Einleitung
Baden-Baden, eine Stadt, die für ihre Bäderkultur und ihr architektonisches Erbe gefeiert wird, ist ein lebendiges Zeugnis der Erinnerungsresilienz durch das Stolperstein-Projekt – eine dezentrale Gedenkinitiative in ganz Europa. Unter den Stolpersteinen, die in die Gehwege der Stadt eingelassen sind, befindet sich der Stein, der an Katharina Preis erinnert, ein jüdisches Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Diese kleinen Messingplaketten, die an den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer installiert sind, erinnern eindringlich an die einzelnen Leben, die durch die Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes ausgelöscht wurden. Das Stolperstein-Projekt, das 1992 vom deutschen Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen wurde, ist heute mit über 107.000 verlegten Steinen in Europa das größte dezentrale Denkmal (Stolpersteine.eu).
Dieser Leitfaden bietet einen umfassenden Überblick für Besucher, die sich für den Stolperstein für Katharina Preis interessieren. Er umfasst den historischen und kulturellen Kontext des Stolperstein-Projekts, Details zu Katharina Preis' Leben und Erbe, praktische Besuchertipps, Informationen zur Barrierefreiheit und Vorschläge zur Bereicherung Ihres Besuchs durch nahegelegene Orte und Bildungsressourcen. Ob Sie ein Geschichtsfan sind oder nach einer sinnvollen Möglichkeit suchen, sich mit der Vergangenheit zu verbinden, dieser Leitfaden sorgt für ein respektvolles und informatives Erlebnis.
Fotogalerie
Entdecke Stolperstein Für Katharina Preis in Bildern
Historischer Hintergrund der Stolpersteine
Ursprünge und konzeptionelle Entwicklung
Das Stolperstein-Projekt wurde 1992 von Gunter Demnig ins Leben gerufen. Die ersten Installationen erinnerten an Sinti und Roma, die Opfer der nationalsozialistischen Deportationen aus Köln waren. Bis 1993 erweiterte Demnig sein Konzept und brachte handvergoldete Messingplatten vor den letzten frei gewählten Wohnorten von Opfern des Nationalsozialismus an – so wurden Namen und Geschichten wiederhergestellt, die vom Regime ausradiert worden waren (Leo Baeck Institute). Stolpersteine erinnern nicht nur an jüdische Opfer, sondern auch an Sinti und Roma, politische Gegner, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Menschen mit Behinderungen und andere.
Jede Platte (96 x 96 mm, auf einem Betonfundament) ist mit dem Namen des Opfers, Geburtsdatum, Schicksal und, soweit bekannt, Sterbedatum und -ort eingraviert. Die Steine werden bündig mit dem Bürgersteig verlegt, um die Erinnerung symbolisch in den täglichen städtischen Raum zu integrieren (Stolpersteine.eu).
Expansion, Ausmaß und Zweck
Seit seiner Gründung hat sich das Stolperstein-Projekt rasant entwickelt. Bis Mai 2023 wurde in Nürnberg der 100.000ste Stolperstein verlegt. Das Projekt umfasst mittlerweile über 1.900 Gemeinden in 21 europäischen Ländern (Stolpersteine.eu). Lokale Initiativen, oft von Schulen oder Gemeindegruppen geleitet, sind zentral für den Forschungs- und Installationsprozess und fördern das bürgerschaftliche Engagement mit der Geschichte.
Das Leitprinzip der Stolpersteine wird durch den Talmudspruch verkörpert: „Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Das Ziel des Projekts ist es, die Identitäten der Opfer wiederherzustellen und ihre Erinnerung in den Alltag zu integrieren (IamExpat).
Das Leben und Schicksal von Katharina Preis
Katharina Preis (oft als Käthe bezeichnet) wurde am 11. Juni 1913 in Saarbrücken geboren und wuchs in Kaiserslautern auf. Sie war eine von zwei Zwillingsschwestern in einer jüdischen Familie, die ein Tabak- und Spirituosengeschäft führte. Das Leben der Familie geriet durch den Aufstieg der Nazis in Gefahr, was sie aufgrund der zunehmenden antisemitischen Verfolgung zu mehrfachen Umzügen zwang (Memorial Book Neu-Isenburg).
Katharina verbrachte Zeit in Baden-Baden und Neu-Isenburg, wo sie vor dem Novemberpogrom (Kristallnacht) 1938 Schülerin des Hauses der jüdischen Frauenorganisation war. Ihr Leben und ihr tragisches Schicksal – wie das so vieler anderer – werden nun in Baden-Baden gedacht, damit ihre Geschichte nicht vergessen wird.
Stolpersteine in Baden-Baden: Kulturelle Bedeutung und bürgerschaftliches Engagement
Baden-Baden hat mit seinem kosmopolitischen Erbe und seiner lebendigen jüdischen Gemeinde vor dem Krieg das Stolperstein-Projekt seit 2008 aktiv unterstützt. Die Initiative wurde von der Historikerin Angelika Schindler und dem Arbeitskreis Stolpersteine Baden-Baden vorangetrieben (Arbeitskreis Stolpersteine Baden-Baden). Die Stadt beherbergt heute 142 Stolpersteine, jeder ein stilles Zeugnis der Menschen, die einst ihr Zuhause nannten (Claudia Travels).
