Minuten zu Fuß ostwärts über die Karl-Liebknecht-Straße; vom Hackeschen Markt 8 Minuten nordwestlich. Lassen Sie das Auto stehen: Die APCOA Tiefgarage Alexa in der Grunerstraße kostet ~€1.80/Stunde, und der Platz ist vollständig fußgängerfreundlich.

schedule

Öffnungszeiten

Der Platz selbst schließt nie — kostenlos, rund um die Uhr, ohne Ticket. Stand 2026 ist der Fernsehturm täglich von 09:00–00:00 Uhr von März bis Oktober und von 10:00–00:00 Uhr von November bis Februar geöffnet. Einkaufszentrum Alexa: Mo–Sa 10:00–21:00, sonntags geschlossen. Wichtig zu wissen: Der Bahnhof Alexanderplatz wird bis Ende 2029 grundlegend saniert, daher sind Läden und Stände im Inneren verschwunden und manches wirkt wie ein Geisterbahnhof.

hourglass_empty

Benötigte Zeit

Zwanzig Minuten reichen für einen Rundgang über den Platz und ein Foto an der Weltzeituhr. Zwei bis drei Stunden, wenn Sie die Aussichtsplattform des Fernsehturms dazunehmen. Ein halber Tag erlaubt die Kombination mit Museumsinsel oder Nikolaiviertel; ein ganzer Tag nimmt auch Rotes Rathaus, Neptunbrunnen, Karl-Marx-Allee und die Kaffeeszene am Hackeschen Markt mit.

payments

Kosten & Tickets

Platz, Weltzeituhr, Neptunbrunnen, Brunnen der Völkerfreundschaft — alles kostenlos. Fernsehturm Stand 2026: €25.50 Erwachsene, €14.50 für 4–14 Jahre, unter 3 Jahren frei; Fast View ohne Anstehen ab €26.50; Restaurant Sphere by Tim Raue ab €29.00 (zu Ostern 2025 wiedereröffnet). Buchen Sie vorab auf tv-turm.de — spontane Warteschlangen im Sommer erreichen 1–2 Stunden.

accessibility

Barrierefreiheit

Der Platz ist eben, autofrei und stufenlos — über die gesamte Fläche gut mit dem Rollstuhl befahrbar. Die U5 (eröffnet 2021) ist vollständig mit Aufzügen ausgestattet; bei älteren U-Bahn-Linien ist das lückenhafter, prüfen Sie den aktuellen Aufzugsstatus auf bvg.de. Der Fernsehturm bietet Aufzugzugang zur Aussichtsplattform; das Brauhaus Lemke unter den Turmbögen ist als barrierefrei zertifiziert und hat rollstuhlgerechte Toiletten.

Tipps für Besucher

security
Betrug ist hier real

Hütchenspiel-Tische, falsche Unterschriftenlisten und Ablenkungsteams mit "Sprechen Sie Englisch?" arbeiten am Alex täglich — die Berliner Polizei sagt es klar: Beim Hütchenspiel verlieren Sie immer. Gehen Sie weiter, bleiben Sie nicht stehen, tragen Sie Taschen nach vorn. Es ist einer der drei schlimmsten Plätze Berlins für Taschendiebstahl.

wb_sunny
Früh gehen, unter der Woche

Gehen Sie zwischen Montag und Donnerstag von 08:00–11:00 auf den Platz. Dann ist nur ein Bruchteil der Wochenendmengen unterwegs, das Licht auf der Aluminiumtrommel der Weltzeituhr ist weicher, und Sie hören tatsächlich ihr leises mechanisches Ticken statt Reisegruppen-Geschnatter.

restaurant
Currywurst richtig gemacht

Lassen Sie die Ketten rund um den Platz aus. Berlin Currys und Curry61 liegen beide direkt bei der Weltzeituhr — familiengeführt, bei Einheimischen beliebt, €4–6 pro Portion. Bestellen Sie mit Darm, wenn Sie die puristische Berliner Version wollen; ohne Darm ist der glattere Ost-Berliner Stil.

photo_camera
Keine Drohnen. Punkt.

