Stolperstein Für Liesel Rosenthal

Einleitung

Der Besuch des Stolpersteins für Liesel Rosenthal in Baden-Baden bietet eine intime und bewegende Begegnung mit der Geschichte des Holocaust und den persönlichen Geschichten seiner Opfer. Stolpersteine sind kleine Messingtafeln, die in Bürgersteige in ganz Europa eingelassen sind und vom Künstler Gunter Demnig zum Gedenken an Menschen geschaffen wurden, die von den Nazis verfolgt wurden. Jeder Stein wird in der Regel am letzten frei gewählten Wohnort oder Arbeitsplatz eines Opfers platziert, um das Gedenken in den Alltag von Städten und Gemeinden zu integrieren (Stolpersteine.eu; Wikipedia).

Liesel Rosenthals Stolperstein ist nicht nur ein Mahnmal für ihre persönliche Widerstandsfähigkeit, sondern auch ein Symbol für das breitere jüdische Erlebnis während der NS-Zeit. Baden-Baden, eine Stadt mit einem reichen jüdischen Erbe, unterstützt das Stolperstein-Projekt durch Führungen, Bildungsprogramme und digitale Ressourcen wie die Stolpersteine-Guide-App (Stolpersteine-Guide; Baden-Baden.com). Dieser dezentrale Gedenkansatz fördert die persönliche Reflexion und sorgt dafür, dass die Geschichten der Opfer im täglichen Leben präsent bleiben.

Dieser Leitfaden bietet umfassende Informationen über den Stolperstein für Liesel Rosenthal, einschließlich seines historischen Kontexts, seiner kulturellen Bedeutung, praktischer Besuchertipps und Details zu verwandten jüdischen Kulturerbestätten in Baden-Baden.


Das Stolperstein-Projekt: Ursprünge, Zweck und Wirkung

Ursprünge und Philosophie

Das Stolperstein-Projekt begann 1992 unter der Initiative des deutschen Künstlers Gunter Demnig. Konzipiert als "soziale Plastik", integriert das Projekt Gedenken in die alltägliche städtische Umgebung, indem es kleine Gedenktafeln an den letzten frei gewählten Wohnorten, Arbeitsstätten oder Schulen von Holocaust-Opfern anbringt. Die ersten Stolpersteine wurden 1996 in Berlin verlegt, und das Projekt hat sich seitdem auf über 1.800 Städte und Gemeinden in mehr als 26 Ländern ausgeweitet, was es zum größten dezentralen Holocaust-Mahnmal der Welt macht (Wikipedia; Stolpersteine.eu; Prague Views).

Jeder Stolperstein besteht aus einem 10 Zentimeter hohen Betonwürfel, gekrönt von einer Messingplatte, auf der der Name des Opfers, sein Geburtsdatum, sein Schicksal und, falls bekannt, sein Todesdatum und -ort eingraviert sind. Die Steine sollen bei den Passanten eine emotionale und intellektuelle Reflexion hervorrufen, die auf ihrem Weg "stolpern" (Germany.info; Folklife Magazine).

Symbolik und Namensgebung

Das Wort "Stolperstein" bedeutet wörtlich "Stein zum Stolpern". Die physische und metaphorische Stolperbewegung soll die Menschen dazu anregen, diese Gedenkstätten zufällig zu entdecken und sich mit der Erinnerung an den Holocaust auseinanderzusetzen. Die Platzierung in Bürgersteigen erinnert auch an die Entweihung jüdischer Friedhöfe während der NS-Zeit und dient als Mahnung an die Vergangenheit (Wikipedia).

Bürgerliches Engagement und gesellschaftliche Wirkung

Stolpersteine werden oft von Einzelpersonen, Familien, Schulen oder Organisationen gesponsert, wobei jeder Stein etwa 120 € kostet. Sponsoren recherchieren in der Regel die Biografien der Opfer und fördern so ein persönliches Engagement mit der Geschichte. Zeremonien für neue Steine fördern kollektives Gedenken, und Schulen beteiligen sich häufig aus Bildungszwecken an dem Projekt (Folklife Magazine; Stolpersteine.eu; Prague Views).

