Einleitung
Die Stolpersteine ("stolpersteine") sind das weltweit größte dezentrale Mahnmal für Holocaust-Opfer. 1992 vom deutschen Künstler Gunter Demnig geschaffen, sind diese kleinen Messingplaketten in die Bürgersteige vor den letzten frei gewählten Wohnorten der vom NS-Regime verfolgten Menschen eingelassen. Jeder Stolperstein gibt den Ermordeten und Vertriebenen einen Namen, ein Datum und eine Geschichte zurück und verwandelt die alltägliche Stadtlandschaft in lebendige Archive der Erinnerung (Stichting Stolpersteine; Wikipedia).
Baden-Baden, eine historische Kurstadt im Südwesten Deutschlands, hat dieses Projekt mit über 213 Stolpersteinen im Jahr 2023 angenommen, die die einst lebendige jüdische Gemeinde ehren (Goodnews4; Stadtwiki Baden-Baden). Einer dieser Steine ist der Stolperstein für Lilly Rosalie Bielefeld, der eine jüdische Bewohnerin ehrt, die im Zweiten Weltkrieg den Freitod der Deportation vorzog. Dieser Leitfaden liefert wichtige Informationen über ihren Stolperstein, einschließlich seiner Geschichte, seines Standorts, seiner Zugänglichkeit und praktischer Besuchertipps, während er das Mahnmal in den breiteren kulturellen und historischen Kontext von Baden-Baden einbettet.
Fotogalerie
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Das Stolpersteinprojekt: Ursprünge und Zweck
Das 1992 in Köln gestartete Stolpersteinprojekt begann als Weg, Sinti und Roma zu gedenken, die von den Nazis deportiert wurden. Es erweiterte sich schnell, um alle Opfer des NS-Regimes zu ehren, darunter Juden, politische Häftlinge, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen und andere. Jeder Stolperstein ist eine 10 x 10 cm große Messingplakette mit dem Namen des Opfers, seinem Geburtsdatum, seinem Schicksal und, falls bekannt, dem Sterbedatum und -ort (Wikipedia; Stichting Stolpersteine).
Bis 2024 wurden über 107.000 Stolpersteine in fast 1.900 Gemeinden in 21 europäischen Ländern installiert (Wikipedia). Ihre dezentrale Natur bringt die Erinnerung an den Holocaust in die täglichen Wege der Passanten und macht die Erinnerung zu einem gemeinschaftlichen Akt.
Stolpersteine in Baden-Baden
Baden-Badens Beteiligung am Stolpersteinprojekt begann im Jahr 2003. Bis 2023 sind über 213 Stolpersteine in der ganzen Stadt verteilt, die jeweils den Ort markieren, an dem ein Opfer zuletzt nach eigener Wahl lebte oder arbeitete (Goodnews4; Stadtwiki Baden-Baden). Die Steine erinnern nicht nur an jüdische Einwohner, sondern dienen auch als tägliche Erinnerung an die Vergangenheit der Stadt und verankern die Erinnerung im öffentlichen Raum.
Lilly Rosalie Bielefeld: Ihr Leben und ihr Vermächtnis
Biografie und Schicksal: Lilly Rosalie Bielefeld wurde am 21. August 1878 in Aachen geboren. In den späten 1930er Jahren suchte sie Zuflucht in Baden-Baden und zog zunächst in die Balzenbergstraße 10, dann in die Fremersbergstraße 41 (Gedenkbuch Baden-Baden). Im Oktober 1940, als die Gestapo die Deportation der jüdischen Einwohner von Baden-Baden in das Internierungslager Gurs vorbereitete, wählten Lilly und ihre Schwester Clara den Freitod der Deportation – eine von vier älteren jüdischen Personen in der Stadt, die an diesem schicksalhaften Tag Selbstmord begingen. Ihre Tode verkörpern die Verzweiflung und Angst, die viele unter der NS-Herrschaft erlebten.
Der Stolperstein für Lilly Rosalie Bielefeld, der in der Fremersbergstraße 41 verlegt wurde, sorgt dafür, dass ihre Geschichte inmitten des Trubels des modernen Baden-Badens in Erinnerung bleibt (Commons Wikimedia).
Design und Symbolik
Jeder Stolperstein beginnt mit "Hier wohnte...", gefolgt vom Namen des Opfers und biografischen Daten, die die persönliche Geschichte für immer mit einem bestimmten Ort verbinden (Stichting Stolpersteine). Das Lesen eines Stolpersteins erfordert das Herunterbeugen, eine Geste der Demut und des Respekts.
Das Stolpersteinprojekt basiert auf dem Talmudprinzip: „Ein Mensch ist nur vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Durch die Wiederherstellung von Namen und Schicksalen für Einzelpersonen widersetzen sich Stolpersteine der Anonymität, die durch Massenmord auferlegt wurde (Pebble Galaxy).
Besuch des Stolpersteins für Lilly Rosalie Bielefeld
Standort und Erreichbarkeit
- Adresse: Fremersbergstraße 41, Baden-Baden
- Anfahrt: Der Standort ist einen kurzen Spaziergang vom Stadtzentrum entfernt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Auto oder zu Fuß erreichbar.
- Barrierefreiheit: Der Stolperstein ist in einen öffentlichen Bürgersteig eingelassen und im Allgemeinen für alle zugänglich. Einige Gehwege können uneben sein, daher wird bequemes Schuhwerk empfohlen.
Besuchszeiten und Tickets
- Öffnungszeiten: Der Stolperstein ist rund um die Uhr zugänglich.
- Tickets: Es werden keine Tickets oder Reservierungen benötigt; das Mahnmal ist kostenlos und für die Öffentlichkeit zugänglich.
Führungen und Gemeinschaftsveranstaltungen
- Lokale Organisationen wie der Arbeitskreis Stolpersteine Baden-Baden bieten Führungen an, die sich auf das jüdische Erbe der Stadt und die Stolpersteine konzentrieren. Diese Führungen vermitteln historischen Kontext und persönliche Erzählungen hinter den Steinen. Eine Vorabreservierung wird besonders während der Gedenkzeiträume empfohlen.
- Jährliche Veranstaltungen, darunter der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar) und die Reichskristallnacht (9. November), beinhalten oft die Reinigung von Stolpersteinen und Gedenkzeremonien. Besucher sind herzlich eingeladen, teilzunehmen.
Ihr Besuch erweitern: Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Erweitern Sie Ihre Erkundung der Geschichte Baden-Badens mit einem Besuch dieser Orte:
- Museum Frieder Burda: Bekannt für moderne und zeitgenössische Kunst.
- Kurhaus Baden-Baden: Historisches Kur- und Casino-Gebäude.
- Lichtentaler Allee: Eine malerische Allee, ideal für besinnliche Spaziergänge.
- Stadtmuseum und Stadtarchiv: Erfahren Sie mehr über die jüdische Gemeinde und die lokale Geschichte der Stadt.
- Jüdischer Friedhof: Bietet tiefere Einblicke in das Erbe der Gemeinde.
Diese Wahrzeichen sind zu Fuß erreichbar und können in einen Tag des Gedenkens und der kulturellen Entdeckung integriert werden.
Praktische Besuchertipps
- Fotografie: Respektvolle Fotografie ist erlaubt. Vermeiden Sie es, Anwohner zu stören oder Gehwege zu blockieren.
- Gedenkakte: Besucher bringen oft Blumen oder kleine Steine mit und reinigen Stolpersteine als Gedenkakte.
- Karten und Apps: Interaktive Karten und mobile Apps, wie z. B. Audiala, helfen bei der Lokalisierung von Stolpersteinen und verwandten Stätten.
Pädagogische und gemeinschaftliche Beteiligung
Die Stolperstein-Initiative in Baden-Baden wird durch partizipative Beteiligung an der Basis getragen. Gemeindemitglieder, Schulen und Organisationen tragen zur Forschung bei, sponsern Steine und pflegen sie. Wenn Sie unterstützen oder teilnehmen möchten, wenden Sie sich an den Arbeitskreis Stolpersteine Baden-Baden oder erfahren Sie mehr auf deren offiziellen Website.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind Stolpersteine? Kleine Messingplaketten, die in Gehwege eingelassen sind, um einzelne Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung an ihren letzten frei gewählten Wohnorten zu gedenken.
Wo befindet sich der Stolperstein für Lilly Rosalie Bielefeld? In der Fremersbergstraße 41, Baden-Baden.
Gibt es Besuchszeiten oder Eintrittsgebühren? Nein. Stolpersteine sind öffentliche Mahnmale, die jederzeit kostenlos zugänglich sind.
Sind Führungen verfügbar? Ja. Lokale Organisationen bieten Führungen über die Stolpersteine und die jüdische Geschichte Baden-Badens an.
Ist der Ort für Menschen mit Behinderungen zugänglich bemessen? Im Allgemeinen ja, da sich die Steine auf öffentlichen Gehwegen befinden, obwohl einige Gehwege uneben sein können.
Visuelle Medien

Alt-Text: Stolperstein für Lilly Rosalie Bielefeld in Baden-Baden, eine kleine Messingplakette, die in den Bürgersteig eingelassen ist.
Beispielhafter Reiseplan: Ein Tag des Gedenkens in Baden-Baden
- Vormittag: Besuchen Sie den Stolperstein für Lilly Rosalie Bielefeld und nehmen Sie an einer Gedenkveranstaltung oder Reinigungsaktion teil.
- Später Vormittag: Erkunden Sie das Stadtmuseum oder Stadtarchiv, um Hintergrundinformationen über die jüdische Gemeinde Baden-Badens zu erhalten.
- Nachmittag: Entspannen Sie sich im Caracalla Spa oder im Friedrichsbad; spazieren Sie entlang der Lichtentaler Allee.
- Abend: Besuchen Sie eine Kulturveranstaltung im Festspielhaus oder im Museum Frieder Burda für eine ganztägige Erfahrung, die Gedenken und Kultur verbindet.
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