Der Alex liegt innerhalb der 5.6 km großen Verbotszone rund um das Berliner Regierungsviertel. Freizeitflüge mit Drohnen sind ohne Genehmigung der LUBB illegal, und das wird auch durchgesetzt. Fotografieren aus der Hand ist auf dem Platz uneingeschränkt erlaubt; im Fernsehturm sind weder Stative noch Blitz erlaubt.

church
Die Rache des Papstes

Wenn die Sonne auf die geflieste Kugel des Fernsehturms trifft, spiegelt sich ein perfektes griechisches Kreuz — Berliner tauften es Rache des Papstes. Die atheistische DDR versuchte es mit Farbe, Chemikalien und Scheinwerfern; nichts half. Reagan erwähnte es 1987 in seiner Rede "Tear Down This Wall". Am besten am späten Vormittag bei klarem Himmel zu sehen.

location_city
Zu Fuß ins echte Mitte

Zehn Minuten nordwestlich liegen der Hackescher Markt und die Hackeschen Höfe — dort trinken Berliner tatsächlich ihren Kaffee. Fünf Minuten südwestlich: die rekonstruierten mittelalterlichen Gassen des Nikolaiviertels. Fünf Minuten östlich: die Karl-Marx-Allee, ein stalinistischer Prachtboulevard im Zuckerbäckerstil, sträflich wenig besucht.

attach_money
Günstige Gepäckaufbewahrung

DB-Schließfächer stehen am nördlichen Ende des Bahnhofs und funktionieren mit Münzen oder Karte. Externe Dienste — Radical Storage, Stasher, Nannybag — kosten €2.50–€2.99 pro Tag und Tasche, online buchbar, oft günstiger und größer als die Bahnhofsschließfächer. Praktisch zwischen Checkout und spätem Zug.

volume_off
Der 4. November zählt

Am 4. November 1989 füllten zwischen 500.000 und einer Million Menschen diesen Platz und forderten Reformen — die größte Demonstration der DDR-Geschichte, fünf Tage vor dem Fall der Mauer. Stefan Heym, Ulrich Mühe und sogar Ex-Stasi-Chef Markus Wolf sprachen. Stellen Sie sich an die Weltzeituhr und schauen Sie über die Weite: So sah Freiheit damals aus.

Wo essen

local_dining

Das sollten Sie unbedingt probieren

Currywurst — gegrillte Schweinswurst mit currygewürzter Tomatensauce; hier um 1950 erfunden, das bekannteste Streetfood der Stadt Döner Kebab — angeblich 1972 in Berlin erfunden, heute überall, die Qualität schwankt stark Eisbein — gepökelte Schweinshaxe mit Sauerkraut und Erbsenpüree, deftig und altmodisch Königsberger Klopse — Kalbsfleischbällchen in cremiger weißer Kapernsauce Berliner Pfannkuchen — mit Marmelade gefüllte Krapfen (im Rest Deutschlands „Berliner“ genannt) Berliner Weiße — Weizenbier serviert mit Schuss (mit Himbeer- oder Waldmeistersirup), ein Sommerklassiker

Beast Berlin

gehobene kueche
Steakhaus €€ star 4.7 (1711)

Bestellen: Das Rinderfilet mit Béarnaise wird perfekt medium-rare serviert. Zum Schluss der Toffee-Pudding — klug, eigenwillig, einprägsam.

Ein Tempel für Fleischesser im Zentrum Berlins, wo Steaks makellos gelingen und Cocktails Charakter haben. Der Service kümmert sich wirklich. So ein Ort, den Berliner für einen echten Anlass reservieren.

schedule

Öffnungszeiten

Beast Berlin

Mo-Mi 17:00 – 1:00 Uhr
map Karte language Web

Café Oliv

cafe
Café €€€ star 4.6 (1105)

Bestellen: Das Sandwich mit Pesto und Mozzarella — frisch, lebendig, ohne überflüssigen Ballast. Dazu ein Espresso.

