Stolperstein Für Walter Flehinger

Einleitung

Der Besuch des Stolpersteins für Walter Flehinger in Baden-Baden, Deutschland, bietet eine zutiefst persönliche Begegnung mit der Geschichte des Holocaust, die direkt in das Alltagsleben der Stadt eingeflochten ist. Das Stolpersteine-Projekt, begonnen 1992 vom Künstler Gunter Demnig, ist heute das weltweit größte dezentrale Mahnmal, mit über 116.000 Steinen, die in mehr als 1.800 europäischen Gemeinden Opfer des Nationalsozialismus ehren (stolpersteine.eu). Jeder Stolperstein ist ein Messing-beschichteter Kopfstein, der vor der letzten frei gewählten Wohnstätte eines Opfers verlegt wird und so an die anonyme Tragödie erinnert und zur täglichen Reflexion anregt.

Walter Flehinger, geboren 1924, war ein junger jüdischer Bewohner Baden-Badens, der 1937 vor zunehmender nationalsozialistischer Verfolgung nach England floh. Sein Stolperstein, verlegt in der Prinz-Weimar-Straße 10, markiert sein letztes freiwilliges Zuhause und steht als greifbare Erinnerung an die unzähligen durch den Holocaust zerstörten Leben (gedenkbuch.baden-baden.de). Im Gegensatz zu zentralen Monumenten integrieren Stolpersteine die Erinnerung an die Opfer in das Gefüge der Stadt und laden Passanten ein, mit Geist und Herz über die Geschichte zu "stolpern".

Baden-Baden, berühmt für seine Kurbäder und sein reiches Erbe, beherbergt zahlreiche Stolpersteine und bedeutende jüdische Kulturerbestätten, wie das Mahnmal für die zerstörte Synagoge während der Reichspogromnacht (baden-baden.com). Diese Gedenkstätten sind jederzeit frei zugänglich und bieten allen Besuchern eine intime und nahbare Erfahrung.

Dieser Leitfaden bietet detaillierten historischen Kontext, praktische Besucherinformationen – wie Zugänglichkeit, geführte Touren und Reisetipps – sowie kulturelle Einblicke in die Bedeutung der Erinnerung. Ob Sie Geschichtsinteressierter, Reisender oder jemand sind, der Holocaust-Opfer ehren möchte, dieser Leitfaden hilft Ihnen, die Bedeutung des Stolpersteins für Walter Flehinger zu verstehen und wertzuschätzen (pragueviews.com).


Das Stolpersteine-Projekt: Ursprünge, Zweck und Design

Ursprünge und Entwicklung

Das Stolpersteine-Projekt begann 1992, als der deutsche Künstler Gunter Demnig den ersten Stein in Köln verlegte. Sein Ziel war es, eine dezentrale, persönliche Form des Holocaust-Gedenkens zu schaffen, die Erinnerung in das tägliche Leben europäischer Städte und Gemeinden integriert (pragueviews.com; stolpersteine.eu). Inspiriert von dem Talmud-Spruch „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn seine Namen vergessen sind“, bemühte sich Demnig darum, dass die Namen und Geschichten der Opfer nicht in Vergessenheit geraten (stichting-stolpersteine.nl).

Zweck und Mission

Die Stolpersteine ehren Opfer des Nationalsozialismus – Juden, Roma und Sinti, politische Gefangene, LGBTQ+-Personen, Zeugen Jehovas, Menschen mit Behinderungen und andere –, indem sie an den Orten markiert werden, wo sie vor Verfolgung und Ermordung lebten. Jeder Messing-beschichtete Kopfstein trägt den Namen des Opfers, sein Geburtsdatum, sein Schicksal und, falls bekannt, sein Todesdatum und -ort (germany.info). Die Mahnmale sind nicht nur historische Markierungen; sie fördern eine Gedenkkultur, die sowohl persönlich als auch kollektiv ist und zur Reflexion über die Geschichten anregt, die in unsere Gemeinschaften eingebettet sind (stolpersteine.eu).

Design und Verlegung

Ein Stolperstein misst etwa 10 x 10 cm, mit einer handgravierten Messingplatte auf einem Betonblock. Die Inschrift beginnt typischerweise mit "Hier lebte..." gefolgt von Name und Details der Person (pragueviews.com). Die Steine werden in einer Berliner Werkstatt gefertigt, und die Verlegungszeremonien umfassen oft Verwandte, Gemeindemitglieder und lokale Würdenträger, was den Prozess zu einer Ehrung und einem Gemeinschaftsereignis macht.

Geografische Reichweite und Umfang

Seit seiner Einführung ist das Stolpersteine-Projekt auf über 107.000 Steine in fast 1.900 Gemeinden in 26 Ländern angewachsen (stichting-stolpersteine.nl; stolpersteine.eu; germany.info). Die Steine finden sich sowohl in großen Städten als auch in kleinen Ortschaften, oft vor Häusern, Geschäften oder Wohnungen verlegt – und betten so die Erinnerung in die weiterhin gelebte Lebenswelt ein (mapcarta.com).


Walter Flehinger: Biografie und historischer Kontext

Walter Flehinger wurde am 26. Januar 1924 in Mannheim geboren. Seine Familie zog nach Baden-Baden, wo sie in der Ludwig-Wilhelm-Straße 11 und später in der Prinz-Weimar-Straße 10 lebte (gedenkbuch.baden-baden.de). Walter Flehingers Vater, Dr. Arthur Flehinger, war ein angesehener Sprachlehrer. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, verlor Dr. Arthur Flehinger aufgrund der antisemitischen Gesetze seine Anstellung, und die Familie sah sich zunehmender Verfolgung ausgesetzt.

Aus Angst um ihre Sicherheit schickten die Flehingers ihre Söhne nach England – zuerst Gerhard, dann Walter, der im April 1937 im Alter von 13 Jahren nach London floh (gedenkbuch.baden-baden.de). Nach der Reichspogromnacht im November 1938 wurde Dr. Arthur verhaftet und öffentlich gedemütigt, während die Synagoge der Familie zerstört wurde. Walters Stolperstein markiert sein letztes freies Zuhause vor der Auswanderung und personalisiert die breitere Tragödie der nationalsozialistischen Verfolgung.


Der Stolperstein für Walter Flehinger: Standort, Bedeutung und Wirkung auf die Gemeinde

Standort und Zugänglichkeit

  • Adresse: Prinz-Weimar-Straße 10, Baden-Baden, Deutschland
  • Zugang: Immer offen; der Stolperstein ist in den öffentlichen Gehweg eingelassen und rund um die Uhr und kostenlos zugänglich. Die Gegend ist mit Rollstühlen befahrbar, obwohl einige Straßen leichte Unebenheiten aufweisen können.

Kulturelle und Gedenkbedeutung

Im Gegensatz zu weit entfernten Monumenten sind Stolpersteine in das tägliche Leben integriert. Walters Stein lautet:

HIER WOHNTE
WALTER FLEHINGER
JG. 1924
FLUCHT 1937
ENGLAND

Diese Inschrift fordert jeden Passanten auf, innezuhalten und über ein junges Leben nachzudenken, das von Hass entwurzelt wurde, und verwandelt eine gewöhnliche Straße in einen Erinnerungsort. Die Steine sind nicht zum buchstäblichen Stolpern gedacht, sondern um ein "gedankliches Stolpern" auszulösen – ein Moment des Gedenkens, wenn man sich neigt, um die Namen zu lesen (pragueviews.com; germany.info).

Gesellschaftliches Engagement und pädagogische Wirkung

Lokale Schulen und Organisationen sind intensiv an der Erforschung der Lebensgeschichten von Opfern und der Pflege der Steine beteiligt. Verlegungszeremonien, wie die für Walter Flehinger im Jahr 2016, umfassen oft Familienmitglieder und Schüler und fördern so die intergenerationelle Erinnerung und den Dialog. Bildungsprojekte rund um Stolpersteine helfen, die Erinnerung lebendig zu halten und Gespräche über Toleranz und historische Verantwortung anzuregen (stolpersteine.eu).


Besucherinformationen: Öffnungszeiten, Tickets, Zugänglichkeit und Touren

  • Öffnungszeiten: Jederzeit zugänglich – es gibt keine festen Besuchszeiten, da sich der Stolperstein im öffentlichen Raum befindet.
  • Tickets: Keine Tickets erforderlich; die Stätte ist kostenlos zu besuchen.
  • Zugänglichkeit: Der Gehweg ist generell für Personen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich.
  • Geführte Touren: Lokale Touranbieter und das Baden-Badener Tourismusamt bieten gelegentlich geführte Rundgänge mit Schwerpunkt auf jüdischer Geschichte und Stolpersteinen an. Aktuelle Termine finden Sie auf der Website des Tourismus Baden-Baden.
  • Reisetipps: Tragen Sie bequeme Schuhe für die Stadterkundung. Besuche am Tag bieten das beste Licht für Reflexion und Fotografie. Karten mit Stolperstein-Standorten sind lokal oder über mobile Apps erhältlich.

Nahegelegene historische Stätten und Attraktionen

  • Mahnmal zur Synagoge Baden-Baden: An die zerstörte Synagoge während der Reichspogromnacht erinnert eine Gedenkstätte im Stadtzentrum.
  • Museum Frieder Burda: Ein modernes Kunstmuseum in der Nähe.
  • Lichtentaler Allee: Ein historischer Park, ideal für Spaziergänge und Besinnung.
  • Kurhaus Baden-Baden: Ein Wahrzeichen und kulturelles Zentrum.

Soziale und pädagogische Bedeutung

Das Stolpersteine-Projekt ist mehr als ein Mahnmal – es ist eine lebendige, sich entwickelnde "soziale Plastik". Die Erforschung, Finanzierung und Verlegung jedes Steins beinhaltet Überlebende, Nachfahren, Schulen und Anwohner, was zu einer gemeinschaftlichen Verantwortung für die Erinnerung führt. Regelmäßiges Reinigen der Steine, besonders am Holocaust-Gedenktag, ist ein bedeutsamer Akt der Fürsorge (pragueviews.com). Bildungsprogramme stellen sicher, dass die Lehren der Vergangenheit für neue Generationen relevant bleiben.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Wo ist der Stolperstein für Walter Flehinger zu finden?
A: Prinz-Weimar-Straße 10, Baden-Baden, eingelassen in den öffentlichen Gehweg.

F: Fallen Eintrittsgebühren oder Tickets an?
A: Nein, der Besuch des Stolpersteins ist kostenlos und erfordert kein Ticket.

F: Gibt es geführte Touren?
A: Ja, lokale Gruppen und das Tourismusamt bieten geführte Rundgänge an, die Stolpersteine und verwandte Stätten einschließen.

F: Ist die Stätte für Menschen mit Behinderungen zugänglich?
A: Der Standort ist rollstuhlgerecht zugänglich, können jedoch einige Gehwege uneben sein.

F: Kann ich weitere Stolpersteine in Baden-Baden finden?
A: Ja, über 200 Stolpersteine sind in der ganzen Stadt verlegt, jeder markiert die letzte Wohnstätte eines Opfers.


Bilder

  • Stolperstein für Walter Flehinger in Baden-Baden
    Alt-Text: Nahaufnahme eines Stolpersteins für Walter Flehinger, eingelassen in den Gehweg in Baden-Baden, Deutschland.

  • Mahnmal Synagoge Baden-Baden
    Alt-Text: Mahnmal der Synagoge Baden-Baden, das an die jüdische Gemeinde erinnert.


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