Stolperstein Für Julius Nachmann

Einleitung

Der Stolperstein (wörtlich „stolperiger Stein“) für Julius Nachmann in Baden-Baden steht als ein kraftvolles und subtiles Denkmal für ein individuelles Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Als Teil des weltweit größten dezentralen Holocaust-Gedenkprojekts ist diese kleine Messingplakette in den Gehweg der Sophienstraße 20 eingelassen und kennzeichnet die letzte frei gewählte Wohnstätte von Julius Nachmann, einem jüdischen Geschäftsmann, der während des Holocausts deportiert und ermordet wurde. Dieser umfassende Leitfaden behandelt den historischen Kontext des Stolperstein-Projekts, die spezifische Geschichte von Julius Nachmann, praktische Informationen für Besucher und die breitere Bedeutung dieser Denkmäler in Baden-Baden und darüber hinaus.


Was sind Stolpersteine?

Das Stolperstein-Projekt, das 1992 vom deutschen Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung dort zu ehren, wo sie lebten, anstatt auf entfernten Friedhöfen oder in Museen. Jeder Stolperstein ist ein 10 x 10 cm großer, messingbeschichteter Kopfstein, auf dem der Name, das Geburtsdatum, das Schicksal und, falls bekannt, der Sterbeort und das Sterbedatum der geehrten Person eingraviert sind. Bis 2025 wurden über 100.000 Stolpersteine in mehr als 26 Ländern installiert und verwandeln Stadtstraßen in dauerhafte Erinnerungs- und Gedenkstätten (Offizielle Website des Stolperstein-Projekts; pragueviews.com).

Das Ethos des Projekts ist vom talmudischen Sprichwort inspiriert: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, um sicherzustellen, dass die Namen und Geschichten der Verfolgten im städtischen Alltag allgegenwärtig sind.


Julius Nachmann: Geschichte und Gedenken

Julius Nachmann wurde 1869 geboren und lebte in der Sophienstraße 20 in Baden-Baden. Während der Wagner-Bürckel Aktion – einer Massendeportation von Juden aus Südwestdeutschland – wurde er am 22. Oktober 1940 gewaltsam aus seiner Wohnung entfernt und in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich gebracht. Später, am 3. Februar 1944, wurde er nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde (Mahnmal Neckarzimmern; Traces of War).

Der Stolperstein für Julius Nachmann wurde 2008 an seiner ehemaligen Wohnstätte verlegt. Die Inschrift lautet:

JULIUS NACHMANN
JG. 1869
DEPORTIERT 1940 GURS
ERMORDET 1944 IN AUSCHWITZ

Dieser Stein ist einer von mehreren in Baden-Baden, die jeweils die letzte Adresse eines Holocaust-Opfers kennzeichnen und gemeinsam die Erinnerung an die einst lebendige jüdische Gemeinde der Stadt bewahren.


Besuch des Julius Nachmann Stolpersteins

Standort

  • Adresse: Sophienstraße 20, 76530 Baden-Baden, Deutschland
  • GPS-Koordinaten: 48.7607° N, 8.2416° E

Der Stolperstein ist in die Gehwegplatte direkt vor dem Gebäude eingelassen, leicht zu finden und von den Hauptattraktionen Baden-Badens aus erreichbar (Gedenkbuch Baden-Baden; Mapcarta).

Zugang und Besuchszeiten

  • Geöffnet: 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche
  • Eintritt: Kostenlos

Da der Stolperstein Teil eines öffentlichen Gehwegs ist, kann er jederzeit besucht werden, ohne dass eine Eintrittskarte oder Reservierung erforderlich ist. Tageslichtstunden werden für optimale Sicht und Sicherheit empfohlen.

Barrierefreiheit

  • Das Denkmal ist im Allgemeinen für Rollstuhlfahrer und Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich, auch wenn einige Bereiche im historischen Zentrum von Baden-Baden unebene Gehwege aufweisen können.
  • Es gibt keine Stufen oder Barrieren vor Ort, aber Besucher sollten auf Kopfsteinpflaster vorsichtig sein (Germany.info).

Anreise

  • Zu Fuß: Die Sophienstraße ist zentral gelegen und bequem von den zentralen Attraktionen wie dem Kurhaus, der Lichtentaler Allee und dem Marktplatz zu Fuß erreichbar.
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Haltestellen in der Nähe sind „Augustaplatz“ und „Leopoldsplatz“.
  • Mit dem Auto: Öffentliche Parkplätze stehen in der Kurhausgarage und am Augustaplatz zur Verfügung.

Besuchererlebnis und Etikette

  • Besinnliche Pause: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die Inschrift zu lesen und der Erinnerung an Julius Nachmann zu gedenken.
  • Respektvolles Verhalten: Sprechen Sie leise, treten Sie nicht auf die Plakette und stören Sie keine Anwohner.
  • Gedenkhandlungen: Viele Besucher legen einen kleinen Stein oder eine Blume auf den Stolperstein, in Anlehnung an jüdische Trauertraditionen (My Jewish Learning).
  • Fotografie: Erlaubt, aber bitte diskret und unter Rücksichtnahme auf andere.
  • Reinigung: Das sanfte Polieren der Messingplakette mit einem weichen Tuch ist ein häufiges Zeichen des Respekts.

Breitere Bedeutung: Stolpersteine in Baden-Baden

Das Stolperstein-Projekt in Baden-Baden spiegelt das Engagement der Stadt für die Erinnerung an den Holocaust wider. Die Steine verwandeln alltägliche Räume in Orte des kollektiven Gedächtnisses und bieten Möglichkeiten zur Reflexion und Bildung (Stolpersteine Guide). Die Einbeziehung der Gemeinschaft, wie die Reinigung der Steine am Holocaust-Gedenktag, stärkt die lokale Bindung zur Geschichte.

Bildungsmehrwert

  • Schulprojekte: Viele Schulen vor Ort integrieren Stolpersteine in ihre Lehrpläne und ermutigen Schüler, Einzelpersonen wie Julius Nachmann zu erforschen und vorzustellen (Stolpersteine Education).
  • Digitale Ressourcen: Greifen Sie über QR-Codes oder Online-Datenbanken auf Biografien und historischen Kontext zu (Stolpersteine.eu Datenbank).
  • Geführte Touren: Bildungswanderungen und Gedenkveranstaltungen werden regelmäßig von lokalen Gruppen und dem Tourismusbüro organisiert (Baden-Baden liest).

Kombinieren Sie Ihren Besuch: Weitere historische Stätten in Baden-Baden

Vertiefen Sie Ihr Verständnis der Stadtgeschichte, indem Sie besuchen:

  • Stadtmuseum Baden-Baden: Exponate zum jüdischen Erbe und zur Geschichte der Stadt (Stadtmuseum Baden-Baden)
  • Jüdischer Friedhof: Gräber aus dem 19. Jahrhundert
  • Synagogendenkmal: Standort der ehemaligen Synagoge, die während der Reichspogromnacht zerstört wurde
  • Lichtentaler Allee, Altstadt, Fabergé Museum, römische Bäder und Hohenbaden Schloss: Weitere bemerkenswerte historische Stätten in Gehweite (Curious Goose Travel; Mapcarta)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Besuchszeiten für den Julius Nachmann Stolperstein? A: Der Stolperstein ist rund um die Uhr, das ganze Jahr über zugänglich.

F: Gibt es Eintrittsgebühren? A: Nein, der Besuch des Stolpersteins ist kostenlos.

F: Ist der Ort rollstuhlgerecht zugänglich? A: Ja, obwohl einige Gehwege Unebenheiten aufweisen können.

F: Gibt es geführte Touren? A: Ja, lokale Organisationen und das Tourismusbüro bieten regelmäßig geführte Stolperstein-Rundgänge an.

F: Wie finde ich weitere Stolpersteine in Baden-Baden? A: Konsultieren Sie die offizielle Liste der Stolpersteine in Baden-Baden oder besuchen Sie das Touristeninformationszentrum.


Visuelle Ressourcen und Karten


Kulturelle Einblicke und verantwortungsvoller Tourismus

Der Besuch eines Stolpersteins ist ein Akt des Gedenkens und der Verantwortung. Nehmen Sie sich Zeit, um mehr über Julius Nachmann und den breiteren Kontext des Denkmals zu erfahren. Unterstützen Sie lokale Initiativen zur Instandhaltung von Stolpersteinen und teilen Sie Ihr Wissen, um eine Kultur des Gedenkens und der Toleranz zu fördern.


Zusätzliche Ressourcen


Mehr Entdecken

Der Stolperstein für Julius Nachmann in Baden-Baden ist mehr als ein Denkmal – er ist ein Aufruf, sich zu erinnern, nachzudenken und zu bilden. Mit Ihrem Besuch ehren Sie die Erinnerung an die im Holocaust verlorenen Menschen und werden Teil einer globalen Bewegung, die dafür sorgt, dass solche Tragödien weder vergessen noch wiederholt werden. Ergänzen Sie Ihren Besuch mit geführten Touren, digitalen Ressourcen oder der Audiala-App und teilen Sie Ihre Erfahrungen, um diese Geschichten lebendig zu halten.

Entdecken, nachdenken und erinnern – die Geschichte von Julius Nachmann lebt im Herzen Baden-Badens und im Gewissen jedes Besuchers weiter.



Quellen


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