Wirklich gutes Brunch, voll mit Berlinern statt Touristen. Frische Zutaten, herzlicher Service, industriell-kühle Atmosphäre ohne Getue. So sieht Berliner Cafékultur tatsächlich aus.

schedule

Öffnungszeiten

Café Oliv

Mo-Mi 9:00 – 17:00 Uhr
map Karte

Sphere Tim Raue

gehobene kueche
Deutsch, modern €€€ star 4.3 (8897)

Bestellen: Croissant und Kaffee zum Frühstück sind verlässlich gut. Zum Abendessen sind die modernen deutschen Gerichte schön angerichtet und sauber gewürzt — aber ehrlich gesagt ist der rotierende 360°-Blick hier die eigentliche Hauptattraktion.

Speisen Sie 207 Meter über Berlin im ikonischen Fernsehturm mit Panoramablick, der sich um Sie herumdreht. Das Essen ist solide, der Service geschniegelt, aber eigentlich kommen Sie wegen der Aussicht. Einmal lohnt sich der teure Spaß.

schedule

Öffnungszeiten

Sphere Tim Raue

Mo-Mi 9:00 – 23:00 Uhr
map Karte language Web

Carambar

schneller happen
Burger, Currywurst, Cocktails €€ star 4.6 (7979)

Bestellen: Currywurst, wie sie sein soll — gegrillt, mit Sauce, sättigend. Die Piña Colada ist wirklich gut ausbalanciert.

Bis 3 Uhr morgens geöffnet, mit DJ und Sitzplätzen auf der Terrasse. Hier verdichtet sich Berlins Nachtenergie zu einem einzigen Ort — Burger und Currywurst prallen auf Craft-Cocktails. Chaotisch, unterhaltsam, genau so sollte Berlin nach Mitternacht sein.

schedule

Öffnungszeiten

Carambar

Mo-Mi 10:00 – 3:00 Uhr
map Karte language Web
info

Restaurant-Tipps

  • check Trinkgeld wird bei Tischservice erwartet — runden Sie um 5-10 % auf, in gehobenen Lokalen etwa 15 %. Nennen Sie beim Barzahlen den Gesamtbetrag und geben Sie das Trinkgeld direkt Ihrer Servicekraft.
  • check Bargeld dominiert noch immer — viele familiengeführte und traditionelle Lokale akzeptieren nur Barzahlung. 20-40 € als Reserve dabeizuhaben ist klug.
  • check Reservierungen sind in lockeren Lokalen meist nicht nötig, aber für Freitag- oder Samstagabend sowie gehobene Restaurants sollten Sie vorab buchen.
  • check Die Hauptzeit fürs Abendessen liegt zwischen 18:30 und 20:30 Uhr, aber 21 Uhr ist ein guter Zeitpunkt ohne Reservierung, wenn die erste Welle vorbei ist.
  • check Essenszeiten: Frühstück 7-9 Uhr, Mittagessen 12-14 Uhr (Hauptmahlzeit), Abendessen 18-21 Uhr.
Food-Viertel: Mitte — Ihr aktueller Standort; deutsche Klassiker und internationale Optionen überall Hackescher Markt & Scheunenviertel — angesagte Cafés, Brunchkultur, jüdisches Viertel (10 Minuten zu Fuß) Friedrichshain — jung, günstiges Essen, asiatisches Streetfood, Ramen; Samstagsmarkt am Boxhagener Platz (20-30 Minuten) Prenzlauer Berg — grün, brunchversessen, Bio- und Naturweinbars, Markt am Kollwitzplatz (15-20 Minuten) Kreuzberg — multikulturell, der beste Döner der Stadt, Essen am Kanal (30-40 Minuten)

Restaurantdaten bereitgestellt von Google

Historischer Kontext

Vier Namen, vier Regime, ein Platz

Aufzeichnungen zeigen, dass der Ort 1272 als Leprosorium und Georgskapelle begann, weit außerhalb der Stadtmauern. Im 17. und 18. Jahrhundert diente er als Ochsenmarkt, später als Exerzierplatz, um 1800 von David Gilly angelegt. Im März 1848 errichteten Revolutionäre hier Barrikaden; die Truppen von General von Möllendorff schossen mit Artillerie direkt hinein. Der Tierarzt Friedrich Ludwig Urban, der an der Ecke Königstraße „Barrikaden bauen!“ rief, hielt seine Stellung zwölf Stunden lang.

Dann kam der Handel. Oscar Tietz eröffnete 1905 sein Kaufhaus mit einer 250 Meter langen Fassade, damals die längste der Welt. Dann tat das 20. Jahrhundert mit Berlin, was es nun einmal tat — die Rote Armee schoss den Platz im April 1945 flach, die DDR räumte den Rest weg, und zwischen 1966 und 1970 baute das Regime den Alex mit Brunnen, Weltzeituhr und einem Turm, der alles im Westen überragte, als sozialistisches Schaufenster neu auf.

Markus Wolfs zitternde Hände

Die Geschichte, die die meisten Touristen über den 4. November 1989 hören, ist sauber aufgeräumt: eine halbe Million Ostdeutsche versammelte sich auf dem Alexanderplatz, fünf Tage später fiel die Mauer, die Guten gewannen. Die Transparente hängen heute im Deutschen Historischen Museum. Fall abgeschlossen.

Schaut man genauer hin, gerät das Datum ins Wanken. Die Rednerliste ergibt für eine Demokratiedemonstration wenig Sinn — darauf standen Günter Schabowski aus dem SED-Politbüro und Markus Wolf, der vierunddreißig Jahre lang den Auslandsgeheimdienst der DDR geführt hatte, das reale Vorbild für le Carrés Karla. Warum stand der Mann, der die NATO unterwandert hatte, auf einer Bühne voller Dissidenten?

Die Dissidentin Bärbel Bohley beobachtete Wolf aus der Menge. Nach ihrer eigenen Schilderung sah sie, wie seine Hände zu zittern begannen, als die Buhrufe einsetzten. Sie wandte sich an den Physiker Jens Reich und sagte: Wir können jetzt gehen, die Revolution ist unumkehrbar. Wolf war nicht gekommen, um zu feiern — er wollte die Menge zurück zu einem reformierten Sozialismus lenken, und die Menge ließ ihn nicht. Die meisten Demonstranten wollten an diesem Tag eine bessere DDR, nicht die Wiedervereinigung mit dem Westen. Vierzehn Monate später bekamen sie trotzdem westlichen Kapitalismus. Die Kundgebung war nicht der Triumph einer einzigen Vorstellung; sie war der Zusammenprall mehrerer, und der Sieger hatte nicht einmal gesprochen.

Stehen Sie heute auf dem Beton, auf dem Wolf damals stand. Der Platz wirkt flach, touristisch, ein wenig müde. Aber Sie blicken auf den Ort, an dem ein Spionagechef, der Tausende Agenten kontrolliert hatte, feststellen musste, dass er kein einziges Mikrofon kontrollieren konnte.

Der Zar, der vielleicht nie kam

Am 25. Oktober 1805 kam Zar Alexander I. nach Berlin, um über das zu verhandeln, was später als Vertrag von Potsdam bekannt wurde — ein kurzlebiges Bündnis gegen Napoleon. Friedrich Wilhelm III. benannte den Torplatz zu seinen Ehren um, ein Stück diplomatischer Schmeichelei, eingefroren im Stadtplan. Historiker weisen auf eine leise Peinlichkeit hin: Keine Primärquelle belegt eindeutig, dass Alexander überhaupt auf diesem Platz war. Möglicherweise wurde er in Abwesenheit geehrt, die Umbenennung als Geste quer durch die Stadt geschickt, während der Zar anderswo speiste. Zwei Jahre später führte Preußen Krieg gegen Russland. Der Name blieb.

Das Kaufhaus, das die Nazis stahlen

Das Kaufhaus von Oscar Tietz war laut Wirtschaftshistorikern die größte Arisierung der frühen NS-Zeit. 1933 drängte das Regime die jüdische Familie Tietz heraus; ein nichtjüdischer Manager namens Georg Karg übernahm und benannte die Kette in „Hertie“ um — mit den eigenen Initialen von Hermann Tietz, damit der neue Name deutsch wirkte. Oscars Sohn Martin floh 1939 nach Liechtenstein; die Gestapo beschlagnahmte das Vermögen. Die 250 Meter lange Fassade wurde 1945 von Granaten der Roten Armee pulverisiert. Heute liegen dort Asphalt und Straßenbahngleise. Die Familie erhielt fast keine Entschädigung.

Hans Kollhoffs Masterplan von 1993 — dreizehn aufeinander abgestimmte Türme bis zu 150 Metern — wurde 2000 als verbindlicher Bebauungsplan gesetzlich festgeschrieben und ist bis heute, mehr als ein Vierteljahrhundert später, nie gebaut worden. Alexanderplatz bleibt ein Platz, der zweimal entworfen und kein einziges Mal wirklich ausgeführt wurde, seine Zukunft als Geisel eines Plans, den alle unterschrieben haben und niemand durchsetzt.

Wenn Sie am Abend des 4. November 1989 genau an dieser Stelle gestanden hätten, hätten Sie eine halbe Million Stimmen gehört, die einen ehemaligen Stasi-General in die Stille ausbuhten. Handbemalte Banner — "Stasi in die Produktion," "Visafrei bis Hawaii" — schlagen in der kalten Luft über Ihrem Kopf. Die Menge drängt sich Schulter an Schulter vom Fernsehturm bis zum Roten Rathaus, der Atem dampft unter der Weltzeituhr, und irgendwo in diesem Meer sagt Bärbel Bohley zu Jens Reich, es ist vorbei, wirklich vorbei.

Hören Sie die ganze Geschichte in der App

Ihr persönlicher Kurator, in Ihrer Tasche.

Audioguides für 1.100+ Städte in 96 Ländern. Geschichte, Geschichten und lokales Wissen — offline verfügbar.

smartphone

Audiala App

Verfügbar für iOS und Android

download Jetzt herunterladen

Werde Teil von 50.000+ Kuratoren

Häufig gefragt

Lohnt sich ein Besuch am Alexanderplatz? add

Ja, aber nicht wegen seiner Schönheit, sondern wegen seines symbolischen Gewichts. Jede politische Epoche hat hier Spuren hinterlassen: preußischer Paradeplatz, kommerzielles Zentrum der Weimarer Republik, von den Nazis zerbombtes Trümmerfeld, Vorzeigeplatz der DDR, Schauplatz der Demonstration mit 500.000 Menschen am 4. November 1989, die dem Fall der Mauer um fünf Tage vorausging. Kommen Sie wegen der komprimierten Biografie Berlins, nicht wegen der Architektur.

Wie viel Zeit braucht man am Alexanderplatz? add

20–30 Minuten reichen für einen kurzen Durchgang mit Foto an der Weltzeituhr, 2–3 Stunden, wenn Sie die Aussichtsplattform des Fernsehturms dazunehmen. Ein halber Tag deckt den Platz plus einen Spaziergang zur Museumsinsel oder zum Hackeschen Markt ab. Am frühen Morgen (08:00–11:00) ist das Licht am besten und die Menschenmenge am kleinsten.