Das bürgerschaftliche Engagement ist zentral: Schulklassen, Freiwillige und Verwandte nehmen an Forschungsarbeiten, Installationszeremonien und der laufenden Pflege teil. Öffentliche Zeremonien beinhalten oft biografische Lesungen, Musik und Momente der Stille, die das kollektive Gedenken stärken.
Besuch des Stolpersteins von Katharina Preis
Standort, Barrierefreiheit und Eintritt
Der Stolperstein für Katharina Preis ist in den Bürgersteig an ihrer letzten frei gewählten Adresse in Baden-Baden eingelassen. Genaue Standortdetails finden Sie in der Stolpersteine.eu-Datenbank oder beim Baden-Baden Tourist Information.
- Besuchszeiten: 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Da der Stein auf einem öffentlichen Gehweg liegt, gibt es keine Einschränkungen.
- Tickets/Eintritt: Es sind keine Tickets erforderlich; der Eintritt ist frei.
- Barrierefreiheit: Der Standort ist rollstuhlgerecht, obwohl einige Gehwege uneben sein können.
Führungen und Lehrmaterialien
Geführte Stolperstein-Rundgänge sind bei lokalen Geschichtsvereinen und dem Tourismusamt erhältlich. Selbst geführte Touren werden durch Online-Karten und die Stolpersteine Guide App erleichtert, die Biografien und vorgeschlagene Routen bietet.
Praktische Tipps und Etikette
- Wann besuchen: Tageslichtstunden werden aus Sicherheits- und Sichtbarkeitsgründen empfohlen.
- Verhalten: Nähern Sie sich leise. Eine Verbeugung, um die Gravur zu lesen, ist eine symbolische Geste des Respekts.
- Gedenkzeichen: Es ist üblich, einen kleinen Stein oder eine Blume neben die Plakette zu legen (Folklife Magazine).
- Fotografie: Dezente Fotos sind gestattet – respektieren Sie die feierliche Atmosphäre und die Privatsphäre der Anwohner.
Nahegelegene Sehenswürdigkeiten und ein umfassenderes Erlebnis
Ergänzen Sie Ihren Besuch durch die Erkundung der Altstadt von Baden-Baden, des Kurhauses, des Museums Frieder Burda, der römischen Badruinen und des Denkmalsfür die zerstörte Synagoge (Adventures of Alice). Diese Stätten bereichern Ihr Verständnis der vielschichtigen Geschichte der Stadt.
Kontroversen und Erhaltungsbemühungen
Das Stolperstein-Projekt stieß, obwohl weitgehend respektiert, auf Kritik. Einige Gemeinden, insbesondere in München, lehnten die Verlegung von Gedenksteinen in Gehwegen ab, mit Verweis auf Bedenken bezüglich mangelnden Respekts (Leo Baeck Institute). An diesen Orten werden alternative Formen wie Wandtafeln oder Stelen verwendet.
Vandalismus und Diebstahl bleiben Probleme; bis 2024 wurden Berichten zufolge rund 900 Stolpersteine gestohlen (Wikipedia). Gemeinschaftsgestützte Wartung, Reinigung und regelmäßige Zeremonien unterstreichen die kollektive Verpflichtung zur Erhaltung (Folklife Magazine).
Bildungs- und Kultureinfluss
Stolpersteine sind wichtige Instrumente für Bildung und Engagement. Schulen integrieren sie in Lehrpläne, und Schüler beteiligen sich oft an Forschungsarbeiten und Zeremonien. Das Projekt fördert Empathie und ein tieferes Verständnis für die Gefahren der Intoleranz (Stolpersteine.eu; IamExpat).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wo befindet sich der Stolperstein für Katharina Preis? Er befindet sich im Bürgersteig an ihrem letzten bekannten Wohnort. Konsultieren Sie die Stolpersteine.eu-Datenbank oder die Baden-Baden Tourist Information für die genaue Adresse.
Gibt es festgelegte Besuchszeiten oder Gebühren? Nein. Stolpersteine sind jederzeit zugänglich und können kostenlos besucht werden.
Sind Führungen verfügbar? Ja, über lokale Organisationen und das Tourismusamt. Die Stolpersteine Guide App bietet auch Optionen für selbst geführte Touren.
Ist er für Menschen mit Behinderungen zugänglich? Ja, die meisten Steine sind auf zugänglichen Gehwegen installiert.
Kann ich ein Gedenkzeichen hinterlassen oder Fotos machen? Ja. Hinterlassen Sie als Zeichen des Respekts kleine Steine oder Blumen; diskrete Fotografie ist gestattet.
Hören Sie die ganze Geschichte in der App
Ihr persönlicher Kurator, in Ihrer Tasche.
Audioguides für 1.100+ Städte in 96 Ländern. Geschichte, Geschichten und lokales Wissen — offline verfügbar.
Audiala App
Verfügbar für iOS und Android
Werde Teil von 50.000+ Kuratoren
Quellen
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
- verified
Zuletzt überprüft: