Einleitung
Ein Besuch des Stolpersteins für Thekla Isaacsohn in Baden-Baden bietet eine tiefgreifende Erfahrung der Erinnerung und Reflexion. Stolpersteine – kleine Messingplatten, die in Gehwege in ganz Europa eingelassen sind – erinnern an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, indem sie an deren letzte frei gewählte Wohnsitze oder Arbeitsstätten erinnern. Das 1992 vom Künstler Gunter Demnig initiierte Stolpersteinprojekt integriert die Erinnerung in das tägliche Leben und fördert Reflexion und Ehrung der Individualität von Holocaust-Opfern (stolpersteine.eu, de.wikipedia.org).
Der Stolperstein für Thekla Isaacsohn befindet sich in der Werderstraße 24 in Baden-Baden und markiert den Standort des Jüdischen Frauen-Erholungsheims, wo Isaacsohn vor ihrer Deportation und ihrem Tod während des Zweiten Weltkriegs als letzte Oberschwester tätig war. Dieses Denkmal bewahrt nicht nur die Erinnerung an Isaacsohns Engagement für Krankenpflege und Betreuung, sondern erinnert auch an das Leid und die Widerstandsfähigkeit der breiteren jüdischen Gemeinschaft in Baden-Baden (juedische-pflegegeschichte.de, gedenkbuch.baden-baden.de).
Besucher können sich durch diese zugänglichen öffentlichen Mahnmale, die jederzeit und ohne Eintrittsgebühren zugänglich sind, mit der vielschichtigen Geschichte der Stadt auseinandersetzen. Der lokale Arbeitskreis Stolpersteine bietet Bildungsprogramme, Führungen und Gedenkveranstaltungen, die das Besuchserlebnis bereichern und das gesellschaftliche Engagement fördern. Dieser Leitfaden bietet umfassende Informationen über die Geschichte, Bedeutung, Standort und praktische Aspekte des Besuchs des Stolpersteins für Thekla Isaacsohn, um eine respektvolle und bedeutungsvolle Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Zeugnis der Holocaust-Erinnerung zu gewährleisten (gedenkbuch.baden-baden.de, stolpersteine.eu).
Fotogalerie
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Ursprünge und Entwicklung des Stolpersteinprojekts
Das Stolpersteinprojekt begann 1992 als Kunstaktion von Gunter Demnig, die zunächst Romani-Opfer in Köln ehrte. Das Projekt expandierte schnell nach den ersten Installationen und erreichte bald Berlin und bis 1997 Österreich, bevor es sich allmählich über ganz Europa verbreitete. Heute sind über 116.000 Stolpersteine in mehr als 1.860 Gemeinden in 31 Ländern installiert (worldwariimonuments.org, de.wikipedia.org, stolpersteine.eu).
Zweck und Philosophie
Stolpersteine erinnern an Menschen, die vom NS-Regime verfolgt oder ermordet wurden – Juden, Roma, Sinti, politische Häftlinge, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und andere. Jeder messingbeschichtete Stein, auf dem der Name und das Schicksal des Opfers eingraviert sind, wird an dessen letztem frei gewählten Wohnort oder Arbeitsplatz platziert. Der Name "Stolperstein" ist eine doppelte Bedeutungsebene: Er ist ein buchstäblicher Stolperstein, der aber auch zur metaphorischen Reflexion und Erinnerung einlädt (de.wikipedia.org, germany.info).
Im Gegensatz zu zentralisierten Monumenten sind Stolpersteine in alltägliche Gehwege integriert, wodurch die Erinnerung zum unvermeidlichen Bestandteil des Lebens wird und die Erinnerung in das Gefüge der Gemeinschaften eingebettet wird.
Künstlerische und symbolische Dimensionen
Stolpersteine verweisen auf die Schändung jüdischer Friedhöfe während der NS-Zeit, als Grabsteine als Pflastersteine wiederverwendet wurden. Ihre Platzierung in Straßen, in denen die Opfer einst lebten, ehrt ihre Erinnerung und konfrontiert die Gesellschaft mit den Realitäten historischer Gräueltaten. Die Verwitterung und der tägliche Abrieb der Steine symbolisieren die anhaltende Verantwortung, sich zu erinnern. Gemeinden reinigen oft die Steine und gedenken wichtiger Jahrestage mit Blumen oder Kerzen (de.wikipedia.org).
Thekla Isaacsohn und der Stolperstein in Baden-Baden
Wer war Thekla Isaacsohn?
Thekla Isaacsohn (geb. Mandel, 1867–1941) war eine wegweisende jüdische Krankenschwester und die letzte Oberschwester des Jüdischen Frauen-Erholungsheims in Baden-Baden. Geboren in Lippstadt, war sie eine der ersten professionell ausgebildeten jüdischen Krankenschwestern in Deutschland und übte Führungspositionen in Frankfurt und Baden-Baden aus (juedische-pflegegeschichte.de).
Das Jüdische Frauen-Erholungsheim
In der Werderstraße 24 gelegen, bot diese Institution in der Zwischenkriegszeit Zuflucht und Pflege für jüdische Frauen. Unter Isaacsohns mitfühlender Führung wurde das Heim zu einem Symbol der Solidarität und des Widerstands. 1940 wurde Isaacsohn während der Wagner-Bürckel-Aktion in das Lager Gurs in Südfrankreich deportiert, wo sie 1941 starb (juedische-pflegegeschichte.de, S. 10; gedenkbuch.baden-baden.de).