Kritik und Kontroversen

Einige Kritiker hinterfragen die Platzierung von Gedenkstätten in Bürgersteigen und argumentieren, dass das Betreten respektlos sei. Dies hat dazu geführt, dass Städte wie München Stolpersteine auf öffentlichem Grund verbieten. Viele Befürworter argumentieren jedoch, dass die Zerbrechlichkeit der Steine die Notwendigkeit kontinuierlicher Erinnerung und Wachsamkeit unterstreicht (Wikipedia).


Stolpersteine in Baden-Baden

Baden-Baden beteiligt sich aktiv am Stolperstein-Projekt und verlegt Steine in der ganzen Stadt zum Gedenken an jüdische Einwohner, die während der NS-Zeit verfolgt oder deportiert wurden. Zu den lokalen Initiativen gehören Führungen und Bildungsprogramme, und Sponsoren sorgen dafür, dass die Steine sauber und leserlich bleiben (Stolpersteine-Guide; Folklife Magazine).


Praktische Informationen für den Besuch der Stolpersteine in Baden-Baden

Standort und Zugänglichkeit

Stolpersteine sind in öffentlichen Bürgersteigen eingelassen und können jederzeit kostenlos besucht werden. Das Stadtzentrum ist fußgängerfreundlich, und die meisten Steine sind leicht zugänglich, obwohl einige Bereiche unebene Oberflächen aufweisen können.

Führungen und Ressourcen

Obwohl keine Eintrittskarten erforderlich sind, sind Führungen von lokalen Organisationen und Geschichtsvereinen verfügbar. Die Stolpersteine-Guide-App bietet interaktive Karten, Biografien und vorgeschlagene Spazierwege, die Besuchern helfen, Steine zu lokalisieren und mehr über ihren Kontext zu erfahren.

Verhaltensregeln für Besucher

Besucher werden ermutigt, innezuhalten, die Inschriften zu lesen und nach Belieben einen kleinen Stein oder eine Blume als Zeichen des Respekts zu hinterlassen. Das sanfte Reinigen der Messingplatten ist ebenfalls eine respektvolle Geste (Folklife Magazine).


Das Leben von Liesel Rosenthal: Historischer Hintergrund

Frühes Leben und Familie

Liesel Rosenthal (geb. Lieblich) wurde 1915 in Heilbronn am Neckar geboren. Sie wuchs in einer lebendigen jüdischen Gemeinde auf und war die Tochter von Ludwig Rosenthal, einem Weinhändler, und Hermine Rosenthal (geb. Rothschild). Liesel strebte eine künstlerische Karriere an, doch die nationalsozialistische Verfolgung ab 1933 zwang viele jüdische Familien, einschließlich ihrer eigenen, an den Rand der Gesellschaft (heilbronnerfriedensweg.com).

Verfolgung und Exil

Die Familie Rosenthal sah sich zunehmenden Einschränkungen, Boykotten und Gefahren ausgesetzt. Im Jahr 1937 floh Liesel im Alter von 22 Jahren nach England und arbeitete daran, auch ihrem jüngeren Bruder zur Flucht zu verhelfen (heilbronnerfriedensweg.com). Briefe aus dieser Zeit dokumentieren den Herzschmerz und die anhaltende Auswanderung der jüdischen Gemeinde.

Die Stolperstein-Gedenkstätte

Der Stolperstein in Baden-Baden, der Liesel Rosenthal gewidmet ist, erinnert an ihre Widerstandsfähigkeit, ihr erzwungenes Exil und das Schicksal ihrer Familie. Zeremonien begleiten oft die Verlegung von Stolpersteinen, an denen Nachkommen, lokale Bewohner und Historiker teilnehmen, um diese persönlichen Geschichten lebendig zu halten (stolpersteine.ch).


Besuch des Stolpersteins für Liesel Rosenthal in Baden-Baden

Standort

Der Stolperstein für Liesel Rosenthal befindet sich in der Stephanienstraße 2, 76530 Baden-Baden (Gedenkbuch Baden-Baden). Der Stein ist im Bürgersteig direkt vor ihrem letzten frei gewählten Wohnort vor ihrer Deportation im Jahr 1940 eingelassen.

Zugänglichkeit

Der Standort ist auf Straßenniveau und für Rollstühle und Kinderwagen zugänglich. Öffentliche Verkehrsmittel und Parkmöglichkeiten sind in der Nähe vorhanden, und das Stadtzentrum ist zu Fuß gut zu erkunden (Baden-Baden Offizielle Touristik).

Besuchszeiten und Eintritt

Der Stolperstein ist eine Gedenkstätte im Freien und jederzeit zugänglich; es ist kein Eintritt oder Ticket erforderlich. Für ein kontemplatives Erlebnis empfiehlt sich ein Besuch am frühen Morgen oder späten Nachmittag, wenn die Gegend ruhiger ist.

Was Sie erwartet

Liesel Rosenthals Stolperstein ist eine schlichte Messingtafel mit ihrem Namen, Geburtsdatum, Deportationsdatum und dem Wort "Überlebt", das sie als eine der wenigen Holocaust-Überlebenden kennzeichnet (Gedenkbuch Baden-Baden). Besucher können kleine Steine oder Blumen auf dem Gedenkstein hinterlassen und sind eingeladen, die Platte sanft zu reinigen.

Kulturelle Etikette

Halten Sie inne, um die Inschrift zu lesen und über Liesels Geschichte nachzudenken. Respektieren Sie die Feierlichkeit des Ortes, blockieren Sie keine Eingänge zu Wohnhäusern und fotografieren Sie diskret.


Führungen und Selbstführungen

Geführte Touren werden von lokalen Geschichtsvereinen angeboten und können tieferen Kontext zu den geehrten Personen und der jüdischen Geschichte der Stadt liefern (Baden-Baden liest). Selbst geführte Touren sind ebenfalls möglich; Karten und Informationen sind online und im Tourismusbüro von Baden-Baden erhältlich (Stadtwiki Baden-Baden).


Zusätzliche jüdische Kulturerbestätten in Baden-Baden

Baden-Badener Synagoge

Die Baden-Badener Synagoge, ein historisches Symbol der jüdischen Gemeinde der Stadt, ist dienstags bis sonntags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Führungen sind auf Anfrage verfügbar; der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten. Die Synagoge ist rollstuhlgerecht, und Audioguides sind in mehreren Sprachen verfügbar. Besucher werden gebeten, die offizielle Website zu prüfen oder das Tourismusamt für aktuelle Informationen zu kontaktieren (Jüdische Virtuelle Bibliothek).

Weitere nahe gelegene Attraktionen

Entdecken Sie die Altstadt von Baden-Baden, renommierte Kurorte, den Park Lichtentaler Allee, das Museum Frieder Burda und das Fabergé Museum. Diese Orte bieten ein vollständigeres Bild der kulturellen und historischen Landschaft der Stadt.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wo befindet sich der Stolperstein für Liesel Rosenthal? In der Stephanienstraße 2, 76530 Baden-Baden, Deutschland (Gedenkbuch Baden-Baden).

Kostet der Besuch eine Gebühr? Nein, der Stolperstein ist ein öffentliches Mahnmal, das jederzeit kostenlos zugänglich ist.

Sind Führungen verfügbar? Ja, lokale Organisationen bieten Führungen an. Selbst geführte Touren mit Online-Ressourcen sind ebenfalls möglich.

Ist der Ort für Menschen mit Behinderungen zugänglich? Ja, der Stolperstein ist in einen ebenen Bürgersteig eingelassen und im Allgemeinen zugänglich.

Darf ich den Stolperstein fotografieren? Ja, aber bitte respektieren Sie die Bewohner und den feierlichen Charakter des Mahnmals.


Bereichern Sie Ihren Besuch

Erwägen Sie den Download digitaler Ressourcen oder der Stolpersteine-Guide-App für interaktive Karten und Biografien. Erkunden Sie verwandte Kulturerbestätten und nehmen Sie an Gedenkveranstaltungen teil, um Ihr Verständnis zu vertiefen.


Hören Sie die ganze Geschichte in der App

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