Wie komme ich vom Zentrum Berlins zum Alexanderplatz? add

Nehmen Sie die U2, U5, U8 oder die S-Bahn-Linien S5/S7/S75 — der Bahnhof liegt direkt unter dem Platz und fährt rund um die Uhr. Auch die Touristenbuslinien 100 und 200 halten hier, ebenso die Straßenbahnen M4, M5, M6 und M8. Vom Auto ist abzuraten; die APCOA Tiefgarage Alexa in der Grunerstraße verlangt etwa €1.80/Stunde.

Kann man den Alexanderplatz kostenlos besuchen? add

Der Platz selbst ist kostenlos, rund um die Uhr zugänglich und erfordert weder Ticket noch bestimmte Kleidung. Weltzeituhr, Neptunbrunnen und Brunnen der Völkerfreundschaft kosten nichts und lassen sich frei ansehen und fotografieren. Eintritt kostet nur die Aussichtsplattform des Fernsehturms — €25.50 für Erwachsene, €14.50 für Jugendliche im Jahr 2026.

Was sollte ich am Alexanderplatz auf keinen Fall verpassen? add

Die Inschrift an der Weltzeituhr — Zeit wird alle Mauern niederreißen ("Time will destroy all walls"), 1969 angebracht, zwanzig Jahre vor dem Fall der Mauer. Dann der 125 Meter lange Mosaikfries am Haus des Lehrers (800.000 Fliesen, die meisten laufen vorbei, ohne aufzusehen) und das Kreuz der "Rache des Papstes", das sich an sonnigen Morgen auf der Kugel des Fernsehturms spiegelt.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch am Alexanderplatz? add

Frühe Werktagsmorgen zwischen 08:00 und 11:00, wenn sich der Platz leert und die Architektur klarer wirkt. Von Ende November bis zum 26. Dezember gibt es den Weihnachtsmarkt und eine Eislaufbahn rund um den Brunnen der Völkerfreundschaft. Vermeiden Sie Sommerwochenenden — 300.000+ tägliche Besucher machen daraus eine reine Reizüberflutung.

Ist der Alexanderplatz nachts sicher? add

Für aufmerksame Erwachsene mit normalen Vorsichtsmaßnahmen sicher, aber nach Einbruch der Dunkelheit sichtbar chaotisch. Es ist einer der wichtigsten Taschendiebstahl-Hotspots Berlins, dazu kommen Hütchenspiel-Betrüger, falsche Unterschriftensammler und Ablenkungsdiebstähle — Taschen nach vorn tragen. Die laufende Bahnhofsrenovierung für €70 Millionen (2025–2029) hat das Chaos durch die Baustelle noch verstärkt.

Was ist der Fernsehturm und lohnt sich das Ticket? add

Der 368 Meter hohe Fernsehturm, gebaut 1965–1969, ist das höchste Bauwerk Deutschlands — 40 Sekunden Aufzugfahrt bis zur rotierenden Aussichtsplattform auf 203m. Buchen Sie online über tv-turm.de, um die 1–2-stündigen Sommerschlangen zu umgehen. Als günstigere Alternative kostet das Dach des nahen Park Inn €6 und bietet den Blick direkt auf die Weltzeituhr.

Quellen

Zuletzt überprüft:

Weitere Sehenswürdigkeiten in Berlin

10 Orte zu entdecken

Berliner Mauer star Bestbewertet

Berliner Mauer

Brandenburg Gate star Bestbewertet

Brandenburg Gate

Escp Business School star Bestbewertet

Escp Business School

Flakturm Humboldthain star Bestbewertet

Flakturm Humboldthain

Grunewaldturm star Bestbewertet

Grunewaldturm

Q156722 star Bestbewertet

Q156722

Spreetunnel Friedrichshagen star Bestbewertet

Spreetunnel Friedrichshagen

Borsig-Villa Reiherwerder

Borsig-Villa Reiherwerder

Brunnen Auf Dem Viktoria-Luise-Platz

Brunnen Auf Dem Viktoria-Luise-Platz

Luftbrückendenkmal

Luftbrückendenkmal