Stolpersteine in der Werderstraße 24
2010 wurden in der Werderstraße 24 sechs Stolpersteine verlegt, die Thekla Isaacsohn und fünf Kolleginnen des Heims ehren, welche deportiert und im Holocaust ermordet wurden. Ihre Namen und Schicksale sind auf einzelnen Steinen eingraviert und stellen sicher, dass ihre Geschichten Teil der lebendigen Erinnerung in Baden-Baden bleiben (juedische-pflegegeschichte.de, S. 10).
Praktische Besucherinformationen
Standort
Adresse: Werderstraße 24, 76530 Baden-Baden, Deutschland Diese Adresse ist nur einen kurzen Spaziergang vom Stadtzentrum entfernt und nahe wichtiger Sehenswürdigkeiten wie dem Kurhaus und der Lichtentaler Allee (Mapcarta).
Barrierefreiheit und Anreise
- Öffentliche Verkehrsmittel: Erreichbar mit Stadtbussen vom Bahnhof Baden-Baden (ca. 3 km entfernt).
- Mit dem Auto: Öffentliche Parkplätze sind in der Nähe vorhanden.
- Zu Fuß: Der Standort ist gut von der Altstadt und anderen historischen Sehenswürdigkeiten aus zu erreichen.
- Rollstuhlgerecht: Der Stolperstein ist ebenerdig in den Gehweg eingelassen, und die meisten angrenzenden Gehwege sind zugänglich.
Besuchszeiten und Tickets
- 24/7 geöffnet: Als öffentliches Denkmal kann der Stolperstein jederzeit besucht werden.
- Eintritt: Kostenfrei; keine Tickets oder Reservierungen erforderlich.
Führungen und Veranstaltungen
Der Arbeitskreis Stolpersteine Baden-Baden organisiert Führungen und Bildungsveranstaltungen, insbesondere rund um den Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und andere Gedenktage. Kontaktieren Sie sie für aktuelle Termine.
Was Sie am Standort erwarten können
Der Stolperstein für Thekla Isaacsohn lautet:
Hier wohnte und arbeitete Thekla Isaacsohn geb. Mandel JG 1869 [sic!] deportiert 1940 Gurs tot 3.5.1941
Diese Inschrift gibt Auskunft über ihr Leben, ihre berufliche Rolle, ihre Deportation und ihren Tod. Das "[sic!]" weist auf eine geringfügige Abweichung ihres Geburtsjahres hin, wobei einige Quellen das Jahr 1867 anführen (juedische-pflegegeschichte.de, S. 10).
Besucher finden den Stolperstein im Gehweg eingelassen, manchmal begleitet von kleinen Steinen, Blumen oder Kerzen als Zeichen des Gedenkens.
Verhaltensregeln und Tipps für Besucher
- Innehalten und Lesen: Eine leichte Verbeugung, um die Inschrift zu lesen, ehrt die Person.
- Respektieren Sie den Ort: Treten Sie nicht auf den Stein und setzen Sie sich nicht darauf.
- Fotografieren: Diskret ist es gestattet; blockieren Sie nicht den Weg.
- Gedenken: Hinterlassen Sie einen kleinen Stein, eine Blume oder eine Kerze als Zeichen des Gedenkens.
- Reinigung: Gemeindemitglieder reinigen Stolpersteine. Besucher können sich respektvoll beteiligen, insbesondere bei organisierten Veranstaltungen.
Ihren Besuch bereichern: Sehenswürdigkeiten in der Nähe
- Weitere Stolpersteine: In der Werderstraße 24 gibt es fünf weitere Stolpersteine für Kolleginnen von Thekla Isaacsohn, die ebenfalls Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung waren.
- Jüdischer Friedhof Baden-Baden: Erkunden Sie mehr über das jüdische Erbe der Stadt.
- Kurhaus und Lichtentaler Allee: Ikonische Orte in Gehweite.
- Stadtmuseum Baden-Baden: Bietet Ausstellungen zur lokalen jüdischen Geschichte und zum Holocaust (The Tourist Checklist).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind Stolpersteine? Kleine Messingplatten, die in Gehwege eingelassen sind, um Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung an deren letztem frei gewählten Wohnort oder Arbeitsplatz zu ehren.
Benötige ich ein Ticket für den Besuch? Nein, der Stolperstein ist ein öffentliches Denkmal, jederzeit zugänglich und kostenlos.
Sind Führungen verfügbar? Ja, über den Arbeitskreis Stolpersteine Baden-Baden; prüfen Sie deren Website für Details.
Ist der Ort rollstuhlgerecht? Im Allgemeinen ja, obwohl einige Gehwege in der Altstadt eng oder uneben sein können.
Darf ich Fotos machen oder Blumen hinterlassen? Ja, diskretes Fotografieren und kleine Gaben als Zeichen des Gedenkens sind erwünscht.
Emotionale Wirkung und Reflexion
Der Besuch eines Stolpersteins ist oft eine bewegende und kontemplative Erfahrung. Viele finden es wertvoll, innezuhalten, nachzudenken und die individuellen Leben hinter den Namen zu betrachten. Tagebuchschreiben oder die Reflexion Ihrer Erfahrung kann diese Verbindung vertiefen (ABC News).
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